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Angle-Klassifikation
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Angle-Klassifikation ist eine phänomenologische Einteilung von Malokklusionen in der Sagittalebene basierend auf der Relation der ersten permanenten Molaren. Sie unterscheidet die neutrale Okklusion (Klasse I), die distale Okklusion (Klasse II mit den Subdivisionen 1 und 2) sowie die mesiale Okklusion (Klasse III). Als morphologisches Referenzsystem dient die Beziehungsbeurteilung des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur mesiobukkalen Fissur des unteren ersten Molaren.
Kavitätenklassen nach Black
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Kavitätenklassen nach Greene Vardiman Black sind eine topographische Einteilung von Kariesläsionen und den dazugehörigen Kavitätenpräparationen an Zähnen. Die ursprünglichen Klassen I bis V basieren auf der Lokalisation der Primärkaries und bestimmen die Prinzipien der mechanischen Verankerung. Sie bilden bis heute das weltweite Standardfundament für Dokumentation, Befundung und Behandlungsplanung in der Zahnerhaltung. Eine spätere Ergänzung stellt die Klasse VI dar.
Miller-Klassifikation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Miller-Klassifikation aus dem Jahr 1985 teilt gingivale Rezessionen in vier Klassen (I bis IV) ein, basierend auf dem Verlauf des Rezessionsrandes zur mukogingivalen Grenze und dem Ausmaß des interdentalen Knochen- und Weichgewebeverlusts. Sie dient der klinischen Beurteilung des Vorhersagbarkeit einer chirurgischen Rezessionsdeckung.
Progenie und Klasse-III-Anomalie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Klasse-III-Anomalie steht der Unterkiefer relativ zum Oberkiefer zu weit vorn. Ursache kann ein zu großer Unterkiefer, ein zu kleiner oder retrognather Oberkiefer oder eine Kombination sein. Davon abzugrenzen ist der Pseudoprogenie genannte Zwangsbiss, bei dem eine Frontzahnstufe den Unterkiefer nach vorn führt.
DC/TMD-Klassifikation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die DC/TMD sind ein international standardisiertes Diagnosesystem für Funktionsstörungen des Kausystems. Sie arbeiten zweiachsig: Achse I erfasst die körperlichen Diagnosen mit definierten klinischen Kriterien, Achse II die psychosozialen Faktoren wie Schmerzintensität, Beeinträchtigung, Depressivität und Somatisierung. Sie lösten die älteren RDC/TMD ab.
Knochenangebot und Knochenqualität
Implantologie
Prüfungsfokus
Vor jeder Implantation werden Menge und Beschaffenheit des ortsständigen Knochens beurteilt. Das Knochenangebot beschreibt Höhe und Breite des Alveolarfortsatzes, die Knochenqualität den Anteil und die Dichte von Kortikalis und Spongiosa. Gebräuchlich ist die Einteilung nach Lekholm und Zarb in die Klassen D1 bis D4.
BEMA – Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Der BEMA ist das Abrechnungsverzeichnis für Leistungen bei gesetzlich Versicherten. Er beruht auf dem Sachleistungsprinzip: Der Versicherte erhält die Leistung, die Abrechnung erfolgt über die Kassenzahnärztliche Vereinigung. Maßstab ist das Wirtschaftlichkeitsgebot, wonach Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen.
Gipsarten in der Zahntechnik
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentalgipse sind mineralische Werkstoffe auf Basis von Calciumsulfat-Hydraten, die in der Zahnmedizin zur Herstellung von Studien-, Arbeits- und Meistermodellen verwendet werden. Gemäß ISO 6873 werden fünf Typen unterschieden, die sich in Verarbeitungsbreite, Expansion und Druckfestigkeit differenzieren. Die Aushärtung beruht auf einer exothermen Rehydratationsreaktion von Calciumsulfat-Hemihydrat zu Calciumsulfat-Dihydrat. Je nach Herstellungsverfahren des Hemihydrats entsteht Beta-Hemihydrat mit poröser Struktur oder Alpha-Hemihydrat mit dichten Kristallen.
Amalgam
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Amalgam ist ein plastisches Füllungsmaterial, das aus einer Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer besteht. Es härtet durch eine Kristallisationsreaktion aus und zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Historisch gehört es zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der konservierenden Zahnheilkunde.
Analgetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Analgetika sind Arzneistoffe, die die Schmerzempfindung hemmen, ohne eine Narkose oder eine Bewusstseinsausschaltung herbeizuführen. Sie werden eingeteilt in peripher wirkende Nicht-Opioid-Analgetika und zentral wirkende Opioid-Analgetika. Zur Gruppe der Nicht-Opioid-Analgetika zählen unter anderem die Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Aufbereitung von Medizinprodukten
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Aufbereitung von Medizinprodukten umfasst Vorbehandlung, Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Prüfung, Pflege, Verpackung, Sterilisation, Freigabe und Dokumentation. Die maschinelle Aufbereitung im Reinigungs- und Desinfektionsgerät ist der manuellen vorzuziehen, weil sie validierbar und reproduzierbar ist. Umfang und Verfahren richten sich nach der Risikoeinstufung des Produkts.
Azithromycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Azithromycin ist ein Halbsynthetisches Makrolid-Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum und bakterizider bis bakteriostatischer Wirkung durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese. Es zeichnet sich durch eine sehr lange GewebehBW und hohe Anreicherung in Phagozyten sowie entzündetem Gewebe aus. Dies ermöglicht kurze Therapiedauern von meist drei Tagen.
Dentalkeramiken
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentalkeramiken werden nach ihrer Zusammensetzung in Silikatkeramiken und Oxidkeramiken eingeteilt. Silikatkeramiken wie Feldspat- und Lithiumdisilikatkeramik sind ätzbar und ästhetisch hochwertig. Oxidkeramiken wie Zirkondioxid sind deutlich fester, lassen sich aber nicht mit Flusssäure konditionieren.
Ersatzmaterial
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Als Ersatzmaterial werden in der Zahnerhaltung direkt oder indirekt eingebrachte Werkstoffe bezeichnet, die verloren gegangene Zahnsubstanz funktionell und ästhetisch rekonstruieren. Zu den gebräuchlichsten Direktmaterialien zählen Komposite, Glasionomerzemente und Amalgam, während Keramiken und Goldlegierungen für indirekte Restaurationen genutzt werden. Sie müssen biokompatibel, mechanisch stabil und randschlussdicht sein.
Freiendprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Freiendprothese ist ein partieller Zahnersatz zur Versorgung von verkürzten Zahnreihen ohne distalen Pfeilerzahn. Die Abstützung erfolgt teils periodontal über die Restzähne und teils gingival über die Schleimhaut des Kieferkamms.
Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Glasionomerzement
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Glasionomerzement (GIZ) ist ein mineralischer Werkstoff, der durch eine Säure-Basen-Reaktion zwischen einem Fluoroaluminosilikat-Glas und einer Polyalkensäure aushärtet. Er zeichnet sich durch eine chemische Adhäsion am Dentin und Schmelz sowie eine kontinuierliche Fluoridfreisetzung aus. Seine mechanische Belastbarkeit und Abrasionsstabilität sind im Vergleich zu Kompositen geringer.
Herausnehmbarer Zahnersatz
Prothetik
Prüfungsfokus
Herausnehmbarer Zahnersatz umfasst alle prothetischen Versorgungen, die vom Patienten selbst zur Reinigung und Pflege aus der Mundhöhle entfernt werden können. Dazu gehören Teilprothesen (z. B. Modellgussprothesen, Teleskopprothesen) sowie Totalprothesen beim vollständig zahnlosen Kiefer. Sie dienen der Wiederherstellung der Kaugewebe-, Ästhetik- und Phonetikfunktionen.
Hygienekette und Instrumentenaufbereitung
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Hygienekette beschreibt den lückenlosen, validierten Prozess der Reinigung, Desinfektion, Pflege, Verpackung und Sterilisation von Medizinprodukten in der Zahnarztpraxis. Grundlagendokument in Deutschland ist die gemeinsame Empfehlung von RKI und BfArM. Medizinprodukte werden je nach Anwendungsrisiko in Unkritisch, Semikritisch (A/B) und Kritisch (A/B) eingestuft. Die Aufbereitung zielt auf die vollständige Inaktivierung von Krankheitserregern zur Verhinderung von Kreuzinfektionen ab.
Ibuprofen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) aus der Gruppe der Propionsäurederivate, das die Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2) reversibel hemmt. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen unterdrückt, was zu analgetischen, antiphlogistischen und antipyretischen Effekten führt. Es gilt als Analgetikum der ersten Wahl bei postoperativen zahnärztlichen Schmerzen.
Kavität
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Eine Kavität ist ein durch Karies, Trauma oder Abrasionsprozesse entstandener oder präparatorisch geschaffener Hohlraum in der Zahnhartsubstanz. Sie erfordert eine systematische Präparation zur vollständigen Entfernung erkrankten Gewebes und zur Verankerung einer Restauration. Die Formgebung richtet sich nach den biomechanischen Anforderungen des gewählten Füllungsmaterials.
Kephalometrie (FRS-Analyse)
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Kephalometrie ist ein standardisiertes röntgenologisches Messverfahren zur Beurteilung der kraniofazialen Strukturen im Fernröntgenseitenbild (FRS). Sie erlaubt die differenzierte Analyse von skelettalen, dentalen und weichgewebigen Strukturen in der Sagittal- und Vertikalebene. Durch die Verknüpfung von definierten Messpunkten, Bezugslinien und Winkeln werden Abweichungen von der Norm quantifiziert.
Kompositschichttechnik
Ästhetik
Prüfungsfokus
Bei der Schichttechnik wird Komposit in mehreren Massen unterschiedlicher Transluzenz aufgebaut, um den natürlichen Schichtaufbau von Dentin und Schmelz nachzuahmen. Dentinmassen sind opaker und tragen die Sättigung, Schmelzmassen transluzenter und bestimmen Helligkeit und Tiefenwirkung. So entsteht ein lichtoptisch natürlicher Eindruck.
Lidocain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit mittlerer Wirkdauer und raschem Wirkungseintritt. Es blockiert reversibel spannungsabhängige Natriumkanäle an den Nervenfasern und verhindert so die Entstehung und Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Zudem wird es systemisch als Antiarrhythmikum der Klasse Ib eingesetzt.
Matrizensysteme
Propädeutik
Prüfungsfokus
Matrizen ersetzen bei approximalen Restaurationen die fehlende Kavitätenwand und formen den Kontaktpunkt. Man unterscheidet zirkuläre Matrizensysteme von Teilmatrizen, die zusammen mit Separierringen verwendet werden. Keile fixieren die Matrize zervikal und verhindern Überschüsse.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Modellguss
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Modellguss bezeichnet die Herstellung einer herausnehmbaren Teilprothese mit einem gegossenen Metallgerüst, meist aus einer Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierung. Er dient dem Ersatz mehrerer fehlender Zähne und überträgt die Kaukräfte teils parodontal über Halte- und Stützelemente sowie teils gingival.
Nabers-Sonde
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Nabers-Sonde ist ein kalibriertes, speziell gebogenes parodontales Untersuchungsinstrument zur genauen Erfassung des Furkationsbefalls mehrwurzeliger Zähne. Durch ihre halbkreisförmig gebogene Arbeitsenden-Geometrie ermöglicht sie den optimalen Zugang zum Interradikulärraum von Molaren und Prämolaren.
Orthognathe Chirurgie
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die orthognathe Chirurgie korrigiert skelettale Kieferfehlstellungen durch operative Verlagerung von Ober- und Unterkiefer. Etablierte Verfahren sind die sagittale Spaltung des Unterkiefers und die Le-Fort-I-Osteotomie des Oberkiefers. Sie wird stets mit kieferorthopädischer Vor- und Nachbehandlung kombiniert.
Primärstabilität
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Primärstabilität beschreibt die mechanische Verankerung des Implantats im Knochen unmittelbar nach dem Einbringen, noch bevor biologische Umbauvorgänge einsetzen. Sie entsteht durch das Verklemmen der Implantatgewinde im ortsständigen Knochen und ist damit rein mechanischer Natur. Erst im Verlauf der Einheilung wird sie durch die biologische Sekundärstabilität der Osseointegration abgelöst.
Rotierende Instrumente und Präparation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Rotierende Instrumente sind mechanische Werkzeuge zur Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, Rekonstruktionswerkstoffen und Knochen, die über Winkelstücke oder Turbinen angetrieben werden. Sie gliedern sich vor allem in spanabhebende Hartmetallbohrer und schleifende Diamantinstrumente. Die Präparationsformen richten sich streng nach werkstoffkundlichen Erfordernissen und biologischen Grenzen der Pulpaschädigung. Eine ständige Wasserkühlung ist obligat, um thermische Pulpanekrosen zu verhindern.
Steroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Steroide sind eine Klasse von Lipiden mit einem charakteristischen Cyclopentanoperhydrophenanthren-Grundgerüst. In der Pharmakologie beziehen sie sich meist auf synthetische oder körpereigene Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie wirken primär antiphlogistisch, immunsuppressiv und antiexsudativ durch die Inhibition der Phospholipase A2.
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
Wirkstoff
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ein Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) ist die biologisch aktive Komponente eines Arzneimittels, die für die prophylaktische, diagnostische oder therapeutische Wirkung verantwortlich ist. Er unterscheidet sich von den Hilfsstoffen, die lediglich als Träger-, Stabilisierungs- oder Geschmacksstoffe dienen. Die Einteilung und Benennung erfolgen international standardisiert nach dem INN-System (International Nonproprietary Name).
Zahnfleischrückgang
Parodontologie
Prüfungsfokus
Zahnfleischrückgang bezeichnet die freiliegende Wurzeloberfläche durch einen koronalen Verlust des marginalen Parodonts ohne entzündliche Knochentaschenbildung. Er wird primär durch falsche Putztechniken (Trauma), occlusales Trauma, orthodontische Zahnbewegungen oder nach Ausheilung einer Parodontitis verursacht. Die resultierende Exposition des Dentins führt häufig zu hypersensiblen Zahnhälsen und ästhetischen Beeinträchtigungen.