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Adrenalin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Adrenalin ist ein endogenes Katecholamin, das als Vasokonstriktor-Zusatz in Lokalanästhetika eingesetzt wird. Es bewirkt über alpha-1-Adrenozeptoren eine lokale Vasokonstriktion an den Blutgefäßen der Mundschleimhaut. Dadurch wird die Resorption des Anästhetikums verzögert, die Wirkdauer verlängert und das Operationsfeld blutungsarm gehalten.
Amoxicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Amoxicillin ist ein aminopenicillinbasiertes Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Bakterienwandsynthese bakterizid wirkt. Es weist eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit auf und erfasst ein breites Spektrum grampositiver sowie mancher gramnegativer Erreger der Mundhöhle. Es stellt das First-Line-Antibiotikum bei schweren odontogenen Infektionen dar.
Analgetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Analgetika sind Arzneistoffe, die die Schmerzempfindung hemmen, ohne eine Narkose oder eine Bewusstseinsausschaltung herbeizuführen. Sie werden eingeteilt in peripher wirkende Nicht-Opioid-Analgetika und zentral wirkende Opioid-Analgetika. Zur Gruppe der Nicht-Opioid-Analgetika zählen unter anderem die Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Antibiotika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antibiotika sind niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen oder synthetisch hergestellte Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Sie wirken selektiv gegen prokaryotische Strukturen und Prozesse, ohne den makroorganismischen Wirt direkt zu schädigen. Der Einsatz erfolgt gezielt nach Erreger- und Resistenztestung oder kalkuliert als Breitbandtherapie.
Antiseptika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antiseptika sind chemische Substanzen, die lokal auf lebenden Geweben wie Haut oder Schleimhaut angewendet werden, um Erreger abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Im Gegensatz zu Antibiotika wirken sie weitgehend unspezifisch gegen ein breites Spektrum von Mikroorganismen. In der Zahnmedizin dienen sie der Reduktion der oralen Keimzahl.
Articain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Articain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit einer zusätzlichen Estergruppe, das rasch durch Plasmaesterasen inaktiviert wird. Es zeichnet sich durch eine hohe Plasmaproteinbindung sowie eine hervorragende Gewebegängigkeit aus. In der Zahnmedizin ist es der Wirkstoff der ersten Wahl für Infiltrations- und Leitungsanästhesien.
Azithromycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Azithromycin ist ein Halbsynthetisches Makrolid-Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum und bakterizider bis bakteriostatischer Wirkung durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese. Es zeichnet sich durch eine sehr lange GewebehBW und hohe Anreicherung in Phagozyten sowie entzündetem Gewebe aus. Dies ermöglicht kurze Therapiedauern von meist drei Tagen.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Bisphosphonate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
Chlorhexidin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Chlorhexidin ist ein kationisches Bisbiguanid-Antiseptikum mit breitem Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie Pilze. Durch seine hohe Substantivität haftet es lang anhaltend an oralen Oberflächen und verzögert die Plaque-Neubildung nachhaltig. Es gilt als Goldstandard in der chemischen Plaquekontrolle.
Clindamycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Ribosomenuntereinheit hemmt und vorwiegend bakteriostatisch wirkt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Gewebe- und Knochengängigkeit im Kieferbereich aus. In der Zahnmedizin dient es als wichtigstes Ausweichantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie.
Corticosteroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Corticosteroide sind steroidale Entzündungshemmer, die sich von den Hormonen der Nebennierenrinde ableiten. Sie wirken immunsuppressiv, antientzündlich und antiallergisch durch Unterdrückung der Phospholipase A2. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen gehemmt.
Denosumab
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Denosumab ist ein humaner Monoklonaler Antikörper, der gezielt an RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor-kappaB Ligand) bindet. Er hemmt die Ausreifung, Funktion und das Überleben von Osteoklasten und reduziert dadurch den Knochenabbau stark. Hauptindikationen sind Osteoporose und Knochenmetastasen.
Diazepam
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Diazepam ist ein langwirksames Benzodiazepin mit anxiolytischen, sedierenden, muskelrelaxierenden und antikonvulsiven Eigenschaften. Es verstärkt die Wirkung des inhibitorischen Neurotransmitters GABA durch Bindung an den GABA-A-Rezeptorkomplex. Dies führt zu einem verstärkten Chlorideinstrom und einer Hyperpolarisation der neuronalen Membran.
Eicosanoide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eicosanoide sind lipidartige Gewebshormone und Lipidmediatoren, die aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, hauptsächlich Arachidonsäure, synthetisiert werden. Zu ihnen zählen Prostaglandine, Thromboxane, Leukotriene und Lipoxine. Sie spielen eine zentrale Rolle bei Entzündungsreaktionen, Schmerzentstehung, Blutgerinnung und der Regulation des Gefäßtonus.
Endokarditisprophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die Endokarditisprophylaxe beschreibt die gezielte einmalige Verabreichung eines Antibiotikums vor dentoalveolären Eingriffen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie ist nach aktuellen Leitlinien streng auf Hochrisikopatienten mit spezifischen kardialen Vorerkrankungen beschränkt. Der Eingriff muss mit einer Bakteriämie-Wahrscheinlichkeit durch Manipulation an Gingiva oder Periapikalregion einhergehen.
Epinephrin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Epinephrin ist ein körpereigenes Katecholamin, das als Hormon und Neurotransmitter wirkt und in der Zahnmedizin als Vasokonstriktorzusatz in Lokalanästhetika genutzt wird. Es stimuliert sowohl alpha- als auch beta-Adrenozeptoren des sympathischen Nervensystems. Dies führt zu Vasokonstriktion peripherer Gefäße, Bronchodilation und Herzstimulation.
Ibuprofen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) aus der Gruppe der Propionsäurederivate, das die Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2) reversibel hemmt. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen unterdrückt, was zu analgetischen, antiphlogistischen und antipyretischen Effekten führt. Es gilt als Analgetikum der ersten Wahl bei postoperativen zahnärztlichen Schmerzen.
Lidocain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit mittlerer Wirkdauer und raschem Wirkungseintritt. Es blockiert reversibel spannungsabhängige Natriumkanäle an den Nervenfasern und verhindert so die Entstehung und Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Zudem wird es systemisch als Antiarrhythmikum der Klasse Ib eingesetzt.
Lokalanästhetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lokalanästhetika sind Arzneistoffe, die durch die reversible Hemmung von Natriumkanälen die Erregungsleitung peripherer Nerven örtlich begrenzt und reversibel ausschalten. Sie werden chemisch in Ester- und Säureamid-Typen unterteilt. In der Zahnheilkunde ermöglichen sie eine schmerzfreie invasive Behandlung.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Metronidazol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Metronidazol ist ein synthethisches Nitroimidazol-Antibiotikum mit gezielter Wirkung gegen obligat anaerobe Bakterien und Protozoen. Es führt nach intrazellulärer Reduktion zu DNA-Strangbrüchen und damit zum Zelltod der Erreger. In der Zahnmedizin ist es ein wichtiges Adjuvans bei aggressiven parodontalen Infektionen.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
NSAR
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Arzneistoffe ohne steroidale Grundstruktur. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und/oder COX-2) und unterbinden dadurch die Synthese von Prostaglandinen. In der Zahnmedizin bilden sie die Basis der postoperativen Schmerztherapie.
Opioide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Opioide sind stark wirksame Analgetika, die an spezifischen Opioidrezeptoren (µ, δ, κ) im zentralen und peripheren Nervensystem binden. Sie hemmen die präsynaptische Neurotransmitterfreisetzung und hyperpolarisieren postsynaptische Neurone. Dadurch wird die Schmerzleitung und -wahrnehmung im ZNS effektiv unterdrückt.
Paracetamol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Paracetamol ist ein nicht-opioides Analgetikum und Antipyretikum mit vorwiegend zentralem Wirkmechanismus, das nur sehr gering antiphlogistisch wirkt. Es stellt ein wichtiges Ausweichanalgetikum dar, insbesondere bei Kontraindikationen gegen NSAR. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist es das Schmerzmittel der Wahl in allen Trimenen der Schwangerschaft.
Penicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Penicilline sind Beta-Laktam-Antibiotika, die durch Blockade der Transpeptidase die Bakterienwandsynthese hemmen. Sie wirken dadurch primär bacterizid auf sich teilende, grampositive sowie einige gramnegative Erreger. In der Zahnmedizin sind sie das Standardantibiotikum zur Therapie odontogener Infektionen.
Prophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Prophylaxe bezeichnet in der zahnärztlichen Pharmakologie die präventive Verabreichung von Arzneimitteln zur Verhinderung von Erkrankungen oder Komplikationen. Dazu zählen die kalkulierte präoperative Antibiotikagabe sowie die Anwendung von Fluoriden oder Antiseptika. Ziel ist die Expositionsprophylaxe und das Verhindern einer Erregerinvalidation.
Resorption
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Resorption beschreibt die Aufnahme eines Arzneistoffs von der Applikationsstelle in die Blutbahn. In der Zahnmedizin betrifft dies die orale, sublinguale, submuköse oder parenterale Aufnahme von Wirkstoffen. Der Prozess hängt stark von der Lipophilie, Ionisation und lokalen Durchblutung des Gewebes ab.
Salizylate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Salizylate sind Ester und Salze der Salizylsäure, deren bekanntester Vertreter die Acetylsalizylsäure (ASS) ist. Sie wirken analgetisch, antipyretisch, antiphlogistisch sowie in niedriger Dosierung irreversibel thrombozytenaggregationshemmend. Die Wirkung beruht auf der Inhibition der Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2).
Steroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Steroide sind eine Klasse von Lipiden mit einem charakteristischen Cyclopentanoperhydrophenanthren-Grundgerüst. In der Pharmakologie beziehen sie sich meist auf synthetische oder körpereigene Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie wirken primär antiphlogistisch, immunsuppressiv und antiexsudativ durch die Inhibition der Phospholipase A2.
Tranexamsäure
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Tranexamsäure ist ein synthetisches Antifibrinolytikum und ein Kompetitivhemmer des Plasminogens. Sie verhindert die Bindung von Plasminogen an Fibrin sowie dessen Aktivierung zu Plasmin und stabilisiert dadurch das gebildete Fibringerinnsel. Das Medikament wird lokal oder systemisch zur Blutstillung und Fibrinolyseprophylaxe eingesetzt.
Wirkstoff
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ein Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) ist die biologisch aktive Komponente eines Arzneimittels, die für die prophylaktische, diagnostische oder therapeutische Wirkung verantwortlich ist. Er unterscheidet sich von den Hilfsstoffen, die lediglich als Träger-, Stabilisierungs- oder Geschmacksstoffe dienen. Die Einteilung und Benennung erfolgen international standardisiert nach dem INN-System (International Nonproprietary Name).