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Vorklinik
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Zahnerhaltung
Prothetik
Oralchirurgie
Pharmakologie
Radiologie
Anatomie & Histologie
Physiologie & Biochemie
Propädeutik
Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
Alterszahnmedizin
Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
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Blutversorgung des Gesichtsschädels
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Blutversorgung des Gesichtsschädels wird primär durch Äste der Arteria carotis externa gewährleistet, ergänzt durch kleine Endäste der Arteria carotis interna im Stirn- und Orbitabereich. Das zentrale Gefäß für die tiefen Gesichtsstrukturen, die Zähne und die Kieferknochen ist die Arteria maxillaris. Die oberflächlichen Gesichtsweichteile werden im Wesentlichen durch die Arteria facialis sowie die Arteria temporalis superficialis versorgt.
Aufklärungspflicht und Einwilligung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Vor jedem Eingriff muss der Patient über Diagnose, geplante Maßnahme, Risiken, Alternativen und Folgen eines Behandlungsverzichts aufgeklärt werden. Erst die auf dieser Grundlage erteilte Einwilligung macht den Eingriff rechtmäßig. Ohne wirksame Einwilligung stellt auch eine fachlich einwandfreie Behandlung eine Rechtsverletzung dar.
Schichtebene
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Schichtebene (auch Bildebene oder fokale Schicht) ist der vordefinierte dreidimensionale Bereich bei tomografischen Aufnahmeverfahren, der auf dem Bild scharf abgebildet wird. Objekte außerhalb dieser Schicht werden unscharf dargestellt, verzerrt oder vollständig ausgemittelt. In der Panoramaschichtaufnahme entspricht die Schichtebene dem Zahnbogenverlauf des Kieferkamms.
Schweigepflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Schweigepflicht verpflichtet Zahnärzte und ihr Personal, alles geheim zu halten, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut oder bekannt geworden ist. Sie ist berufsrechtlich verankert und strafrechtlich bewehrt. Sie gilt gegenüber jedermann, auch gegenüber Angehörigen, Arbeitgebern und anderen Behandlern, und wirkt über den Tod des Patienten hinaus.
Kompositschichttechnik
Ästhetik
Prüfungsfokus
Bei der Schichttechnik wird Komposit in mehreren Massen unterschiedlicher Transluzenz aufgebaut, um den natürlichen Schichtaufbau von Dentin und Schmelz nachzuahmen. Dentinmassen sind opaker und tragen die Sättigung, Schmelzmassen transluzenter und bestimmen Helligkeit und Tiefenwirkung. So entsteht ein lichtoptisch natürlicher Eindruck.
Artikulator und Gesichtsbogen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Ein Artikulator ist ein mechanisches Gerät zur Simulation der Unterkieferbewegungen und Nachbildung der Kiefergelenke außerhalb des Mundes. Der Gesichtsbogen dient der schädel- bzw. gelenkbezüglichen Übertragung der Oberkieferposition des Patienten in den Artikulator. Dadurch wird die Drehachse der Kondylen exakt reproduziert, um Okklusionsfehler bei prothetischen Rekonstruktionen zu minimieren.
Dokumentationspflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Behandlungsdokumentation hält Befunde, Diagnosen, Maßnahmen, Aufklärung und Verlauf nachvollziehbar fest. Sie dient der Behandlungssicherheit, der Nachweisbarkeit erbrachter Leistungen und der Beweisführung im Streitfall. Nachträgliche Änderungen müssen als solche erkennbar bleiben.
Gesichtsbogen
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Gesichtsbogen ist ein diagnostisches Hilfsmittel zur Übertragung der Lage des Oberkiefers bezüglich der Scharnierachse und der Bezugsebenen des Schädels in einen Artikulator. Er ermöglicht die schädelbezügliche Zuordnung von Oberkiefermodellen im Zahntechniklabor.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Aligner-Therapie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Aligner-Therapie wird die Zahnstellung mit einer Serie herausnehmbarer, transparenter Kunststoffschienen schrittweise korrigiert. Jede Schiene bewirkt eine kleine, vorprogrammierte Bewegung und wird nach definierter Tragezeit gewechselt. Attachments auf den Zähnen ermöglichen komplexere Bewegungsmuster.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Tomographie
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Tomographie ist ein bildgebendes Schnittbildverfahren, das Schichtaufnahmen eines dreidimensionalen Objekts ohne Überlagerung darstellt. Durch die computergestützte Rekonstruktion werden Gewebestrukturen in einzelnen Ebenen detailliert sichtbar gemacht.
Überlagerungen im Panoramaschichtbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Panoramaschichtbild entsteht durch eine synchrone Bewegung von Röhre und Bildempfänger um den Kopf. Strukturen außerhalb der Schichtebene werden unscharf, verzerrt oder gar nicht abgebildet. Zusätzlich entstehen Geisterbilder: Objekte zwischen Röhre und Drehzentrum werden ein zweites Mal auf der Gegenseite abgebildet, vergrößert, unscharf und nach oben versetzt.
Farbanpassung von Kompositrestaurationen
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die farbliche Einbindung einer Kompositrestauration entsteht aus dem Zusammenspiel von Farbton, Helligkeit, Sättigung, Transluzenz und Oberflächentextur. Moderne Schichtkonzepte kombinieren einen opaken Dentinkörper mit einer transluzenten Schmelzschicht, um die natürliche Lichtführung nachzubilden. Die Helligkeit ist dabei der Parameter, dessen Abweichung dem Auge zuerst auffällt.
Hygienekette und Instrumentenaufbereitung
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Hygienekette beschreibt den lückenlosen, validierten Prozess der Reinigung, Desinfektion, Pflege, Verpackung und Sterilisation von Medizinprodukten in der Zahnarztpraxis. Grundlagendokument in Deutschland ist die gemeinsame Empfehlung von RKI und BfArM. Medizinprodukte werden je nach Anwendungsrisiko in Unkritisch, Semikritisch (A/B) und Kritisch (A/B) eingestuft. Die Aufbereitung zielt auf die vollständige Inaktivierung von Krankheitserregern zur Verhinderung von Kreuzinfektionen ab.
Knochenangebot und Knochenqualität
Implantologie
Prüfungsfokus
Vor jeder Implantation werden Menge und Beschaffenheit des ortsständigen Knochens beurteilt. Das Knochenangebot beschreibt Höhe und Breite des Alveolarfortsatzes, die Knochenqualität den Anteil und die Dichte von Kortikalis und Spongiosa. Gebräuchlich ist die Einteilung nach Lekholm und Zarb in die Klassen D1 bis D4.
Kunststoffe und Polymerisation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Zahnärztliche Kunststoffe entstehen durch Polymerisation von Monomeren zu langkettigen Polymeren. Die Reaktion kann chemisch, durch Licht oder dual initiiert werden. Kompositwerkstoffe bestehen aus organischer Matrix, anorganischen Füllkörpern und einer Silanschicht als Verbundvermittler.
Mock-up
Ästhetik
Prüfungsfokus
Das Mock-up ist die direkte Übertragung eines diagnostischen Wax-ups in den Mund: Über einen Silikonschlüssel wird zahnfarbenes Bis-Acryl ohne Ätzung und ohne Adhäsiv auf die unpräparierten Zähne aufgetragen. Der Patient sieht das geplante Ergebnis in seinem eigenen Gesicht, bevor irreversibel Substanz abgetragen wird. Anschließend lässt es sich rückstandsfrei entfernen.
NSAR
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Arzneistoffe ohne steroidale Grundstruktur. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und/oder COX-2) und unterbinden dadurch die Synthese von Prostaglandinen. In der Zahnmedizin bilden sie die Basis der postoperativen Schmerztherapie.
Pflegegrad und zahnärztliche Leistungen
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Seit 2017 wird Pflegebedürftigkeit in Deutschland in fünf Pflegegraden erfasst, die den Grad der Selbstständigkeit abbilden. Für die Zahnmedizin sind daran besondere Leistungen geknüpft: Versicherte mit Pflegegrad, mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder mit Eingliederungshilfe haben Anspruch auf zusätzliche präventive Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen.
Pseudotasche
Parodontologie
Prüfungsfokus
Eine Pseudotasche bezeichnet eine Vertiefung des Gingivalsulcus ohne klinischen Attachmentverlust oder Destruktion des alveolären Knochens. Sie entsteht durch eine Koronalwanderung der Margo gingivalis infolge von Gingivahyperplasien oder entzündlichen Gewebsschwellungen.
Radiopazität
Radiologie
Prüfungsfokus
Radiopazität bezeichnet die hohe Schwächung von Röntgenstrahlung durch dichtes Gewebe oder Material, was zu einer hellen bis weißen Darstellung auf dem Radiogramm führt. Je höher die Ordnungszahl und Dichte des Materials, desto ausgeprägter ist die Verschattung.
Röntgenkontrast
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Röntgenkontrast bezeichnet den Dichte- bzw. Helligkeitsunterschied zwischen zwei benachbarten Bereichen auf einem Röntgenbild. Er entsteht durch die unterschiedliche Schwächung der Röntgenstrahlung beim Durchgang durch Gewebe verschiedener Dichte und Ordnungszahl. Ein ausgewogener Kontrast ist Voraussetzung für die Differenzierung von Hart- und Weichgeweben sowie pathologischen Veränderungen.
Smear Layer
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Smear Layer ist eine mikroskopisch dünne Schicht aus anorganischen und organischen Geweberesten sowie Bakterien. Er entsteht während der Instrumentierung an den Kanalwänden und verstopft die Dentintubuli.
Sinubodenelevation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Sinusbodenelevation ist ein chirurgisches Augmentationsverfahren zur Erhöhung des knöchernen Kieferhöhlenbodens im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich. Ziel ist die Schaffung eines ausreichenden Knochenvolumens für die sichere Verankerung von Zahnimplantaten. Man unterscheidet methodisch zwischen dem internen (direkten) und dem externen (indirekten) Sinuslift.
Ergonomie am Behandlungsstuhl
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Ergonomie am Behandlungsstuhl umfasst die physiologische Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Körperhaltung und der Arbeitsabläufe von Behandler und Assistenz. Ziel ist die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie die Optimierung der Sicht- und Zugangsverhältnisse im Patientengesteuerten Arbeitsfeld. Die Ausrichtung orientiert sich am Uhrzeigersinn-Modell rund um den Patientenkopf als 12-Uhr-Referenz. Besondere Bedeutung hat die aufrechte, dynamische Sitzhaltung mit neutraler Wirbelsäulenkrümmung.
Lingualnerv
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Nervus lingualis ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis (V3 des N. trigeminus). Er innerviert sensibel die vorderen zwei Drittel der Zunge, den Mundboden und die linguale Gingiva der Mandibel. Zudem führt er sensorische Geschmacksfasern aus der Chorda tympani mit sich.
Nervverletzungen nach Eingriffen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Iatrogene Nervverletzungen im Kieferbereich betreffen überwiegend den Nervus alveolaris inferior und den Nervus lingualis, meist infolge von Weisheitszahnextraktionen, Implantationen oder Leitungsanästhesien. Die Läsionsgrade werden nach Seddon in Neurapraxie, Axonotmesis und Neurotmesis eingeteilt. Sie äußern sich klinisch in Hypästhesien, Anästhesien, Dysästhesien oder Parästhesien im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
Strahlenschutz
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Strahlenschutz umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt vor den schädlichen Wirkungen ionisierender Strahlung. Er basiert auf den rechtlichen Vorgaben des Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG) und der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Ziel ist die Vermeidung deterministischer und die Minimierung stochastischer Strahlenschäden.
Abdrucklöffel und Abformtechnik
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Abformtechnik bezeichnet das Verfahren zur präzisen negativen Formabformung der oralen Hart- und Weichgewebe mittels geeigneter Abformmaterialien und Abdrucklöffel. Man unterscheidet konfektionierte Löffel (für Orientierungs- und Situationsabformungen) von individuellen Löffeln (für Präzisions- und Funktionsabformungen). Als Materialien kommen irreversibel-elastische Werkstoffe wie Alginat, Silikone (A- und C-Silikone), Polyether oder Polysulfide zum Einsatz.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Adhäsivsystem
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Adhäsivsysteme sind mehrkomponentige Werkstoffe, die einen dauerhaften Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz und dem Füllungskunststoff herstellen. Sie penetrieren das freigelegte Kollagennetzwerk im Dentin sowie das Schmelzätzmuster und bilden nach Polymerisation die sogenannte Hybridschicht. Dadurch verhindern sie Randspaltbildung und Mikroleckagen.
Aggressive Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die aggressive Parodontalerkrankung bezeichnete historisch eine rasch verlaufende Form des Parodontalgewebeabbaus bei meist jungen, systemisch gesunden Patienten. Nach der Klassifikation von 2018 wird diese Verlaufsform nun unter der allgemeinen 'Parodontitis' zusammengefasst und typischerweise als Stadium III oder IV mit hoher Progression (Grad C) klassifiziert. Sie zeigt oft eine familiäre Aggregation und ein Missverhältnis zwischen lokalen Belägen und Destruktionsgrad.
Alterszahnmedizin Grundlagen
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Alterszahnmedizin befasst sich mit der zahnmedizinischen Betreuung älterer und häufig multimorbider Menschen. Sie berücksichtigt altersassoziierte Veränderungen von Zähnen, Schleimhaut und Speichelfluss ebenso wie Allgemeinerkrankungen, Medikation und Pflegebedürftigkeit. Das Behandlungsziel verschiebt sich von der maximalen Rekonstruktion hin zu Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit und Lebensqualität.
Alveolarfortsatz
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Alveolarfortsatz ist der zahntragende Anteil von Maxilla und Mandibula und besteht aus Kompakta, Spongiosa und der Lamina dura als Alveolenwand. Er entsteht mit dem Zahndurchbruch und bildet sich nach Zahnverlust wieder zurück. Über die Sharpey-Fasern des Parodontalligaments ist er funktionell mit dem Zahn verbunden.
Alveolitis sicca
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolitis sicca ist eine schmerzhafte Wundheilungsstörung nach Zahnextraktion, die durch den vorzeitigen Verlust oder den Zerfall des Blutkoagulum verursacht wird. Es kommt dadurch zu einer Exposition der sensibel innervierten Knochenwände des leeren Zahnfachs. Häufig tritt sie im Unterkieferseitenzahnbereich bei Rauchern oder unter oralen Kontrazeptiva auf.
Angle-Klassifikation
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Angle-Klassifikation ist eine phänomenologische Einteilung von Malokklusionen in der Sagittalebene basierend auf der Relation der ersten permanenten Molaren. Sie unterscheidet die neutrale Okklusion (Klasse I), die distale Okklusion (Klasse II mit den Subdivisionen 1 und 2) sowie die mesiale Okklusion (Klasse III). Als morphologisches Referenzsystem dient die Beziehungsbeurteilung des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur mesiobukkalen Fissur des unteren ersten Molaren.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Artikulator
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Artikulator ist ein mechatronisches Simulationsgerät zur Nachbildung der Kiefergelenksbewegungen und der Zuordnung von Ober- und Unterkiefermodellen. Er wird in der Prothetik und Funktionstherapie eingesetzt, um okklusale Kontakte und Exkursionsbewegungen patientenanalog zu analysieren und zu gestalten. Man unterscheidet Non-Arcon- und Arcon-Geräte sowie den Justierungsgrad (mittelwertig, teil- oder volljustierbar).
Ästhetische Analyse und Smile Design
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die ästhetische Analyse erfasst systematisch Gesichts-, Lippen-, Gingiva- und Zahnparameter vor einer ästhetischen Behandlung. Beurteilt werden unter anderem Gesichtsmittellinie, Lachlinie, Inzisalkantenverlauf und Zahnproportionen. Digitale Verfahren übertragen die Planung auf Fotos und Modelle und machen sie im Mock-up erlebbar.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
Befestigungszemente
Propädeutik
Prüfungsfokus
Befestigungsmaterialien verbinden indirekte Restaurationen mit der Zahnhartsubstanz. Konventionelle Zemente wie Zinkphosphat- und Glasionomerzement wirken überwiegend mechanisch retentiv. Adhäsive Kompositzemente erzeugen einen chemisch-mikromechanischen Verbund und sind bei retentionsschwachen Präparationen erforderlich.
Behandlungsvertrag und Patientenrechte
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Mit dem Patientenrechtegesetz von 2013 wurde der Behandlungsvertrag als eigener Vertragstyp in das Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen. Er verpflichtet zur Behandlung nach fachlichem Standard, zur Aufklärung, zur Einholung der Einwilligung und zur Dokumentation. Geschuldet wird die fachgerechte Behandlung, nicht der Heilerfolg.
Bildgebung des Kiefergelenks
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Bildgebung des Kiefergelenks richtet sich nach der Fragestellung. Knöcherne Veränderungen wie Abflachungen, Osteophyten oder Erosionen werden am besten mit der digitalen Volumentomographie dargestellt. Der Diskus als Weichgewebe ist nur in der Magnetresonanztomographie beurteilbar, die damit die Referenzmethode bei Verdacht auf Diskusverlagerung ist.
Bissregistrierung
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Bissregistrierung umfasst alle Verfahren zur Fixierung der räumlichen Zuordnung von Ober- zu Unterkiefer. Sie ist die Voraussetzung für die lagerichtige Montage von Gipsmodellen im Artikulator.
Bleeding on Probing
Parodontologie
Prüfungsfokus
Bleeding on Probing bezeichnet das Auftreten einer kapillären Blutung aus dem Sulcus beziehungsweise der Tasche nach vorsichtigem Sondieren mit normierter Kraft (ca. 0,25 N). Es gilt als primärer klinischer Indikator für eine histologisch nachweisbare Gewebeentzündung des parodontalen Gewebes. Ein negativer BOP hat einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für die parodontale Stabilität.
Brückenglied
Prothetik
Prüfungsfokus
Das Brückenglied ist der freischwebende Teil einer Brückenprothese, der den verloren gegangenen Zahn ersetzt. Es verbindet die Brückenanker miteinander und stellt die Kaufunktion sowie die Ästhetik wieder her.
CAD/CAM
Prothetik
Prüfungsfokus
CAD/CAM bezeichnet die computergestützte Konstruktion und Fertigung von dentalem Zahnersatz. Mithilfe digitaler Abformung und Fräs- bzw. 3D-Druckverfahren werden Inlays, Kronen, Brücken und Implantatversorgungen hochpräzise hergestellt.
Calciumhydroxid
Endodontie
Prüfungsfokus
Calciumhydroxid ist ein stark basisches (pH ~12,5) medikamentöses Intrakanalinlay in der Endodontie. Die antimikrobielle Wirkung beruht auf der Freisetzung von Hydroxylionen, die Zellmembranen und Proteine von Bakterien schädigen.
Cire-Krone
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Cire-Krone ist eine gegossene Vollmetallkrone, die im Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) hergestellt wird. Sie dient der vollständigen Fassung eines stark geschädigten Zahnes zur Wiederherstellung von Form und Funktion.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
Dentogene Abszesse und Logen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Dentogene Abszesse sind umschriebene Eiteransammlungen im Kiefer-Gesichts-Bereich, die primär von infizierten Zähnen oder dem Zahnhalteapparat ausgehen. Sie breiten sich entlang von Faszienstrukturen in anatomische Spalträume (Logen) wie den Submandibular-, Sublingual- oder Pterygomandibularraum aus. Ohne rechtzeitige Inzision und Antibiose drohen lebensbedrohliche Komplikationen wie Mediastinitis oder Sinus-cavernosus-Thrombose.
Digitale Volumentomographie
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Digitale Volumentomographie ist ein dreidimensionales Bildgebungsverfahren, bei dem ein kegelförmiges Strahlenbündel ein isotropes Volumendatenset der Mund-, Kiefer- und Gesichtsregion erzeugt. Sie bietet eine hohe Ortsauflösung bei meist geringerer Dosis im Vergleich zur konventionellen Computertomographie.
Dosis
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Dosis bezeichnet in der Radiologie das Maß für die absorbierte oder wirksame Menge an ionisierender Strahlung. Unterschieden werden unter anderem die Energiedosis (Absorptionsenergie pro Masse in Gray) und die Äquivalent- bzw. Effektive Dosis (in Sievert), welche die biologische Strahlenwirkung berücksichtigt.
Dysphagie und Aspirationspneumonie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs, die im Alter durch nachlassende Muskelkraft, Koordinationsstörungen und neurologische Erkrankungen begünstigt wird. Gelangt Material in die Atemwege, kann sich eine Aspirationspneumonie entwickeln. Deren Erregerspektrum stammt zu einem erheblichen Teil aus dem oralen Biofilm, womit die Mundhygiene unmittelbar pneumonieprophylaktisch wirkt.
Eingeschränkte Mundöffnung und Trismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Eine eingeschränkte Mundöffnung liegt vor, wenn die maximale Schneidekantendistanz deutlich unter dem Normbereich von etwa 40 bis 55 mm bleibt. Unterschieden wird zwischen muskulär bedingter Kieferklemme, der Blockade durch einen anterior verlagerten Diskus ohne Reposition und knöchernen Ursachen wie einer Ankylose. Der Endanschlag beim vorsichtigen Nachfedern liefert den entscheidenden Hinweis.
Ersatzmaterial
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Als Ersatzmaterial werden in der Zahnerhaltung direkt oder indirekt eingebrachte Werkstoffe bezeichnet, die verloren gegangene Zahnsubstanz funktionell und ästhetisch rekonstruieren. Zu den gebräuchlichsten Direktmaterialien zählen Komposite, Glasionomerzemente und Amalgam, während Keramiken und Goldlegierungen für indirekte Restaurationen genutzt werden. Sie müssen biokompatibel, mechanisch stabil und randschlussdicht sein.
Fernröntgenseitenaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.
Freiendprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Freiendprothese ist ein partieller Zahnersatz zur Versorgung von verkürzten Zahnreihen ohne distalen Pfeilerzahn. Die Abstützung erfolgt teils periodontal über die Restzähne und teils gingival über die Schleimhaut des Kieferkamms.
Gingiva-Antagonist-Registrierung
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Gingiva-Antagonist-Registrierung (GAR) ist ein klinisches Verfahren zur Bestimmung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Sie wird angewendet, wenn im Gegenkiefer zwar Zähne vorhanden sind, im zu versorgenden Kiefer jedoch die zahngetragene Abstützung fehlt. Dabei wird der Kontakt zwischen den vorhandenen Antagonisten und der zahnlosen Schleimhaut bzw. einem Schleimhaut-getragenen Registrierbehelf erfasst.
Gummy Smile
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als Gummy Smile bezeichnet man eine übermäßige Sichtbarkeit der Gingiva beim Lachen. Ursächlich können ein hypermobiles Oberlippenbändchen, eine kurze Oberlippe, ein altersunabhängig verzögerter passiver Durchbruch oder ein vertikaler Überschuss des Oberkiefers sein. Die Therapie richtet sich zwingend nach der zugrunde liegenden Ursache.
Heil- und Kostenplan
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Der Heil- und Kostenplan dokumentiert Befund, geplante Versorgung und voraussichtliche Kosten vor Beginn einer Zahnersatzbehandlung. Er wird der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt und ist Grundlage für den Festzuschuss. Für den Patienten schafft er Transparenz über Eigenanteil und Behandlungsumfang.
Instrumentelle Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die instrumentelle Funktionsanalyse registriert Unterkieferbewegungen apparativ und überträgt sie auf einen Artikulator. Verfahren wie Axiographie und Kondylographie zeichnen die Bewegungsbahnen der Kondylen auf. Ziel ist die individuelle Programmierung des Artikulators und die Beurteilung der Gelenkbahnen.
Knochenaugmentation
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Knochenaugmentation stellt ein für die Implantation ausreichendes Knochenlager wieder her. Bei der gesteuerten Knochenregeneration trennt eine Membran das langsam regenerierende Knochengewebe vom schneller proliferierenden Weichgewebe. Als Materialien dienen autologer Knochen sowie allogene, xenogene und alloplastische Ersatzmaterialien.
Lachlinie und Zahnproportionen
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die Lachlinie beschreibt den Verlauf der Inzisalkanten der Oberkieferfront im Verhältnis zur Unterlippe beim Lachen; harmonisch gilt ein paralleler, der Unterlippe folgender Verlauf. Ergänzend werden Zahnproportionen beurteilt, insbesondere das Breiten-Längen-Verhältnis des mittleren Schneidezahns und die scheinbaren Breitenverhältnisse der Frontzähne von frontal.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entstehen durch ausbleibende Verschmelzung der embryonalen Gesichts- und Gaumenfortsätze. Sie zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und variieren von der isolierten Lippenspalte bis zur durchgehenden beidseitigen Spalte. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär über Jahre hinweg.
Lymphabfluss der Kopf-Hals-Region
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Lymphabfluss der Mundhöhle erfolgt über regionäre Lymphknotengruppen, insbesondere submentale, submandibuläre und zervikale Stationen. Von dort gelangt die Lymphe in den Truncus jugularis und schließlich in den Venenwinkel. Die Kenntnis der Abflusswege ist für Entzündungs- und Tumordiagnostik gleichermaßen wichtig.
Mandibula
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Mandibula ist der hufeisenförmige, einzige bewegliche Knochen des Gesichtsschädels und bildet den Unterkiefer. Sie trägt die Zahnreihe des Unterkieferzahnbogens und artikuliert über die Processus condylares mit dem Temporalbone im Kiefergelenk.
Mehrkosten- und Privatvereinbarung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Wünscht ein gesetzlich versicherter Patient eine Leistung, die über das Maß des Notwendigen hinausgeht, muss dies vor Behandlungsbeginn schriftlich vereinbart werden. Bei Füllungen betrifft das die Mehrkostenvereinbarung, bei vollständig außervertraglichen Leistungen die Privatvereinbarung. Ohne die schriftliche Form vor Behandlungsbeginn entsteht kein Vergütungsanspruch.
Milchzahnextraktion
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Entfernung eines Milchzahns folgt anderen Regeln als beim bleibenden Zahn, weil unmittelbar unter der Wurzel der Keim des Nachfolgers liegt. Die divergierenden, den Keim umfassenden Wurzeln der Milchmolaren können beim Luxieren brechen oder den Keim mitluxieren. Indikationen sind nicht erhaltungswürdige Zerstörung, Abszedierung, Trauma sowie kieferorthopädische Gründe.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
Nervus trigeminus Verlauf
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Nervus trigeminus ist der V. Hirnnerv und führt gemischt-sensible sowie motorische Fasern für die Versorgung des Gesichts, der Mundhöhle und der Kaumuskulatur. Nach dem Austritt der Radix sensoria und Radix motoria aus dem Pons zieht er zum Ganglion trigeminale (Gasseri) in der Impressio trigemini der Felsenbeinpyramide. Dort teilt er sich in seine drei Hauptäste: Nervus ophthalmicus (V1), Nervus maxillaris (V2) und Nervus mandibularis (V3). Die motorischen Fasern schließen sich dabei ausschließlich dem V3 an.
Okklusionslehre Grundlagen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Okklusionslehre befasst sich mit den statischen und dynamischen Kontaktbeziehungen zwischen den Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Unter statischer Okklusion versteht man jeden zahnärztlichen Kontakt ohne Unterkieferbewegung, insbesondere die maximale Interkuspidation (Habituelle Okklusion). Die dynamische Okklusion beschreibt die Zahnkontakte während Unterkieferbewegungen wie Protrusion, Laterotrusion und Mediotrusion.
Operative Weisheitszahnentfernung
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die operative Weisheitszahnentfernung ist die chirurgische Entfernung der Dritten Molaren im Ober- und Unterkiefer nach Bildung eines Mukoperiostlappens und ggf. knöcherner Freilegung (Osteotomie). Die Indikation ergibt sich aus prophylaktischen oder therapeutischen Gründen wie rezidivierender Perikoronitis, Zystenbildung oder Resorptionen. Der Eingriff erfordert die Schonung anatomischer Nachbarstrukturen wie des N. alveolaris inferior, N. lingualis und der Kieferhöhle.
Osteosynthese
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.
Osteotomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteotomie bezeichnet die gezielte Abtragung von Knochengewebe zur Freilegung und Entfernung von verlagerten, retinierten oder tief frakturierten Zähnen. Sie stellt eine fundamentale operative Technik der abtragenden Oralchirurgie dar.
Parallaxentechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Parallaxentechnik ist ein diagnostisches Verfahren zur Lagedestination nicht sichtbarer Strukturen im Röntgenbild durch zwei Aufnahmen mit unterschiedlichem Einstrahlwinkel. Sie nutzt das Phänomen der scheinbaren Objektverschiebung bei Veränderung des Beobachterstandpunkts. Die Auswertung erfolgt nach der Clark-Regel (Same Lingual, Opposite Buccal).
Platzanalyse nach Moyers
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Platzanalyse nach Moyers ist ein vorhersagendes Verfahren im Wechselgebiss zur Ermittlung des Platzbedarfs für die noch nicht durchgebrochenen Eckzähne und Prämolaren. Sie nutzt die Summe der mesiodistalen Kronenbreiten der bereits durchgebrochenen untersten vier Schneidezähne als Referenzwert. Über standardisierte Wahrscheinlichkeitstabellen wird die voraussichtliche Breite der Stützzone im Ober- und Unterkiefer bestimmt.
Polypharmazie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige dauerhafte Einnahme mehrerer Medikamente, häufig ab fünf Präparaten. Sie ist bei multimorbiden älteren Menschen die Regel und für die Zahnmedizin in mehrfacher Hinsicht relevant. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen betreffen unter anderem Speichelfluss, Blutungsneigung, Knochenstoffwechsel und Wundheilung.
Präparationsgrenze
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Präparationsgrenze bezeichnet den Übergangsbereich zwischen der bearbeiteten Zahnsubstanz und dem unpräparierten Zahngewebe. Sie legt den apikalen Endpunkt einer Präparation fest und bestimmt somit den Verlauf des Restaurationrandes. Eine präzise Darstellung ist für den randschlüssigen Sitz der Restauration essenziell.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Qualitätsmanagement umfasst die systematische Beschreibung, Überprüfung und Verbesserung von Praxisabläufen. Es ist für vertragszahnärztliche Praxen verpflichtend und stützt sich auf Instrumente wie Prozessbeschreibungen, Checklisten, Fehlermanagement und Fortbildungsplanung. Leitgedanke ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess.
Radikuläre Zyste
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die radikuläre Zyste ist die häufigste odontogene Zyste des Kiefers und entsteht als Folge einer chronischen apikalen Parodontitis an der Wurzelspitze eines avitalen Zahnes. Sie zeichnet sich durch einen epithelial ausgetapezierten Hohlraum aus, der durch osmotischen Druck langsam expandiert.
Radioluzenz
Radiologie
Prüfungsfokus
Radioluzenz beschreibt die Eigenschaft von Geweben oder Materialien, Röntgenstrahlung kaum zu schwächen, wodurch sie auf dem Röntgenbild dunkel bis schwarz erscheinen. Sie tritt auf, wenn ein Objekt eine geringe Dichte oder Ordnungszahl aufweist.
Risiken und Nebenwirkungen der Zahnaufhellung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die häufigste Nebenwirkung der Zahnaufhellung ist eine vorübergehende Hypersensibilität, gefolgt von Reizungen der Gingiva bei Kontakt mit dem Gel. Beide Erscheinungen sind in der Regel reversibel und klingen nach Behandlungsende innerhalb weniger Tage ab. Strukturelle Schäden am Schmelz sind bei sachgemäßer Anwendung nicht belegt, wohl aber Veränderungen an Restaurationsoberflächen.
Rot-Weiß-Ästhetik
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die Rot-Weiß-Ästhetik beschreibt das Zusammenspiel von Gingiva (rot) und Zahnhartsubstanz (weiß) im sichtbaren Bereich. Beurteilt werden unter anderem Gingivaverlauf, Papillenfüllung, Zahnproportionen und Symmetrie zur Gesichtsmitte. Ein harmonisches Gesamtbild entsteht erst, wenn beide Komponenten aufeinander abgestimmt sind.
Scharnierachse
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Scharnierachse ist die gedachte Verbindungslinie durch die beiden Kondylen, um die der Unterkiefer eine reine Rotationsbewegung ausführt. Sie bildet den zentralen Bezugspunkt für die artikulatoreigene Drehachse.
Schneidersche Membran
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Schneidersche Membran ist die respiratorische Schleimhaut (Tunica mucosa), welche die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) von innen auskleidet. Sie besteht aus einem zweireihigen Flimmerepithel mit Becherzellen und einer Eigenschicht (Lamina propria). Im Rahmen von oralchirurgischen Eingriffen im Seitenzahnbereich des Oberkievers besitzt sie zentrale Bedeutung.
Sensibilitätsprüfung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Sensibilitätsprüfung dient der indirekten Beurteilung des Vitalitätszustands der Pulpa durch Reizung afferenter Nervenfasern. Häufig kommen thermische Reize wie Kältesprays oder elektrische Reize zum Einsatz. Ein positives Ergebnis zeigt intakte Nervenfasern an, lässt jedoch keine direkten Rückschlüsse auf die vaskuläre Durchblutung zu.
Strahlenexposition
Radiologie
Prüfungsfokus
Strahlenexposition bezeichnet das Einwirken ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper oder Gewebe. In der zahnärztlichen Radiologie handelt es sich meist um eine gezielte, lokale Exposition zu diagnostischen Zwecken. Sie wird quantitativ über die Äquivalent- bzw. Effektivdosis in Sievert (Sv) gemessen.
Tertiärdentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Tertiärdentin ist ein reaktiv gebildetes Dentin, das als Antwort auf externe Reize wie Karies, Attrition oder iatrogene Präparationstraumata von der Pulpa abgeschieden wird. Es wird unterteilt in Reaktionsdentin (gebildet von überlebenden primären Odontoblasten) und Reparaturdentin (gebildet von neu differenzierten odontoblastenähnlichen Zellen). Es unterscheidet sich histologisch durch eine unregelmäßige oder atubuläre Struktur vom primären und sekundären Dentin.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.
Trepanation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Wachsmodellation (Wax-up)
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das Wax-up ist das präzise Anfragen und Gestalten von Zahnformen mit Spezialschnitt- und Modellierwachsen auf einem Gipsmodell. Es dient der funktionellen und ästhetischen Vorplanung von feststehendem oder herausnehmbarem Zahnersatz. Die Wachsform wird im Verlustgussverfahren (Lost-Wax-Technik) in Metall oder Keramik umgesetzt oder als Vorlage für Mock-ups genutzt. Ziel ist die schrittweise Rekonstruktion von Kauflächen, Höckern und Randleisten nach funktionellen Gesichtspunkten.
Warmkondensation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Warmkondensation ist eine Methodengruppe zur dreidimensionalen thermoplastischen Obturation des aufbereiteten Wurzelkanalsystems. Durch Erwärmung wird das Füllmaterial (meist Guttapercha) plastifiziert und lässt sich unter Druck auch in akzessorische Kanäle und Verzweigungen einpressen. Zu den gängigsten Techniken zählen die warme vertikale Kondensation und kontinuierliche Welle-Techniken (Continuous Wave).
White-Spot-Läsionen nach kieferorthopädischer Behandlung
Ästhetik
Prüfungsfokus
White-Spot-Läsionen sind kreidig-weiße Initialläsionen mit intakter Oberfläche, die im Umfeld festsitzender Apparaturen entstehen. Der Bracketumfang bietet Retentionsnischen, in denen sich Biofilm über Monate ungestört anreichert. Sie zeigen sich typischerweise als halbmondförmige Areale zervikal und um die Bracketbasis herum, sobald die Apparatur entfernt wird.
Wirkstoff
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ein Wirkstoff (Active Pharmaceutical Ingredient, API) ist die biologisch aktive Komponente eines Arzneimittels, die für die prophylaktische, diagnostische oder therapeutische Wirkung verantwortlich ist. Er unterscheidet sich von den Hilfsstoffen, die lediglich als Träger-, Stabilisierungs- oder Geschmacksstoffe dienen. Die Einteilung und Benennung erfolgen international standardisiert nach dem INN-System (International Nonproprietary Name).
Wurzelkanalpräparation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Wurzelkanalpräparation umfasst die mechanische Reinigung und Formgebung des Wurzelkanalsystems mittels manueller oder maschineller Instrumente. Ziel ist die vollständige Entfernung von infiziertem Pulpagewebe, Bakterien und Dentinspänen sowie die Erstellung einer gleichmäßigen Konizität für die spätere Obturation. Sie bildet die Grundlage für eine effektive chemische Desinfektion des Kanals.
Zahnschema FDI
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das FDI-Zahnschema ist ein international standardisiertes System zur eindeutigen Benennung von Zähnen mittels zweier Ziffern. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten (1–4 für das bleibende Gebiss, 5–8 für das Milchgebiss), während die zweite Ziffer die Zahnposition von der Mitte nach distal (1–8 bzw. 1–5) angibt. Es ermöglicht eine zweifelsfreie Befunderhebung und Dokumentation ohne Verwechslungsgefahr.
Zentrische Relation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die zentrische Relation beschreibt eine definierte, reproduzierbare Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer, bei der die Kondylen eine kranial-ventrale Position in der Fossa einnehmen. Sie ist zahnunabhängig und dient als Referenzposition für Diagnostik und umfangreiche Rekonstruktionen. Davon zu unterscheiden ist die maximale Interkuspidation als rein zahnbezogene Position.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
Abformmaterial
Prothetik
Prüfungsfokus
Abformmaterialien sind Hilfsstoffe zur präzisen negativen Formabformung von oralen Strukturen wie Zähnen, Kieferkämmen und Schleimhäuten. Sie bilden die Grundlage für die Herstellung von Arbeitsmodellen im zahntechnischen Labor. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen starren, irreversibel-elastischen (z. B. Elastomeren, Alginat) und reversibel-elastischen Materialien.
ALARA-Prinzip
Radiologie
Prüfungsfokus
Das ALARA-Prinzip ist ein Grundsatz des Strahlenschutzes, der besagt, dass jede Strahlenexposition von Patienten und Personal so gering wie vernünftigerweise erreichbar gehalten werden muss. Es kombiniert rechtliche Vorgaben mit technischer Optimierung und strenger Indikationsstellung.
Ankylose
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Ankylose bezeichnet die knöcherne Fusion zwischen Zahnwurzel (Zement/Dentim) und Alveolarknochen unter Verlust des Parodontalligaments. Sie entsteht häufig nach Traumata, Replantationen oder schweren entzündlichen Prozessen. Der betroffene Zahn verliert seine physiologische Eigenbeweglichkeit.
Blutungsmanagement bei Antikoagulation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.
Carisolv
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Carisolv ist ein chemo-mechanisches System zur Kariesexkavation, das auf einer Mischung aus Natriumhypochlorit und Aminosäuren basiert. Das Gel löst gezielt den denaturierten Kollagenanteil cariösen Dentins auf, während gesunde Hartsubstanz unbeeinträchtigt bleibt. Das erweichte Gewebe wird anschließend manuell abgeschabt.
Chlorhexidin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Chlorhexidin ist ein kationisches Bisbiguanid-Antiseptikum mit breitem Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie Pilze. Durch seine hohe Substantivität haftet es lang anhaltend an oralen Oberflächen und verzögert die Plaque-Neubildung nachhaltig. Es gilt als Goldstandard in der chemischen Plaquekontrolle.
Dentalimplantat
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Dentalimplantat ist eine alloplastische Mepflanzung (meist aus Reintitan oder Zirkonoxidkeramik), die als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen inseriert wird. Es dient dem Verankerung von festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz durch das Prinzip der direkten strukturellen und funktionellen Verbindung zwischen Knochen und Implantatoberfläche (Osseointegration).
EDTA
Endodontie
Prüfungsfokus
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ist ein Chelator, der in der Endodontie zur Entfernung der anorganischen Anteile des Smear Layers eingesetzt wird. Durch die Bindung von Kalziumionen weicht EDTA das radikuläre Dentin leicht an und erleichtert so die mechanische Aufbereitung enger Kanäle.
Elektrische Pulpenprüfung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die elektrische Pulpenprüfung (EPP) ist ein diagnostisches Verfahren zur Bestimmung der sensiblen Innervation der Pulpa mittels elektrischer Reizung. Sie stimuliert primär die A-Delta-Fasern an der Pulpa-Dentin-Grenze und erzeugt bei vitalem Gewebe eine Sensationsschwelle. Ein positives Signal zeigt eine Reaktion der Nervenfasern, erlaubt jedoch keine direkte Aussage über die koruskuläre Durchblutung.
Finieren und Polieren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Finieren bezeichnet die Konturierung und Glättung der Restauration mit feinen Instrumenten, Polieren das anschließende Erzeugen einer glatten, glänzenden Oberfläche. Beide Schritte erfolgen in absteigender Körnung. Ziel sind eine plaquearme Oberfläche, ein korrekter Randschluss und gute Ästhetik.
Furkationsbefall
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Furkationsbefall beschreibt das Vordringen des parodontalen Attachmentverlusts in den Interradikulärraum mehrwurzeliger Zähne. Die Einteilung erfolgt klinisch meist nach Hamp in die Grade I (horizontal bis 3 mm), II (über 3 mm, nicht durchgängig) und III (durchgängig). Furkationen stellen wegen erschwerter Zugänglichkeit ausgeprägte Retentionsnischen für den Biofilm dar.
Kariesexkavation
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Kariesexkavation bezeichnet das kontrollierte Entfernen von demineralisierter und bakteriell infizierter Zahnhartsubstanz im Rahmen der Füllungstherapie. Ziel ist das Stoppen der Kariesprogression unter maximaler Schonung pulpanahen, remineralisierbaren Gewebes. Modernere Konzepte unterscheiden strikt zwischen infiziertem und remineralisierbarem Dentin.
Lateralisation
Endodontie
Prüfungsfokus
Als Lateralisation bezeichnet man in der Endodontie das ungewollte Abweichen von der ursprünglichen Anatomie des Wurzelkanals während der instrumentellen Aufbereitung. Hierbei wird der Wurzelkanal durch ungleichmäßige Instrumentenführung unphysiologisch zur Seite hin erweitert oder verlagert. Dies führt häufig zu einer unvollständigen Reinigung und Desinfektion des verbleibenden apikalen Kanalabschnitts.
Mineral Trioxid Aggregat
Endodontie
Prüfungsfokus
Mineral Trioxid Aggregat ist ein bioaktiver hydraulischer Zement, der in Anwesenheit von Feuchtigkeit aushärtet. Das Material weist hervorragende Biokompatibilität, Randschlussfähigkeit und die Fähigkeit zur Induktion von Hartgewebe auf.
Natriumhypochlorit
Endodontie
Prüfungsfokus
Natriumhypochlorit ist die primäre Spüllösung in der Endodontie mit stark gewebeauflösender und breiter antimikrobieller Wirkung. Es wirkt effektiv gegen Planktonbakterien sowie Biofilme und löst organische Bestandteile auf. Die üblicherweise genutzten Konzentrationen liegen zwischen 1 und 5,25 Prozent.
Orthodontische Zahnbewegung und Biologie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die orthodontische Zahnbewegung beruht auf einem enzymatisch vermittelten Gewebeumbau des Desmodonts und des angrenzenden Alveolarknochens als Reaktion auf mechanische Krafteinwirkung. Auf der Druckseite führt die Verminderung des Blutflusses zur Differenzierung von Osteoklasten und zum Knochenabbau. Auf der Zugseite stimulieren Dehnungsreize die Osteoblasten zur Bildung von neuem Osteoid und nachfolgender Mineralisation.
Osseointegration
Implantologie
Prüfungsfokus
Osseointegration bezeichnet den direkten strukturellen und funktionellen Verbund zwischen lebendem Knochen und der Oberfläche eines belasteten Implantats, ohne zwischengelagertes Bindegewebe. Sie ist die biologische Grundlage jeder Implantatversorgung und unterscheidet das Implantat fundamental vom natürlichen Zahn. Der Prozess durchläuft Wundheilung, Geflechtknochenbildung und Umbau zu lamellärem Knochen.
Remineralisation und Demineralisation
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Demineralisation beschreibt den Verlust von Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat aus der Zahnhartsubstanz durch säurebedingte Herauslösung von Hydroxylapatit. Remineralisation ist der umgekehrte Prozess, bei dem sich gelöste Mineralionen mithilfe von Speichel und Fluorid wieder in das Kristallgitter einlagern. Das Gleichgewicht zwischen beiden Prozessen bestimmt dynamisch die Integrität des Zahnschmelzes. Unterschreitet der pH-Wert der Plaque den kritischen Wert von ca. 5,5, überwiegt die Demineralisation.
Schilddrüsenschutz
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Schilddrüsenschutz ist eine radiologische Schutzvorrichtung, meist in Form eines Bleikragens oder Schilddrüsenschutzschildes mit einem Äquivalentwert von mindestens 0,35 bis 0,5 mm Blei. Er schützt das Schilddrüsengewebe vor direkter Nutzstrahlung und Sekundärstrahlung während dentalen Röntgenaufnahmen. Die Anwendung ist Teil der strahlenschutzrechtlichen Vorgaben zur Expositionsminimierung.
Sondierungstiefe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Sondierungstiefe beschreibt den Abstand zwischen dem marginalen Gingivarand und dem tiefsten Punkt, den eine Parodontalsonde unter definiertem Druck erreicht. Sie unterscheidet sich vom Attachmentverlust, da sie von der variablen Position des Gingivarandes abhängt. Erhöhte Werte sprechen für das Vorliegen von Pseudotaschen oder echten parodontalen Taschen.
Taschenrevision
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenrevision ist das erneute instrumentelle Bearbeiten (Debridement) spezifischer Parodontaltaschen, die in der Re-Evaluation nach primärer antiinfektiöser Therapie weiterhin Entzündungszeichen oder pathologische Sondierungstiefen aufweisen. Sie ist Bestandteil der nachfolgenden Therapiephasen sowie der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).