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Orthognathe Chirurgie
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die orthognathe Chirurgie korrigiert skelettale Kieferfehlstellungen durch operative Verlagerung von Ober- und Unterkiefer. Etablierte Verfahren sind die sagittale Spaltung des Unterkiefers und die Le-Fort-I-Osteotomie des Oberkiefers. Sie wird stets mit kieferorthopädischer Vor- und Nachbehandlung kombiniert.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Chirurgische Extraktion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die chirurgische Extraktion bezeichnet die operative Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrestes durch Eröffnung des Mucoperiostlappens und gezielte Abtragung von Alveolarknochen (Osteotomie). Sie kommt zur Anwendung, wenn eine konventionelle Zahnentfernung mittels Zange und Hebel nicht möglich oder gescheitert ist. Dieser Eingriff erfordert eine präzise präoperative radiologische Diagnostik zur Beurteilung der anatomischen Nachbarstrukturen.
Präprothetische Chirurgie
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die präprothetische Chirurgie umfasst alle chirurgischen Maßnahmen am Hart- und Weichgewebe zur Verbesserung des Prothesenlagers und Reanimation des Prothesensitzes. Sie zielt darauf ab, anatomische Hindernisse wie scharfe Knochenkanten, Schlotterkämme, störende Bänder oder zu flache Mundvorhöfe zu korrigieren. Dadurch wird eine optimale Retention, Stabilität und Belastbarkeit von abnehmbarem oder festsitzendem Zahnersatz ermöglicht.
Blutungsmanagement bei Antikoagulation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.
Chirurgische Kronenverlängerung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die chirurgische Kronenverlängerung schafft klinische Kronenhöhe, indem Weichgewebe und in der Regel auch Knochen nach apikal verlagert werden. Ziel ist entweder die Wiederherstellung der biologischen Breite vor einer Restauration oder die Harmonisierung der Gingivaverläufe aus ästhetischen Gründen. Eine reine Gingivektomie reicht nur aus, wenn eine Pseudotasche vorliegt und der Knochenabstand ausreicht.
Freilegungsoperation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Freilegungsoperation ist ein oralchirurgischer Eingriff zur Exposition der Krone eines retinierten oder impaktierten Zahnes. Ziel ist es, den Zahn für eine anschließende kieferorthopädische Einordnung mittels Attachments zugänglich zu machen. Die Schnittführung erfolgt je nach Lage des Zahnes palatinal oder vestibulär.
Osteotomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteotomie bezeichnet die gezielte Abtragung von Knochengewebe zur Freilegung und Entfernung von verlagerten, retinierten oder tief frakturierten Zähnen. Sie stellt eine fundamentale operative Technik der abtragenden Oralchirurgie dar.
Parodontale Regeneration
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
Mandibula
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Mandibula ist der hufeisenförmige, einzige bewegliche Knochen des Gesichtsschädels und bildet den Unterkiefer. Sie trägt die Zahnreihe des Unterkieferzahnbogens und artikuliert über die Processus condylares mit dem Temporalbone im Kiefergelenk.
Offener Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der offene Biss ist eine vertikale Malokklusion, bei der in zentrischer Okklusion kein vertikaler Kontakt zwischen den Zahnkronen von Ober- und Unterkiefer in einem oder mehreren Segmenten besteht. Man unterscheidet den frontal offenen Biss vom seitlich offenen Biss sowie habituelle von skelettalen Formen. Skelettal offene Bisse sind durch ein hyperdivergentes Wachstumsmuster mit vergrößertem Unterkieferplanumswinkel gekennzeichnet.
Progenie und Klasse-III-Anomalie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Klasse-III-Anomalie steht der Unterkiefer relativ zum Oberkiefer zu weit vorn. Ursache kann ein zu großer Unterkiefer, ein zu kleiner oder retrognather Oberkiefer oder eine Kombination sein. Davon abzugrenzen ist der Pseudoprogenie genannte Zwangsbiss, bei dem eine Frontzahnstufe den Unterkiefer nach vorn führt.
Alveolarkammaugmentation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolarkammaugmentation bezeichnet den chirurgischen Wiederaufbau eines atrophiierten oder defekten Alveolarfortsatzes. Ziel ist die Wiederherstellung des vertikalen und/oder horizontalen Knochenangebots für eine spätere implantologische oder prothetische Versorgung. Es kommen autologe, allogene, xenogene oder synthetische Materialien sowie Rekonstruktionstechniken zum Einsatz.
Ankylose
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Ankylose bezeichnet die knöcherne Fusion zwischen Zahnwurzel (Zement/Dentim) und Alveolarknochen unter Verlust des Parodontalligaments. Sie entsteht häufig nach Traumata, Replantationen oder schweren entzündlichen Prozessen. Der betroffene Zahn verliert seine physiologische Eigenbeweglichkeit.
Asepsis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Asepsis ist der Zustand der absoluten Keimfreiheit, bei dem jegliche Kontamination mit pathogenen und apathogenen Mikroorganismen verhindert wird. Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, Erreger von Wunden und sterilen Materialien fernzuhalten. Sie bildet das Fundament jedes operativen Eingriffs.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
Blutstillung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
Dentalimplantat
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Dentalimplantat ist eine alloplastische Mepflanzung (meist aus Reintitan oder Zirkonoxidkeramik), die als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen inseriert wird. Es dient dem Verankerung von festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz durch das Prinzip der direkten strukturellen und funktionellen Verbindung zwischen Knochen und Implantatoberfläche (Osseointegration).
Distraction
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Kallusdistraktion (Distraction) ist ein osteotomes Verfahren zur Neugenerierung von Knochengewebe und überliegendem Weichgewebe durch kontrollierte, langsame Trennung von Knochensegmenten nach einer Osteotomie. Durch kontinuierlichen Zug auf den sich bildenden Bindegewebskallus wird die körpereigene Knochenneubildung (Osteogenese) angeregt. Das Verfahren ermöglicht den Aufbau erheblicher Knochendefizite ohne die Notwendigkeit von autologen Knochentransplantaten.
Endodontische Revision
Endodontie
Prüfungsfokus
Die endodontische Revision ist die erneute Behandlung eines bereits wurzelkanalbehandelten Zahnes bei Misserfolg oder Reinfektion. Ziel ist die vollständige Entfernung des alten Füllmaterials, die Beseitigung persisiterender Bakterien und das erneute Versiegeln.
Engstand
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Engstand bezeichnet ein Missverhältnis zwischen der Summe der Zahnbreiten und der verfügbaren Kieferbogenlänge. Man unterscheidet primären Engstand durch zu große Zähne oder zu kleinen Kiefer, sekundären Engstand nach vorzeitigem Zahnverlust und tertiären Engstand im späten Jugend- und Erwachsenenalter. Die Einteilung bestimmt die Therapiestrategie.
Fernröntgenseitenaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.
Freies Schleimhauttransplantat
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Freie Schleimhauttransplantat ist ein autologes Weichgewebstransplantat, das meist aus dem harten Gaumen entnommen wird zur Verbreiterung der befestigten, keratinisierten Gingiva. Es wird an der Empfängerstelle ohne initiale eigene Gefäßversorgung auf ein Periostlager verpflanzt.
Frenulum
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Frenulum ist eine Schleimhautfalte in der Mundhöhle, die Lippe, Wange oder Zunge am Alveolarfortsatz bzw. Mundboden fixiert. Es enthält Bindegewebe, elastische Fasern und vereinzelt Muskelfasern. Morphologische Varianten können die Funktion oder Parodontalgesundheit beeinträchtigen.
Guided Bone Regeneration
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Guided Bone Regeneration ist ein chirurgisches Verfahren zum Wiederaufbau von Knochendefekten mittels physikalischer Barrieremembranen. Die Membran verhindert das schnelle Einwachsen von Bindegewebe und ermöglicht den langsamer regenerierenden osteogenen Zellen die Knochenneubildung.
Habits
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Habits sind wiederkehrende orale Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Zungenpressen oder habituelle Mundatmung. Sie wirken über längere Zeiträume als schwache Dauerkräfte auf Zähne und Kiefer und können Anomalien verursachen. Ausmaß und Dauer bestimmen die Auswirkung stärker als die Kraftintensität.
Hygienekette und Instrumentenaufbereitung
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Hygienekette beschreibt den lückenlosen, validierten Prozess der Reinigung, Desinfektion, Pflege, Verpackung und Sterilisation von Medizinprodukten in der Zahnarztpraxis. Grundlagendokument in Deutschland ist die gemeinsame Empfehlung von RKI und BfArM. Medizinprodukte werden je nach Anwendungsrisiko in Unkritisch, Semikritisch (A/B) und Kritisch (A/B) eingestuft. Die Aufbereitung zielt auf die vollständige Inaktivierung von Krankheitserregern zur Verhinderung von Kreuzinfektionen ab.
Implantatbettaufbereitung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatbettaufbereitung ist die schrittweise Präparation des knöchernen Lagers mit aufsteigenden Bohrerdurchmessern. Ziel ist eine passgenaue Kavität, die dem Implantat Halt gibt, ohne den Knochen thermisch oder mechanisch zu schädigen. Kernproblem ist die Hitzeentwicklung: Knochen reagiert auf Überwärmung mit Nekrose.
Implantatfreilegung und Einheilung
Implantologie
Prüfungsfokus
Bei gedeckter Einheilung liegt das Implantat während der Einheilphase vollständig unter der Schleimhaut und wird in einem Zweiteingriff freigelegt. Dabei wird die Verschlussschraube gegen einen Gingivaformer getauscht, der das periimplantäre Weichgewebe ausformt. Bei offener Einheilung entfällt dieser Zweiteingriff, weil bereits primär ein Gingivaformer eingesetzt wird.
Kephalometrie (FRS-Analyse)
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Kephalometrie ist ein standardisiertes röntgenologisches Messverfahren zur Beurteilung der kraniofazialen Strukturen im Fernröntgenseitenbild (FRS). Sie erlaubt die differenzierte Analyse von skelettalen, dentalen und weichgewebigen Strukturen in der Sagittal- und Vertikalebene. Durch die Verknüpfung von definierten Messpunkten, Bezugslinien und Winkeln werden Abweichungen von der Norm quantifiziert.
Knochenersatzmaterial
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Knochenersatzmaterialien (KEM) sind autologe, allogene, xenogene oder synthesebasierte Werkstoffe zur Rekonstruktion und Augmentation von Knochendefekten. Sie dienen als Leitschiene für die vaskuläre und osteogene Regeneration des ortsständigen Knochens. Die Auswahl richtet sich nach Biodegradation, mechanischer Stabilität und Indikation.
Kreuzbiss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der Kreuzbiss ist eine transversale Okklusionsstörung, bei der die bukkalen Höcker der seitlichen Oberkieferzähne lingual oder palatinal der bukkalen Höcker der Unterkieferzähne beissen. Er kann einseitig oder beidseitig sowie als koronaler Einzelzahnkreuzbiss oder skelettaler Kreuzbiss auftreten. Ursächlich sind meist ein zu schmaler Oberkiefer, eine zu breite Mandibel oder funktionelle Zwangsführungen.
Lingualnerv
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Nervus lingualis ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis (V3 des N. trigeminus). Er innerviert sensibel die vorderen zwei Drittel der Zunge, den Mundboden und die linguale Gingiva der Mandibel. Zudem führt er sensorische Geschmacksfasern aus der Chorda tympani mit sich.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entstehen durch ausbleibende Verschmelzung der embryonalen Gesichts- und Gaumenfortsätze. Sie zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und variieren von der isolierten Lippenspalte bis zur durchgehenden beidseitigen Spalte. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär über Jahre hinweg.
Maxilla
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Maxilla bezeichnet den paarigen Oberkieferknochen, der den zentralen Teil des Viszerokraniums bildet. Sie enthält die Sinus maxillares (Kieferhöhlen) und begrenzt die Mundhöhle, die Nasenhöhle sowie die Augenhöhlen.
Miller-Klassifikation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Miller-Klassifikation aus dem Jahr 1985 teilt gingivale Rezessionen in vier Klassen (I bis IV) ein, basierend auf dem Verlauf des Rezessionsrandes zur mukogingivalen Grenze und dem Ausmaß des interdentalen Knochen- und Weichgewebeverlusts. Sie dient der klinischen Beurteilung des Vorhersagbarkeit einer chirurgischen Rezessionsdeckung.
Operative Weisheitszahnentfernung
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die operative Weisheitszahnentfernung ist die chirurgische Entfernung der Dritten Molaren im Ober- und Unterkiefer nach Bildung eines Mukoperiostlappens und ggf. knöcherner Freilegung (Osteotomie). Die Indikation ergibt sich aus prophylaktischen oder therapeutischen Gründen wie rezidivierender Perikoronitis, Zystenbildung oder Resorptionen. Der Eingriff erfordert die Schonung anatomischer Nachbarstrukturen wie des N. alveolaris inferior, N. lingualis und der Kieferhöhle.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Osteosynthese
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Rehrmann-Lappen
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Rehrmann-Lappen ist ein mucoperiostaler Verschiebelappen mit Periostschlitzung zur Deckung einer Mund-Antrum-Verbindung (MAV) im Oberkiefer. Durch das Einkerben des Periosts an der Lappenbasis wird die Elastizität des Gewebes erhöht, um einen spannungsfreien Wundverschluss zu ermöglichen. Er gehört zu den Standardverfahren der orofazialen Plastischen Chirurgie.
Resorbierbare Membran
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine resorbierbare Membran ist eine biologische oder synthetische Barriere (z. B. aus kollagenem oder polymerem Material), die durch körpereigene Enzyme oder Hydrolyse abgebaut wird. Sie dient der temporären Separierung von rasch nachwachsendem Weichgewebe und langsam regenerierendem Knochengewebe. Nach Erfüllung ihrer Barrierefunktion löst sie sich rückstandsfrei auf.
Retention und Rezidiv
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
Retrograde Wurzelfüllung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die retrograde Wurzelfüllung bezeichnet den chirurgischen Verschluss des apikalen Wurzelkanalsystems von der Wurzelspitze her im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion. Sie wird indiziert, wenn ein orthograder Zugang unmöglich, blockiert oder trotz Revisionsversuch gescheitert ist. Als Goldstandard für das Füllmaterial gelten biologisch aktive Zemente wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Endodontic Repair Materials.
Rezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Rezession bezeichnet den apikalen Rückgang des parodontalen Weichgewebes (Gingiva) unter die Schmelz-Zement-Grenze ohne primäre Entzündung der parodontalen Tasche. Ursächlich sind meist mechanische Traumata (z. B. falsche Putztechnik), ein dünner parodontaler Phänotyp oder kieferorthopädische Zahnbewegungen.
Schneidersche Membran
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Schneidersche Membran ist die respiratorische Schleimhaut (Tunica mucosa), welche die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) von innen auskleidet. Sie besteht aus einem zweireihigen Flimmerepithel mit Becherzellen und einer Eigenschicht (Lamina propria). Im Rahmen von oralchirurgischen Eingriffen im Seitenzahnbereich des Oberkievers besitzt sie zentrale Bedeutung.
Sinubodenelevation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Sinusbodenelevation ist ein chirurgisches Augmentationsverfahren zur Erhöhung des knöchernen Kieferhöhlenbodens im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich. Ziel ist die Schaffung eines ausreichenden Knochenvolumens für die sichere Verankerung von Zahnimplantaten. Man unterscheidet methodisch zwischen dem internen (direkten) und dem externen (indirekten) Sinuslift.
Sinuslift
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Augmentation des vertikalen Knochenangebots im atrophischen posterioren Maxillabereich. Hierbei wird die Schneidersche Membran von der Kieferhöhlenbasis abgehoben und der entstehende Hohlraum mit Knochenaufbaumaterial gefüllt.
Sinuslift und Augmentation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Erhöhung des Knochenangebots im lateralen Oberkiefer durch Anheben der Schneider-Membran (Kieferhöhlenschleimhaut) und Einbringen von Knochenersatzmaterial oder autologem Knochen. Es wird zwischen dem internen Sinuslift (krestaler Zugang) und dem externen Sinuslift (lateraler Zugang über ein Knochenfenster) unterschieden. Ziel ist die Schaffung eines ausreichend dimensionierten Knochenlagers für eine endosseöse Implantation.
Steroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Steroide sind eine Klasse von Lipiden mit einem charakteristischen Cyclopentanoperhydrophenanthren-Grundgerüst. In der Pharmakologie beziehen sie sich meist auf synthetische oder körpereigene Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie wirken primär antiphlogistisch, immunsuppressiv und antiexsudativ durch die Inhibition der Phospholipase A2.
Stützhülsen
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Stützhülsen sind zylinderförmige Führungselemente aus Metall oder Kunststoff, die in computergestützte Bohrschablonen (Surgiguides) eingegliedert werden. Sie dienen der präzisen Führung von Bohlern und Insertern während der geführten Implantatpräparation (Guided Surgery). Dadurch wird eine exakte Ausrichtung bezüglich Winkel, Tiefe und Position der Implantate sichergestellt.
Taschenreduktion
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenreduktion ist das primäre Ziel der antiinfektiösen und chirurgischen Parodontitistherapie. Sie bezeichnet die physikalische Verringerung der sondierbaren Taschentiefe durch Gewebe-Reattachment, Ausbildung eines langen Saumepithels oder Gewebeschrumpfung (Rezession).
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.
Wundheilung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die oralchirurgische Wundheilung beschreibt die biologischen Prozesse zur Regeneration oder Reparatur geschädigten oralen Gewebes nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata. Sie läuft klassisch in drei phasenartigen Schritten ab: der exsudativen/entzündlichen Phase, der proliferativen Phase und der Regenerations- bzw. Reparaturphase. Im Kieferknochen schließt dies eine komplexe osteogene Gewebeneubildung ein.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zahntransplantation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Autotransplantation wird ein Zahn innerhalb desselben Patienten von seiner Position in eine andere Alveole verpflanzt. Typischerweise werden Prämolaren oder Weisheitszähne mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum transplantiert. Der Erfolg hängt entscheidend von der Vitalität der Wurzelhautzellen ab.