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Zunge: Muskulatur und Innervation
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Zunge besteht aus einer Binnenmuskulatur, die ihre Form verändert, und einer Außenmuskulatur, die sie im Raum bewegt. Die motorische Versorgung erfolgt überwiegend über den Nervus hypoglossus. Sensibilität und Geschmack sind auf mehrere Hirnnerven verteilt, was die Zunge diagnostisch besonders informativ macht.
Kaumuskulatur
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die eigentliche Kaumuskulatur umfasst vier paarig angelegte Skelettmuskeln, die embryologisch aus dem ersten Kiemenbogen (Mandibularbogen) hervorgehen. Zu dieser Gruppe zählen der Musculus masseter, der Musculus temporalis, der Musculus pterygoideus medialis und der Musculus pterygoideus lateralis. Sie steuern die komplexen Bewegungen der Mandibel wie Mundschluss, Mundöffnung, Protrusion, Retrusion und Laterotrusion.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Herausnehmbare Apparaturen
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Herausnehmbare Apparaturen sind vom Patienten eigenständig einsetzbare und herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsgeräte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Basis aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat), Halte- und Führungselementen aus Edelstahl sowie aktiven Elementen wie Federn oder Schrauben. Ihre Wirkung beruht überwiegend auf der Ausübung von Druckkräften, die zu kippenden Zahnbewegungen führen.
Osteosynthese
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.
Bruxismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bruxismus ist eine repetitive Aktivität der Kaumuskulatur mit Pressen oder Knirschen der Zähne. Unterschieden werden Schlafbruxismus und Wachbruxismus, die unterschiedliche Entstehungsmechanismen aufweisen. Nach aktuellem Verständnis ist Bruxismus nicht per se eine Erkrankung, sondern ein Verhalten, das Risikofaktor sein kann.
CMD-Screening
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Das CMD-Screening ist eine kurze, standardisierte Untersuchung, mit der sich in wenigen Minuten abschätzen lässt, ob eine weiterführende Funktionsanalyse nötig ist. Erfasst werden typischerweise Mundöffnung und Asymmetrie der Öffnungsbewegung, Gelenkgeräusche, Schmerz bei Palpation von Muskulatur und Gelenk, exzentrische Bewegungen sowie okklusale Auffälligkeiten. Es ersetzt die klinische Funktionsanalyse nicht, sondern steuert deren Indikation.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
DC/TMD-Klassifikation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die DC/TMD sind ein international standardisiertes Diagnosesystem für Funktionsstörungen des Kausystems. Sie arbeiten zweiachsig: Achse I erfasst die körperlichen Diagnosen mit definierten klinischen Kriterien, Achse II die psychosozialen Faktoren wie Schmerzintensität, Beeinträchtigung, Depressivität und Somatisierung. Sie lösten die älteren RDC/TMD ab.
Eingeschränkte Mundöffnung und Trismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Eine eingeschränkte Mundöffnung liegt vor, wenn die maximale Schneidekantendistanz deutlich unter dem Normbereich von etwa 40 bis 55 mm bleibt. Unterschieden wird zwischen muskulär bedingter Kieferklemme, der Blockade durch einen anterior verlagerten Diskus ohne Reposition und knöchernen Ursachen wie einer Ankylose. Der Endanschlag beim vorsichtigen Nachfedern liefert den entscheidenden Hinweis.
Finieren und Polieren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Finieren bezeichnet die Konturierung und Glättung der Restauration mit feinen Instrumenten, Polieren das anschließende Erzeugen einer glatten, glänzenden Oberfläche. Beide Schritte erfolgen in absteigender Körnung. Ziel sind eine plaquearme Oberfläche, ein korrekter Randschluss und gute Ästhetik.
Kaufunktion und Kaukraft
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion beschreibt das kraniofaziale Zusammenspiel von Kaumuskulatur, Kiefergelenk, Zähnen und Zunge zur Zerkleinerung der Nahrung. Die Kaukraft wird durch die Kontraktion der Kauschließer (M. masseter, M. temporalis, M. pterygoideus medialis) erzeugt und über den Zahnhalteapparat retrograd in den Knochen abgeleitet. Die Steuerung erfolgt neurophysiologisch über das kraniale Kauzentrum in der Formatio reticularis unter Einbindung des N. trigeminus. Desmodontale Mechanorezeptoren ermöglichen eine feine Feedback-Steuerung zur Adaptation der Muskelkraft.
Kiefergelenk Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) ist ein echtes, inkongruentes Doppelgelenk, das die Mandibel beweglich mit dem Os temporale verbindet. Die Gelenkflächen werden durch die Fossa mandibularis, das Tuberculum articulare und das Caput mandibulae gebildet. Ein biconcaver Discus articularis aus dichtem faserigen Bindegewebe unterteilt die Gelenkhöhle vollständig in eine diskotemporale und eine diskomandibuläre Kammer. Der Überzug der Gelenkflächen besteht im Gegensatz zu den meisten anderen echten Gelenken aus Faserknorpel.
Klinische Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die klinische Funktionsanalyse ist die systematische Untersuchung von Kaumuskulatur, Kiefergelenken, Unterkieferbeweglichkeit und Okklusion. Erhoben werden Bewegungsausmaße, Palpationsbefunde, Gelenkgeräusche und okklusale Kontaktverhältnisse. Sie liefert die Grundlage für die Zuordnung zu myogenen oder arthrogenen Störungen.
Kopfschmerz und CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Ein Teil der Kopfschmerzen im Schläfenbereich ist auf eine Funktionsstörung des Kausystems zurückzuführen. Die DC/TMD-Klassifikation kennt hierfür die Diagnose „Kopfschmerz zugeordnet zu CMD“: Der Schmerz liegt temporal, wird durch Kieferbewegung, Funktion oder Parafunktion beeinflusst und lässt sich durch Provokationstests an der Kaumuskulatur reproduzieren.
Muskelkontraktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Skelettmuskelkontraktion beruht auf dem Ineinandergleiten von Aktin- und Myosinfilamenten. Nach Erregung der Muskelfaser wird Kalzium aus dem sarkoplasmatischen Retikulum freigesetzt und gibt die Bindungsstellen am Aktin frei. Der Querbrückenzyklus verbraucht ATP sowohl für den Kraftschlag als auch für das Lösen der Bindung.
Nervus lingualis
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Nervus lingualis ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis und versorgt die vorderen zwei Drittel der Zunge, den Mundboden und die linguale Gingiva. Ihm schließen sich die Fasern der Chorda tympani an, die Geschmacksempfindung und parasympathische Innervation der Speicheldrüsen vermitteln. Er verläuft ohne knöchernen Schutz dicht unter der Schleimhaut im Bereich des dritten Molaren.
Nervus trigeminus Verlauf
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Nervus trigeminus ist der V. Hirnnerv und führt gemischt-sensible sowie motorische Fasern für die Versorgung des Gesichts, der Mundhöhle und der Kaumuskulatur. Nach dem Austritt der Radix sensoria und Radix motoria aus dem Pons zieht er zum Ganglion trigeminale (Gasseri) in der Impressio trigemini der Felsenbeinpyramide. Dort teilt er sich in seine drei Hauptäste: Nervus ophthalmicus (V1), Nervus maxillaris (V2) und Nervus mandibularis (V3). Die motorischen Fasern schließen sich dabei ausschließlich dem V3 an.
Okklusales Einschleifen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Beim okklusalen Einschleifen werden Störkontakte durch gezielten Substanzabtrag beseitigt, um gleichmäßige Kontakte in zentrischer Relation und störungsfreie Exkursionsbewegungen zu erreichen. Weil dabei Zahnhartsubstanz unwiederbringlich entfernt wird, ist der Eingriff irreversibel und erfordert eine klare Indikation sowie eine sorgfältige Vorplanung.
Okklusionsschiene
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Okklusionsschiene ist eine herausnehmbare, meist im Oberkiefer getragene Kunststoffschiene mit definierter Okklusionsgestaltung. Sie schützt die Zahnhartsubstanz vor Attrition, entlastet Muskulatur und Gelenke und stabilisiert die Unterkieferposition. Als reversible Maßnahme steht sie am Anfang der CMD-Therapie.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Provisorien
Propädeutik
Prüfungsfokus
Provisorien schützen präparierte Zähne bis zur Eingliederung der definitiven Restauration. Sie sichern Pulpaschutz, Kaufunktion, Ästhetik und die Position von Nachbar- und Antagonistenzähnen. Zudem stabilisieren sie das Weichgewebe und formen bei Bedarf das Emergenzprofil.
Zentrische Relation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die zentrische Relation beschreibt eine definierte, reproduzierbare Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer, bei der die Kondylen eine kranial-ventrale Position in der Fossa einnehmen. Sie ist zahnunabhängig und dient als Referenzposition für Diagnostik und umfangreiche Rekonstruktionen. Davon zu unterscheiden ist die maximale Interkuspidation als rein zahnbezogene Position.