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Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.
Radikuläre Zyste
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die radikuläre Zyste ist die häufigste odontogene Zyste des Kiefers und entsteht als Folge einer chronischen apikalen Parodontitis an der Wurzelspitze eines avitalen Zahnes. Sie zeichnet sich durch einen epithelial ausgetapezierten Hohlraum aus, der durch osmotischen Druck langsam expandiert.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
Zystostomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystostomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entlastung einer Zyste durch Eröffnung und Umwandlung des Zystenhohlraums in eine Nebenhöhle der Mundhöhle. Durch die Eröffnung bricht der innere Fluiddruck zusammen, was zu einer Druckentlastung und einer nachfolgenden Verkleinerung des Knochendefekts führt. Der Zystenbalg verbleibt dabei weitgehend in situ.
Adhäsivsystem
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Adhäsivsysteme sind mehrkomponentige Werkstoffe, die einen dauerhaften Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz und dem Füllungskunststoff herstellen. Sie penetrieren das freigelegte Kollagennetzwerk im Dentin sowie das Schmelzätzmuster und bilden nach Polymerisation die sogenannte Hybridschicht. Dadurch verhindern sie Randspaltbildung und Mikroleckagen.
Festzuschusssystem beim Zahnersatz
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Seit 2005 richtet sich der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung zum Zahnersatz nicht mehr nach der gewählten Versorgung, sondern nach dem erhobenen Befund. Zu jedem Befund gehört eine Regelversorgung, aus deren Kosten der Festzuschuss abgeleitet wird. Wählt der Versicherte eine aufwendigere Versorgung, bleibt der Zuschuss gleich und der Mehrbetrag wird privat getragen.
Matrizensysteme
Propädeutik
Prüfungsfokus
Matrizen ersetzen bei approximalen Restaurationen die fehlende Kavitätenwand und formen den Kontaktpunkt. Man unterscheidet zirkuläre Matrizensysteme von Teilmatrizen, die zusammen mit Separierringen verwendet werden. Keile fixieren die Matrize zervikal und verhindern Überschüsse.
Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.
Knochenstoffwechsel und RANKL
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Knochenstoffwechsel ist ein dynamischer Prozess aus Knochenaufbau durch Osteoblasten und Knochenabbau durch Osteoklasten. Das Signalweg-Trio RANKL, RANK und Osteoprotegerin (OPG) reguliert maßgeblich die Osteoklastendifferenzierung. RANKL wird von Osteoblasten und Osteozyten exprimiert, bindet an den RANK-Rezeptor auf Osteoklastenvorläuferzellen und induziert deren Fusion und Aktivierung. OPG fungiert als löslicher Decoy-Rezeptor, der RANKL bindet und somit den Knochenabbau hemmt.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Qualitätsmanagement umfasst die systematische Beschreibung, Überprüfung und Verbesserung von Praxisabläufen. Es ist für vertragszahnärztliche Praxen verpflichtend und stützt sich auf Instrumente wie Prozessbeschreibungen, Checklisten, Fehlermanagement und Fortbildungsplanung. Leitgedanke ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess.
Recall und Terminmanagement
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Recall-System ist die strukturierte Wiedereinbestellung von Patienten in risikoabhängigen Intervallen. Es überführt die Nachsorge von der Eigeninitiative des Patienten in einen organisierten Praxisablauf und ist damit die organisatorische Grundlage jeder langfristigen Prävention – insbesondere in der unterstützenden Parodontal- und Implantattherapie.
Zahnschema FDI
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das FDI-Zahnschema ist ein international standardisiertes System zur eindeutigen Benennung von Zähnen mittels zweier Ziffern. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten (1–4 für das bleibende Gebiss, 5–8 für das Milchgebiss), während die zweite Ziffer die Zahnposition von der Mitte nach distal (1–8 bzw. 1–5) angibt. Es ermöglicht eine zweifelsfreie Befunderhebung und Dokumentation ohne Verwechslungsgefahr.
Ameloblastom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Ameloblastom ist ein gutartiger, jedoch lokal aggressiv und destruktiv wachsender odontogener Tumor, der vom Schmelzorgan ausgeht. Er tritt am häufigsten im mandibulären Molaren- und Astbereich auf und verläuft lange Zeit symptomlos. Histologisch lassen sich verschiedene Muster wie das follikuläre oder plexiforme Ameloblastom unterscheiden.
Apikale Parodontitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.
Biopsie in der Mundhöhle
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die Biopsie ist die Entnahme von Gewebe zur histopathologischen Untersuchung und dient der Sicherung einer Diagnose. Bei der Inzisionsbiopsie wird nur ein repräsentativer Teil entnommen, bei der Exzisionsbiopsie die gesamte Läsion. Die Wahl richtet sich nach Größe, Lage und Verdachtsdiagnose.
Chirurgische Extraktion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die chirurgische Extraktion bezeichnet die operative Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrestes durch Eröffnung des Mucoperiostlappens und gezielte Abtragung von Alveolarknochen (Osteotomie). Sie kommt zur Anwendung, wenn eine konventionelle Zahnentfernung mittels Zange und Hebel nicht möglich oder gescheitert ist. Dieser Eingriff erfordert eine präzise präoperative radiologische Diagnostik zur Beurteilung der anatomischen Nachbarstrukturen.
Exodontie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Exodontie umfasst die Lehre und Praxis der Entfernung von Zähnen aus dem Alveolarknochen mittels geschlossener (konservativer) Techniken. Sie stellt einen der grundlegendsten oralchirurgischen Eingriffe dar und wird bei nicht erhaltungswürdigen Zähnen, Platzmangel oder fokalen Infektionsquellen durchgeführt. Das Hauptziel ist die vollständige und möglichst gewebeschonende Zahnentfernung unter Erhalt des umgebenden Alveolarknochens.
Odontom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Odontom ist eine gutartige odontogene Fehlbildung (Hamartom), die aus differenzierten dentalen Hart- und Weichgeweben besteht. Es wird klinisch in ein komplexe Gewebemassen bildendes und ein aus mehreren Zahnähnlichen Gebilden bestehendes Verbund-Odontom unterteilt.
Operative Weisheitszahnentfernung
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die operative Weisheitszahnentfernung ist die chirurgische Entfernung der Dritten Molaren im Ober- und Unterkiefer nach Bildung eines Mukoperiostlappens und ggf. knöcherner Freilegung (Osteotomie). Die Indikation ergibt sich aus prophylaktischen oder therapeutischen Gründen wie rezidivierender Perikoronitis, Zystenbildung oder Resorptionen. Der Eingriff erfordert die Schonung anatomischer Nachbarstrukturen wie des N. alveolaris inferior, N. lingualis und der Kieferhöhle.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Parodontales Ligament Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das parodontale Ligament ist das straffe, zell- und gefaessreiche Bindegewebe im Spaltraum zwischen Wurzelzement und Alveolarknochen. Es besteht hauptsaechlich aus kollagenen Faserbuendeln, Fibroblasten, Gefaessen, Nerven sowie Malassez-Epithelresten. Seine Hauptfunktion ist die dynamische Verankerung des Zahnes sowie die sensorische Rueckmeldung ueber Mechanorezeptoren.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Radioluzenz
Radiologie
Prüfungsfokus
Radioluzenz beschreibt die Eigenschaft von Geweben oder Materialien, Röntgenstrahlung kaum zu schwächen, wodurch sie auf dem Röntgenbild dunkel bis schwarz erscheinen. Sie tritt auf, wenn ein Objekt eine geringe Dichte oder Ordnungszahl aufweist.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.