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Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Extraktionstherapie in der Kieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei ausgeprägtem Platzmangel kann die Extraktion bleibender Zähne Raum für die Einordnung der übrigen Zähne schaffen. Am häufigsten werden erste Prämolaren entfernt, da sie zentral im Zahnbogen liegen und Platz sowohl für die Front als auch für die Seitenzähne bereitstellen. Die Entscheidung erfolgt nach Platzanalyse, Profilbeurteilung und Verankerungsplanung.
Verankerung in der Kieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Verankerung beschreibt den Widerstand gegen unerwünschte Gegenbewegungen, die durch das Wirkungsprinzip von Kraft und Gegenkraft entstehen. Jede kieferorthopädische Kraft wirkt auf beide Seiten der Apparatur, weshalb festgelegt werden muss, welche Zähne sich bewegen sollen. Skelettale Verankerung über Miniimplantate erzeugt einen nahezu absoluten Widerstand.
Kieferorthopädische Wurzelresorption
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Unter kieferorthopädischer Krafteinwirkung kann es zu einem Abbau von Wurzelsubstanz kommen, meist apikal betont. Ursache sind Umbauvorgänge in Bereichen hyalinisierten Gewebes bei zu hoher oder zu lang wirkender Kraft. Geringe Resorptionen sind häufig und klinisch meist bedeutungslos.
White-Spot-Läsionen nach kieferorthopädischer Behandlung
Ästhetik
Prüfungsfokus
White-Spot-Läsionen sind kreidig-weiße Initialläsionen mit intakter Oberfläche, die im Umfeld festsitzender Apparaturen entstehen. Der Bracketumfang bietet Retentionsnischen, in denen sich Biofilm über Monate ungestört anreichert. Sie zeigen sich typischerweise als halbmondförmige Areale zervikal und um die Bracketbasis herum, sobald die Apparatur entfernt wird.
Frühbehandlung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Frühbehandlung greift bereits im Milch- oder frühen Wechselgebiss ein, um sich verschlechternde Befunde abzufangen. Typische Indikationen sind ausgeprägte Kreuzbisse mit Zwangsführung, Habits und schwere skelettale Abweichungen. Ziel ist die Verhinderung einer Verschlimmerung, nicht die abschließende Korrektur.
Retention und Rezidiv
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
Aligner-Therapie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Aligner-Therapie wird die Zahnstellung mit einer Serie herausnehmbarer, transparenter Kunststoffschienen schrittweise korrigiert. Jede Schiene bewirkt eine kleine, vorprogrammierte Bewegung und wird nach definierter Tragezeit gewechselt. Attachments auf den Zähnen ermöglichen komplexere Bewegungsmuster.
Fernröntgenseitenaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Herausnehmbare Apparaturen
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Herausnehmbare Apparaturen sind vom Patienten eigenständig einsetzbare und herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsgeräte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Basis aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat), Halte- und Führungselementen aus Edelstahl sowie aktiven Elementen wie Federn oder Schrauben. Ihre Wirkung beruht überwiegend auf der Ausübung von Druckkräften, die zu kippenden Zahnbewegungen führen.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entstehen durch ausbleibende Verschmelzung der embryonalen Gesichts- und Gaumenfortsätze. Sie zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und variieren von der isolierten Lippenspalte bis zur durchgehenden beidseitigen Spalte. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär über Jahre hinweg.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.