Lexikon durchsuchen …
⌘K
Tooth of the Day
Wissen
452 Artikel · Begriff oder Frage eingeben
Vorklinik
Klinik
Fortbildung
Alle
Endodontie
Parodontologie
Zahnerhaltung
Prothetik
Oralchirurgie
Pharmakologie
Radiologie
Anatomie & Histologie
Physiologie & Biochemie
Propädeutik
Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
Alterszahnmedizin
Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
Treffer (114)
Zurücksetzen
Parodontale Regeneration
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
Taschenreduktion
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenreduktion ist das primäre Ziel der antiinfektiösen und chirurgischen Parodontitistherapie. Sie bezeichnet die physikalische Verringerung der sondierbaren Taschentiefe durch Gewebe-Reattachment, Ausbildung eines langen Saumepithels oder Gewebeschrumpfung (Rezession).
Taschentiefe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschentiefe (Sondierungstiefe, ST) ist der in Millimetern gemessene Abstand zwischen dem gingivalen Saum (Margo gingivalis) und dem Boden der Parodontaltasche bzw. des Gingivalsulkus. Sie ist ein zentraler klinischer Parameter zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von Gingivitis und Parodontitis.
Pseudotasche
Parodontologie
Prüfungsfokus
Eine Pseudotasche bezeichnet eine Vertiefung des Gingivalsulcus ohne klinischen Attachmentverlust oder Destruktion des alveolären Knochens. Sie entsteht durch eine Koronalwanderung der Margo gingivalis infolge von Gingivahyperplasien oder entzündlichen Gewebsschwellungen.
Taschenausspülung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenausspülung (subgingivale Lavage) beschreibt das Ausspülen einer vertieften Parodontaltasche mit antiseptischen Lösungen wie Chlorhexidin (CHX) oder Wasserstoffperoxid. Ziel ist die mechanische Entfernung von Detritus sowie die chemische Reduktion der subgingivalen Mikroflora.
Unterstützende Parodontaltherapie
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Unterstützende Parodontaltherapie ist eine strukturierte, lebenslange Nachsorgephase (Therapiephase IV) zur Re-Etablierung und Aufrechterhaltung der parodontalen Gesundheit nach aktiver Behandlung. Sie umfasst Risikoevaluation, Re-Motivation, Re-Instruktion, professionelle Zahnreinigung und gezielte Nachinstrumentierung verbliebener Taschen. Das Behandlungsintervall richtet sich nach dem individuellen Parodontitis-Progressionsrisiko.
Parodontalabszess
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Parodontalabszess ist eine umschriebene Eiteransammlung im parodontalen Gewebe, meist ausgehend von einer bestehenden Tasche. Auslöser sind eine Behinderung des Sekretabflusses, eingepresste Fremdkörper oder eine unvollständige subgingivale Instrumentierung. Klinisch imponiert eine prall-elastische, druckschmerzhafte Schwellung mit Pusaustritt aus dem Sulkus.
Behandlungsvertrag und Patientenrechte
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Mit dem Patientenrechtegesetz von 2013 wurde der Behandlungsvertrag als eigener Vertragstyp in das Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen. Er verpflichtet zur Behandlung nach fachlichem Standard, zur Aufklärung, zur Einholung der Einwilligung und zur Dokumentation. Geschuldet wird die fachgerechte Behandlung, nicht der Heilerfolg.
Gutachterverfahren
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Im vertragszahnärztlichen Bereich prüfen bestellte Gutachter geplante oder erbrachte Leistungen. Das Planungsgutachten beurteilt vor Behandlungsbeginn, ob eine geplante Versorgung notwendig und wirtschaftlich ist; das Mängelgutachten bewertet nachträglich beanstandete Arbeiten. Gutachter werden von Krankenkassen und Kassenzahnärztlicher Vereinigung gemeinsam bestellt.
Implantatoberflächen
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Oberflächenbeschaffenheit eines Implantats beeinflusst Geschwindigkeit und Qualität der Osseointegration. Moderne Implantate bestehen überwiegend aus Titan oder Zirkondioxid und besitzen mikroraue Oberflächen, die durch Sandstrahlen und Ätzen erzeugt werden. Makrodesign wie Gewindeform und Konizität bestimmt zusätzlich die Primärstabilität.
Parodontales Ligament Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das parodontale Ligament ist das straffe, zell- und gefaessreiche Bindegewebe im Spaltraum zwischen Wurzelzement und Alveolarknochen. Es besteht hauptsaechlich aus kollagenen Faserbuendeln, Fibroblasten, Gefaessen, Nerven sowie Malassez-Epithelresten. Seine Hauptfunktion ist die dynamische Verankerung des Zahnes sowie die sensorische Rueckmeldung ueber Mechanorezeptoren.
Taschenrevision
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenrevision ist das erneute instrumentelle Bearbeiten (Debridement) spezifischer Parodontaltaschen, die in der Re-Evaluation nach primärer antiinfektiöser Therapie weiterhin Entzündungszeichen oder pathologische Sondierungstiefen aufweisen. Sie ist Bestandteil der nachfolgenden Therapiephasen sowie der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).
Rechtwinkeltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Rechtwinkeltechnik ist eine intraorale Aufnahmetechnik, bei der der Röntgenfilm parallel zur Zahnlängsachse ausgerichtet und der Zentralstrahl rechtwinklig auf den Film gerichtet wird. Hierfür werden spezielle Filmhalter mit Zielvorrichtung verwendet.
Sondierungstiefe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Sondierungstiefe beschreibt den Abstand zwischen dem marginalen Gingivarand und dem tiefsten Punkt, den eine Parodontalsonde unter definiertem Druck erreicht. Sie unterscheidet sich vom Attachmentverlust, da sie von der variablen Position des Gingivarandes abhängt. Erhöhte Werte sprechen für das Vorliegen von Pseudotaschen oder echten parodontalen Taschen.
Dentogene Abszesse und Logen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Dentogene Abszesse sind umschriebene Eiteransammlungen im Kiefer-Gesichts-Bereich, die primär von infizierten Zähnen oder dem Zahnhalteapparat ausgehen. Sie breiten sich entlang von Faszienstrukturen in anatomische Spalträume (Logen) wie den Submandibular-, Sublingual- oder Pterygomandibularraum aus. Ohne rechtzeitige Inzision und Antibiose drohen lebensbedrohliche Komplikationen wie Mediastinitis oder Sinus-cavernosus-Thrombose.
Gummy Smile
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als Gummy Smile bezeichnet man eine übermäßige Sichtbarkeit der Gingiva beim Lachen. Ursächlich können ein hypermobiles Oberlippenbändchen, eine kurze Oberlippe, ein altersunabhängig verzögerter passiver Durchbruch oder ein vertikaler Überschuss des Oberkiefers sein. Die Therapie richtet sich zwingend nach der zugrunde liegenden Ursache.
Knochenabbau im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Röntgenbild zeigt beim parodontalen Befund die Höhe und Form des Alveolarknochens sowie den Verlauf der Lamina dura. Unterschieden werden der horizontale Abbau mit gleichmäßig reduziertem Knochenniveau und der vertikale Abbau mit trichterförmigen Einbrüchen entlang einer Wurzel. Bei mehrwurzeligen Zähnen ist zusätzlich die Furkation zu beurteilen.
Medizinprodukterecht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Medizinprodukterecht regelt Inverkehrbringen, Betrieb und Aufbereitung von Medizinprodukten. In der Praxis betrifft dies unter anderem Behandlungseinheiten, Sterilisatoren, Röntgengeräte und Instrumente. Betreiber sind zu Einweisung, Funktionsprüfung, Wartung und Dokumentation verpflichtet.
Schichtebene
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Schichtebene (auch Bildebene oder fokale Schicht) ist der vordefinierte dreidimensionale Bereich bei tomografischen Aufnahmeverfahren, der auf dem Bild scharf abgebildet wird. Objekte außerhalb dieser Schicht werden unscharf dargestellt, verzerrt oder vollständig ausgemittelt. In der Panoramaschichtaufnahme entspricht die Schichtebene dem Zahnbogenverlauf des Kieferkamms.
Verhaltensführung beim Kind
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Verhaltensführung umfasst kommunikative und psychologische Techniken, mit denen Kinder an die zahnärztliche Behandlung herangeführt werden. Bewährte Verfahren sind Tell-Show-Do, positive Verstärkung, Ablenkung und altersgerechte Sprache. Ziel ist eine kooperative Behandlung ohne Entstehung dauerhafter Behandlungsangst.
Zement und Wurzelhaut
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Zement und Wurzelhaut bilden zusammen mit dem Alveolarknochen und der Gingiva den Zahnhalteapparat. Das Zement bedeckt als mineralisiertes Gewebe die Wurzeloberflaeche und dient der Verankerung der Sharpey-Fasern des Desmodonts. Die Wurzelhaut ist ein bindegewebiger Spaltraum, der den Zahn elastisch im Alveolarknochen aufhaengt.
Ankylose
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Ankylose bezeichnet die knöcherne Fusion zwischen Zahnwurzel (Zement/Dentim) und Alveolarknochen unter Verlust des Parodontalligaments. Sie entsteht häufig nach Traumata, Replantationen oder schweren entzündlichen Prozessen. Der betroffene Zahn verliert seine physiologische Eigenbeweglichkeit.
Ästhetische Analyse und Smile Design
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die ästhetische Analyse erfasst systematisch Gesichts-, Lippen-, Gingiva- und Zahnparameter vor einer ästhetischen Behandlung. Beurteilt werden unter anderem Gesichtsmittellinie, Lachlinie, Inzisalkantenverlauf und Zahnproportionen. Digitale Verfahren übertragen die Planung auf Fotos und Modelle und machen sie im Mock-up erlebbar.
Finieren und Polieren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Finieren bezeichnet die Konturierung und Glättung der Restauration mit feinen Instrumenten, Polieren das anschließende Erzeugen einer glatten, glänzenden Oberfläche. Beide Schritte erfolgen in absteigender Körnung. Ziel sind eine plaquearme Oberfläche, ein korrekter Randschluss und gute Ästhetik.
Knochenangebot und Knochenqualität
Implantologie
Prüfungsfokus
Vor jeder Implantation werden Menge und Beschaffenheit des ortsständigen Knochens beurteilt. Das Knochenangebot beschreibt Höhe und Breite des Alveolarfortsatzes, die Knochenqualität den Anteil und die Dichte von Kortikalis und Spongiosa. Gebräuchlich ist die Einteilung nach Lekholm und Zarb in die Klassen D1 bis D4.
Osseointegration
Implantologie
Prüfungsfokus
Osseointegration bezeichnet den direkten strukturellen und funktionellen Verbund zwischen lebendem Knochen und der Oberfläche eines belasteten Implantats, ohne zwischengelagertes Bindegewebe. Sie ist die biologische Grundlage jeder Implantatversorgung und unterscheidet das Implantat fundamental vom natürlichen Zahn. Der Prozess durchläuft Wundheilung, Geflechtknochenbildung und Umbau zu lamellärem Knochen.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Radiopazität
Radiologie
Prüfungsfokus
Radiopazität bezeichnet die hohe Schwächung von Röntgenstrahlung durch dichtes Gewebe oder Material, was zu einer hellen bis weißen Darstellung auf dem Radiogramm führt. Je höher die Ordnungszahl und Dichte des Materials, desto ausgeprägter ist die Verschattung.
Rezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Rezession bezeichnet den apikalen Rückgang des parodontalen Weichgewebes (Gingiva) unter die Schmelz-Zement-Grenze ohne primäre Entzündung der parodontalen Tasche. Ursächlich sind meist mechanische Traumata (z. B. falsche Putztechnik), ein dünner parodontaler Phänotyp oder kieferorthopädische Zahnbewegungen.
Röntgenkontrast
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Röntgenkontrast bezeichnet den Dichte- bzw. Helligkeitsunterschied zwischen zwei benachbarten Bereichen auf einem Röntgenbild. Er entsteht durch die unterschiedliche Schwächung der Röntgenstrahlung beim Durchgang durch Gewebe verschiedener Dichte und Ordnungszahl. Ein ausgewogener Kontrast ist Voraussetzung für die Differenzierung von Hart- und Weichgeweben sowie pathologischen Veränderungen.
Azithromycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Azithromycin ist ein Halbsynthetisches Makrolid-Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum und bakterizider bis bakteriostatischer Wirkung durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese. Es zeichnet sich durch eine sehr lange GewebehBW und hohe Anreicherung in Phagozyten sowie entzündetem Gewebe aus. Dies ermöglicht kurze Therapiedauern von meist drei Tagen.
Bleeding on Probing
Parodontologie
Prüfungsfokus
Bleeding on Probing bezeichnet das Auftreten einer kapillären Blutung aus dem Sulcus beziehungsweise der Tasche nach vorsichtigem Sondieren mit normierter Kraft (ca. 0,25 N). Es gilt als primärer klinischer Indikator für eine histologisch nachweisbare Gewebeentzündung des parodontalen Gewebes. Ein negativer BOP hat einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für die parodontale Stabilität.
Diabetes mellitus und Mundgesundheit
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Diabetes mellitus und Parodontitis stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlechtert die parodontale Situation über gestörte Immunabwehr, veränderte Kollagenbildung und die Wirkung fortgeschrittener Glykierungsendprodukte. Umgekehrt erschwert eine unbehandelte Parodontitis durch ihre systemische Entzündungslast die Blutzuckereinstellung.
Gingivahyperplasie
Parodontologie
Prüfungsfokus
Als Gingivahyperplasie bezeichnet man die Volumenzunahme der Gingiva, die häufigste medikamentös bedingte Veränderung am Parodont. Klassische Auslöser sind Phenytoin, Ciclosporin A und Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ, insbesondere Nifedipin. Die Wucherung beginnt typischerweise an den Interdentalpapillen und kann bis zur Überdeckung der Zahnkronen fortschreiten.
Gingivarezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Unter einer Gingivarezession versteht man den parodontitisunabhängigen oder -bedingten Rückgang des marginalen Parodonts mit Freilegung der Schmelz-Zement-Grenze. Sie entsteht primär durch mechanische Traumata wie falsche Putztechnik, anatomische Prädispositionen oder als Folge entzündlichen Attachementverlusts.
Gingivitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Gingivitis ist eine plaqueinduzierte, entzündliche Veränderung der marginalen Gingiva ohne Verlust des parodontalen Attachements. Sie stellt die Vorstufe der Parodontitis dar, ist jedoch im Gegensatz zu dieser vollständig reversibel. Klinische Hauptmerkmale sind Rötung, Schwellung und Blutung auf Sondierung.
Klinischer Attachmentverlust
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der klinische Attachmentverlust bezeichnet den Streckenabstand von der Schmelz-Zement-Grenze bis zum Grund der sondierbaren Tasche. Er stellt das Goldstandard-Maß für den kumulativen, irreversiblen Gewebeverlust des Parodonts dar. Der CAL berechnet sich aus der Summe von Sondierungstiefe und Gingivarezession.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
Socransky-Komplexe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Socransky-Komplexe klassifizieren subgingivale Bakterienarten der plaqueassoziierten Parodontitis anhand ihrer Vergesellschaftung und Virulenz in Farbgruppen. Der rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola, Tannerella forsythia) repräsentiert dabei die späte, hochvirulente Besiedlungsphase und steht in engem Zusammenhang mit der Gewebedestruktion. Früh- und Zwischenstadien werden durch den gelben, grünen, lila und orangen Komplex abgebildet.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Zahnfleischrückgang
Parodontologie
Prüfungsfokus
Zahnfleischrückgang bezeichnet die freiliegende Wurzeloberfläche durch einen koronalen Verlust des marginalen Parodonts ohne entzündliche Knochentaschenbildung. Er wird primär durch falsche Putztechniken (Trauma), occlusales Trauma, orthodontische Zahnbewegungen oder nach Ausheilung einer Parodontitis verursacht. Die resultierende Exposition des Dentins führt häufig zu hypersensiblen Zahnhälsen und ästhetischen Beeinträchtigungen.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Aggressive Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die aggressive Parodontalerkrankung bezeichnete historisch eine rasch verlaufende Form des Parodontalgewebeabbaus bei meist jungen, systemisch gesunden Patienten. Nach der Klassifikation von 2018 wird diese Verlaufsform nun unter der allgemeinen 'Parodontitis' zusammengefasst und typischerweise als Stadium III oder IV mit hoher Progression (Grad C) klassifiziert. Sie zeigt oft eine familiäre Aggregation und ein Missverhältnis zwischen lokalen Belägen und Destruktionsgrad.
Aktinomyces naeslundii
Parodontologie
Prüfungsfokus
Actinomyces naeslundii ist ein grampositives, fakultativ anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium der oralen Mikroflora. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der initialen Plaquebildung und der Adhäsion an den Schmelzpellet. Zudem ist es häufig an der Entstehung von Wurzelkaries beteiligt.
ALARA-Prinzip
Radiologie
Prüfungsfokus
Das ALARA-Prinzip ist ein Grundsatz des Strahlenschutzes, der besagt, dass jede Strahlenexposition von Patienten und Personal so gering wie vernünftigerweise erreichbar gehalten werden muss. Es kombiniert rechtliche Vorgaben mit technischer Optimierung und strenger Indikationsstellung.
Alveolarfortsatz
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Alveolarfortsatz ist der zahntragende Anteil von Maxilla und Mandibula und besteht aus Kompakta, Spongiosa und der Lamina dura als Alveolenwand. Er entsteht mit dem Zahndurchbruch und bildet sich nach Zahnverlust wieder zurück. Über die Sharpey-Fasern des Parodontalligaments ist er funktionell mit dem Zahn verbunden.
Antiseptika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antiseptika sind chemische Substanzen, die lokal auf lebenden Geweben wie Haut oder Schleimhaut angewendet werden, um Erreger abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Im Gegensatz zu Antibiotika wirken sie weitgehend unspezifisch gegen ein breites Spektrum von Mikroorganismen. In der Zahnmedizin dienen sie der Reduktion der oralen Keimzahl.
Apikale Parodontitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.
Asepsis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Asepsis ist der Zustand der absoluten Keimfreiheit, bei dem jegliche Kontamination mit pathogenen und apathogenen Mikroorganismen verhindert wird. Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, Erreger von Wunden und sterilen Materialien fernzuhalten. Sie bildet das Fundament jedes operativen Eingriffs.
Aufklärungspflicht und Einwilligung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Vor jedem Eingriff muss der Patient über Diagnose, geplante Maßnahme, Risiken, Alternativen und Folgen eines Behandlungsverzichts aufgeklärt werden. Erst die auf dieser Grundlage erteilte Einwilligung macht den Eingriff rechtmäßig. Ohne wirksame Einwilligung stellt auch eine fachlich einwandfreie Behandlung eine Rechtsverletzung dar.
Avulsion und Replantation
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Als Avulsion bezeichnet man den vollständigen Verlust eines Zahns aus seiner Alveole. Die Prognose der Replantation hängt fast ausschließlich davon ab, wie lange und in welchem Medium die desmodontalen Zellen auf der Wurzeloberfläche überleben. Bereits eine Trockenzeit von 30 bis 60 Minuten führt zum irreversiblen Zelltod und damit regelhaft zur Ersatzresorption.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
Biofilm
Parodontologie
Prüfungsfokus
Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in einer selbstproduzierten Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) eingebettet ist und an einer Oberfläche haftet. In der Mundhöhle bildet er die Grundlage für Karies, Gingivitis und Parodontitis. Die Matrix schützt die enthaltenen Bakterien vor äußeren Einflüssen und dem Immunsystem des Wirts.
Bissflügelaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist eine intraorale Röntgenaufnahme zur Darstellung der Zahnkronen und des koronalen Alveolarknochens von Ober- und Unterkiefer im Seitenzahnbereich. Der Film oder Sensor wird durch Aufbeißen des Patienten auf eine Halterungslasche fixiert.
Bohrerschnitt
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Bohrerschneide ist die keilförmig zugespitzte Funktionskante eines rotierenden Schneidwerkzeugs in der Zahnmedizin. Sie dient dem Spanabtrag von Schmelz, Dentin, Pulpa oder Restaurationstexturen durch mechanische Scherkräfte. Ihre Geometrie variiert je nach Verwendungszweck zwischen Schleif- und Schneidinstrumenten.
Brückenglied
Prothetik
Prüfungsfokus
Das Brückenglied ist der freischwebende Teil einer Brückenprothese, der den verloren gegangenen Zahn ersetzt. Es verbindet die Brückenanker miteinander und stellt die Kaufunktion sowie die Ästhetik wieder her.
Chirurgische Kronenverlängerung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die chirurgische Kronenverlängerung schafft klinische Kronenhöhe, indem Weichgewebe und in der Regel auch Knochen nach apikal verlagert werden. Ziel ist entweder die Wiederherstellung der biologischen Breite vor einer Restauration oder die Harmonisierung der Gingivaverläufe aus ästhetischen Gründen. Eine reine Gingivektomie reicht nur aus, wenn eine Pseudotasche vorliegt und der Knochenabstand ausreicht.
Datenschutz in der Praxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Gesundheitsdaten zählen zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten und unterliegen erhöhtem Schutz. Die Praxis muss Verarbeitungszwecke festlegen, Betroffene informieren und technische wie organisatorische Schutzmaßnahmen umsetzen. Ergänzend gilt die ärztliche Schweigepflicht, die vom Datenschutzrecht unabhängig fortbesteht.
Dokumentationspflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Behandlungsdokumentation hält Befunde, Diagnosen, Maßnahmen, Aufklärung und Verlauf nachvollziehbar fest. Sie dient der Behandlungssicherheit, der Nachweisbarkeit erbrachter Leistungen und der Beweisführung im Streitfall. Nachträgliche Änderungen müssen als solche erkennbar bleiben.
Endokarditisprophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die Endokarditisprophylaxe beschreibt die gezielte einmalige Verabreichung eines Antibiotikums vor dentoalveolären Eingriffen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie ist nach aktuellen Leitlinien streng auf Hochrisikopatienten mit spezifischen kardialen Vorerkrankungen beschränkt. Der Eingriff muss mit einer Bakteriämie-Wahrscheinlichkeit durch Manipulation an Gingiva oder Periapikalregion einhergehen.
Entzündungsmediatoren
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Entzündungsmediatoren sind biochemische Botenstoffe, welche die vaskulären und zellulären Reaktionen einer Entzündung initiieren, aufrechterhalten und regulieren. Sie entstammen entweder dem Plasma (z. B. Komplementsystem, Kinin-System) oder werden lokal von Zellen ausgeschüttet (z. B. Histamin, Prostaglandine, Leukotriene, Zytokine). In der Parodontitis und Pulpitis steuern Prostaglandin E2 (PGE2) sowie IL-1, IL-6 und TNF-alpha die Gewebedestruktion und die Osteoklastenaktivierung. Ihre Wirkung führt zu Vasodilatation, erhöhter Gefäßpermeabilität, Chemotaxis und Schmerzsensibilisierung.
Ergonomie am Behandlungsstuhl
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Ergonomie am Behandlungsstuhl umfasst die physiologische Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Körperhaltung und der Arbeitsabläufe von Behandler und Assistenz. Ziel ist die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie die Optimierung der Sicht- und Zugangsverhältnisse im Patientengesteuerten Arbeitsfeld. Die Ausrichtung orientiert sich am Uhrzeigersinn-Modell rund um den Patientenkopf als 12-Uhr-Referenz. Besondere Bedeutung hat die aufrechte, dynamische Sitzhaltung mit neutraler Wirbelsäulenkrümmung.
Freiendprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Freiendprothese ist ein partieller Zahnersatz zur Versorgung von verkürzten Zahnreihen ohne distalen Pfeilerzahn. Die Abstützung erfolgt teils periodontal über die Restzähne und teils gingival über die Schleimhaut des Kieferkamms.
Frenulum
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Frenulum ist eine Schleimhautfalte in der Mundhöhle, die Lippe, Wange oder Zunge am Alveolarfortsatz bzw. Mundboden fixiert. Es enthält Bindegewebe, elastische Fasern und vereinzelt Muskelfasern. Morphologische Varianten können die Funktion oder Parodontalgesundheit beeinträchtigen.
Frühbehandlung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Frühbehandlung greift bereits im Milch- oder frühen Wechselgebiss ein, um sich verschlechternde Befunde abzufangen. Typische Indikationen sind ausgeprägte Kreuzbisse mit Zwangsführung, Habits und schwere skelettale Abweichungen. Ziel ist die Verhinderung einer Verschlimmerung, nicht die abschließende Korrektur.
Furkationsbefall
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Furkationsbefall beschreibt das Vordringen des parodontalen Attachmentverlusts in den Interradikulärraum mehrwurzeliger Zähne. Die Einteilung erfolgt klinisch meist nach Hamp in die Grade I (horizontal bis 3 mm), II (über 3 mm, nicht durchgängig) und III (durchgängig). Furkationen stellen wegen erschwerter Zugänglichkeit ausgeprägte Retentionsnischen für den Biofilm dar.
Gesichtsbogen
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Gesichtsbogen ist ein diagnostisches Hilfsmittel zur Übertragung der Lage des Oberkiefers bezüglich der Scharnierachse und der Bezugsebenen des Schädels in einen Artikulator. Er ermöglicht die schädelbezügliche Zuordnung von Oberkiefermodellen im Zahntechniklabor.
Gesteuerte Knochenregeneration (GBR)
Implantologie
Prüfungsfokus
Die gesteuerte Knochenregeneration nutzt eine Barrieremembran, um einen Knochendefekt vom schneller einwachsenden Weichgewebe abzuschirmen. Unter dem so geschaffenen Raum können die langsameren knochenbildenden Zellen den Defekt besiedeln. Der Raum wird in der Regel mit autologem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Mischung stabilisiert.
Haftung und Behandlungsfehler
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn die Behandlung hinter dem im Zeitpunkt der Behandlung geltenden fachlichen Standard zurückbleibt. Haftung setzt zusätzlich einen daraus entstandenen Schaden und einen Ursachenzusammenhang voraus. Neben dem Behandlungsfehler steht der Aufklärungsfehler: Ohne wirksame Einwilligung ist der Eingriff rechtswidrig, auch wenn er fachlich einwandfrei war.
Haltertechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Haltertechnik bezeichnet die intraorale Radiographie unter Verwendung mechanischer Positionierungssysteme für Bildempfänger und Tubus. Sie stellt sicher, dass Film/Sensor und Tubus in einer festen, geometrisch korrekt definierten Relation zueinander stehen.
Hybridprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Hybridprothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der sowohl schleimhautgetragen als auch auf verbliebenen Restzähnen oder Implantaten abgestützt wird. Als Verankerungselemente dienen meist Locatoren, Kugelknöpfe oder Stege.
Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Implantatwerkstoffe
Implantologie
Prüfungsfokus
Dentale Implantate bestehen ganz überwiegend aus Reintitan der Grade 1 bis 4 oder aus Titanlegierungen wie Ti-6Al-4V. Titan verdankt seine Eignung einer spontan entstehenden Oxidschicht, die den Werkstoff passiviert und die knöcherne Anlagerung ermöglicht. Als metallfreie Alternative haben sich Implantate aus yttriumstabilisiertem Zirkondioxid etabliert.
Kaufunktion und Ernährung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion hängt wesentlich von der Anzahl und Verteilung okkludierender Zahnpaare ab. Ein reduziertes Restgebiss verringert die Zerkleinerungsleistung und verändert die Nahrungsauswahl hin zu weicheren, oft weniger nährstoffreichen Speisen. Dies kann zu Mangelernährung und Gewichtsverlust beitragen.
Kiefergelenk Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) ist ein echtes, inkongruentes Doppelgelenk, das die Mandibel beweglich mit dem Os temporale verbindet. Die Gelenkflächen werden durch die Fossa mandibularis, das Tuberculum articulare und das Caput mandibulae gebildet. Ein biconcaver Discus articularis aus dichtem faserigen Bindegewebe unterteilt die Gelenkhöhle vollständig in eine diskotemporale und eine diskomandibuläre Kammer. Der Überzug der Gelenkflächen besteht im Gegensatz zu den meisten anderen echten Gelenken aus Faserknorpel.
Klammer
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Klammer ist ein mechanisches Halte- und Stützelement für herausnehmbaren Zahnersatz, das an natürlichen Zähnen oder Kronen verankert wird. Sie besteht typischerweise aus einem retentionierenden Klammerarm (unterhalb des Inflektionspunktes), einem reziproken Arm sowie einer Auflage zur axialen Belastungseinleitung. Man unterscheidet gebogene Drahtklammern von gegossenen Modellgussklammern.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Kreuzbiss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der Kreuzbiss ist eine transversale Okklusionsstörung, bei der die bukkalen Höcker der seitlichen Oberkieferzähne lingual oder palatinal der bukkalen Höcker der Unterkieferzähne beissen. Er kann einseitig oder beidseitig sowie als koronaler Einzelzahnkreuzbiss oder skelettaler Kreuzbiss auftreten. Ursächlich sind meist ein zu schmaler Oberkiefer, eine zu breite Mandibel oder funktionelle Zwangsführungen.
Kronenpräparation
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Kronenpräparation ist das abtragende Formgeben eines Zahnes zur Aufnahme einer künstlichen Krone. Ziel ist die Schaffung von Retentions- und Widerstandsformen unter maximaler Schonung der Pulpa und des Parodontiums. Dabei muss eine definierte Präparationsgrenze (z. B. Stufe oder Hohlkehle) eindeutig dargestellt werden.
Matrizensysteme
Propädeutik
Prüfungsfokus
Matrizen ersetzen bei approximalen Restaurationen die fehlende Kavitätenwand und formen den Kontaktpunkt. Man unterscheidet zirkuläre Matrizensysteme von Teilmatrizen, die zusammen mit Separierringen verwendet werden. Keile fixieren die Matrize zervikal und verhindern Überschüsse.
Metronidazol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Metronidazol ist ein synthethisches Nitroimidazol-Antibiotikum mit gezielter Wirkung gegen obligat anaerobe Bakterien und Protozoen. Es führt nach intrazellulärer Reduktion zu DNA-Strangbrüchen und damit zum Zelltod der Erreger. In der Zahnmedizin ist es ein wichtiges Adjuvans bei aggressiven parodontalen Infektionen.
Mikrobiom der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Das Mikrobiom der Mundhöhle umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren), die die verschiedenen oralen Habitate besiedeln. Über 700 Bakterienarten leben im komplexen Gleichgewicht eines Biofilms, wobei Streptococcus-Arten oft den Pionieraufwuchs auf dem Zahnschmelz bilden. Eine ökologische Verschiebung dieser Mikrobiota (Dysbiose) durch Milieuänderungen führt zur Selektion pathogener Keime. So begünstigt ein azides Milieu azidogene Säurebildner wie Streptococcus mutans (Karies), während ein anaerobes, proteinreiches Milieu Porphyromonas gingivalis (Parodontitis) fördert.
Miller-Klassifikation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Miller-Klassifikation aus dem Jahr 1985 teilt gingivale Rezessionen in vier Klassen (I bis IV) ein, basierend auf dem Verlauf des Rezessionsrandes zur mukogingivalen Grenze und dem Ausmaß des interdentalen Knochen- und Weichgewebeverlusts. Sie dient der klinischen Beurteilung des Vorhersagbarkeit einer chirurgischen Rezessionsdeckung.
Morbus Parkinson in der Zahnmedizin
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Der Morbus Parkinson führt über Rigor, Tremor und Bradykinese zu erheblichen Einschränkungen der Mundhygienefähigkeit. Hinzu kommen Schluckstörungen, eine verminderte automatische Speichelclearance mit Sialorrhoe sowie eine oft ausgeprägte Xerostomie durch die anticholinerge Begleitmedikation. Die Kombination erhöht das Karies- und Parodontitisrisiko deutlich.
Mundschleimhaut Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.
Nabers-Sonde
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Nabers-Sonde ist ein kalibriertes, speziell gebogenes parodontales Untersuchungsinstrument zur genauen Erfassung des Furkationsbefalls mehrwurzeliger Zähne. Durch ihre halbkreisförmig gebogene Arbeitsenden-Geometrie ermöglicht sie den optimalen Zugang zum Interradikulärraum von Molaren und Prämolaren.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Plaqueindex
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Plaqueindex (z. B. nach Silness und Löe oder O'Leary) ist ein standardisiertes Messverfahren zur Erfassung der Ausprägung und Verteilung des supragingivalen Biofilms auf den Zahnflächen. Er dient als objektiver Parameter zur Beurteilung der mundhygienischen Patientenkooperation (Compliance) und der Entzündungsaktivität.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Porphyromonas gingivalis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Porphyromonas gingivalis ist ein gramnegatives, anaerobes Bakterium, das als Leitorganismus des roten Komplexes nach Socransky gilt. Es produziert Virulenzfaktoren wie Gingipaine und Lipopolysaccharide, welche die Wirtsabwehr modulieren und Gewebe abbauen. P. gingivalis übernimmt eine Schlüsselrolle als Keystone-Pathogen bei der Entstehung dysbiotischer Parodontitiden.
Präparationsgrenze
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Präparationsgrenze bezeichnet den Übergangsbereich zwischen der bearbeiteten Zahnsubstanz und dem unpräparierten Zahngewebe. Sie legt den apikalen Endpunkt einer Präparation fest und bestimmt somit den Verlauf des Restaurationrandes. Eine präzise Darstellung ist für den randschlüssigen Sitz der Restauration essenziell.
Progenie und Klasse-III-Anomalie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Klasse-III-Anomalie steht der Unterkiefer relativ zum Oberkiefer zu weit vorn. Ursache kann ein zu großer Unterkiefer, ein zu kleiner oder retrognather Oberkiefer oder eine Kombination sein. Davon abzugrenzen ist der Pseudoprogenie genannte Zwangsbiss, bei dem eine Frontzahnstufe den Unterkiefer nach vorn führt.
Prothesenversorgung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die prothetische Versorgung älterer Patienten richtet sich weniger am technisch Machbaren aus als an dem, was der Patient noch handhaben und pflegen kann. Mit nachlassender Feinmotorik, reduzierter Sehkraft und kognitiven Einschränkungen verschiebt sich die Bewertung: Eine einfache, gut zu reinigende Lösung ist einer anspruchsvollen Konstruktion überlegen, die im Pflegealltag scheitert.
Radiologische Normalanatomie
Radiologie
Prüfungsfokus
Die sichere Befundung setzt voraus, Normalstrukturen von pathologischen Veränderungen unterscheiden zu können. Im Oberkiefer projizieren sich Foramen incisivum, Sinus maxillaris, Nasenboden, Jochbein und Processus zygomaticus in den Zahnbereich. Im Unterkiefer sind Canalis mandibulae, Foramen mentale, Linea mylohyoidea und Fossa submandibularis regelmäßig darstellbar.
Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Ein Röntgenbild ist die zweidimensionale Projektion eines dreidimensionalen Objekts, die durch die unterschiedliche Schwächung von Röntgenstrahlung im Gewebe entsteht. Dichte Strukturen wie Schmelz oder Dentin absorbieren mehr Strahlung und erscheinen hell (radiopak), während weichere oder resorbierten Gewebe dunkel (radioluzent) dargestellt werden. Es bildet die Grundlage der bildgebenden Diagnostik in der Zahnmedizin.
Scharnierachse
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Scharnierachse ist die gedachte Verbindungslinie durch die beiden Kondylen, um die der Unterkiefer eine reine Rotationsbewegung ausführt. Sie bildet den zentralen Bezugspunkt für die artikulatoreigene Drehachse.
Schwarze Dreiecke und Papillenverlust
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als schwarze Dreiecke bezeichnet man offene Interdentalräume unterhalb des Kontaktpunktes, wenn die Papille den Raum nicht vollständig ausfüllt. Ursächlich sind parodontaler Attachmentverlust, dreieckige Zahnformen mit weit inzisal liegendem Kontaktpunkt, divergierende Wurzeln oder Rezessionen nach Therapie. Entscheidend für die Papillenfüllung ist der Abstand zwischen Kontaktpunkt und Knochenkamm.
Schweigepflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Schweigepflicht verpflichtet Zahnärzte und ihr Personal, alles geheim zu halten, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut oder bekannt geworden ist. Sie ist berufsrechtlich verankert und strafrechtlich bewehrt. Sie gilt gegenüber jedermann, auch gegenüber Angehörigen, Arbeitgebern und anderen Behandlern, und wirkt über den Tod des Patienten hinaus.
Smear Layer
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Smear Layer ist eine mikroskopisch dünne Schicht aus anorganischen und organischen Geweberesten sowie Bakterien. Er entsteht während der Instrumentierung an den Kanalwänden und verstopft die Dentintubuli.
Strahlenexposition
Radiologie
Prüfungsfokus
Strahlenexposition bezeichnet das Einwirken ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper oder Gewebe. In der zahnärztlichen Radiologie handelt es sich meist um eine gezielte, lokale Exposition zu diagnostischen Zwecken. Sie wird quantitativ über die Äquivalent- bzw. Effektivdosis in Sievert (Sv) gemessen.
Teleskopkronen
Prothetik
Prüfungsfokus
Teleskopkronen sind doppelkronige Verbindungselemente in der kombiniert feststehend-herausnehmbaren Prothetik. Sie bestehen aus einer inneren Primärkrone (Matrize) und einer genau darüberpassenden äußeren Sekundärkrone (Patrize). Die Haftung erfolgt primär durch Reibung (Friktion) zwischen den parallelen Außenflächen.
Teleskopprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Teleskopprothese ist ein kombinierter Zahnersatz, der über doppelkronige Verankerungselemente auf Restzähnen befestigt wird. Sie besteht aus einer fest einzementierten Primärkrone und einer in den abnehmbaren Zahnersatz integrierten Sekundärkrone.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Vitamin C und Kollagensynthese
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Vitamin C ist Kofaktor der Prolyl- und Lysylhydroxylasen, die Prolin und Lysin im Kollagenmolekül hydroxylieren. Diese Hydroxylierung ist Voraussetzung für die Stabilität der Kollagentripelhelix. Bei Mangel entsteht instabiles Kollagen, was sich klinisch als Skorbut manifestiert.
Vitamin D und Kalziumhaushalt
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Kalziumhaushalt wird hormonell durch Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol), Parathormon (PTH) und Calcitonin feinreguliert. Vitamin D3 entsteht in der Haut durch UV-B-Strahlung oder wird enteral aufgenommen und in Leber (25-Hydroxylierung) sowie Niere (1-alpha-Hydroxylierung) zur aktiven Wirkform Calcitriol umgewandelt. Calcitriol steigert die intestinale Ca2+- und Phosphatabsorption und fördert gemeinsam mit PTH den Knochenumbau zur Aufrechterhaltung der Serumkalziumkonzentration. Eine Imbalance beeinträchtigt die Mineralisation von Zahnhartsubstanzen und Alveolarknochen.
Weichgewebsmanagement am Implantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das periimplantäre Weichgewebe bildet mit einem zirkulären Faserring und einem epithelialen Attachment eine biologische Barriere gegen die Mundhöhle. Anders als am Zahn strahlen die Kollagenfasern nicht in die Implantatoberfläche ein, sondern verlaufen parallel dazu. Diese schwächere Abdichtung macht das Weichgewebsmanagement für die Langzeitstabilität besonders wichtig.
Wurzelkaries
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Wurzelkaries entsteht an freiliegenden Wurzeloberflächen nach Gingivarezession oder parodontaler Therapie. Da Wurzeldentin und Zement einen geringeren Mineralgehalt als Schmelz besitzen, beginnt die Demineralisation bereits bei einem höheren pH-Wert. Die Läsionen breiten sich typischerweise flächig entlang der Schmelz-Zement-Grenze aus.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zahnmorphologie der Molaren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Zahnmorphologie der Molaren beschreibt die komplexen Kronen- und Wurzelstrukturen der großen Mahlzähne im Ober- und Unterkiefer. Oberkiefermolaren besitzen typischerweise drei Wurzeln (zwei bukkal, eine palatinal) und eine rhombische Kaufläche mit Tuberculum carabelli am mesiopalatinalen Höcker des ersten Molaren. Unterkiefermolaren weisen zwei Wurzeln (mesial, distal) und eine rechteckige oder quadratische Kaufläche mit vier bis fünf Höckern auf.
Zahntransplantation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Autotransplantation wird ein Zahn innerhalb desselben Patienten von seiner Position in eine andere Alveole verpflanzt. Typischerweise werden Prämolaren oder Weisheitszähne mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum transplantiert. Der Erfolg hängt entscheidend von der Vitalität der Wurzelhautzellen ab.
Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.