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Endodontie
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Physiologie & Biochemie
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Kieferorthopädie
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Kinderzahnheilkunde
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Ästhetik
Funktionslehre & CMD
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Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
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Adhäsivsystem
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Adhäsivsysteme sind mehrkomponentige Werkstoffe, die einen dauerhaften Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz und dem Füllungskunststoff herstellen. Sie penetrieren das freigelegte Kollagennetzwerk im Dentin sowie das Schmelzätzmuster und bilden nach Polymerisation die sogenannte Hybridschicht. Dadurch verhindern sie Randspaltbildung und Mikroleckagen.
Festzuschusssystem beim Zahnersatz
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Seit 2005 richtet sich der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung zum Zahnersatz nicht mehr nach der gewählten Versorgung, sondern nach dem erhobenen Befund. Zu jedem Befund gehört eine Regelversorgung, aus deren Kosten der Festzuschuss abgeleitet wird. Wählt der Versicherte eine aufwendigere Versorgung, bleibt der Zuschuss gleich und der Mehrbetrag wird privat getragen.
Matrizensysteme
Propädeutik
Prüfungsfokus
Matrizen ersetzen bei approximalen Restaurationen die fehlende Kavitätenwand und formen den Kontaktpunkt. Man unterscheidet zirkuläre Matrizensysteme von Teilmatrizen, die zusammen mit Separierringen verwendet werden. Keile fixieren die Matrize zervikal und verhindern Überschüsse.
Knochenstoffwechsel und RANKL
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Knochenstoffwechsel ist ein dynamischer Prozess aus Knochenaufbau durch Osteoblasten und Knochenabbau durch Osteoklasten. Das Signalweg-Trio RANKL, RANK und Osteoprotegerin (OPG) reguliert maßgeblich die Osteoklastendifferenzierung. RANKL wird von Osteoblasten und Osteozyten exprimiert, bindet an den RANK-Rezeptor auf Osteoklastenvorläuferzellen und induziert deren Fusion und Aktivierung. OPG fungiert als löslicher Decoy-Rezeptor, der RANKL bindet und somit den Knochenabbau hemmt.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Qualitätsmanagement umfasst die systematische Beschreibung, Überprüfung und Verbesserung von Praxisabläufen. Es ist für vertragszahnärztliche Praxen verpflichtend und stützt sich auf Instrumente wie Prozessbeschreibungen, Checklisten, Fehlermanagement und Fortbildungsplanung. Leitgedanke ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess.
Recall und Terminmanagement
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Recall-System ist die strukturierte Wiedereinbestellung von Patienten in risikoabhängigen Intervallen. Es überführt die Nachsorge von der Eigeninitiative des Patienten in einen organisierten Praxisablauf und ist damit die organisatorische Grundlage jeder langfristigen Prävention – insbesondere in der unterstützenden Parodontal- und Implantattherapie.
Zahnschema FDI
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das FDI-Zahnschema ist ein international standardisiertes System zur eindeutigen Benennung von Zähnen mittels zweier Ziffern. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten (1–4 für das bleibende Gebiss, 5–8 für das Milchgebiss), während die zweite Ziffer die Zahnposition von der Mitte nach distal (1–8 bzw. 1–5) angibt. Es ermöglicht eine zweifelsfreie Befunderhebung und Dokumentation ohne Verwechslungsgefahr.
Dentinadhäsion
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Dentinadhäsion beschreibt den mikromechanischen und chemischen Verbund zwischen einem restaurativen Werkstoff und dem organisch-anorganischen Dentin. Sie erfordert die Entfernung oder Penetration der Schmierschicht (Smear Layer) sowie die Freilegung des Kollagennetzwerks. Ziel ist die Ausbildung einer stabilen HybridSchicht.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Abutment
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Abutment ist das präparierte oder vorgefertigte Verbindungsstück (Implantatpfeiler), das auf einem Zahnimplantat fixiert wird. Es durchdringt die Periimplantärschleimhaut und dient als Verankerungselement für Kronen, Brücken oder Prothesenanker. Abutments bestehen meist aus Titan, Zirkonoxid oder individuellen Hybridmaterialien.
Adrenalin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Adrenalin ist ein endogenes Katecholamin, das als Vasokonstriktor-Zusatz in Lokalanästhetika eingesetzt wird. Es bewirkt über alpha-1-Adrenozeptoren eine lokale Vasokonstriktion an den Blutgefäßen der Mundschleimhaut. Dadurch wird die Resorption des Anästhetikums verzögert, die Wirkdauer verlängert und das Operationsfeld blutungsarm gehalten.
Aggressive Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die aggressive Parodontalerkrankung bezeichnete historisch eine rasch verlaufende Form des Parodontalgewebeabbaus bei meist jungen, systemisch gesunden Patienten. Nach der Klassifikation von 2018 wird diese Verlaufsform nun unter der allgemeinen 'Parodontitis' zusammengefasst und typischerweise als Stadium III oder IV mit hoher Progression (Grad C) klassifiziert. Sie zeigt oft eine familiäre Aggregation und ein Missverhältnis zwischen lokalen Belägen und Destruktionsgrad.
Aligner-Therapie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Aligner-Therapie wird die Zahnstellung mit einer Serie herausnehmbarer, transparenter Kunststoffschienen schrittweise korrigiert. Jede Schiene bewirkt eine kleine, vorprogrammierte Bewegung und wird nach definierter Tragezeit gewechselt. Attachments auf den Zähnen ermöglichen komplexere Bewegungsmuster.
Alveolitis sicca
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolitis sicca ist eine schmerzhafte Wundheilungsstörung nach Zahnextraktion, die durch den vorzeitigen Verlust oder den Zerfall des Blutkoagulum verursacht wird. Es kommt dadurch zu einer Exposition der sensibel innervierten Knochenwände des leeren Zahnfachs. Häufig tritt sie im Unterkieferseitenzahnbereich bei Rauchern oder unter oralen Kontrazeptiva auf.
Amalgam
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Amalgam ist ein plastisches Füllungsmaterial, das aus einer Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer besteht. Es härtet durch eine Kristallisationsreaktion aus und zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Historisch gehört es zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der konservierenden Zahnheilkunde.
Amoxicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Amoxicillin ist ein aminopenicillinbasiertes Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Bakterienwandsynthese bakterizid wirkt. Es weist eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit auf und erfasst ein breites Spektrum grampositiver sowie mancher gramnegativer Erreger der Mundhöhle. Es stellt das First-Line-Antibiotikum bei schweren odontogenen Infektionen dar.
Analgetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Analgetika sind Arzneistoffe, die die Schmerzempfindung hemmen, ohne eine Narkose oder eine Bewusstseinsausschaltung herbeizuführen. Sie werden eingeteilt in peripher wirkende Nicht-Opioid-Analgetika und zentral wirkende Opioid-Analgetika. Zur Gruppe der Nicht-Opioid-Analgetika zählen unter anderem die Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Angle-Klassifikation
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Angle-Klassifikation ist eine phänomenologische Einteilung von Malokklusionen in der Sagittalebene basierend auf der Relation der ersten permanenten Molaren. Sie unterscheidet die neutrale Okklusion (Klasse I), die distale Okklusion (Klasse II mit den Subdivisionen 1 und 2) sowie die mesiale Okklusion (Klasse III). Als morphologisches Referenzsystem dient die Beziehungsbeurteilung des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur mesiobukkalen Fissur des unteren ersten Molaren.
Antibiotika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antibiotika sind niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen oder synthetisch hergestellte Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Sie wirken selektiv gegen prokaryotische Strukturen und Prozesse, ohne den makroorganismischen Wirt direkt zu schädigen. Der Einsatz erfolgt gezielt nach Erreger- und Resistenztestung oder kalkuliert als Breitbandtherapie.
Apikale Parodontitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Articain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Articain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit einer zusätzlichen Estergruppe, das rasch durch Plasmaesterasen inaktiviert wird. Es zeichnet sich durch eine hohe Plasmaproteinbindung sowie eine hervorragende Gewebegängigkeit aus. In der Zahnmedizin ist es der Wirkstoff der ersten Wahl für Infiltrations- und Leitungsanästhesien.
Ästhetische Analyse und Smile Design
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die ästhetische Analyse erfasst systematisch Gesichts-, Lippen-, Gingiva- und Zahnparameter vor einer ästhetischen Behandlung. Beurteilt werden unter anderem Gesichtsmittellinie, Lachlinie, Inzisalkantenverlauf und Zahnproportionen. Digitale Verfahren übertragen die Planung auf Fotos und Modelle und machen sie im Mock-up erlebbar.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Barbed Broach
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Barbed Broach (Pulpanadel) ist ein handgeführtes endodontisches Instrument mit widerhakenartigen Einkerbungen entlang des Arbeitsteils. Sie dient dem intakten Vitalextirpieren des Pulpagewebes aus dem Wurzelkanal in einem Stück.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
BEMA – Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Der BEMA ist das Abrechnungsverzeichnis für Leistungen bei gesetzlich Versicherten. Er beruht auf dem Sachleistungsprinzip: Der Versicherte erhält die Leistung, die Abrechnung erfolgt über die Kassenzahnärztliche Vereinigung. Maßstab ist das Wirtschaftlichkeitsgebot, wonach Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen.
Biofilm
Parodontologie
Prüfungsfokus
Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in einer selbstproduzierten Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) eingebettet ist und an einer Oberfläche haftet. In der Mundhöhle bildet er die Grundlage für Karies, Gingivitis und Parodontitis. Die Matrix schützt die enthaltenen Bakterien vor äußeren Einflüssen und dem Immunsystem des Wirts.
Bisphosphonate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
Blutgerinnung Grundlagen
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Hämostase gliedert sich in die primäre (thrombozytäre) und die sekundäre (plasmatische) Blutgerinnung sowie das auflösende Fibrinolysesystem. Die primäre Hämostase führt durch Adhäsion, Aktivierung und Aggregation der Thrombozyten zur Bildung eines provisorischen Thrombozytenpfropfs (Weißer Thrombus). Die sekundäre Hämostase verknüpft das intrinsische und extrinsische System über eine Proteasekaskade zur Aktivierung von Thrombin (Faktor IIa), das Fibrinogen zu Fibrin polymerisiert (Roter Thrombus). Vitamin K ist essenziell für die gamma-Glutamylcarboxylierung der Faktoren II, VII, IX und X.
Blutversorgung des Gesichtsschädels
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Blutversorgung des Gesichtsschädels wird primär durch Äste der Arteria carotis externa gewährleistet, ergänzt durch kleine Endäste der Arteria carotis interna im Stirn- und Orbitabereich. Das zentrale Gefäß für die tiefen Gesichtsstrukturen, die Zähne und die Kieferknochen ist die Arteria maxillaris. Die oberflächlichen Gesichtsweichteile werden im Wesentlichen durch die Arteria facialis sowie die Arteria temporalis superficialis versorgt.
Bruxismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bruxismus ist eine repetitive Aktivität der Kaumuskulatur mit Pressen oder Knirschen der Zähne. Unterschieden werden Schlafbruxismus und Wachbruxismus, die unterschiedliche Entstehungsmechanismen aufweisen. Nach aktuellem Verständnis ist Bruxismus nicht per se eine Erkrankung, sondern ein Verhalten, das Risikofaktor sein kann.
Carisolv
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Carisolv ist ein chemo-mechanisches System zur Kariesexkavation, das auf einer Mischung aus Natriumhypochlorit und Aminosäuren basiert. Das Gel löst gezielt den denaturierten Kollagenanteil cariösen Dentins auf, während gesunde Hartsubstanz unbeeinträchtigt bleibt. Das erweichte Gewebe wird anschließend manuell abgeschabt.
Chelatbildner
Endodontie
Prüfungsfokus
Chelatbildner sind chemische Substanzen wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) oder Zitronensäure, die Calciumionen aus dem Hydroxylapatit des Dentins binden und so das Hartgewebe demineralisieren. In der Endodontie dienen sie der Spülung und Konditionierung des Wurzelkanalsystems.
Chemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die chemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung kombiniert die mechanische Formgebung des Kanals mittels Rotations- oder Handinstrumenten mit der chemischen Desinfektion durch Spüllösungen. Sie dient der Entfernung von infiziertem Gewebe, Debris und Biofilm sowie der Formung des Kanals für die anschließende Obturation. Kein Instrument alleine kann den komplexen Hohlraum vollständig mechanisch reinigen.
Clindamycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Ribosomenuntereinheit hemmt und vorwiegend bakteriostatisch wirkt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Gewebe- und Knochengängigkeit im Kieferbereich aus. In der Zahnmedizin dient es als wichtigstes Ausweichantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie.
Composit
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Composit ist ein plastisches, zahnfarbenes Füllungsmaterial, das aus einer organischen Monomermatrix und anorganischen Füllstoffen besteht. Die Aushärtung erfolgt meist durch photopolymerisationsinduzierte Vernetzung der Monomere. Es ermöglicht eine mikromechanische und chemische Haftung am Zahnhartgewebe über Adhäsivsysteme.
Corticosteroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Corticosteroide sind steroidale Entzündungshemmer, die sich von den Hormonen der Nebennierenrinde ableiten. Sie wirken immunsuppressiv, antientzündlich und antiallergisch durch Unterdrückung der Phospholipase A2. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen gehemmt.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
Crown-Down-Technik
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Crown-Down-Technik ist ein präparatorisches Verfahren in der Endodontie, bei dem der Wurzelkanal von koronal nach apikal aufbereitet wird. Durch die frühzeitige Erweiterung des koronalen Kanaldrittels wird der apikale Zapfen entlastet und das Infektionsrisiko nach apikal reduziert. Sie bildet den Standard bei der maschinellen und manuellen Kanalaufbereitung.
DC/TMD-Klassifikation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die DC/TMD sind ein international standardisiertes Diagnosesystem für Funktionsstörungen des Kausystems. Sie arbeiten zweiachsig: Achse I erfasst die körperlichen Diagnosen mit definierten klinischen Kriterien, Achse II die psychosozialen Faktoren wie Schmerzintensität, Beeinträchtigung, Depressivität und Somatisierung. Sie lösten die älteren RDC/TMD ab.
Dentalfluorose
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Dentalfluorose ist eine Mineralisationsstörung des Schmelzes durch überhöhte systemische Fluoridzufuhr während der Zahnbildung. Sie entsteht nur in der Bildungsphase, nicht durch spätere Anwendung. Klinisch reicht das Bild von feinen weißen Linien entlang der Perikymatien über diffuse Trübungen bis zu bräunlichen Verfärbungen mit Schmelzeinbrüchen.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
Dentogene Abszesse und Logen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Dentogene Abszesse sind umschriebene Eiteransammlungen im Kiefer-Gesichts-Bereich, die primär von infizierten Zähnen oder dem Zahnhalteapparat ausgehen. Sie breiten sich entlang von Faszienstrukturen in anatomische Spalträume (Logen) wie den Submandibular-, Sublingual- oder Pterygomandibularraum aus. Ohne rechtzeitige Inzision und Antibiose drohen lebensbedrohliche Komplikationen wie Mediastinitis oder Sinus-cavernosus-Thrombose.
Diabetes mellitus und Mundgesundheit
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Diabetes mellitus und Parodontitis stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlechtert die parodontale Situation über gestörte Immunabwehr, veränderte Kollagenbildung und die Wirkung fortgeschrittener Glykierungsendprodukte. Umgekehrt erschwert eine unbehandelte Parodontitis durch ihre systemische Entzündungslast die Blutzuckereinstellung.
Diskusverlagerung
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bei der Diskusverlagerung befindet sich der Discus articularis nicht in seiner physiologischen Position auf dem Kondylus, sondern meist nach anterior verlagert. Unterschieden wird die Verlagerung mit Reposition, bei der der Diskus während der Mundöffnung zurückspringt, von der Verlagerung ohne Reposition. Letztere führt typischerweise zu einer Bewegungseinschränkung.
Eingeschränkte Mundöffnung und Trismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Eine eingeschränkte Mundöffnung liegt vor, wenn die maximale Schneidekantendistanz deutlich unter dem Normbereich von etwa 40 bis 55 mm bleibt. Unterschieden wird zwischen muskulär bedingter Kieferklemme, der Blockade durch einen anterior verlagerten Diskus ohne Reposition und knöchernen Ursachen wie einer Ankylose. Der Endanschlag beim vorsichtigen Nachfedern liefert den entscheidenden Hinweis.
Entzündungsmediatoren
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Entzündungsmediatoren sind biochemische Botenstoffe, welche die vaskulären und zellulären Reaktionen einer Entzündung initiieren, aufrechterhalten und regulieren. Sie entstammen entweder dem Plasma (z. B. Komplementsystem, Kinin-System) oder werden lokal von Zellen ausgeschüttet (z. B. Histamin, Prostaglandine, Leukotriene, Zytokine). In der Parodontitis und Pulpitis steuern Prostaglandin E2 (PGE2) sowie IL-1, IL-6 und TNF-alpha die Gewebedestruktion und die Osteoklastenaktivierung. Ihre Wirkung führt zu Vasodilatation, erhöhter Gefäßpermeabilität, Chemotaxis und Schmerzsensibilisierung.
Epinephrin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Epinephrin ist ein körpereigenes Katecholamin, das als Hormon und Neurotransmitter wirkt und in der Zahnmedizin als Vasokonstriktorzusatz in Lokalanästhetika genutzt wird. Es stimuliert sowohl alpha- als auch beta-Adrenozeptoren des sympathischen Nervensystems. Dies führt zu Vasokonstriktion peripherer Gefäße, Bronchodilation und Herzstimulation.
Ersatzmaterial
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Als Ersatzmaterial werden in der Zahnerhaltung direkt oder indirekt eingebrachte Werkstoffe bezeichnet, die verloren gegangene Zahnsubstanz funktionell und ästhetisch rekonstruieren. Zu den gebräuchlichsten Direktmaterialien zählen Komposite, Glasionomerzemente und Amalgam, während Keramiken und Goldlegierungen für indirekte Restaurationen genutzt werden. Sie müssen biokompatibel, mechanisch stabil und randschlussdicht sein.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Filmhalter
Radiologie
Prüfungsfokus
Ein Filmhalter ist ein Positionierungssystem zur exakten Ausrichtung von Röntgenfilm oder digitalem Sensor im Patientenmund relativ zum Tubus. Er ermöglicht die Anwendung der Rechtwinkel- bzw. Paralleltechnik und gewährleistet reproduzierbare Aufnahmen.
Finieren und Polieren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Finieren bezeichnet die Konturierung und Glättung der Restauration mit feinen Instrumenten, Polieren das anschließende Erzeugen einer glatten, glänzenden Oberfläche. Beide Schritte erfolgen in absteigender Körnung. Ziel sind eine plaquearme Oberfläche, ein korrekter Randschluss und gute Ästhetik.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Fluoridierung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung bezeichnet die gezielte Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprävention und Remineralisation von Schmelz und Dentin. Fluoride hemmen die Demineralisation, fördern den Einbau von Kalzium und Phosphat in Form von Fluorapatit und hemmen den Bakterienstoffwechsel im Plaquebiofilm. Sie stellt eine der wirksamsten evidenzbasierten Maßnahmen in der präventiven Zahnheilkunde dar.
Fluoridierung im Kindesalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung nutzt Fluoride zur Hemmung der Demineralisation und Förderung der Remineralisation des Schmelzes. Man unterscheidet die lokale Anwendung über Zahnpasta, Gele und Lacke von der systemischen Zufuhr über Tabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Der kariesprotektive Effekt beruht heute überwiegend auf der lokalen Wirkung an der Zahnoberfläche.
Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Gingivarezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Unter einer Gingivarezession versteht man den parodontitisunabhängigen oder -bedingten Rückgang des marginalen Parodonts mit Freilegung der Schmelz-Zement-Grenze. Sie entsteht primär durch mechanische Traumata wie falsche Putztechnik, anatomische Prädispositionen oder als Folge entzündlichen Attachementverlusts.
Gingivitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Gingivitis ist eine plaqueinduzierte, entzündliche Veränderung der marginalen Gingiva ohne Verlust des parodontalen Attachements. Sie stellt die Vorstufe der Parodontitis dar, ist jedoch im Gegensatz zu dieser vollständig reversibel. Klinische Hauptmerkmale sind Rötung, Schwellung und Blutung auf Sondierung.
Glasionomerzement
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Glasionomerzement (GIZ) ist ein mineralischer Werkstoff, der durch eine Säure-Basen-Reaktion zwischen einem Fluoroaluminosilikat-Glas und einer Polyalkensäure aushärtet. Er zeichnet sich durch eine chemische Adhäsion am Dentin und Schmelz sowie eine kontinuierliche Fluoridfreisetzung aus. Seine mechanische Belastbarkeit und Abrasionsstabilität sind im Vergleich zu Kompositen geringer.
Haltertechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Haltertechnik bezeichnet die intraorale Radiographie unter Verwendung mechanischer Positionierungssysteme für Bildempfänger und Tubus. Sie stellt sicher, dass Film/Sensor und Tubus in einer festen, geometrisch korrekt definierten Relation zueinander stehen.
Heil- und Kostenplan
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Der Heil- und Kostenplan dokumentiert Befund, geplante Versorgung und voraussichtliche Kosten vor Beginn einer Zahnersatzbehandlung. Er wird der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt und ist Grundlage für den Festzuschuss. Für den Patienten schafft er Transparenz über Eigenanteil und Behandlungsumfang.
Hydroxylapatit Chemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Hydroxylapatit mit der Summenformel Ca10(PO4)6(OH)2 ist das primäre anorganische Mineral in Zahnschmelz, Dentin, Zement und Knochen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und Substitutionen im Gitter verändern seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Der Einbau von Carbonat erhöht die Säurelöslichkeit, während die Substitution der Hydroxid-Ionen durch Fluorid zu stabilerem Fluorapatit führt. Im Zahnschmelz liegt Hydroxylapatit zu etwa 95 Gewichtsprozent vor.
Ibuprofen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) aus der Gruppe der Propionsäurederivate, das die Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2) reversibel hemmt. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen unterdrückt, was zu analgetischen, antiphlogistischen und antipyretischen Effekten führt. Es gilt als Analgetikum der ersten Wahl bei postoperativen zahnärztlichen Schmerzen.
Implantatwerkstoffe
Implantologie
Prüfungsfokus
Dentale Implantate bestehen ganz überwiegend aus Reintitan der Grade 1 bis 4 oder aus Titanlegierungen wie Ti-6Al-4V. Titan verdankt seine Eignung einer spontan entstehenden Oxidschicht, die den Werkstoff passiviert und die knöcherne Anlagerung ermöglicht. Als metallfreie Alternative haben sich Implantate aus yttriumstabilisiertem Zirkondioxid etabliert.
Intraoralaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Intraoralaufnahme ist ein röntgenologisches Bildgebungsverfahren, bei dem sich der Bildempfänger innerhalb der Mundhöhle befindet. Sie bietet die höchste Ortsauflösung in der zahnärztlichen Radiologie und erlaubt eine detailreiche Beurteilung hartgeweblicher Strukturen. Typische Varianten sind Zahnfilm-, Rechtwinkel- und Haltertechniken sowie Aufbissaufnahmen.
Kariesexkavation
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Kariesexkavation bezeichnet das kontrollierte Entfernen von demineralisierter und bakteriell infizierter Zahnhartsubstanz im Rahmen der Füllungstherapie. Ziel ist das Stoppen der Kariesprogression unter maximaler Schonung pulpanahen, remineralisierbaren Gewebes. Modernere Konzepte unterscheiden strikt zwischen infiziertem und remineralisierbarem Dentin.
Kavität
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Eine Kavität ist ein durch Karies, Trauma oder Abrasionsprozesse entstandener oder präparatorisch geschaffener Hohlraum in der Zahnhartsubstanz. Sie erfordert eine systematische Präparation zur vollständigen Entfernung erkrankten Gewebes und zur Verankerung einer Restauration. Die Formgebung richtet sich nach den biomechanischen Anforderungen des gewählten Füllungsmaterials.
Kavitätenklassen nach Black
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Kavitätenklassen nach Greene Vardiman Black sind eine topographische Einteilung von Kariesläsionen und den dazugehörigen Kavitätenpräparationen an Zähnen. Die ursprünglichen Klassen I bis V basieren auf der Lokalisation der Primärkaries und bestimmen die Prinzipien der mechanischen Verankerung. Sie bilden bis heute das weltweite Standardfundament für Dokumentation, Befundung und Behandlungsplanung in der Zahnerhaltung. Eine spätere Ergänzung stellt die Klasse VI dar.
Kegelstrahl
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Kegelstrahl bezeichnet das pyramiden- oder kegelförmige Röntgenstrahlenbündel, das in der Digitale Volumentomographie (DVT) genutzt wird. Im Gegensatz zum fächerförmigen Strahl der Computertomographie erfasst er das gesamte Untersuchungsvolumen in einer einzigen Rotation um den Patientenkopf. Dadurch wird eine dreidimensionale Rekonstruktion bei vergleichsweise geringer Strahlendosis ermöglicht.
Kiefergelenkarthrose
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Kiefergelenkarthrose ist eine degenerative Erkrankung mit Abbau von Knorpel und knöchernen Gelenkanteilen. Typische radiologische Zeichen sind Abflachung des Kondylus, Osteophyten, subchondrale Sklerosierung und Erosionen. Klinisch imponiert häufig ein Reibegeräusch, die Krepitation.
Kiefergelenkgeräusche
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Geräusche im Kiefergelenk werden in Knacken und Krepitation unterteilt. Ein einzelnes, klar abgegrenztes Knacken entsteht typischerweise, wenn der Kondylus über den verlagerten Diskus springt; reziprokes Knacken bei Öffnung und Schließung spricht für eine Diskusverlagerung mit Reposition. Krepitation ist ein reibendes, knirschendes Dauergeräusch und weist auf degenerative Veränderungen der Gelenkflächen hin.
Klammer
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Klammer ist ein mechanisches Halte- und Stützelement für herausnehmbaren Zahnersatz, das an natürlichen Zähnen oder Kronen verankert wird. Sie besteht typischerweise aus einem retentionierenden Klammerarm (unterhalb des Inflektionspunktes), einem reziproken Arm sowie einer Auflage zur axialen Belastungseinleitung. Man unterscheidet gebogene Drahtklammern von gegossenen Modellgussklammern.
Klinische Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die klinische Funktionsanalyse ist die systematische Untersuchung von Kaumuskulatur, Kiefergelenken, Unterkieferbeweglichkeit und Okklusion. Erhoben werden Bewegungsausmaße, Palpationsbefunde, Gelenkgeräusche und okklusale Kontaktverhältnisse. Sie liefert die Grundlage für die Zuordnung zu myogenen oder arthrogenen Störungen.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Kopfschmerz und CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Ein Teil der Kopfschmerzen im Schläfenbereich ist auf eine Funktionsstörung des Kausystems zurückzuführen. Die DC/TMD-Klassifikation kennt hierfür die Diagnose „Kopfschmerz zugeordnet zu CMD“: Der Schmerz liegt temporal, wird durch Kieferbewegung, Funktion oder Parafunktion beeinflusst und lässt sich durch Provokationstests an der Kaumuskulatur reproduzieren.
Lateralisation
Endodontie
Prüfungsfokus
Als Lateralisation bezeichnet man in der Endodontie das ungewollte Abweichen von der ursprünglichen Anatomie des Wurzelkanals während der instrumentellen Aufbereitung. Hierbei wird der Wurzelkanal durch ungleichmäßige Instrumentenführung unphysiologisch zur Seite hin erweitert oder verlagert. Dies führt häufig zu einer unvollständigen Reinigung und Desinfektion des verbleibenden apikalen Kanalabschnitts.
Lidocain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit mittlerer Wirkdauer und raschem Wirkungseintritt. Es blockiert reversibel spannungsabhängige Natriumkanäle an den Nervenfasern und verhindert so die Entstehung und Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Zudem wird es systemisch als Antiarrhythmikum der Klasse Ib eingesetzt.
Lokalanästhesie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Lokalanästhesie ist die reversibel ausgeschaltete Schmerzwahrnehmung in einem lokal begrenzten Areal ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Sie beruht auf der Blockade spannungsgesteuerter Natriumkanäle an den Nervenfasern durch Lokalanästhetika. Dadurch wird die Entstehung und Weiterleitung von Aktionspotenzialen unterbrochen.
Lokalanästhetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lokalanästhetika sind Arzneistoffe, die durch die reversible Hemmung von Natriumkanälen die Erregungsleitung peripherer Nerven örtlich begrenzt und reversibel ausschalten. Sie werden chemisch in Ester- und Säureamid-Typen unterteilt. In der Zahnheilkunde ermöglichen sie eine schmerzfreie invasive Behandlung.
Lymphabfluss der Kopf-Hals-Region
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Lymphabfluss der Mundhöhle erfolgt über regionäre Lymphknotengruppen, insbesondere submentale, submandibuläre und zervikale Stationen. Von dort gelangt die Lymphe in den Truncus jugularis und schließlich in den Venenwinkel. Die Kenntnis der Abflusswege ist für Entzündungs- und Tumordiagnostik gleichermaßen wichtig.
Mehrkosten- und Privatvereinbarung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Wünscht ein gesetzlich versicherter Patient eine Leistung, die über das Maß des Notwendigen hinausgeht, muss dies vor Behandlungsbeginn schriftlich vereinbart werden. Bei Füllungen betrifft das die Mehrkostenvereinbarung, bei vollständig außervertraglichen Leistungen die Privatvereinbarung. Ohne die schriftliche Form vor Behandlungsbeginn entsteht kein Vergütungsanspruch.
Metronidazol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Metronidazol ist ein synthethisches Nitroimidazol-Antibiotikum mit gezielter Wirkung gegen obligat anaerobe Bakterien und Protozoen. Es führt nach intrazellulärer Reduktion zu DNA-Strangbrüchen und damit zum Zelltod der Erreger. In der Zahnmedizin ist es ein wichtiges Adjuvans bei aggressiven parodontalen Infektionen.
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die MIH ist eine systemisch bedingte Strukturstörung des Schmelzes, die mindestens einen der vier ersten bleibenden Molaren betrifft und häufig zusätzlich die bleibenden Inzisivi einbezieht. Der Schmelz ist normal dick gebildet, aber mangelhaft mineralisiert, wodurch er porös und mechanisch instabil ist. Die Ätiologie gilt als multifaktoriell und ist nicht abschließend geklärt.
Mund-Antrum-Verbindung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.
Mundschleimhautveränderungen im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut wird im Alter dünner, weniger elastisch und empfindlicher gegenüber mechanischen Reizen. Zusätzlich treten prothesenbedingte, medikamentenassoziierte und potenziell maligne Veränderungen häufiger auf. Die systematische Schleimhautinspektion ist deshalb fester Bestandteil jeder Untersuchung.
NaOCl-Unfall
Endodontie
Prüfungsfokus
Ein NaOCl-Unfall beschreibt das versehentliche Extrudieren von Natriumhypochlorit-Spüllösung über die apikale Foramenstruktur hinaus in das periapikale Gewebe. Aufgrund der starken Gewebelysis- und Zytotoxizität von NaOCl führt dies zu akuten, heftigen Schmerzen, massiven Gewebeödemen und Gewebenekrosen. Es handelt sich um eine schwerwiegende Komplikation während der endodontischen Wurzelkanalspülung.
Natriumhypochlorit
Endodontie
Prüfungsfokus
Natriumhypochlorit ist die primäre Spüllösung in der Endodontie mit stark gewebeauflösender und breiter antimikrobieller Wirkung. Es wirkt effektiv gegen Planktonbakterien sowie Biofilme und löst organische Bestandteile auf. Die üblicherweise genutzten Konzentrationen liegen zwischen 1 und 5,25 Prozent.
Navigierte Implantation und Bohrschablone
Implantologie
Prüfungsfokus
Bei der navigierten Implantation wird die am Computer geplante Implantatposition über eine individuell gefertigte Schablone in den Mund übertragen. Grundlage ist die Überlagerung eines DVT-Datensatzes mit einem digitalen Oberflächenscan, aus der die prothetisch ideale Position abgeleitet wird. Die Schablone führt die Bohrer in Achse, Tiefe und Position.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
Niederlassung und Praxisformen
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die zahnärztliche Berufsausübung ist in verschiedenen Organisationsformen möglich, von der Einzelpraxis über die Berufsausübungsgemeinschaft und Praxisgemeinschaft bis zum medizinischen Versorgungszentrum. Die Formen unterscheiden sich in Haftung, Abrechnung, Investitionsbedarf und unternehmerischer Freiheit. Für die vertragszahnärztliche Tätigkeit ist die Zulassung erforderlich.
NSAR
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Arzneistoffe ohne steroidale Grundstruktur. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und/oder COX-2) und unterbinden dadurch die Synthese von Prostaglandinen. In der Zahnmedizin bilden sie die Basis der postoperativen Schmerztherapie.
Okklusionslehre Grundlagen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Okklusionslehre befasst sich mit den statischen und dynamischen Kontaktbeziehungen zwischen den Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Unter statischer Okklusion versteht man jeden zahnärztlichen Kontakt ohne Unterkieferbewegung, insbesondere die maximale Interkuspidation (Habituelle Okklusion). Die dynamische Okklusion beschreibt die Zahnkontakte während Unterkieferbewegungen wie Protrusion, Laterotrusion und Mediotrusion.
Opioide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Opioide sind stark wirksame Analgetika, die an spezifischen Opioidrezeptoren (µ, δ, κ) im zentralen und peripheren Nervensystem binden. Sie hemmen die präsynaptische Neurotransmitterfreisetzung und hyperpolarisieren postsynaptische Neurone. Dadurch wird die Schmerzleitung und -wahrnehmung im ZNS effektiv unterdrückt.
Osteosynthese
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Paracetamol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Paracetamol ist ein nicht-opioides Analgetikum und Antipyretikum mit vorwiegend zentralem Wirkmechanismus, das nur sehr gering antiphlogistisch wirkt. Es stellt ein wichtiges Ausweichanalgetikum dar, insbesondere bei Kontraindikationen gegen NSAR. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist es das Schmerzmittel der Wahl in allen Trimenen der Schwangerschaft.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Penicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Penicilline sind Beta-Laktam-Antibiotika, die durch Blockade der Transpeptidase die Bakterienwandsynthese hemmen. Sie wirken dadurch primär bacterizid auf sich teilende, grampositive sowie einige gramnegative Erreger. In der Zahnmedizin sind sie das Standardantibiotikum zur Therapie odontogener Infektionen.
Porphyromonas gingivalis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Porphyromonas gingivalis ist ein gramnegatives, anaerobes Bakterium, das als Leitorganismus des roten Komplexes nach Socransky gilt. Es produziert Virulenzfaktoren wie Gingipaine und Lipopolysaccharide, welche die Wirtsabwehr modulieren und Gewebe abbauen. P. gingivalis übernimmt eine Schlüsselrolle als Keystone-Pathogen bei der Entstehung dysbiotischer Parodontitiden.
Positionierungsfehler und Bildfehler
Radiologie
Prüfungsfokus
Bildfehler bei intraoralen Aufnahmen entstehen überwiegend durch fehlerhafte Zuordnung von Zahn, Bildempfänger und Zentralstrahl. Steht der Zentralstrahl nicht senkrecht zur Bildebene, kommt es je nach Richtung zur Verkürzung oder Verlängerung der Zähne. Trifft der Strahlenkegel den Empfänger nicht vollständig, entsteht ein unbelichteter Randbereich – der sogenannte Cone Cut.
Prophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Prophylaxe bezeichnet in der zahnärztlichen Pharmakologie die präventive Verabreichung von Arzneimitteln zur Verhinderung von Erkrankungen oder Komplikationen. Dazu zählen die kalkulierte präoperative Antibiotikagabe sowie die Anwendung von Fluoriden oder Antiseptika. Ziel ist die Expositionsprophylaxe und das Verhindern einer Erregerinvalidation.
Pulpa-Dentin-Einheit
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Pulpa-Dentin-Einheit beschreibt die funktionelle und embryologische Verknuepfung von Zahnpulpa und Dentin. Da die Odontoblasten mit ihren Zellkoerpern an der Pulpaoberflaeche liegen und mit ihren Fortsaetzen das Dentin durchziehen, reagiert das Dentin nicht passiv, sondern als lebendes System auf Reize. Morphologisch gliedert sich die periphere Pulpa in Odontoblastenschicht, zellarme Weil-Zone und zellreiche Zone.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Randschluss
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Randschluss beschreibt den stufenlosen und dichten Übergang zwischen dem Rand einer zahnärztlichen Restauration und der präparierten Zahnsubstanz. Ein optimaler Randschluss ist entscheidend zur Verhinderung von Mikroleckagen, Sekundärkaries und Gingivitis.
Rechtwinkeltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Rechtwinkeltechnik ist eine intraorale Aufnahmetechnik, bei der der Röntgenfilm parallel zur Zahnlängsachse ausgerichtet und der Zentralstrahl rechtwinklig auf den Film gerichtet wird. Hierfür werden spezielle Filmhalter mit Zielvorrichtung verwendet.
Resorption
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Resorption beschreibt die Aufnahme eines Arzneistoffs von der Applikationsstelle in die Blutbahn. In der Zahnmedizin betrifft dies die orale, sublinguale, submuköse oder parenterale Aufnahme von Wirkstoffen. Der Prozess hängt stark von der Lipophilie, Ionisation und lokalen Durchblutung des Gewebes ab.
Retrograde Wurzelfüllung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die retrograde Wurzelfüllung bezeichnet den chirurgischen Verschluss des apikalen Wurzelkanalsystems von der Wurzelspitze her im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion. Sie wird indiziert, wenn ein orthograder Zugang unmöglich, blockiert oder trotz Revisionsversuch gescheitert ist. Als Goldstandard für das Füllmaterial gelten biologisch aktive Zemente wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Endodontic Repair Materials.
Risiken und Nebenwirkungen der Zahnaufhellung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die häufigste Nebenwirkung der Zahnaufhellung ist eine vorübergehende Hypersensibilität, gefolgt von Reizungen der Gingiva bei Kontakt mit dem Gel. Beide Erscheinungen sind in der Regel reversibel und klingen nach Behandlungsende innerhalb weniger Tage ab. Strukturelle Schäden am Schmelz sind bei sachgemäßer Anwendung nicht belegt, wohl aber Veränderungen an Restaurationsoberflächen.
Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Ein Röntgenbild ist die zweidimensionale Projektion eines dreidimensionalen Objekts, die durch die unterschiedliche Schwächung von Röntgenstrahlung im Gewebe entsteht. Dichte Strukturen wie Schmelz oder Dentin absorbieren mehr Strahlung und erscheinen hell (radiopak), während weichere oder resorbierten Gewebe dunkel (radioluzent) dargestellt werden. Es bildet die Grundlage der bildgebenden Diagnostik in der Zahnmedizin.
Röntgenschutz
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Röntgenschutz umfasst alle organisatorischen, baulichen und technischen Maßnahmen zur Reduktion der Strahlenexposition von Patienten und Praxispersonal. Das grundlegende Prinzip beruht auf dem ALARA-Prinzip (As Low As Reasonably Achievable). Ziel ist das Vermeiden deterministischer Strahlenschäden und die Minimierung stochastischer Risiken.
Röntgensensor und digitale Bildaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
In der digitalen intraoralen Radiographie werden zwei Systeme unterschieden. Festkörpersensoren auf CCD- oder CMOS-Basis liefern das Bild unmittelbar, sind aber starr, dick und kabelgebunden. Speicherfolien sind biegsam und in der Handhabung dem Zahnfilm ähnlich, benötigen jedoch einen Auslesevorgang in einem Scanner und sind gegenüber Licht empfindlich.
Säure-Ätz-Technik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Säure-Ätz-Technik ist ein Konditionierungsverfahren des Zahnschmelzes mittels Phosphorsäure zur Erzeugung eines mikromechanischen Retentionsmusters. Durch das Anätzen werden anorganische Schmelzkristalle partiell herausgelöst, wodurch eine vergrößerte und benetzbare Oberfläche entsteht. Dies ermöglicht die Mikroverankerung von adhäsiven Kunststoffen am Zahnschmelz.
Säure-Basen-Haushalt und Pufferung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Puffersysteme halten den pH-Wert bei Zufuhr von Säuren oder Basen weitgehend konstant. Im Speichel sind vor allem das Bikarbonat-, das Phosphat- und das Proteinpuffersystem wirksam. Die Pufferkapazität steigt mit der Speichelfließrate, weil der Bikarbonatgehalt bei stimuliertem Speichel zunimmt.
Sialolithiasis
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Sialolithiasis bilden sich Konkremente im Ausführungsgangsystem einer Speicheldrüse. Am häufigsten ist die Glandula submandibularis betroffen, da ihr Sekret muzinreicher und ihr Gang lang und aufsteigend verläuft. Der Stein behindert den Speichelabfluss und führt zu Stauung.
Socransky-Komplexe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Socransky-Komplexe klassifizieren subgingivale Bakterienarten der plaqueassoziierten Parodontitis anhand ihrer Vergesellschaftung und Virulenz in Farbgruppen. Der rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola, Tannerella forsythia) repräsentiert dabei die späte, hochvirulente Besiedlungsphase und steht in engem Zusammenhang mit der Gewebedestruktion. Früh- und Zwischenstadien werden durch den gelben, grünen, lila und orangen Komplex abgebildet.
Speichel: Zusammensetzung und Funktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Speichel ist ein exokrines Sekret, das von den großen und kleinen Speicheldrüsen der Mundhöhle gebildet wird und zu etwa 99 % aus Wasser besteht. Zu den organischen Bestandteilen gehören Proteine wie Alpha-Amylase, Muzine, Immunglobulin A (IgA), Lysozym und Lactoferrin. Die anorganischen Bestandteile umfassen Bicarbonat, Phosphat, Calcium, Fluorid sowie Natrium- und Kaliumionen, die als Puffer und zur Remineralisation dienen. Die primäre Sekretion im Azinus ist isoton und wird im Ausführungsgangsystem durch Reabsorption von Na+ und Cl- hypoton modifiziert.
Speicheldrüsen Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die großen paarigen Speicheldrüsen sind die Glandula parotidea, die Glandula submandibularis und die Glandula sublingualis. Sie produzieren zusammen mit den zahlreichen kleinen Speicheldrüsen der Mundschleimhaut den Speichel (Saliva) zur Nahrungsbefeuchtung und enzymatischen Initialverdauung. Histologisch unterscheiden sie sich grundlegend durch ihre azinöse Struktur in rein seröse, gemischt seromuzöse sowie vorwiegend muzöse Drüsen.
Steroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Steroide sind eine Klasse von Lipiden mit einem charakteristischen Cyclopentanoperhydrophenanthren-Grundgerüst. In der Pharmakologie beziehen sie sich meist auf synthetische oder körpereigene Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie wirken primär antiphlogistisch, immunsuppressiv und antiexsudativ durch die Inhibition der Phospholipase A2.
Stützhülsen
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Stützhülsen sind zylinderförmige Führungselemente aus Metall oder Kunststoff, die in computergestützte Bohrschablonen (Surgiguides) eingegliedert werden. Sie dienen der präzisen Führung von Bohlern und Insertern während der geführten Implantatpräparation (Guided Surgery). Dadurch wird eine exakte Ausrichtung bezüglich Winkel, Tiefe und Position der Implantate sichergestellt.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Teleskopkronen
Prothetik
Prüfungsfokus
Teleskopkronen sind doppelkronige Verbindungselemente in der kombiniert feststehend-herausnehmbaren Prothetik. Sie bestehen aus einer inneren Primärkrone (Matrize) und einer genau darüberpassenden äußeren Sekundärkrone (Patrize). Die Haftung erfolgt primär durch Reibung (Friktion) zwischen den parallelen Außenflächen.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Tranexamsäure
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Tranexamsäure ist ein synthetisches Antifibrinolytikum und ein Kompetitivhemmer des Plasminogens. Sie verhindert die Bindung von Plasminogen an Fibrin sowie dessen Aktivierung zu Plasmin und stabilisiert dadurch das gebildete Fibringerinnsel. Das Medikament wird lokal oder systemisch zur Blutstillung und Fibrinolyseprophylaxe eingesetzt.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.
Trepanation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Überlagerungen im Panoramaschichtbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Panoramaschichtbild entsteht durch eine synchrone Bewegung von Röhre und Bildempfänger um den Kopf. Strukturen außerhalb der Schichtebene werden unscharf, verzerrt oder gar nicht abgebildet. Zusätzlich entstehen Geisterbilder: Objekte zwischen Röhre und Drehzentrum werden ein zweites Mal auf der Gegenseite abgebildet, vergrößert, unscharf und nach oben versetzt.
Vergrößerung
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Vergrößerung beschreibt die geometrische Vergrößerung des abgebildeten Objekts auf dem Röntgenbild im Vergleich zur tatsächlichen Objektgröße. Sie entsteht durch den divergenten Strahlengang der Röntgenstrahlung und hängt vom Fokus-Objekt-Abstand sowie vom Objekt-Empfänger-Abstand ab.
Wachsmodellation (Wax-up)
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das Wax-up ist das präzise Anfragen und Gestalten von Zahnformen mit Spezialschnitt- und Modellierwachsen auf einem Gipsmodell. Es dient der funktionellen und ästhetischen Vorplanung von feststehendem oder herausnehmbarem Zahnersatz. Die Wachsform wird im Verlustgussverfahren (Lost-Wax-Technik) in Metall oder Keramik umgesetzt oder als Vorlage für Mock-ups genutzt. Ziel ist die schrittweise Rekonstruktion von Kauflächen, Höckern und Randleisten nach funktionellen Gesichtspunkten.
Warmkondensation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Warmkondensation ist eine Methodengruppe zur dreidimensionalen thermoplastischen Obturation des aufbereiteten Wurzelkanalsystems. Durch Erwärmung wird das Füllmaterial (meist Guttapercha) plastifiziert und lässt sich unter Druck auch in akzessorische Kanäle und Verzweigungen einpressen. Zu den gängigsten Techniken zählen die warme vertikale Kondensation und kontinuierliche Welle-Techniken (Continuous Wave).
Wirkstoff
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ein Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) ist die biologisch aktive Komponente eines Arzneimittels, die für die prophylaktische, diagnostische oder therapeutische Wirkung verantwortlich ist. Er unterscheidet sich von den Hilfsstoffen, die lediglich als Träger-, Stabilisierungs- oder Geschmacksstoffe dienen. Die Einteilung und Benennung erfolgen international standardisiert nach dem INN-System (International Nonproprietary Name).
Wundheilung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die oralchirurgische Wundheilung beschreibt die biologischen Prozesse zur Regeneration oder Reparatur geschädigten oralen Gewebes nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata. Sie läuft klassisch in drei phasenartigen Schritten ab: der exsudativen/entzündlichen Phase, der proliferativen Phase und der Regenerations- bzw. Reparaturphase. Im Kieferknochen schließt dies eine komplexe osteogene Gewebeneubildung ein.
Wundheilungsstörungen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Wundheilungsstörungen umfassen verzögerte oder ausbleibende Heilung, Wundinfektionen und Nahtdehiszenzen. Ursächlich sind lokale Faktoren wie Spannung, Durchblutungsstörung und Infektion sowie systemische Faktoren wie Diabetes, Rauchen und Immunsuppression. Sie verlängern die Behandlung und können zu bleibenden Defekten führen.
Wurzelkanalfüllung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Wurzelkanalfüllung ist der vollständige, fluid-dichte Verschluss des aufbereiteten und desinfizierten Wurzelkanalsystems. Sie soll die Rekontamination des Kanals durch Bakterien verhindern und verbliebene Mikroorganismen im Kanal einschließen. Standardmaterial ist Guttapercha in Kombination mit einem versiegelnden Sealer.
Wurzelkanalpräparation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Wurzelkanalpräparation umfasst die mechanische Reinigung und Formgebung des Wurzelkanalsystems mittels manueller oder maschineller Instrumente. Ziel ist die vollständige Entfernung von infiziertem Pulpagewebe, Bakterien und Dentinspänen sowie die Erstellung einer gleichmäßigen Konizität für die spätere Obturation. Sie bildet die Grundlage für eine effektive chemische Desinfektion des Kanals.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Xerostomie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Xerostomie bezeichnet das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, während Hyposalivation die objektiv messbare Verminderung der Speichelfließrate beschreibt. Häufigste Ursache ist eine medikamentöse Nebenwirkung, daneben spielen Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Der Speichelmangel beeinträchtigt Schutzfunktionen, Kauen, Schlucken und Sprechen erheblich.
Zahnfarbbestimmung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die Zahnfarbbestimmung erfasst Farbton, Helligkeit und Sättigung eines Zahns zur Übertragung an das Labor. Visuell erfolgt sie mit Farbschlüsseln, apparativ mit Spektrophotometern oder digitalen Systemen. Die Helligkeit ist für den natürlichen Eindruck der wichtigste Parameter.
Zahnfilm
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Zahnfilm ist eine intraorale Röntgenaufnahme, die einen umschriebenen Kieferbereich mit wenigen Zähnen vollständig inklusive Krone und Wurzelspitze abbildet. Der Begriff bezeichnet historisch das Filmmaterial, wird heute aber analog für digitale Speicherfolien und Festhaltesensoren verwendet.
Zahnhartsubstanz
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Zahnhartsubstanz ist der Sammelbegriff für die mineralisierten Gewebe des Zahnes, welche Schmelz, Dentin und Zement umfassen. Sie bilden das strukturelle Fundament des Zahnes und umschließen das koronal-radikuläre Pulpagewebe. Der Mineralisationsgrad variiert zwischen den einzelnen Geweben, wobei Schmelz den höchsten und Zement den niedrigsten Anorganikanteil aufweist.
Zentrische Relation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die zentrische Relation beschreibt eine definierte, reproduzierbare Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer, bei der die Kondylen eine kranial-ventrale Position in der Fossa einnehmen. Sie ist zahnunabhängig und dient als Referenzposition für Diagnostik und umfangreiche Rekonstruktionen. Davon zu unterscheiden ist die maximale Interkuspidation als rein zahnbezogene Position.