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Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Antibiotika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antibiotika sind niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen oder synthetisch hergestellte Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Sie wirken selektiv gegen prokaryotische Strukturen und Prozesse, ohne den makroorganismischen Wirt direkt zu schädigen. Der Einsatz erfolgt gezielt nach Erreger- und Resistenztestung oder kalkuliert als Breitbandtherapie.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Abutment und Emergenzprofil
Implantologie
Prüfungsfokus
Das Abutment ist das Verbindungsstück zwischen Implantatkörper und Suprakonstruktion und durchtritt dabei das periimplantäre Weichgewebe. Seine Form im Durchtrittsbereich – das Emergenzprofil – bestimmt, wie sich Mukosa und Papillen um die spätere Krone legen. Abutments gibt es konfektioniert oder individuell aus Titan beziehungsweise Zirkondioxid gefertigt.
Azithromycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Azithromycin ist ein Halbsynthetisches Makrolid-Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum und bakterizider bis bakteriostatischer Wirkung durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese. Es zeichnet sich durch eine sehr lange GewebehBW und hohe Anreicherung in Phagozyten sowie entzündetem Gewebe aus. Dies ermöglicht kurze Therapiedauern von meist drei Tagen.
Biofilm
Parodontologie
Prüfungsfokus
Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in einer selbstproduzierten Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) eingebettet ist und an einer Oberfläche haftet. In der Mundhöhle bildet er die Grundlage für Karies, Gingivitis und Parodontitis. Die Matrix schützt die enthaltenen Bakterien vor äußeren Einflüssen und dem Immunsystem des Wirts.
Calciumhydroxid
Endodontie
Prüfungsfokus
Calciumhydroxid ist ein stark basisches (pH ~12,5) medikamentöses Intrakanalinlay in der Endodontie. Die antimikrobielle Wirkung beruht auf der Freisetzung von Hydroxylionen, die Zellmembranen und Proteine von Bakterien schädigen.
Clindamycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Ribosomenuntereinheit hemmt und vorwiegend bakteriostatisch wirkt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Gewebe- und Knochengängigkeit im Kieferbereich aus. In der Zahnmedizin dient es als wichtigstes Ausweichantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
EDTA
Endodontie
Prüfungsfokus
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ist ein Chelator, der in der Endodontie zur Entfernung der anorganischen Anteile des Smear Layers eingesetzt wird. Durch die Bindung von Kalziumionen weicht EDTA das radikuläre Dentin leicht an und erleichtert so die mechanische Aufbereitung enger Kanäle.
Fluoridierung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung bezeichnet die gezielte Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprävention und Remineralisation von Schmelz und Dentin. Fluoride hemmen die Demineralisation, fördern den Einbau von Kalzium und Phosphat in Form von Fluorapatit und hemmen den Bakterienstoffwechsel im Plaquebiofilm. Sie stellt eine der wirksamsten evidenzbasierten Maßnahmen in der präventiven Zahnheilkunde dar.
Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Mineral Trioxid Aggregat
Endodontie
Prüfungsfokus
Mineral Trioxid Aggregat ist ein bioaktiver hydraulischer Zement, der in Anwesenheit von Feuchtigkeit aushärtet. Das Material weist hervorragende Biokompatibilität, Randschlussfähigkeit und die Fähigkeit zur Induktion von Hartgewebe auf.
Mund-Antrum-Verbindung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
Natriumhypochlorit
Endodontie
Prüfungsfokus
Natriumhypochlorit ist die primäre Spüllösung in der Endodontie mit stark gewebeauflösender und breiter antimikrobieller Wirkung. Es wirkt effektiv gegen Planktonbakterien sowie Biofilme und löst organische Bestandteile auf. Die üblicherweise genutzten Konzentrationen liegen zwischen 1 und 5,25 Prozent.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Penicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Penicilline sind Beta-Laktam-Antibiotika, die durch Blockade der Transpeptidase die Bakterienwandsynthese hemmen. Sie wirken dadurch primär bacterizid auf sich teilende, grampositive sowie einige gramnegative Erreger. In der Zahnmedizin sind sie das Standardantibiotikum zur Therapie odontogener Infektionen.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Provisorien
Propädeutik
Prüfungsfokus
Provisorien schützen präparierte Zähne bis zur Eingliederung der definitiven Restauration. Sie sichern Pulpaschutz, Kaufunktion, Ästhetik und die Position von Nachbar- und Antagonistenzähnen. Zudem stabilisieren sie das Weichgewebe und formen bei Bedarf das Emergenzprofil.
Provisorium
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Provisorium ist ein temporärer Zahnersatz, der für die Übergangszeit zwischen der Zahnpräparation und dem Eingliedern der definitiven Restauration eingesetzt wird. Es dient dem Schutz der Pulpa, der Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion sowie der Stabilisierung der Zahnposition.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Pulpitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpitis ist eine Entzündung des Pulpa-Dentin-Komplexes, die meist durch bakterielle Invasion infolge einer Karies verursacht wird. Man unterscheidet klinisch und histologisch zwischen reversiblen und irreversiblen Verlaufsformen. Unbehandelt führt eine irreversible Pulpitis zur vollständigen Pulpanekrose.
Pulpitis irreversibilis
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Pulpitis irreversibilis ist eine irreversible Entzündung der Pulpa, bei der keine selbstständige Ausheilung des Gewebes mehr möglich ist. Sie entsteht meist durch das Voranschreiten bakterieller Toxine oder Bakterien selbst bis in die unmittelbare Nähe des Pulpakavums. Ohne therapeutisches Eingreifen führt sie zur Pulpanekrose.
Remineralisation und Demineralisation
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Demineralisation beschreibt den Verlust von Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat aus der Zahnhartsubstanz durch säurebedingte Herauslösung von Hydroxylapatit. Remineralisation ist der umgekehrte Prozess, bei dem sich gelöste Mineralionen mithilfe von Speichel und Fluorid wieder in das Kristallgitter einlagern. Das Gleichgewicht zwischen beiden Prozessen bestimmt dynamisch die Integrität des Zahnschmelzes. Unterschreitet der pH-Wert der Plaque den kritischen Wert von ca. 5,5, überwiegt die Demineralisation.
Socransky-Komplexe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Socransky-Komplexe klassifizieren subgingivale Bakterienarten der plaqueassoziierten Parodontitis anhand ihrer Vergesellschaftung und Virulenz in Farbgruppen. Der rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola, Tannerella forsythia) repräsentiert dabei die späte, hochvirulente Besiedlungsphase und steht in engem Zusammenhang mit der Gewebedestruktion. Früh- und Zwischenstadien werden durch den gelben, grünen, lila und orangen Komplex abgebildet.
Stiftaufbau
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Stiftaufbau dient der Verankerung einer Stumpfaufbauplastik bei stark zerstörten, endodontisch behandelten Zähnen. Er überträgt auftretende Kaukräfte tief in die Wurzelstruktur.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Taschenausspülung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenausspülung (subgingivale Lavage) beschreibt das Ausspülen einer vertieften Parodontaltasche mit antiseptischen Lösungen wie Chlorhexidin (CHX) oder Wasserstoffperoxid. Ziel ist die mechanische Entfernung von Detritus sowie die chemische Reduktion der subgingivalen Mikroflora.
Tertiärdentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Tertiärdentin ist ein reaktiv gebildetes Dentin, das als Antwort auf externe Reize wie Karies, Attrition oder iatrogene Präparationstraumata von der Pulpa abgeschieden wird. Es wird unterteilt in Reaktionsdentin (gebildet von überlebenden primären Odontoblasten) und Reparaturdentin (gebildet von neu differenzierten odontoblastenähnlichen Zellen). Es unterscheidet sich histologisch durch eine unregelmäßige oder atubuläre Struktur vom primären und sekundären Dentin.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Ultraschallaktivierung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Ultraschallaktivierung ist ein Spülverfahren in der Endodontie, bei dem Spülflüssigkeiten im Wurzelkanal durch hochfrequente Schwingungen in akustische Kavitation versetzt werden. Dies steigert die Gewebelösungskapazität und die antibakterielle Wirksamkeit der Spüllösung erheblich. Zudem wird der Smear Layer in anatomisch komplexen Arealen effektiver entfernt als bei rein manueller Nadelspülung.
Weichgewebsmanagement am Implantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das periimplantäre Weichgewebe bildet mit einem zirkulären Faserring und einem epithelialen Attachment eine biologische Barriere gegen die Mundhöhle. Anders als am Zahn strahlen die Kollagenfasern nicht in die Implantatoberfläche ein, sondern verlaufen parallel dazu. Diese schwächere Abdichtung macht das Weichgewebsmanagement für die Langzeitstabilität besonders wichtig.
Wirkstoff
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ein Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) ist die biologisch aktive Komponente eines Arzneimittels, die für die prophylaktische, diagnostische oder therapeutische Wirkung verantwortlich ist. Er unterscheidet sich von den Hilfsstoffen, die lediglich als Träger-, Stabilisierungs- oder Geschmacksstoffe dienen. Die Einteilung und Benennung erfolgen international standardisiert nach dem INN-System (International Nonproprietary Name).