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Endodontie
Parodontologie
Zahnerhaltung
Prothetik
Oralchirurgie
Pharmakologie
Radiologie
Anatomie & Histologie
Physiologie & Biochemie
Propädeutik
Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
Alterszahnmedizin
Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
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Behandlungsvertrag und Patientenrechte
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Mit dem Patientenrechtegesetz von 2013 wurde der Behandlungsvertrag als eigener Vertragstyp in das Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen. Er verpflichtet zur Behandlung nach fachlichem Standard, zur Aufklärung, zur Einholung der Einwilligung und zur Dokumentation. Geschuldet wird die fachgerechte Behandlung, nicht der Heilerfolg.
Ergonomie am Behandlungsstuhl
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Ergonomie am Behandlungsstuhl umfasst die physiologische Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Körperhaltung und der Arbeitsabläufe von Behandler und Assistenz. Ziel ist die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie die Optimierung der Sicht- und Zugangsverhältnisse im Patientengesteuerten Arbeitsfeld. Die Ausrichtung orientiert sich am Uhrzeigersinn-Modell rund um den Patientenkopf als 12-Uhr-Referenz. Besondere Bedeutung hat die aufrechte, dynamische Sitzhaltung mit neutraler Wirbelsäulenkrümmung.
Frühbehandlung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Frühbehandlung greift bereits im Milch- oder frühen Wechselgebiss ein, um sich verschlechternde Befunde abzufangen. Typische Indikationen sind ausgeprägte Kreuzbisse mit Zwangsführung, Habits und schwere skelettale Abweichungen. Ziel ist die Verhinderung einer Verschlimmerung, nicht die abschließende Korrektur.
Haftung und Behandlungsfehler
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn die Behandlung hinter dem im Zeitpunkt der Behandlung geltenden fachlichen Standard zurückbleibt. Haftung setzt zusätzlich einen daraus entstandenen Schaden und einen Ursachenzusammenhang voraus. Neben dem Behandlungsfehler steht der Aufklärungsfehler: Ohne wirksame Einwilligung ist der Eingriff rechtswidrig, auch wenn er fachlich einwandfrei war.
Klinische Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die klinische Funktionsanalyse ist die systematische Untersuchung von Kaumuskulatur, Kiefergelenken, Unterkieferbeweglichkeit und Okklusion. Erhoben werden Bewegungsausmaße, Palpationsbefunde, Gelenkgeräusche und okklusale Kontaktverhältnisse. Sie liefert die Grundlage für die Zuordnung zu myogenen oder arthrogenen Störungen.
Klinischer Attachmentverlust
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der klinische Attachmentverlust bezeichnet den Streckenabstand von der Schmelz-Zement-Grenze bis zum Grund der sondierbaren Tasche. Er stellt das Goldstandard-Maß für den kumulativen, irreversiblen Gewebeverlust des Parodonts dar. Der CAL berechnet sich aus der Summe von Sondierungstiefe und Gingivarezession.
White-Spot-Läsionen nach kieferorthopädischer Behandlung
Ästhetik
Prüfungsfokus
White-Spot-Läsionen sind kreidig-weiße Initialläsionen mit intakter Oberfläche, die im Umfeld festsitzender Apparaturen entstehen. Der Bracketumfang bietet Retentionsnischen, in denen sich Biofilm über Monate ungestört anreichert. Sie zeigen sich typischerweise als halbmondförmige Areale zervikal und um die Bracketbasis herum, sobald die Apparatur entfernt wird.
Dokumentationspflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Behandlungsdokumentation hält Befunde, Diagnosen, Maßnahmen, Aufklärung und Verlauf nachvollziehbar fest. Sie dient der Behandlungssicherheit, der Nachweisbarkeit erbrachter Leistungen und der Beweisführung im Streitfall. Nachträgliche Änderungen müssen als solche erkennbar bleiben.
Endodontische Revision
Endodontie
Prüfungsfokus
Die endodontische Revision ist die erneute Behandlung eines bereits wurzelkanalbehandelten Zahnes bei Misserfolg oder Reinfektion. Ziel ist die vollständige Entfernung des alten Füllmaterials, die Beseitigung persisiterender Bakterien und das erneute Versiegeln.
Pulpektomie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung von Kronen- und Wurzelpulpa eines Milchzahns mit anschließender Wurzelfüllung. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Entzündung über die Kronenpulpa hinausreicht oder bereits eine Nekrose vorliegt, der Zahn aber als Platzhalter erhalten werden soll. Voraussetzung ist ein noch ausreichend erhaltener Wurzelanteil ohne fortgeschrittene Resorption.
Verhaltensführung beim Kind
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Verhaltensführung umfasst kommunikative und psychologische Techniken, mit denen Kinder an die zahnärztliche Behandlung herangeführt werden. Bewährte Verfahren sind Tell-Show-Do, positive Verstärkung, Ablenkung und altersgerechte Sprache. Ziel ist eine kooperative Behandlung ohne Entstehung dauerhafter Behandlungsangst.
Carisolv
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Carisolv ist ein chemo-mechanisches System zur Kariesexkavation, das auf einer Mischung aus Natriumhypochlorit und Aminosäuren basiert. Das Gel löst gezielt den denaturierten Kollagenanteil cariösen Dentins auf, während gesunde Hartsubstanz unbeeinträchtigt bleibt. Das erweichte Gewebe wird anschließend manuell abgeschabt.
CMD-Screening
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Das CMD-Screening ist eine kurze, standardisierte Untersuchung, mit der sich in wenigen Minuten abschätzen lässt, ob eine weiterführende Funktionsanalyse nötig ist. Erfasst werden typischerweise Mundöffnung und Asymmetrie der Öffnungsbewegung, Gelenkgeräusche, Schmerz bei Palpation von Muskulatur und Gelenk, exzentrische Bewegungen sowie okklusale Auffälligkeiten. Es ersetzt die klinische Funktionsanalyse nicht, sondern steuert deren Indikation.
Gingivitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Gingivitis ist eine plaqueinduzierte, entzündliche Veränderung der marginalen Gingiva ohne Verlust des parodontalen Attachements. Sie stellt die Vorstufe der Parodontitis dar, ist jedoch im Gegensatz zu dieser vollständig reversibel. Klinische Hauptmerkmale sind Rötung, Schwellung und Blutung auf Sondierung.
Kiefergelenkgeräusche
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Geräusche im Kiefergelenk werden in Knacken und Krepitation unterteilt. Ein einzelnes, klar abgegrenztes Knacken entsteht typischerweise, wenn der Kondylus über den verlagerten Diskus springt; reziprokes Knacken bei Öffnung und Schließung spricht für eine Diskusverlagerung mit Reposition. Krepitation ist ein reibendes, knirschendes Dauergeräusch und weist auf degenerative Veränderungen der Gelenkflächen hin.
Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität erfasst, wie stark sich der Zustand von Zähnen, Mund und Zahnersatz auf Essen, Sprechen, Aussehen, soziale Teilhabe und Wohlbefinden auswirkt. Sie wird mit standardisierten Fragebögen gemessen, am bekanntesten mit dem Oral Health Impact Profile. Der Ansatz ergänzt klinische Befunde um die Perspektive des Patienten.
Parodontale Regeneration
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Pulpitis irreversibilis
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Pulpitis irreversibilis ist eine irreversible Entzündung der Pulpa, bei der keine selbstständige Ausheilung des Gewebes mehr möglich ist. Sie entsteht meist durch das Voranschreiten bakterieller Toxine oder Bakterien selbst bis in die unmittelbare Nähe des Pulpakavums. Ohne therapeutisches Eingreifen führt sie zur Pulpanekrose.
Pulpotomie
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist ein vitalerhaltendes endodontisches Verfahren, bei dem die koronal infizierte oder entzündete Pulpa chirurgisch entfernt wird, während das radikuläre Pulpagewebe erhalten bleibt. Durch das Belassen der vitalen Wurzelpulpa soll das physiologische Längenwachstum und das Dickenwachstum der Wurzel abgeschlossen werden. Sie unterscheidet sich von der Vitalextirpation, bei der das gesamte Pulpagewebe entfernt wird.
Sondierungstiefe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Sondierungstiefe beschreibt den Abstand zwischen dem marginalen Gingivarand und dem tiefsten Punkt, den eine Parodontalsonde unter definiertem Druck erreicht. Sie unterscheidet sich vom Attachmentverlust, da sie von der variablen Position des Gingivarandes abhängt. Erhöhte Werte sprechen für das Vorliegen von Pseudotaschen oder echten parodontalen Taschen.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Taschentiefe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschentiefe (Sondierungstiefe, ST) ist der in Millimetern gemessene Abstand zwischen dem gingivalen Saum (Margo gingivalis) und dem Boden der Parodontaltasche bzw. des Gingivalsulkus. Sie ist ein zentraler klinischer Parameter zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von Gingivitis und Parodontitis.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Adrenalin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Adrenalin ist ein endogenes Katecholamin, das als Vasokonstriktor-Zusatz in Lokalanästhetika eingesetzt wird. Es bewirkt über alpha-1-Adrenozeptoren eine lokale Vasokonstriktion an den Blutgefäßen der Mundschleimhaut. Dadurch wird die Resorption des Anästhetikums verzögert, die Wirkdauer verlängert und das Operationsfeld blutungsarm gehalten.
Aggressive Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die aggressive Parodontalerkrankung bezeichnete historisch eine rasch verlaufende Form des Parodontalgewebeabbaus bei meist jungen, systemisch gesunden Patienten. Nach der Klassifikation von 2018 wird diese Verlaufsform nun unter der allgemeinen 'Parodontitis' zusammengefasst und typischerweise als Stadium III oder IV mit hoher Progression (Grad C) klassifiziert. Sie zeigt oft eine familiäre Aggregation und ein Missverhältnis zwischen lokalen Belägen und Destruktionsgrad.
ALARA-Prinzip
Radiologie
Prüfungsfokus
Das ALARA-Prinzip ist ein Grundsatz des Strahlenschutzes, der besagt, dass jede Strahlenexposition von Patienten und Personal so gering wie vernünftigerweise erreichbar gehalten werden muss. Es kombiniert rechtliche Vorgaben mit technischer Optimierung und strenger Indikationsstellung.
Aligner-Therapie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Aligner-Therapie wird die Zahnstellung mit einer Serie herausnehmbarer, transparenter Kunststoffschienen schrittweise korrigiert. Jede Schiene bewirkt eine kleine, vorprogrammierte Bewegung und wird nach definierter Tragezeit gewechselt. Attachments auf den Zähnen ermöglichen komplexere Bewegungsmuster.
Altersveränderungen von Zahnhartsubstanz und Pulpa
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Mit zunehmendem Alter bildet sich kontinuierlich Sekundärdentin, wodurch sich das Pulpenkavum verkleinert. Dentintubuli werden durch Sklerosierung obliteriert, was die Transluzenz erhöht und die Sensibilität herabsetzt. Schmelz wird durch Abrasion und Attrition dünner, wodurch das gelblichere Dentin stärker durchscheint.
Alterszahnmedizin Grundlagen
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Alterszahnmedizin befasst sich mit der zahnmedizinischen Betreuung älterer und häufig multimorbider Menschen. Sie berücksichtigt altersassoziierte Veränderungen von Zähnen, Schleimhaut und Speichelfluss ebenso wie Allgemeinerkrankungen, Medikation und Pflegebedürftigkeit. Das Behandlungsziel verschiebt sich von der maximalen Rekonstruktion hin zu Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit und Lebensqualität.
Amelogenesis imperfecta
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Amelogenesis imperfecta ist eine genetisch bedingte Störung der Schmelzbildung, die beide Dentitionen generalisiert betrifft. Nach der betroffenen Bildungsphase unterscheidet man hypoplastische, hypomaturierte und hypokalzifizierte Formen sowie Mischtypen. Ursächlich sind Mutationen in Genen der Schmelzmatrix und ihrer Prozessierung, etwa AMELX, ENAM oder MMP20.
Analgetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Analgetika sind Arzneistoffe, die die Schmerzempfindung hemmen, ohne eine Narkose oder eine Bewusstseinsausschaltung herbeizuführen. Sie werden eingeteilt in peripher wirkende Nicht-Opioid-Analgetika und zentral wirkende Opioid-Analgetika. Zur Gruppe der Nicht-Opioid-Analgetika zählen unter anderem die Nicht-Steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Apexifikation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Apexifikation ist ein Verfahren zur Induzierung eines hartgewebigen Verschlusses der offenen Wurzelspitze an nicht vitalen, immaturen Zähnen. Sie erfolgt klassischerweise durch langzeitige Einlage von Calciumhydroxid über mehrere Monate bis Jahre.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Ästhetische Analyse und Smile Design
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die ästhetische Analyse erfasst systematisch Gesichts-, Lippen-, Gingiva- und Zahnparameter vor einer ästhetischen Behandlung. Beurteilt werden unter anderem Gesichtsmittellinie, Lachlinie, Inzisalkantenverlauf und Zahnproportionen. Digitale Verfahren übertragen die Planung auf Fotos und Modelle und machen sie im Mock-up erlebbar.
Atraumatische Restaurationstechnik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Atraumatische Restaurationstechnik (ART) ist ein präventives und restauratives Behandlungskonzept zur Ausräumung kariesbedingter Defekte ausschließlich mit Handinstrumenten. Anschließend werden die Kavitäten und angrenzenden Fissuren mit einem adhäsiven Werkstoff, meist Glasionomerzement, versiegelt. Ziel ist der Zahnerhalt bei maximaler Gewebeschonung ohne Schmerzerzeugung durch Bohrer oder Anästhesie.
Aufbereitung von Medizinprodukten
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Aufbereitung von Medizinprodukten umfasst Vorbehandlung, Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Prüfung, Pflege, Verpackung, Sterilisation, Freigabe und Dokumentation. Die maschinelle Aufbereitung im Reinigungs- und Desinfektionsgerät ist der manuellen vorzuziehen, weil sie validierbar und reproduzierbar ist. Umfang und Verfahren richten sich nach der Risikoeinstufung des Produkts.
Aufklärungspflicht und Einwilligung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Vor jedem Eingriff muss der Patient über Diagnose, geplante Maßnahme, Risiken, Alternativen und Folgen eines Behandlungsverzichts aufgeklärt werden. Erst die auf dieser Grundlage erteilte Einwilligung macht den Eingriff rechtmäßig. Ohne wirksame Einwilligung stellt auch eine fachlich einwandfreie Behandlung eine Rechtsverletzung dar.
Aufsuchende Betreuung
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die aufsuchende Betreuung umfasst zahnmedizinische Versorgung außerhalb der Praxis, etwa in Pflegeeinrichtungen oder in der häuslichen Umgebung. Sie richtet sich an Menschen, die die Praxis aufgrund von Immobilität oder Pflegebedürftigkeit nicht mehr erreichen. Diagnostik und Therapie sind durch eingeschränkte technische Möglichkeiten limitiert.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
Bleeding on Probing
Parodontologie
Prüfungsfokus
Bleeding on Probing bezeichnet das Auftreten einer kapillären Blutung aus dem Sulcus beziehungsweise der Tasche nach vorsichtigem Sondieren mit normierter Kraft (ca. 0,25 N). Es gilt als primärer klinischer Indikator für eine histologisch nachweisbare Gewebeentzündung des parodontalen Gewebes. Ein negativer BOP hat einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für die parodontale Stabilität.
Blutungsmanagement bei Antikoagulation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.
Bruxismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bruxismus ist eine repetitive Aktivität der Kaumuskulatur mit Pressen oder Knirschen der Zähne. Unterschieden werden Schlafbruxismus und Wachbruxismus, die unterschiedliche Entstehungsmechanismen aufweisen. Nach aktuellem Verständnis ist Bruxismus nicht per se eine Erkrankung, sondern ein Verhalten, das Risikofaktor sein kann.
Calciumhydroxid
Endodontie
Prüfungsfokus
Calciumhydroxid ist ein stark basisches (pH ~12,5) medikamentöses Intrakanalinlay in der Endodontie. Die antimikrobielle Wirkung beruht auf der Freisetzung von Hydroxylionen, die Zellmembranen und Proteine von Bakterien schädigen.
Chelatbildner
Endodontie
Prüfungsfokus
Chelatbildner sind chemische Substanzen wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) oder Zitronensäure, die Calciumionen aus dem Hydroxylapatit des Dentins binden und so das Hartgewebe demineralisieren. In der Endodontie dienen sie der Spülung und Konditionierung des Wurzelkanalsystems.
Chirurgische Kronenverlängerung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die chirurgische Kronenverlängerung schafft klinische Kronenhöhe, indem Weichgewebe und in der Regel auch Knochen nach apikal verlagert werden. Ziel ist entweder die Wiederherstellung der biologischen Breite vor einer Restauration oder die Harmonisierung der Gingivaverläufe aus ästhetischen Gründen. Eine reine Gingivektomie reicht nur aus, wenn eine Pseudotasche vorliegt und der Knochenabstand ausreicht.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
DC/TMD-Klassifikation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die DC/TMD sind ein international standardisiertes Diagnosesystem für Funktionsstörungen des Kausystems. Sie arbeiten zweiachsig: Achse I erfasst die körperlichen Diagnosen mit definierten klinischen Kriterien, Achse II die psychosozialen Faktoren wie Schmerzintensität, Beeinträchtigung, Depressivität und Somatisierung. Sie lösten die älteren RDC/TMD ab.
Demenz und zahnmedizinische Betreuung
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Demenzerkrankungen beeinträchtigen Gedächtnis, Orientierung und Handlungsplanung und damit auch die Fähigkeit zur Mundhygiene und Kooperation. Mit fortschreitender Erkrankung übernimmt zunehmend das Umfeld die Mundpflege. Behandlungsplanung und Kommunikation müssen an das Krankheitsstadium angepasst werden.
Dentalfluorose
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Dentalfluorose ist eine Mineralisationsstörung des Schmelzes durch überhöhte systemische Fluoridzufuhr während der Zahnbildung. Sie entsteht nur in der Bildungsphase, nicht durch spätere Anwendung. Klinisch reicht das Bild von feinen weißen Linien entlang der Perikymatien über diffuse Trübungen bis zu bräunlichen Verfärbungen mit Schmelzeinbrüchen.
Dentalimplantat
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Dentalimplantat ist eine alloplastische Mepflanzung (meist aus Reintitan oder Zirkonoxidkeramik), die als künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen inseriert wird. Es dient dem Verankerung von festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz durch das Prinzip der direkten strukturellen und funktionellen Verbindung zwischen Knochen und Implantatoberfläche (Osseointegration).
Dentalkeramiken
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentalkeramiken werden nach ihrer Zusammensetzung in Silikatkeramiken und Oxidkeramiken eingeteilt. Silikatkeramiken wie Feldspat- und Lithiumdisilikatkeramik sind ätzbar und ästhetisch hochwertig. Oxidkeramiken wie Zirkondioxid sind deutlich fester, lassen sich aber nicht mit Flusssäure konditionieren.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
Dentinogenesis imperfecta
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Dentinogenesis imperfecta ist eine erbliche Störung der Dentinbildung mit typisch opaleszierend bernstein- bis graublauen Zähnen. Der Schmelz ist normal gebildet, haftet aber auf dem defekten Dentin schlecht und platzt ab, worauf die Zähne rasch abradieren. Röntgenologisch fallen bauchige Kronen, eingeschnürte Wurzeln und obliterierte Pulpakammern auf.
Diazepam
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Diazepam ist ein langwirksames Benzodiazepin mit anxiolytischen, sedierenden, muskelrelaxierenden und antikonvulsiven Eigenschaften. Es verstärkt die Wirkung des inhibitorischen Neurotransmitters GABA durch Bindung an den GABA-A-Rezeptorkomplex. Dies führt zu einem verstärkten Chlorideinstrom und einer Hyperpolarisation der neuronalen Membran.
Diskusverlagerung
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bei der Diskusverlagerung befindet sich der Discus articularis nicht in seiner physiologischen Position auf dem Kondylus, sondern meist nach anterior verlagert. Unterschieden wird die Verlagerung mit Reposition, bei der der Diskus während der Mundöffnung zurückspringt, von der Verlagerung ohne Reposition. Letztere führt typischerweise zu einer Bewegungseinschränkung.
Dysphagie und Aspirationspneumonie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs, die im Alter durch nachlassende Muskelkraft, Koordinationsstörungen und neurologische Erkrankungen begünstigt wird. Gelangt Material in die Atemwege, kann sich eine Aspirationspneumonie entwickeln. Deren Erregerspektrum stammt zu einem erheblichen Teil aus dem oralen Biofilm, womit die Mundhygiene unmittelbar pneumonieprophylaktisch wirkt.
Epinephrin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Epinephrin ist ein körpereigenes Katecholamin, das als Hormon und Neurotransmitter wirkt und in der Zahnmedizin als Vasokonstriktorzusatz in Lokalanästhetika genutzt wird. Es stimuliert sowohl alpha- als auch beta-Adrenozeptoren des sympathischen Nervensystems. Dies führt zu Vasokonstriktion peripherer Gefäße, Bronchodilation und Herzstimulation.
Extraktionstherapie in der Kieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei ausgeprägtem Platzmangel kann die Extraktion bleibender Zähne Raum für die Einordnung der übrigen Zähne schaffen. Am häufigsten werden erste Prämolaren entfernt, da sie zentral im Zahnbogen liegen und Platz sowohl für die Front als auch für die Seitenzähne bereitstellen. Die Entscheidung erfolgt nach Platzanalyse, Profilbeurteilung und Verankerungsplanung.
Exzentrische Einstelltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die exzentrische Einstelltechnik ist eine Röntgentechnik, bei der der Zentralstrahl bewusst von der orthoradialen Richtung nach mesial oder distal abgewinkelt wird. Sie nutzt das Prinzip der Parallaxe zur räumlichen Zuordnung überlagerter Strukturen.
Farbanpassung von Kompositrestaurationen
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die farbliche Einbindung einer Kompositrestauration entsteht aus dem Zusammenspiel von Farbton, Helligkeit, Sättigung, Transluzenz und Oberflächentextur. Moderne Schichtkonzepte kombinieren einen opaken Dentinkörper mit einer transluzenten Schmelzschicht, um die natürliche Lichtführung nachzubilden. Die Helligkeit ist dabei der Parameter, dessen Abweichung dem Auge zuerst auffällt.
Fernröntgenseitenaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.
Ferrule-Effekt
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Ferrule-Effekt beschreibt den stützenden Fassreifeneffekt einer Krone, die die verbliebene gesunde Zahnsubstanz zirkulär umfasst. Er erfordert eine koronal der Präparationsgrenze liegende Dentinhöhe von mindestens 1,5 bis 2 mm.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Finieren und Polieren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Finieren bezeichnet die Konturierung und Glättung der Restauration mit feinen Instrumenten, Polieren das anschließende Erzeugen einer glatten, glänzenden Oberfläche. Beide Schritte erfolgen in absteigender Körnung. Ziel sind eine plaquearme Oberfläche, ein korrekter Randschluss und gute Ästhetik.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Fluoridierung im Kindesalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung nutzt Fluoride zur Hemmung der Demineralisation und Förderung der Remineralisation des Schmelzes. Man unterscheidet die lokale Anwendung über Zahnpasta, Gele und Lacke von der systemischen Zufuhr über Tabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Der kariesprotektive Effekt beruht heute überwiegend auf der lokalen Wirkung an der Zahnoberfläche.
Frühkindliche Karies (ECC)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Als frühkindliche Karies bezeichnet man das Auftreten kariöser Läsionen an Milchzähnen bei Kindern unter sechs Jahren. Charakteristisch ist ein Befallsmuster, das an den Oberkiefer-Frontzähnen beginnt und die Unterkiefer-Frontzähne wegen des Schutzes durch Zunge und Speichel lange ausspart. Ursächlich ist ein häufiger, langdauernder Kontakt der Zähne mit zuckerhaltigen Getränken, meist aus der Nuckelflasche.
Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Furkationsbefall
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Furkationsbefall beschreibt das Vordringen des parodontalen Attachmentverlusts in den Interradikulärraum mehrwurzeliger Zähne. Die Einteilung erfolgt klinisch meist nach Hamp in die Grade I (horizontal bis 3 mm), II (über 3 mm, nicht durchgängig) und III (durchgängig). Furkationen stellen wegen erschwerter Zugänglichkeit ausgeprägte Retentionsnischen für den Biofilm dar.
Gaumennahterweiterung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gaumennahterweiterung verbreitert den Oberkiefer durch Öffnung der Sutura palatina mediana. Sie ist indiziert bei skelettal bedingter transversaler Enge, häufig mit beidseitigem Kreuzbiss. Da die Sutur mit zunehmendem Alter verknöchert, ist der Erfolg altersabhängig.
Gingiva-Antagonist-Registrierung
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Gingiva-Antagonist-Registrierung (GAR) ist ein klinisches Verfahren zur Bestimmung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Sie wird angewendet, wenn im Gegenkiefer zwar Zähne vorhanden sind, im zu versorgenden Kiefer jedoch die zahngetragene Abstützung fehlt. Dabei wird der Kontakt zwischen den vorhandenen Antagonisten und der zahnlosen Schleimhaut bzw. einem Schleimhaut-getragenen Registrierbehelf erfasst.
Gingivarezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Unter einer Gingivarezession versteht man den parodontitisunabhängigen oder -bedingten Rückgang des marginalen Parodonts mit Freilegung der Schmelz-Zement-Grenze. Sie entsteht primär durch mechanische Traumata wie falsche Putztechnik, anatomische Prädispositionen oder als Folge entzündlichen Attachementverlusts.
GOZ – Gebührenordnung für Zahnärzte
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die GOZ regelt die Abrechnung zahnärztlicher Leistungen für Privatversicherte und Selbstzahler. Der Rechnungsbetrag ergibt sich aus der Punktzahl der Gebührennummer, dem gesetzlich festgelegten Punktwert und einem Steigerungsfaktor. Der Faktor bildet Schwierigkeit und Zeitaufwand der einzelnen Leistung ab.
Gummy Smile
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als Gummy Smile bezeichnet man eine übermäßige Sichtbarkeit der Gingiva beim Lachen. Ursächlich können ein hypermobiles Oberlippenbändchen, eine kurze Oberlippe, ein altersunabhängig verzögerter passiver Durchbruch oder ein vertikaler Überschuss des Oberkiefers sein. Die Therapie richtet sich zwingend nach der zugrunde liegenden Ursache.
Gutachterverfahren
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Im vertragszahnärztlichen Bereich prüfen bestellte Gutachter geplante oder erbrachte Leistungen. Das Planungsgutachten beurteilt vor Behandlungsbeginn, ob eine geplante Versorgung notwendig und wirtschaftlich ist; das Mängelgutachten bewertet nachträglich beanstandete Arbeiten. Gutachter werden von Krankenkassen und Kassenzahnärztlicher Vereinigung gemeinsam bestellt.
Habits
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Habits sind wiederkehrende orale Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Zungenpressen oder habituelle Mundatmung. Sie wirken über längere Zeiträume als schwache Dauerkräfte auf Zähne und Kiefer und können Anomalien verursachen. Ausmaß und Dauer bestimmen die Auswirkung stärker als die Kraftintensität.
Hedström-Feile
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Hedström-Feile (H-Feile) ist ein manuelles Endodontieinstrument aus Edelstahl mit einem spiralförmig fräsenden Schneideprofil. Die Schneidkanten sind so angeordnet, dass das Instrument ausschließlich bei ziehender Bewegung axial zur Kanalwand schneidet. Sie weist eine hohe Effizienz beim Abtrag von Dentin auf, ist jedoch torsionsempfindlich.
Heil- und Kostenplan
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Der Heil- und Kostenplan dokumentiert Befund, geplante Versorgung und voraussichtliche Kosten vor Beginn einer Zahnersatzbehandlung. Er wird der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt und ist Grundlage für den Festzuschuss. Für den Patienten schafft er Transparenz über Eigenanteil und Behandlungsumfang.
Herausnehmbare Apparaturen
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Herausnehmbare Apparaturen sind vom Patienten eigenständig einsetzbare und herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsgeräte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Basis aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat), Halte- und Führungselementen aus Edelstahl sowie aktiven Elementen wie Federn oder Schrauben. Ihre Wirkung beruht überwiegend auf der Ausübung von Druckkräften, die zu kippenden Zahnbewegungen führen.
Herausnehmbarer Zahnersatz
Prothetik
Prüfungsfokus
Herausnehmbarer Zahnersatz umfasst alle prothetischen Versorgungen, die vom Patienten selbst zur Reinigung und Pflege aus der Mundhöhle entfernt werden können. Dazu gehören Teilprothesen (z. B. Modellgussprothesen, Teleskopprothesen) sowie Totalprothesen beim vollständig zahnlosen Kiefer. Sie dienen der Wiederherstellung der Kaugewebe-, Ästhetik- und Phonetikfunktionen.
Hormonelle Einflüsse auf das Parodont
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Sexualhormone beeinflussen die Gefäßpermeabilität und die Zusammensetzung der subgingivalen Flora. Erhöhte Östrogen- und Progesteronspiegel verstärken die Entzündungsreaktion des Zahnfleischs auf vorhandene Plaque. Der Biofilm bleibt jedoch die notwendige Voraussetzung, die Hormone wirken lediglich modulierend.
Hydroxylapatit Chemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Hydroxylapatit mit der Summenformel Ca10(PO4)6(OH)2 ist das primäre anorganische Mineral in Zahnschmelz, Dentin, Zement und Knochen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und Substitutionen im Gitter verändern seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Der Einbau von Carbonat erhöht die Säurelöslichkeit, während die Substitution der Hydroxid-Ionen durch Fluorid zu stabilerem Fluorapatit führt. Im Zahnschmelz liegt Hydroxylapatit zu etwa 95 Gewichtsprozent vor.
Ibuprofen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) aus der Gruppe der Propionsäurederivate, das die Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2) reversibel hemmt. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen unterdrückt, was zu analgetischen, antiphlogistischen und antipyretischen Effekten führt. Es gilt als Analgetikum der ersten Wahl bei postoperativen zahnärztlichen Schmerzen.
Implantatplanung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatplanung leitet die Implantatposition aus der geplanten prothetischen Versorgung ab und nicht aus dem verfügbaren Knochenangebot. Dieses Prinzip wird als Backward Planning bezeichnet. Digitale Verfahren kombinieren DVT-Daten mit einem Oberflächenscan und erzeugen eine Bohrschablone zur Übertragung der Planung.
Instrumentelle Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die instrumentelle Funktionsanalyse registriert Unterkieferbewegungen apparativ und überträgt sie auf einen Artikulator. Verfahren wie Axiographie und Kondylographie zeichnen die Bewegungsbahnen der Kondylen auf. Ziel ist die individuelle Programmierung des Artikulators und die Beurteilung der Gelenkbahnen.
Kavität
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Eine Kavität ist ein durch Karies, Trauma oder Abrasionsprozesse entstandener oder präparatorisch geschaffener Hohlraum in der Zahnhartsubstanz. Sie erfordert eine systematische Präparation zur vollständigen Entfernung erkrankten Gewebes und zur Verankerung einer Restauration. Die Formgebung richtet sich nach den biomechanischen Anforderungen des gewählten Füllungsmaterials.
Kavitätenklassen nach Black
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Kavitätenklassen nach Greene Vardiman Black sind eine topographische Einteilung von Kariesläsionen und den dazugehörigen Kavitätenpräparationen an Zähnen. Die ursprünglichen Klassen I bis V basieren auf der Lokalisation der Primärkaries und bestimmen die Prinzipien der mechanischen Verankerung. Sie bilden bis heute das weltweite Standardfundament für Dokumentation, Befundung und Behandlungsplanung in der Zahnerhaltung. Eine spätere Ergänzung stellt die Klasse VI dar.
Kegelstrahl
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Kegelstrahl bezeichnet das pyramiden- oder kegelförmige Röntgenstrahlenbündel, das in der Digitale Volumentomographie (DVT) genutzt wird. Im Gegensatz zum fächerförmigen Strahl der Computertomographie erfasst er das gesamte Untersuchungsvolumen in einer einzigen Rotation um den Patientenkopf. Dadurch wird eine dreidimensionale Rekonstruktion bei vergleichsweise geringer Strahlendosis ermöglicht.
Kephalometrie (FRS-Analyse)
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Kephalometrie ist ein standardisiertes röntgenologisches Messverfahren zur Beurteilung der kraniofazialen Strukturen im Fernröntgenseitenbild (FRS). Sie erlaubt die differenzierte Analyse von skelettalen, dentalen und weichgewebigen Strukturen in der Sagittal- und Vertikalebene. Durch die Verknüpfung von definierten Messpunkten, Bezugslinien und Winkeln werden Abweichungen von der Norm quantifiziert.
Kiefergelenkluxation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Kiefergelenkluxation verlässt der Kondylus die Gelenkgrube und verhakt sich vor dem Tuberculum articulare. Der Patient kann den Mund nicht mehr schließen, was als offene Kiefersperre imponiert. Auslöser sind meist maximale Mundöffnung beim Gähnen, Erbrechen oder längere zahnärztliche Behandlungen.
Kieferorthopädische Wurzelresorption
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Unter kieferorthopädischer Krafteinwirkung kann es zu einem Abbau von Wurzelsubstanz kommen, meist apikal betont. Ursache sind Umbauvorgänge in Bereichen hyalinisierten Gewebes bei zu hoher oder zu lang wirkender Kraft. Geringe Resorptionen sind häufig und klinisch meist bedeutungslos.
Knochenabbau im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Röntgenbild zeigt beim parodontalen Befund die Höhe und Form des Alveolarknochens sowie den Verlauf der Lamina dura. Unterschieden werden der horizontale Abbau mit gleichmäßig reduziertem Knochenniveau und der vertikale Abbau mit trichterförmigen Einbrüchen entlang einer Wurzel. Bei mehrwurzeligen Zähnen ist zusätzlich die Furkation zu beurteilen.
Knochenstoffwechsel und RANKL
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Knochenstoffwechsel ist ein dynamischer Prozess aus Knochenaufbau durch Osteoblasten und Knochenabbau durch Osteoklasten. Das Signalweg-Trio RANKL, RANK und Osteoprotegerin (OPG) reguliert maßgeblich die Osteoklastendifferenzierung. RANKL wird von Osteoblasten und Osteozyten exprimiert, bindet an den RANK-Rezeptor auf Osteoklastenvorläuferzellen und induziert deren Fusion und Aktivierung. OPG fungiert als löslicher Decoy-Rezeptor, der RANKL bindet und somit den Knochenabbau hemmt.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Lachgassedierung
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Lachgassedierung ist eine minimale Sedierung durch Inhalation eines Distickstoffmonoxid-Sauerstoff-Gemisches über eine Nasenmaske. Der Patient bleibt ansprechbar, seine Schutzreflexe bleiben erhalten; Angst und Würgereiz nehmen ab. Wirkungseintritt und -abklingen erfolgen rasch, weil das Gas kaum metabolisiert und nahezu vollständig pulmonal abgeatmet wird.
Lidocain
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lidocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ mit mittlerer Wirkdauer und raschem Wirkungseintritt. Es blockiert reversibel spannungsabhängige Natriumkanäle an den Nervenfasern und verhindert so die Entstehung und Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Zudem wird es systemisch als Antiarrhythmikum der Klasse Ib eingesetzt.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entstehen durch ausbleibende Verschmelzung der embryonalen Gesichts- und Gaumenfortsätze. Sie zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und variieren von der isolierten Lippenspalte bis zur durchgehenden beidseitigen Spalte. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär über Jahre hinweg.
Lokalanästhetika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Lokalanästhetika sind Arzneistoffe, die durch die reversible Hemmung von Natriumkanälen die Erregungsleitung peripherer Nerven örtlich begrenzt und reversibel ausschalten. Sie werden chemisch in Ester- und Säureamid-Typen unterteilt. In der Zahnheilkunde ermöglichen sie eine schmerzfreie invasive Behandlung.
Matrizensysteme
Propädeutik
Prüfungsfokus
Matrizen ersetzen bei approximalen Restaurationen die fehlende Kavitätenwand und formen den Kontaktpunkt. Man unterscheidet zirkuläre Matrizensysteme von Teilmatrizen, die zusammen mit Separierringen verwendet werden. Keile fixieren die Matrize zervikal und verhindern Überschüsse.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Medizinprodukterecht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Medizinprodukterecht regelt Inverkehrbringen, Betrieb und Aufbereitung von Medizinprodukten. In der Praxis betrifft dies unter anderem Behandlungseinheiten, Sterilisatoren, Röntgengeräte und Instrumente. Betreiber sind zu Einweisung, Funktionsprüfung, Wartung und Dokumentation verpflichtet.
Mehrkosten- und Privatvereinbarung
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Wünscht ein gesetzlich versicherter Patient eine Leistung, die über das Maß des Notwendigen hinausgeht, muss dies vor Behandlungsbeginn schriftlich vereinbart werden. Bei Füllungen betrifft das die Mehrkostenvereinbarung, bei vollständig außervertraglichen Leistungen die Privatvereinbarung. Ohne die schriftliche Form vor Behandlungsbeginn entsteht kein Vergütungsanspruch.
Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, je Quadrant zwei Inzisivi, einen Caninus und zwei Molaren. Es unterscheidet sich vom bleibenden Gebiss durch bläulich-weiße Zahnfarbe, dünnere Hartsubstanzschichten, ausgeprägte Zervikalwülste und stark divergierende Wurzeln. Physiologische Lücken und Abrasionen sind Ausdruck normaler Entwicklung und kein Behandlungsbedarf.
Milchzahnpulpotomie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
Miller-Klassifikation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Miller-Klassifikation aus dem Jahr 1985 teilt gingivale Rezessionen in vier Klassen (I bis IV) ein, basierend auf dem Verlauf des Rezessionsrandes zur mukogingivalen Grenze und dem Ausmaß des interdentalen Knochen- und Weichgewebeverlusts. Sie dient der klinischen Beurteilung des Vorhersagbarkeit einer chirurgischen Rezessionsdeckung.
Morbus Parkinson in der Zahnmedizin
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Der Morbus Parkinson führt über Rigor, Tremor und Bradykinese zu erheblichen Einschränkungen der Mundhygienefähigkeit. Hinzu kommen Schluckstörungen, eine verminderte automatische Speichelclearance mit Sialorrhoe sowie eine oft ausgeprägte Xerostomie durch die anticholinerge Begleitmedikation. Die Kombination erhöht das Karies- und Parodontitisrisiko deutlich.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Nabers-Sonde
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Nabers-Sonde ist ein kalibriertes, speziell gebogenes parodontales Untersuchungsinstrument zur genauen Erfassung des Furkationsbefalls mehrwurzeliger Zähne. Durch ihre halbkreisförmig gebogene Arbeitsenden-Geometrie ermöglicht sie den optimalen Zugang zum Interradikulärraum von Molaren und Prämolaren.
NaOCl-Unfall
Endodontie
Prüfungsfokus
Ein NaOCl-Unfall beschreibt das versehentliche Extrudieren von Natriumhypochlorit-Spüllösung über die apikale Foramenstruktur hinaus in das periapikale Gewebe. Aufgrund der starken Gewebelysis- und Zytotoxizität von NaOCl führt dies zu akuten, heftigen Schmerzen, massiven Gewebeödemen und Gewebenekrosen. Es handelt sich um eine schwerwiegende Komplikation während der endodontischen Wurzelkanalspülung.
Niederlassung und Praxisformen
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die zahnärztliche Berufsausübung ist in verschiedenen Organisationsformen möglich, von der Einzelpraxis über die Berufsausübungsgemeinschaft und Praxisgemeinschaft bis zum medizinischen Versorgungszentrum. Die Formen unterscheiden sich in Haftung, Abrechnung, Investitionsbedarf und unternehmerischer Freiheit. Für die vertragszahnärztliche Tätigkeit ist die Zulassung erforderlich.
NSAR
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Arzneistoffe ohne steroidale Grundstruktur. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und/oder COX-2) und unterbinden dadurch die Synthese von Prostaglandinen. In der Zahnmedizin bilden sie die Basis der postoperativen Schmerztherapie.
Okklusale Interferenzen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Okklusale Interferenzen sind Kontakte, die eine harmonische Schließbewegung oder Exkursionsbewegung stören. Der Frühkontakt ist der erste Kontakt beim Schließen aus zentrischer Relation, der zu einer Gleitbewegung führt. Hyperbalancekontakte auf der Nichtarbeitsseite gelten funktionell als besonders ungünstig.
Orthognathe Chirurgie
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die orthognathe Chirurgie korrigiert skelettale Kieferfehlstellungen durch operative Verlagerung von Ober- und Unterkiefer. Etablierte Verfahren sind die sagittale Spaltung des Unterkiefers und die Le-Fort-I-Osteotomie des Oberkiefers. Sie wird stets mit kieferorthopädischer Vor- und Nachbehandlung kombiniert.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Paracetamol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Paracetamol ist ein nicht-opioides Analgetikum und Antipyretikum mit vorwiegend zentralem Wirkmechanismus, das nur sehr gering antiphlogistisch wirkt. Es stellt ein wichtiges Ausweichanalgetikum dar, insbesondere bei Kontraindikationen gegen NSAR. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit ist es das Schmerzmittel der Wahl in allen Trimenen der Schwangerschaft.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Präparationsgrenze
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Präparationsgrenze bezeichnet den Übergangsbereich zwischen der bearbeiteten Zahnsubstanz und dem unpräparierten Zahngewebe. Sie legt den apikalen Endpunkt einer Präparation fest und bestimmt somit den Verlauf des Restaurationrandes. Eine präzise Darstellung ist für den randschlüssigen Sitz der Restauration essenziell.
Provisorium
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Provisorium ist ein temporärer Zahnersatz, der für die Übergangszeit zwischen der Zahnpräparation und dem Eingliedern der definitiven Restauration eingesetzt wird. Es dient dem Schutz der Pulpa, der Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion sowie der Stabilisierung der Zahnposition.
Pseudotasche
Parodontologie
Prüfungsfokus
Eine Pseudotasche bezeichnet eine Vertiefung des Gingivalsulcus ohne klinischen Attachmentverlust oder Destruktion des alveolären Knochens. Sie entsteht durch eine Koronalwanderung der Margo gingivalis infolge von Gingivahyperplasien oder entzündlichen Gewebsschwellungen.
Pulpitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpitis ist eine Entzündung des Pulpa-Dentin-Komplexes, die meist durch bakterielle Invasion infolge einer Karies verursacht wird. Man unterscheidet klinisch und histologisch zwischen reversiblen und irreversiblen Verlaufsformen. Unbehandelt führt eine irreversible Pulpitis zur vollständigen Pulpanekrose.
Radiologische Normalanatomie
Radiologie
Prüfungsfokus
Die sichere Befundung setzt voraus, Normalstrukturen von pathologischen Veränderungen unterscheiden zu können. Im Oberkiefer projizieren sich Foramen incisivum, Sinus maxillaris, Nasenboden, Jochbein und Processus zygomaticus in den Zahnbereich. Im Unterkiefer sind Canalis mandibulae, Foramen mentale, Linea mylohyoidea und Fossa submandibularis regelmäßig darstellbar.
Retention und Rezidiv
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
Rezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Rezession bezeichnet den apikalen Rückgang des parodontalen Weichgewebes (Gingiva) unter die Schmelz-Zement-Grenze ohne primäre Entzündung der parodontalen Tasche. Ursächlich sind meist mechanische Traumata (z. B. falsche Putztechnik), ein dünner parodontaler Phänotyp oder kieferorthopädische Zahnbewegungen.
Risiken und Nebenwirkungen der Zahnaufhellung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die häufigste Nebenwirkung der Zahnaufhellung ist eine vorübergehende Hypersensibilität, gefolgt von Reizungen der Gingiva bei Kontakt mit dem Gel. Beide Erscheinungen sind in der Regel reversibel und klingen nach Behandlungsende innerhalb weniger Tage ab. Strukturelle Schäden am Schmelz sind bei sachgemäßer Anwendung nicht belegt, wohl aber Veränderungen an Restaurationsoberflächen.
RKI-Empfehlungen und Hygieneplan
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut bilden den fachlichen Maßstab für die Hygiene in der Zahnarztpraxis. Aus ihnen leitet jede Praxis einen schriftlichen, auf ihre Verhältnisse zugeschnittenen Hygieneplan ab. Er regelt Zuständigkeiten, Mittel, Konzentrationen, Einwirkzeiten und Intervalle für alle hygienerelevanten Abläufe.
Rotierende Instrumente und Präparation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Rotierende Instrumente sind mechanische Werkzeuge zur Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, Rekonstruktionswerkstoffen und Knochen, die über Winkelstücke oder Turbinen angetrieben werden. Sie gliedern sich vor allem in spanabhebende Hartmetallbohrer und schleifende Diamantinstrumente. Die Präparationsformen richten sich streng nach werkstoffkundlichen Erfordernissen und biologischen Grenzen der Pulpaschädigung. Eine ständige Wasserkühlung ist obligat, um thermische Pulpanekrosen zu verhindern.
Säure-Ätz-Technik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Säure-Ätz-Technik ist ein Konditionierungsverfahren des Zahnschmelzes mittels Phosphorsäure zur Erzeugung eines mikromechanischen Retentionsmusters. Durch das Anätzen werden anorganische Schmelzkristalle partiell herausgelöst, wodurch eine vergrößerte und benetzbare Oberfläche entsteht. Dies ermöglicht die Mikroverankerung von adhäsiven Kunststoffen am Zahnschmelz.
Schmelzinfiltration und Mikroabrasion
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die Schmelzinfiltration füllt die Porositäten initialer Läsionen oder Opazitäten mit einem niedrigviskösen Kunststoff. Da dessen Brechungsindex dem des Schmelzes ähnelt, verschwindet der weißliche Aspekt optisch. Die Mikroabrasion trägt dagegen oberflächliche Verfärbungen mechanisch-chemisch minimal ab.
Schwarze Dreiecke und Papillenverlust
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als schwarze Dreiecke bezeichnet man offene Interdentalräume unterhalb des Kontaktpunktes, wenn die Papille den Raum nicht vollständig ausfüllt. Ursächlich sind parodontaler Attachmentverlust, dreieckige Zahnformen mit weit inzisal liegendem Kontaktpunkt, divergierende Wurzeln oder Rezessionen nach Therapie. Entscheidend für die Papillenfüllung ist der Abstand zwischen Kontaktpunkt und Knochenkamm.
Schweigepflicht
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Die Schweigepflicht verpflichtet Zahnärzte und ihr Personal, alles geheim zu halten, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut oder bekannt geworden ist. Sie ist berufsrechtlich verankert und strafrechtlich bewehrt. Sie gilt gegenüber jedermann, auch gegenüber Angehörigen, Arbeitgebern und anderen Behandlern, und wirkt über den Tod des Patienten hinaus.
Sofort- und Spätimplantation
Implantologie
Prüfungsfokus
Der Implantationszeitpunkt beschreibt das zeitliche Verhältnis zwischen Zahnextraktion und Implantatinsertion. Die Sofortimplantation erfolgt in derselben Sitzung wie die Extraktion, die verzögerte Sofortimplantation nach Weichgewebsheilung, die Spätimplantation nach knöcherner Ausheilung. Die Wahl beeinflusst Behandlungsdauer, Ästhetik und Risikoprofil.
Stiftaufbau
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Stiftaufbau dient der Verankerung einer Stumpfaufbauplastik bei stark zerstörten, endodontisch behandelten Zähnen. Er überträgt auftretende Kaukräfte tief in die Wurzelstruktur.
Taschenreduktion
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenreduktion ist das primäre Ziel der antiinfektiösen und chirurgischen Parodontitistherapie. Sie bezeichnet die physikalische Verringerung der sondierbaren Taschentiefe durch Gewebe-Reattachment, Ausbildung eines langen Saumepithels oder Gewebeschrumpfung (Rezession).
Trepanation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Unterstützende Parodontaltherapie
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Unterstützende Parodontaltherapie ist eine strukturierte, lebenslange Nachsorgephase (Therapiephase IV) zur Re-Etablierung und Aufrechterhaltung der parodontalen Gesundheit nach aktiver Behandlung. Sie umfasst Risikoevaluation, Re-Motivation, Re-Instruktion, professionelle Zahnreinigung und gezielte Nachinstrumentierung verbliebener Taschen. Das Behandlungsintervall richtet sich nach dem individuellen Parodontitis-Progressionsrisiko.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.
Vitamin D und Kalziumhaushalt
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Kalziumhaushalt wird hormonell durch Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol), Parathormon (PTH) und Calcitonin feinreguliert. Vitamin D3 entsteht in der Haut durch UV-B-Strahlung oder wird enteral aufgenommen und in Leber (25-Hydroxylierung) sowie Niere (1-alpha-Hydroxylierung) zur aktiven Wirkform Calcitriol umgewandelt. Calcitriol steigert die intestinale Ca2+- und Phosphatabsorption und fördert gemeinsam mit PTH den Knochenumbau zur Aufrechterhaltung der Serumkalziumkonzentration. Eine Imbalance beeinträchtigt die Mineralisation von Zahnhartsubstanzen und Alveolarknochen.
Wachsmodellation (Wax-up)
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das Wax-up ist das präzise Anfragen und Gestalten von Zahnformen mit Spezialschnitt- und Modellierwachsen auf einem Gipsmodell. Es dient der funktionellen und ästhetischen Vorplanung von feststehendem oder herausnehmbarem Zahnersatz. Die Wachsform wird im Verlustgussverfahren (Lost-Wax-Technik) in Metall oder Keramik umgesetzt oder als Vorlage für Mock-ups genutzt. Ziel ist die schrittweise Rekonstruktion von Kauflächen, Höckern und Randleisten nach funktionellen Gesichtspunkten.
Wundheilungsstörungen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Wundheilungsstörungen umfassen verzögerte oder ausbleibende Heilung, Wundinfektionen und Nahtdehiszenzen. Ursächlich sind lokale Faktoren wie Spannung, Durchblutungsstörung und Infektion sowie systemische Faktoren wie Diabetes, Rauchen und Immunsuppression. Sie verlängern die Behandlung und können zu bleibenden Defekten führen.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zahnfleischrückgang
Parodontologie
Prüfungsfokus
Zahnfleischrückgang bezeichnet die freiliegende Wurzeloberfläche durch einen koronalen Verlust des marginalen Parodonts ohne entzündliche Knochentaschenbildung. Er wird primär durch falsche Putztechniken (Trauma), occlusales Trauma, orthodontische Zahnbewegungen oder nach Ausheilung einer Parodontitis verursacht. Die resultierende Exposition des Dentins führt häufig zu hypersensiblen Zahnhälsen und ästhetischen Beeinträchtigungen.
Zahntransplantation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Autotransplantation wird ein Zahn innerhalb desselben Patienten von seiner Position in eine andere Alveole verpflanzt. Typischerweise werden Prämolaren oder Weisheitszähne mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum transplantiert. Der Erfolg hängt entscheidend von der Vitalität der Wurzelhautzellen ab.
Zahnverfärbungen
Ästhetik
Prüfungsfokus
Zahnverfärbungen werden nach ihrer Lokalisation in extrinsische und intrinsische Formen eingeteilt. Extrinsische Verfärbungen lagern sich der Oberfläche auf und stammen meist aus Nahrungsmitteln, Tabak oder Chlorhexidin. Intrinsische Verfärbungen liegen innerhalb der Hartsubstanz und entstehen etwa durch Trauma, Tetrazykline, Fluorose oder Pulpanekrose.
Zentrische Relation
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die zentrische Relation beschreibt eine definierte, reproduzierbare Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer, bei der die Kondylen eine kranial-ventrale Position in der Fossa einnehmen. Sie ist zahnunabhängig und dient als Referenzposition für Diagnostik und umfangreiche Rekonstruktionen. Davon zu unterscheiden ist die maximale Interkuspidation als rein zahnbezogene Position.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.