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Abutment und Emergenzprofil
Implantologie
Prüfungsfokus
Das Abutment ist das Verbindungsstück zwischen Implantatkörper und Suprakonstruktion und durchtritt dabei das periimplantäre Weichgewebe. Seine Form im Durchtrittsbereich – das Emergenzprofil – bestimmt, wie sich Mukosa und Papillen um die spätere Krone legen. Abutments gibt es konfektioniert oder individuell aus Titan beziehungsweise Zirkondioxid gefertigt.
Belastungsprotokolle
Implantologie
Prüfungsfokus
Belastungsprotokolle regeln, wann ein Implantat prothetisch belastet wird. Nach der gebräuchlichen Einteilung spricht man von Sofortbelastung innerhalb einer Woche, von Frühbelastung zwischen einer Woche und zwei Monaten und von konventioneller Spätbelastung nach mehr als zwei Monaten. Davon zu trennen ist die Sofortversorgung ohne okklusalen Kontakt.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
Gesteuerte Knochenregeneration (GBR)
Implantologie
Prüfungsfokus
Die gesteuerte Knochenregeneration nutzt eine Barrieremembran, um einen Knochendefekt vom schneller einwachsenden Weichgewebe abzuschirmen. Unter dem so geschaffenen Raum können die langsameren knochenbildenden Zellen den Defekt besiedeln. Der Raum wird in der Regel mit autologem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Mischung stabilisiert.
Implantatbettaufbereitung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatbettaufbereitung ist die schrittweise Präparation des knöchernen Lagers mit aufsteigenden Bohrerdurchmessern. Ziel ist eine passgenaue Kavität, die dem Implantat Halt gibt, ohne den Knochen thermisch oder mechanisch zu schädigen. Kernproblem ist die Hitzeentwicklung: Knochen reagiert auf Überwärmung mit Nekrose.
Implantatfreilegung und Einheilung
Implantologie
Prüfungsfokus
Bei gedeckter Einheilung liegt das Implantat während der Einheilphase vollständig unter der Schleimhaut und wird in einem Zweiteingriff freigelegt. Dabei wird die Verschlussschraube gegen einen Gingivaformer getauscht, der das periimplantäre Weichgewebe ausformt. Bei offener Einheilung entfällt dieser Zweiteingriff, weil bereits primär ein Gingivaformer eingesetzt wird.
Implantatoberflächen
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Oberflächenbeschaffenheit eines Implantats beeinflusst Geschwindigkeit und Qualität der Osseointegration. Moderne Implantate bestehen überwiegend aus Titan oder Zirkondioxid und besitzen mikroraue Oberflächen, die durch Sandstrahlen und Ätzen erzeugt werden. Makrodesign wie Gewindeform und Konizität bestimmt zusätzlich die Primärstabilität.
Implantatplanung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatplanung leitet die Implantatposition aus der geplanten prothetischen Versorgung ab und nicht aus dem verfügbaren Knochenangebot. Dieses Prinzip wird als Backward Planning bezeichnet. Digitale Verfahren kombinieren DVT-Daten mit einem Oberflächenscan und erzeugen eine Bohrschablone zur Übertragung der Planung.
Implantatwerkstoffe
Implantologie
Prüfungsfokus
Dentale Implantate bestehen ganz überwiegend aus Reintitan der Grade 1 bis 4 oder aus Titanlegierungen wie Ti-6Al-4V. Titan verdankt seine Eignung einer spontan entstehenden Oxidschicht, die den Werkstoff passiviert und die knöcherne Anlagerung ermöglicht. Als metallfreie Alternative haben sich Implantate aus yttriumstabilisiertem Zirkondioxid etabliert.
Knochenangebot und Knochenqualität
Implantologie
Prüfungsfokus
Vor jeder Implantation werden Menge und Beschaffenheit des ortsständigen Knochens beurteilt. Das Knochenangebot beschreibt Höhe und Breite des Alveolarfortsatzes, die Knochenqualität den Anteil und die Dichte von Kortikalis und Spongiosa. Gebräuchlich ist die Einteilung nach Lekholm und Zarb in die Klassen D1 bis D4.
Knochenaugmentation
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Knochenaugmentation stellt ein für die Implantation ausreichendes Knochenlager wieder her. Bei der gesteuerten Knochenregeneration trennt eine Membran das langsam regenerierende Knochengewebe vom schneller proliferierenden Weichgewebe. Als Materialien dienen autologer Knochen sowie allogene, xenogene und alloplastische Ersatzmaterialien.
Navigierte Implantation und Bohrschablone
Implantologie
Prüfungsfokus
Bei der navigierten Implantation wird die am Computer geplante Implantatposition über eine individuell gefertigte Schablone in den Mund übertragen. Grundlage ist die Überlagerung eines DVT-Datensatzes mit einem digitalen Oberflächenscan, aus der die prothetisch ideale Position abgeleitet wird. Die Schablone führt die Bohrer in Achse, Tiefe und Position.
Osseointegration
Implantologie
Prüfungsfokus
Osseointegration bezeichnet den direkten strukturellen und funktionellen Verbund zwischen lebendem Knochen und der Oberfläche eines belasteten Implantats, ohne zwischengelagertes Bindegewebe. Sie ist die biologische Grundlage jeder Implantatversorgung und unterscheidet das Implantat fundamental vom natürlichen Zahn. Der Prozess durchläuft Wundheilung, Geflechtknochenbildung und Umbau zu lamellärem Knochen.
Periimplantäre Erhaltungstherapie
Implantologie
Prüfungsfokus
Die periimplantäre Erhaltungstherapie ist das strukturierte Nachsorgeprogramm nach Implantatversorgung. Sie umfasst die Erhebung von Sondierungstiefen, Blutung und Suppuration, die Reinigung der Implantatoberflächen sowie die Kontrolle der Suprakonstruktion. Sie ist das wirksamste Instrument, um aus einer reversiblen Mukositis keine Periimplantitis werden zu lassen.
Periimplantäre Mukositis
Implantologie
Prüfungsfokus
Die periimplantäre Mukositis ist eine auf das Weichgewebe begrenzte, plaqueinduzierte Entzündung um ein osseointegriertes Implantat ohne Verlust des stützenden Knochens. Sie entspricht in ihrer Rolle der Gingivitis am natürlichen Zahn und gilt als Vorstufe der Periimplantitis. Bei konsequenter Biofilmkontrolle ist sie vollständig reversibel.
Primärstabilität
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Primärstabilität beschreibt die mechanische Verankerung des Implantats im Knochen unmittelbar nach dem Einbringen, noch bevor biologische Umbauvorgänge einsetzen. Sie entsteht durch das Verklemmen der Implantatgewinde im ortsständigen Knochen und ist damit rein mechanischer Natur. Erst im Verlauf der Einheilung wird sie durch die biologische Sekundärstabilität der Osseointegration abgelöst.
Risikofaktoren und Kontraindikationen der Implantation
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Eignung für eine Implantatversorgung wird durch allgemeinmedizinische, lokale und verhaltensbezogene Faktoren bestimmt. Absolute Kontraindikationen sind selten, relative Risiken dagegen häufig und meist beeinflussbar. Eine strukturierte Anamnese ist Voraussetzung jeder Implantatplanung.
Sofort- und Spätimplantation
Implantologie
Prüfungsfokus
Der Implantationszeitpunkt beschreibt das zeitliche Verhältnis zwischen Zahnextraktion und Implantatinsertion. Die Sofortimplantation erfolgt in derselben Sitzung wie die Extraktion, die verzögerte Sofortimplantation nach Weichgewebsheilung, die Spätimplantation nach knöcherner Ausheilung. Die Wahl beeinflusst Behandlungsdauer, Ästhetik und Risikoprofil.
Suprakonstruktion: verschraubt oder zementiert
Implantologie
Prüfungsfokus
Implantatgetragene Kronen und Brücken werden entweder okklusal verschraubt oder auf einem Abutment zementiert. Verschraubte Versorgungen sind jederzeit abnehmbar und kommen ohne Zement aus; zementierte Versorgungen erlauben passive Passung und günstigere Ästhetik, bergen aber das Risiko subgingivaler Zementreste. Zwischen beiden steht die verschraubte Klebekrone auf einer Titanbasis.
Weichgewebsmanagement am Implantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das periimplantäre Weichgewebe bildet mit einem zirkulären Faserring und einem epithelialen Attachment eine biologische Barriere gegen die Mundhöhle. Anders als am Zahn strahlen die Kollagenfasern nicht in die Implantatoberfläche ein, sondern verlaufen parallel dazu. Diese schwächere Abdichtung macht das Weichgewebsmanagement für die Langzeitstabilität besonders wichtig.