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Zahnentwicklung (Odontogenese)
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Odontogenese beschreibt die komplexen epithelial-mesenchymalen Wechselwirkungen zur Ausbildung der Zaehne aus der primaeren Zahnleiste. Sie verlaeuft chronologisch ueber die Stadien des Zahnknospen-, Zahnkappen- und Zahnglockenstadiums bis zur Mineralisation. Das Schmelzorgan entstammt dem Ektoderm, waehrend Zahnpapille und Zahnfollikel aus dem Ektomesenchym der Neuralleiste hervorgehen.
Odontogene Sinusitis maxillaris
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Ein relevanter Anteil aller Kieferhöhlenentzündungen ist zahnbedingt. Ursachen sind apikale Parodontitiden der Oberkiefer-Prämolaren und -Molaren, Wurzelreste, Fremdkörper wie überpresstes Wurzelfüllmaterial sowie Mund-Antrum-Verbindungen nach Extraktion. Die anatomische Grundlage ist die enge Lagebeziehung der Wurzelspitzen zum Kieferhöhlenboden.
Odontom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Odontom ist eine gutartige odontogene Fehlbildung (Hamartom), die aus differenzierten dentalen Hart- und Weichgeweben besteht. Es wird klinisch in ein komplexe Gewebemassen bildendes und ein aus mehreren Zahnähnlichen Gebilden bestehendes Verbund-Odontom unterteilt.
Ameloblastom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Ameloblastom ist ein gutartiger, jedoch lokal aggressiv und destruktiv wachsender odontogener Tumor, der vom Schmelzorgan ausgeht. Er tritt am häufigsten im mandibulären Molaren- und Astbereich auf und verläuft lange Zeit symptomlos. Histologisch lassen sich verschiedene Muster wie das follikuläre oder plexiforme Ameloblastom unterscheiden.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Bildgebung des Kiefergelenks
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Bildgebung des Kiefergelenks richtet sich nach der Fragestellung. Knöcherne Veränderungen wie Abflachungen, Osteophyten oder Erosionen werden am besten mit der digitalen Volumentomographie dargestellt. Der Diskus als Weichgewebe ist nur in der Magnetresonanztomographie beurteilbar, die damit die Referenzmethode bei Verdacht auf Diskusverlagerung ist.
Biopsie in der Mundhöhle
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die Biopsie ist die Entnahme von Gewebe zur histopathologischen Untersuchung und dient der Sicherung einer Diagnose. Bei der Inzisionsbiopsie wird nur ein repräsentativer Teil entnommen, bei der Exzisionsbiopsie die gesamte Läsion. Die Wahl richtet sich nach Größe, Lage und Verdachtsdiagnose.
Distraction
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Kallusdistraktion (Distraction) ist ein osteotomes Verfahren zur Neugenerierung von Knochengewebe und überliegendem Weichgewebe durch kontrollierte, langsame Trennung von Knochensegmenten nach einer Osteotomie. Durch kontinuierlichen Zug auf den sich bildenden Bindegewebskallus wird die körpereigene Knochenneubildung (Osteogenese) angeregt. Das Verfahren ermöglicht den Aufbau erheblicher Knochendefizite ohne die Notwendigkeit von autologen Knochentransplantaten.
Lymphabfluss der Kopf-Hals-Region
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Lymphabfluss der Mundhöhle erfolgt über regionäre Lymphknotengruppen, insbesondere submentale, submandibuläre und zervikale Stationen. Von dort gelangt die Lymphe in den Truncus jugularis und schließlich in den Venenwinkel. Die Kenntnis der Abflusswege ist für Entzündungs- und Tumordiagnostik gleichermaßen wichtig.
Mundboden
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Mundboden wird muskulär vom Musculus mylohyoideus gebildet, der als Diaphragma oris zwischen den Unterkieferhälften ausgespannt ist. Darüber liegen die Glandula sublingualis, der Ausführungsgang der Glandula submandibularis und der Nervus lingualis. Die Ansatzlinie des Muskels an der Linea mylohyoidea trennt topografisch bedeutsame Räume.
Paracetamol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Paracetamol ist ein nicht-opioides Analgetikum und Antipyretikum mit vorwiegend zentralem Wirkmechanismus, das nur sehr gering antiphlogistisch wirkt. Es stellt ein wichtiges Ausweichanalgetikum dar, insbesondere bei Kontraindikationen gegen NSAR. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist es das Schmerzmittel der Wahl in allen Trimenen der Schwangerschaft.
Penicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Penicilline sind Beta-Laktam-Antibiotika, die durch Blockade der Transpeptidase die Bakterienwandsynthese hemmen. Sie wirken dadurch primär bacterizid auf sich teilende, grampositive sowie einige gramnegative Erreger. In der Zahnmedizin sind sie das Standardantibiotikum zur Therapie odontogener Infektionen.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Radikuläre Zyste
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die radikuläre Zyste ist die häufigste odontogene Zyste des Kiefers und entsteht als Folge einer chronischen apikalen Parodontitis an der Wurzelspitze eines avitalen Zahnes. Sie zeichnet sich durch einen epithelial ausgetapezierten Hohlraum aus, der durch osmotischen Druck langsam expandiert.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.
Zystostomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystostomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entlastung einer Zyste durch Eröffnung und Umwandlung des Zystenhohlraums in eine Nebenhöhle der Mundhöhle. Durch die Eröffnung bricht der innere Fluiddruck zusammen, was zu einer Druckentlastung und einer nachfolgenden Verkleinerung des Knochendefekts führt. Der Zystenbalg verbleibt dabei weitgehend in situ.