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CMD-Screening
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Das CMD-Screening ist eine kurze, standardisierte Untersuchung, mit der sich in wenigen Minuten abschätzen lässt, ob eine weiterführende Funktionsanalyse nötig ist. Erfasst werden typischerweise Mundöffnung und Asymmetrie der Öffnungsbewegung, Gelenkgeräusche, Schmerz bei Palpation von Muskulatur und Gelenk, exzentrische Bewegungen sowie okklusale Auffälligkeiten. Es ersetzt die klinische Funktionsanalyse nicht, sondern steuert deren Indikation.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
Kopfschmerz und CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Ein Teil der Kopfschmerzen im Schläfenbereich ist auf eine Funktionsstörung des Kausystems zurückzuführen. Die DC/TMD-Klassifikation kennt hierfür die Diagnose „Kopfschmerz zugeordnet zu CMD“: Der Schmerz liegt temporal, wird durch Kieferbewegung, Funktion oder Parafunktion beeinflusst und lässt sich durch Provokationstests an der Kaumuskulatur reproduzieren.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Diskusverlagerung
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bei der Diskusverlagerung befindet sich der Discus articularis nicht in seiner physiologischen Position auf dem Kondylus, sondern meist nach anterior verlagert. Unterschieden wird die Verlagerung mit Reposition, bei der der Diskus während der Mundöffnung zurückspringt, von der Verlagerung ohne Reposition. Letztere führt typischerweise zu einer Bewegungseinschränkung.
Klinische Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die klinische Funktionsanalyse ist die systematische Untersuchung von Kaumuskulatur, Kiefergelenken, Unterkieferbeweglichkeit und Okklusion. Erhoben werden Bewegungsausmaße, Palpationsbefunde, Gelenkgeräusche und okklusale Kontaktverhältnisse. Sie liefert die Grundlage für die Zuordnung zu myogenen oder arthrogenen Störungen.
Bildgebung des Kiefergelenks
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Bildgebung des Kiefergelenks richtet sich nach der Fragestellung. Knöcherne Veränderungen wie Abflachungen, Osteophyten oder Erosionen werden am besten mit der digitalen Volumentomographie dargestellt. Der Diskus als Weichgewebe ist nur in der Magnetresonanztomographie beurteilbar, die damit die Referenzmethode bei Verdacht auf Diskusverlagerung ist.
Bruxismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bruxismus ist eine repetitive Aktivität der Kaumuskulatur mit Pressen oder Knirschen der Zähne. Unterschieden werden Schlafbruxismus und Wachbruxismus, die unterschiedliche Entstehungsmechanismen aufweisen. Nach aktuellem Verständnis ist Bruxismus nicht per se eine Erkrankung, sondern ein Verhalten, das Risikofaktor sein kann.
DC/TMD-Klassifikation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die DC/TMD sind ein international standardisiertes Diagnosesystem für Funktionsstörungen des Kausystems. Sie arbeiten zweiachsig: Achse I erfasst die körperlichen Diagnosen mit definierten klinischen Kriterien, Achse II die psychosozialen Faktoren wie Schmerzintensität, Beeinträchtigung, Depressivität und Somatisierung. Sie lösten die älteren RDC/TMD ab.
Instrumentelle Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die instrumentelle Funktionsanalyse registriert Unterkieferbewegungen apparativ und überträgt sie auf einen Artikulator. Verfahren wie Axiographie und Kondylographie zeichnen die Bewegungsbahnen der Kondylen auf. Ziel ist die individuelle Programmierung des Artikulators und die Beurteilung der Gelenkbahnen.
Kiefergelenk Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) ist ein echtes, inkongruentes Doppelgelenk, das die Mandibel beweglich mit dem Os temporale verbindet. Die Gelenkflächen werden durch die Fossa mandibularis, das Tuberculum articulare und das Caput mandibulae gebildet. Ein biconcaver Discus articularis aus dichtem faserigen Bindegewebe unterteilt die Gelenkhöhle vollständig in eine diskotemporale und eine diskomandibuläre Kammer. Der Überzug der Gelenkflächen besteht im Gegensatz zu den meisten anderen echten Gelenken aus Faserknorpel.
Kiefergelenkarthrose
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Kiefergelenkarthrose ist eine degenerative Erkrankung mit Abbau von Knorpel und knöchernen Gelenkanteilen. Typische radiologische Zeichen sind Abflachung des Kondylus, Osteophyten, subchondrale Sklerosierung und Erosionen. Klinisch imponiert häufig ein Reibegeräusch, die Krepitation.
Kiefergelenkgeräusche
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Geräusche im Kiefergelenk werden in Knacken und Krepitation unterteilt. Ein einzelnes, klar abgegrenztes Knacken entsteht typischerweise, wenn der Kondylus über den verlagerten Diskus springt; reziprokes Knacken bei Öffnung und Schließung spricht für eine Diskusverlagerung mit Reposition. Krepitation ist ein reibendes, knirschendes Dauergeräusch und weist auf degenerative Veränderungen der Gelenkflächen hin.
Kiefergelenkluxation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Kiefergelenkluxation verlässt der Kondylus die Gelenkgrube und verhakt sich vor dem Tuberculum articulare. Der Patient kann den Mund nicht mehr schließen, was als offene Kiefersperre imponiert. Auslöser sind meist maximale Mundöffnung beim Gähnen, Erbrechen oder längere zahnärztliche Behandlungen.
Okklusionslehre Grundlagen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Okklusionslehre befasst sich mit den statischen und dynamischen Kontaktbeziehungen zwischen den Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Unter statischer Okklusion versteht man jeden zahnärztlichen Kontakt ohne Unterkieferbewegung, insbesondere die maximale Interkuspidation (Habituelle Okklusion). Die dynamische Okklusion beschreibt die Zahnkontakte während Unterkieferbewegungen wie Protrusion, Laterotrusion und Mediotrusion.
Okklusionsschiene
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Okklusionsschiene ist eine herausnehmbare, meist im Oberkiefer getragene Kunststoffschiene mit definierter Okklusionsgestaltung. Sie schützt die Zahnhartsubstanz vor Attrition, entlastet Muskulatur und Gelenke und stabilisiert die Unterkieferposition. Als reversible Maßnahme steht sie am Anfang der CMD-Therapie.