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Schienenarten und ihre Indikationen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Okklusionsschienen unterscheiden sich nach Ziel und Gestaltung. Die Stabilisierungs- oder Michigan-Schiene ist adjustiert, deckt die gesamte Zahnreihe ab und dient der muskulären Entspannung und dem Schutz vor Bruxismusfolgen. Repositionsschienen führen den Unterkiefer in eine veränderte Position, etwa bei reponierbarer Diskusverlagerung, und greifen damit stärker in die Kieferrelation ein.
Okklusionsschiene
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Okklusionsschiene ist eine herausnehmbare, meist im Oberkiefer getragene Kunststoffschiene mit definierter Okklusionsgestaltung. Sie schützt die Zahnhartsubstanz vor Attrition, entlastet Muskulatur und Gelenke und stabilisiert die Unterkieferposition. Als reversible Maßnahme steht sie am Anfang der CMD-Therapie.
Aligner-Therapie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Aligner-Therapie wird die Zahnstellung mit einer Serie herausnehmbarer, transparenter Kunststoffschienen schrittweise korrigiert. Jede Schiene bewirkt eine kleine, vorprogrammierte Bewegung und wird nach definierter Tragezeit gewechselt. Attachments auf den Zähnen ermöglichen komplexere Bewegungsmuster.
Stahlkronen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Stahlkronen sind vorgefertigte Metallkronen, die nach geringer Präparation auf zerstörte Milchmolaren zementiert werden. Sie umfassen den Zahn zirkulär und bieten dadurch einen bakteriendichten Verschluss, der plastischen Füllungen bei ausgedehnten Defekten deutlich überlegen ist. Eine kunststoffverblendete Variante steht für den Frontzahnbereich zur Verfügung.
Abdrucklöffel und Abformtechnik
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Abformtechnik bezeichnet das Verfahren zur präzisen negativen Formabformung der oralen Hart- und Weichgewebe mittels geeigneter Abformmaterialien und Abdrucklöffel. Man unterscheidet konfektionierte Löffel (für Orientierungs- und Situationsabformungen) von individuellen Löffeln (für Präzisions- und Funktionsabformungen). Als Materialien kommen irreversibel-elastische Werkstoffe wie Alginat, Silikone (A- und C-Silikone), Polyether oder Polysulfide zum Einsatz.
Abutment
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Abutment ist das präparierte oder vorgefertigte Verbindungsstück (Implantatpfeiler), das auf einem Zahnimplantat fixiert wird. Es durchdringt die Periimplantärschleimhaut und dient als Verankerungselement für Kronen, Brücken oder Prothesenanker. Abutments bestehen meist aus Titan, Zirkonoxid oder individuellen Hybridmaterialien.
Alveolarkammaugmentation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolarkammaugmentation bezeichnet den chirurgischen Wiederaufbau eines atrophiierten oder defekten Alveolarfortsatzes. Ziel ist die Wiederherstellung des vertikalen und/oder horizontalen Knochenangebots für eine spätere implantologische oder prothetische Versorgung. Es kommen autologe, allogene, xenogene oder synthetische Materialien sowie Rekonstruktionstechniken zum Einsatz.
Bleichmittel und Wirkmechanismus
Ästhetik
Prüfungsfokus
Zahnaufhellung beruht auf der Oxidation farbtragender Moleküle durch Peroxide. Wasserstoffperoxid zerfällt zu freien Radikalen, die große, konjugierte Chromophore in kleinere, farblose Bruchstücke spalten. Carbamidperoxid ist ein Trägermolekül, das im Mund in Wasserstoffperoxid und Harnstoff zerfällt – etwa ein Drittel seiner Konzentration wirkt als Wasserstoffperoxid.
Bruxismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bruxismus ist eine repetitive Aktivität der Kaumuskulatur mit Pressen oder Knirschen der Zähne. Unterschieden werden Schlafbruxismus und Wachbruxismus, die unterschiedliche Entstehungsmechanismen aufweisen. Nach aktuellem Verständnis ist Bruxismus nicht per se eine Erkrankung, sondern ein Verhalten, das Risikofaktor sein kann.
CAD/CAM
Prothetik
Prüfungsfokus
CAD/CAM bezeichnet die computergestützte Konstruktion und Fertigung von dentalem Zahnersatz. Mithilfe digitaler Abformung und Fräs- bzw. 3D-Druckverfahren werden Inlays, Kronen, Brücken und Implantatversorgungen hochpräzise hergestellt.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte und funktionelle Störungen der Kaumuskulatur, der Kiefergelenke und der zugehörigen Strukturen. Leitsymptome sind Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich, Gelenkgeräusche und eingeschränkte Unterkieferbeweglichkeit. Die Ätiologie ist multifaktoriell mit muskulären, artikulären und psychosozialen Anteilen.
Dentinogenesis imperfecta
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Dentinogenesis imperfecta ist eine erbliche Störung der Dentinbildung mit typisch opaleszierend bernstein- bis graublauen Zähnen. Der Schmelz ist normal gebildet, haftet aber auf dem defekten Dentin schlecht und platzt ab, worauf die Zähne rasch abradieren. Röntgenologisch fallen bauchige Kronen, eingeschnürte Wurzeln und obliterierte Pulpakammern auf.
Externes Bleaching
Ästhetik
Prüfungsfokus
Beim externen Bleaching wird ein Peroxidpräparat auf die Außenfläche vitaler Zähne aufgebracht. Wasserstoffperoxid zerfällt zu reaktiven Sauerstoffradikalen, die langkettige Farbstoffmoleküle in der Zahnhartsubstanz oxidativ aufspalten. Man unterscheidet die häusliche Anwendung mit Schiene vom In-Office-Bleaching in der Praxis.
Frühkindliche Karies (ECC)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Als frühkindliche Karies bezeichnet man das Auftreten kariöser Läsionen an Milchzähnen bei Kindern unter sechs Jahren. Charakteristisch ist ein Befallsmuster, das an den Oberkiefer-Frontzähnen beginnt und die Unterkiefer-Frontzähne wegen des Schutzes durch Zunge und Speichel lange ausspart. Ursächlich ist ein häufiger, langdauernder Kontakt der Zähne mit zuckerhaltigen Getränken, meist aus der Nuckelflasche.
Füllungstherapie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Restaurationen an Milchzähnen müssen die verbleibende Standzeit bis zum physiologischen Zahnwechsel überbrücken, nicht Jahrzehnte. Anatomische Besonderheiten – dünner Schmelz und dünnes Dentin, ausladende Pulpahörner, breite Approximalkontakte – beeinflussen Präparation und Materialwahl. Glasionomerzement, Kompomer und Komposit sind die gebräuchlichen Materialien.
Gesteuerte Knochenregeneration (GBR)
Implantologie
Prüfungsfokus
Die gesteuerte Knochenregeneration nutzt eine Barrieremembran, um einen Knochendefekt vom schneller einwachsenden Weichgewebe abzuschirmen. Unter dem so geschaffenen Raum können die langsameren knochenbildenden Zellen den Defekt besiedeln. Der Raum wird in der Regel mit autologem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Mischung stabilisiert.
Hall-Technik
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Bei der Hall-Technik wird eine konfektionierte Stahlkrone ohne Präparation und ohne Exkavation über den kariösen Milchmolaren zementiert. Die Karies wird dadurch vollständig vom oralen Milieu abgeschlossen; ohne Substratzufuhr kommt der Prozess zum Stillstand. Voraussetzung ist ein vitaler Zahn ohne Zeichen irreversibler Pulpitis oder apikaler Beteiligung.
Implantatprothetik
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Implantatprothetik umfasst die Versorgung von Lücken oder zahnlosen Kiefern mit festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz auf osseointegrierten Implantaten. Sie nutzt Abutments als Verbindungselemente zwischen Implantat und Suprakonstruktion.
Kiefergelenkarthrose
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Kiefergelenkarthrose ist eine degenerative Erkrankung mit Abbau von Knorpel und knöchernen Gelenkanteilen. Typische radiologische Zeichen sind Abflachung des Kondylus, Osteophyten, subchondrale Sklerosierung und Erosionen. Klinisch imponiert häufig ein Reibegeräusch, die Krepitation.
Knochenersatzmaterial
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Knochenersatzmaterialien (KEM) sind autologe, allogene, xenogene oder synthesebasierte Werkstoffe zur Rekonstruktion und Augmentation von Knochendefekten. Sie dienen als Leitschiene für die vaskuläre und osteogene Regeneration des ortsständigen Knochens. Die Auswahl richtet sich nach Biodegradation, mechanischer Stabilität und Indikation.
Kopfschmerz und CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Ein Teil der Kopfschmerzen im Schläfenbereich ist auf eine Funktionsstörung des Kausystems zurückzuführen. Die DC/TMD-Klassifikation kennt hierfür die Diagnose „Kopfschmerz zugeordnet zu CMD“: Der Schmerz liegt temporal, wird durch Kieferbewegung, Funktion oder Parafunktion beeinflusst und lässt sich durch Provokationstests an der Kaumuskulatur reproduzieren.
Milchzahnpulpotomie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die MIH ist eine systemisch bedingte Strukturstörung des Schmelzes, die mindestens einen der vier ersten bleibenden Molaren betrifft und häufig zusätzlich die bleibenden Inzisivi einbezieht. Der Schmelz ist normal dick gebildet, aber mangelhaft mineralisiert, wodurch er porös und mechanisch instabil ist. Die Ätiologie gilt als multifaktoriell und ist nicht abschließend geklärt.
Myofasziale Schmerzen der Kaumuskulatur
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Myofasziale Schmerzen sind muskulär bedingte Beschwerden der Kaumuskulatur mit lokaler Druckempfindlichkeit und teils übertragenem Schmerz. Charakteristisch sind Triggerpunkte, deren Reizung Schmerzen in entfernte Areale projiziert. Sie stellen die häufigste Form der CMD dar.
Okklusale Interferenzen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Okklusale Interferenzen sind Kontakte, die eine harmonische Schließbewegung oder Exkursionsbewegung stören. Der Frühkontakt ist der erste Kontakt beim Schließen aus zentrischer Relation, der zu einer Gleitbewegung führt. Hyperbalancekontakte auf der Nichtarbeitsseite gelten funktionell als besonders ungünstig.
Okklusales Einschleifen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Beim okklusalen Einschleifen werden Störkontakte durch gezielten Substanzabtrag beseitigt, um gleichmäßige Kontakte in zentrischer Relation und störungsfreie Exkursionsbewegungen zu erreichen. Weil dabei Zahnhartsubstanz unwiederbringlich entfernt wird, ist der Eingriff irreversibel und erfordert eine klare Indikation sowie eine sorgfältige Vorplanung.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Pulpektomie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung von Kronen- und Wurzelpulpa eines Milchzahns mit anschließender Wurzelfüllung. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Entzündung über die Kronenpulpa hinausreicht oder bereits eine Nekrose vorliegt, der Zahn aber als Platzhalter erhalten werden soll. Voraussetzung ist ein noch ausreichend erhaltener Wurzelanteil ohne fortgeschrittene Resorption.
Retention und Rezidiv
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
Sinubodenelevation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Sinusbodenelevation ist ein chirurgisches Augmentationsverfahren zur Erhöhung des knöchernen Kieferhöhlenbodens im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich. Ziel ist die Schaffung eines ausreichenden Knochenvolumens für die sichere Verankerung von Zahnimplantaten. Man unterscheidet methodisch zwischen dem internen (direkten) und dem externen (indirekten) Sinuslift.
Sinuslift
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Augmentation des vertikalen Knochenangebots im atrophischen posterioren Maxillabereich. Hierbei wird die Schneidersche Membran von der Kieferhöhlenbasis abgehoben und der entstehende Hohlraum mit Knochenaufbaumaterial gefüllt.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.