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Endodontie
Parodontologie
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Prothetik
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Radiologie
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Physiologie & Biochemie
Propädeutik
Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
Alterszahnmedizin
Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
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Blutstillung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
Chemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die chemo-mechanische Wurzelkanalaufbereitung kombiniert die mechanische Formgebung des Kanals mittels Rotations- oder Handinstrumenten mit der chemischen Desinfektion durch Spüllösungen. Sie dient der Entfernung von infiziertem Gewebe, Debris und Biofilm sowie der Formung des Kanals für die anschließende Obturation. Kein Instrument alleine kann den komplexen Hohlraum vollständig mechanisch reinigen.
Blutgerinnung Grundlagen
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Hämostase gliedert sich in die primäre (thrombozytäre) und die sekundäre (plasmatische) Blutgerinnung sowie das auflösende Fibrinolysesystem. Die primäre Hämostase führt durch Adhäsion, Aktivierung und Aggregation der Thrombozyten zur Bildung eines provisorischen Thrombozytenpfropfs (Weißer Thrombus). Die sekundäre Hämostase verknüpft das intrinsische und extrinsische System über eine Proteasekaskade zur Aktivierung von Thrombin (Faktor IIa), das Fibrinogen zu Fibrin polymerisiert (Roter Thrombus). Vitamin K ist essenziell für die gamma-Glutamylcarboxylierung der Faktoren II, VII, IX und X.
Blutungsmanagement bei Antikoagulation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.
Muskelkontraktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Skelettmuskelkontraktion beruht auf dem Ineinandergleiten von Aktin- und Myosinfilamenten. Nach Erregung der Muskelfaser wird Kalzium aus dem sarkoplasmatischen Retikulum freigesetzt und gibt die Bindungsstellen am Aktin frei. Der Querbrückenzyklus verbraucht ATP sowohl für den Kraftschlag als auch für das Lösen der Bindung.
Abutment
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Abutment ist das präparierte oder vorgefertigte Verbindungsstück (Implantatpfeiler), das auf einem Zahnimplantat fixiert wird. Es durchdringt die Periimplantärschleimhaut und dient als Verankerungselement für Kronen, Brücken oder Prothesenanker. Abutments bestehen meist aus Titan, Zirkonoxid oder individuellen Hybridmaterialien.
Adhäsivbrücke
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Adhäsivbrücke ist eine minimalinvasive festsitzende Brücke zur Schließung von Einzelzahnlücken, die mittels Säure-Ätz-Technik an den Nachbarzähnen verklebt wird. Sie kommt vor allem im Frontzahnbereich bei kariesfreien Pfeilerzähnen zum Einsatz.
Adhäsivsystem
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Adhäsivsysteme sind mehrkomponentige Werkstoffe, die einen dauerhaften Verbund zwischen der Zahnhartsubstanz und dem Füllungskunststoff herstellen. Sie penetrieren das freigelegte Kollagennetzwerk im Dentin sowie das Schmelzätzmuster und bilden nach Polymerisation die sogenannte Hybridschicht. Dadurch verhindern sie Randspaltbildung und Mikroleckagen.
Alveolitis sicca
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolitis sicca ist eine schmerzhafte Wundheilungsstörung nach Zahnextraktion, die durch den vorzeitigen Verlust oder den Zerfall des Blutkoagulum verursacht wird. Es kommt dadurch zu einer Exposition der sensibel innervierten Knochenwände des leeren Zahnfachs. Häufig tritt sie im Unterkieferseitenzahnbereich bei Rauchern oder unter oralen Kontrazeptiva auf.
Amalgam
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Amalgam ist ein plastisches Füllungsmaterial, das aus einer Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer besteht. Es härtet durch eine Kristallisationsreaktion aus und zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Historisch gehört es zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der konservierenden Zahnheilkunde.
Antibiotika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antibiotika sind niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen oder synthetisch hergestellte Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Sie wirken selektiv gegen prokaryotische Strukturen und Prozesse, ohne den makroorganismischen Wirt direkt zu schädigen. Der Einsatz erfolgt gezielt nach Erreger- und Resistenztestung oder kalkuliert als Breitbandtherapie.
Antiseptika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antiseptika sind chemische Substanzen, die lokal auf lebenden Geweben wie Haut oder Schleimhaut angewendet werden, um Erreger abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Im Gegensatz zu Antibiotika wirken sie weitgehend unspezifisch gegen ein breites Spektrum von Mikroorganismen. In der Zahnmedizin dienen sie der Reduktion der oralen Keimzahl.
Apikale Parodontitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.
Apikale Stop
Endodontie
Prüfungsfokus
Der apikale Stop ist eine stufenförmige Präparation im apikalen Drittel des Wurzelkanals, die als physikalische Barriere für das Wurzelfüllmaterial dient. Er wird durch das gezielte Instrumentieren mit der ersten Feile erzeugt, die auf Arbeitslänge klemmt (Master-Apikal-Feile).
Artikulator und Gesichtsbogen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Ein Artikulator ist ein mechanisches Gerät zur Simulation der Unterkieferbewegungen und Nachbildung der Kiefergelenke außerhalb des Mundes. Der Gesichtsbogen dient der schädel- bzw. gelenkbezüglichen Übertragung der Oberkieferposition des Patienten in den Artikulator. Dadurch wird die Drehachse der Kondylen exakt reproduziert, um Okklusionsfehler bei prothetischen Rekonstruktionen zu minimieren.
Atraumatische Restaurationstechnik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Atraumatische Restaurationstechnik (ART) ist ein präventives und restauratives Behandlungskonzept zur Ausräumung kariesbedingter Defekte ausschließlich mit Handinstrumenten. Anschließend werden die Kavitäten und angrenzenden Fissuren mit einem adhäsiven Werkstoff, meist Glasionomerzement, versiegelt. Ziel ist der Zahnerhalt bei maximaler Gewebeschonung ohne Schmerzerzeugung durch Bohrer oder Anästhesie.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Barbed Broach
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Barbed Broach (Pulpanadel) ist ein handgeführtes endodontisches Instrument mit widerhakenartigen Einkerbungen entlang des Arbeitsteils. Sie dient dem intakten Vitalextirpieren des Pulpagewebes aus dem Wurzelkanal in einem Stück.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
Befestigungszemente
Propädeutik
Prüfungsfokus
Befestigungsmaterialien verbinden indirekte Restaurationen mit der Zahnhartsubstanz. Konventionelle Zemente wie Zinkphosphat- und Glasionomerzement wirken überwiegend mechanisch retentiv. Adhäsive Kompositzemente erzeugen einen chemisch-mikromechanischen Verbund und sind bei retentionsschwachen Präparationen erforderlich.
Biofilm
Parodontologie
Prüfungsfokus
Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in einer selbstproduzierten Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) eingebettet ist und an einer Oberfläche haftet. In der Mundhöhle bildet er die Grundlage für Karies, Gingivitis und Parodontitis. Die Matrix schützt die enthaltenen Bakterien vor äußeren Einflüssen und dem Immunsystem des Wirts.
Biofilmbildung und Plaquereifung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Plaquebildung beginnt mit dem Pellikel, einer azellulären Proteinschicht aus Speichelbestandteilen auf der Zahnoberfläche. Darauf lagern sich zunächst grampositive Primärbesiedler an, gefolgt von einer zunehmend anaeroben und gramnegativen Sekundärflora. Die Reifung verläuft über Koaggregation und Bildung einer schützenden extrazellulären Matrix.
Bohrerschnitt
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Bohrerschneide ist die keilförmig zugespitzte Funktionskante eines rotierenden Schneidwerkzeugs in der Zahnmedizin. Sie dient dem Spanabtrag von Schmelz, Dentin, Pulpa oder Restaurationstexturen durch mechanische Scherkräfte. Ihre Geometrie variiert je nach Verwendungszweck zwischen Schleif- und Schneidinstrumenten.
Carisolv
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Carisolv ist ein chemo-mechanisches System zur Kariesexkavation, das auf einer Mischung aus Natriumhypochlorit und Aminosäuren basiert. Das Gel löst gezielt den denaturierten Kollagenanteil cariösen Dentins auf, während gesunde Hartsubstanz unbeeinträchtigt bleibt. Das erweichte Gewebe wird anschließend manuell abgeschabt.
Chelatbildner
Endodontie
Prüfungsfokus
Chelatbildner sind chemische Substanzen wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) oder Zitronensäure, die Calciumionen aus dem Hydroxylapatit des Dentins binden und so das Hartgewebe demineralisieren. In der Endodontie dienen sie der Spülung und Konditionierung des Wurzelkanalsystems.
Chlorhexidin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Chlorhexidin ist ein kationisches Bisbiguanid-Antiseptikum mit breitem Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie Pilze. Durch seine hohe Substantivität haftet es lang anhaltend an oralen Oberflächen und verzögert die Plaque-Neubildung nachhaltig. Es gilt als Goldstandard in der chemischen Plaquekontrolle.
Composit
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Composit ist ein plastisches, zahnfarbenes Füllungsmaterial, das aus einer organischen Monomermatrix und anorganischen Füllstoffen besteht. Die Aushärtung erfolgt meist durch photopolymerisationsinduzierte Vernetzung der Monomere. Es ermöglicht eine mikromechanische und chemische Haftung am Zahnhartgewebe über Adhäsivsysteme.
Crown-Down-Technik
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Crown-Down-Technik ist ein präparatorisches Verfahren in der Endodontie, bei dem der Wurzelkanal von koronal nach apikal aufbereitet wird. Durch die frühzeitige Erweiterung des koronalen Kanaldrittels wird der apikale Zapfen entlastet und das Infektionsrisiko nach apikal reduziert. Sie bildet den Standard bei der maschinellen und manuellen Kanalaufbereitung.
Dentinadhäsion
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Dentinadhäsion beschreibt den mikromechanischen und chemischen Verbund zwischen einem restaurativen Werkstoff und dem organisch-anorganischen Dentin. Sie erfordert die Entfernung oder Penetration der Schmierschicht (Smear Layer) sowie die Freilegung des Kollagennetzwerks. Ziel ist die Ausbildung einer stabilen HybridSchicht.
EDTA
Endodontie
Prüfungsfokus
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ist ein Chelator, der in der Endodontie zur Entfernung der anorganischen Anteile des Smear Layers eingesetzt wird. Durch die Bindung von Kalziumionen weicht EDTA das radikuläre Dentin leicht an und erleichtert so die mechanische Aufbereitung enger Kanäle.
Eicosanoide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eicosanoide sind lipidartige Gewebshormone und Lipidmediatoren, die aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, hauptsächlich Arachidonsäure, synthetisiert werden. Zu ihnen zählen Prostaglandine, Thromboxane, Leukotriene und Lipoxine. Sie spielen eine zentrale Rolle bei Entzündungsreaktionen, Schmerzentstehung, Blutgerinnung und der Regulation des Gefäßtonus.
Endodontische Revision
Endodontie
Prüfungsfokus
Die endodontische Revision ist die erneute Behandlung eines bereits wurzelkanalbehandelten Zahnes bei Misserfolg oder Reinfektion. Ziel ist die vollständige Entfernung des alten Füllmaterials, die Beseitigung persisiterender Bakterien und das erneute Versiegeln.
Endokarditisprophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die Endokarditisprophylaxe beschreibt die gezielte einmalige Verabreichung eines Antibiotikums vor dentoalveolären Eingriffen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie ist nach aktuellen Leitlinien streng auf Hochrisikopatienten mit spezifischen kardialen Vorerkrankungen beschränkt. Der Eingriff muss mit einer Bakteriämie-Wahrscheinlichkeit durch Manipulation an Gingiva oder Periapikalregion einhergehen.
Endometrie
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Endometrie ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge bis zur apikalen Konstriktion. Sie nutzt die Abnahme der elektrischen Impedanz beim Annähern des Instruments an das Foramen physiologicum. Das Verfahren ist präziser als eine rein röntgenologische Längenbestimmung.
Ersatzmaterial
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Als Ersatzmaterial werden in der Zahnerhaltung direkt oder indirekt eingebrachte Werkstoffe bezeichnet, die verloren gegangene Zahnsubstanz funktionell und ästhetisch rekonstruieren. Zu den gebräuchlichsten Direktmaterialien zählen Komposite, Glasionomerzemente und Amalgam, während Keramiken und Goldlegierungen für indirekte Restaurationen genutzt werden. Sie müssen biokompatibel, mechanisch stabil und randschlussdicht sein.
Exodontie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Exodontie umfasst die Lehre und Praxis der Entfernung von Zähnen aus dem Alveolarknochen mittels geschlossener (konservativer) Techniken. Sie stellt einen der grundlegendsten oralchirurgischen Eingriffe dar und wird bei nicht erhaltungswürdigen Zähnen, Platzmangel oder fokalen Infektionsquellen durchgeführt. Das Hauptziel ist die vollständige und möglichst gewebeschonende Zahnentfernung unter Erhalt des umgebenden Alveolarknochens.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Freiendprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Freiendprothese ist ein partieller Zahnersatz zur Versorgung von verkürzten Zahnreihen ohne distalen Pfeilerzahn. Die Abstützung erfolgt teils periodontal über die Restzähne und teils gingival über die Schleimhaut des Kieferkamms.
Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Gates-Glidden-Bohrer
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Gates-Glidden-Bohrer ist ein rotierendes, olivenförmiges Instrument aus Edelstahl zur koronalen Erweiterung des Wurzelkanals. Er besitzt eine nicht schneidende Führungsspitze (Non-Cutting-Tip) und eine Sollbruchstelle am Schaft, um Instrumentenfrakturen im Kanal zu verhindern.
Gingivarezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Unter einer Gingivarezession versteht man den parodontitisunabhängigen oder -bedingten Rückgang des marginalen Parodonts mit Freilegung der Schmelz-Zement-Grenze. Sie entsteht primär durch mechanische Traumata wie falsche Putztechnik, anatomische Prädispositionen oder als Folge entzündlichen Attachementverlusts.
Gingivitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Gingivitis ist eine plaqueinduzierte, entzündliche Veränderung der marginalen Gingiva ohne Verlust des parodontalen Attachements. Sie stellt die Vorstufe der Parodontitis dar, ist jedoch im Gegensatz zu dieser vollständig reversibel. Klinische Hauptmerkmale sind Rötung, Schwellung und Blutung auf Sondierung.
Glasionomerzement
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Glasionomerzement (GIZ) ist ein mineralischer Werkstoff, der durch eine Säure-Basen-Reaktion zwischen einem Fluoroaluminosilikat-Glas und einer Polyalkensäure aushärtet. Er zeichnet sich durch eine chemische Adhäsion am Dentin und Schmelz sowie eine kontinuierliche Fluoridfreisetzung aus. Seine mechanische Belastbarkeit und Abrasionsstabilität sind im Vergleich zu Kompositen geringer.
Haltertechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Haltertechnik bezeichnet die intraorale Radiographie unter Verwendung mechanischer Positionierungssysteme für Bildempfänger und Tubus. Sie stellt sicher, dass Film/Sensor und Tubus in einer festen, geometrisch korrekt definierten Relation zueinander stehen.
Hedström-Feile
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Hedström-Feile (H-Feile) ist ein manuelles Endodontieinstrument aus Edelstahl mit einem spiralförmig fräsenden Schneideprofil. Die Schneidkanten sind so angeordnet, dass das Instrument ausschließlich bei ziehender Bewegung axial zur Kanalwand schneidet. Sie weist eine hohe Effizienz beim Abtrag von Dentin auf, ist jedoch torsionsempfindlich.
Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Implantatprothetik
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Implantatprothetik umfasst die Versorgung von Lücken oder zahnlosen Kiefern mit festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz auf osseointegrierten Implantaten. Sie nutzt Abutments als Verbindungselemente zwischen Implantat und Suprakonstruktion.
Inkrustation
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Unter einer Inkrustation versteht man in der Zahnmedizin eine aufgelagerte, nicht-mineralisierte oder partiell mineralisierte Verfärbung der Zahnoberfläche. Sie entsteht durch die Anlagerung von Farbstoffen aus Nahrungs- und Genussmitteln sowie Medikamenten an das Pellikel. Im Gegensatz zu Plaque und Zahnstein ist sie primär kosmetischer Natur.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Kavität
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Eine Kavität ist ein durch Karies, Trauma oder Abrasionsprozesse entstandener oder präparatorisch geschaffener Hohlraum in der Zahnhartsubstanz. Sie erfordert eine systematische Präparation zur vollständigen Entfernung erkrankten Gewebes und zur Verankerung einer Restauration. Die Formgebung richtet sich nach den biomechanischen Anforderungen des gewählten Füllungsmaterials.
Kavitätenklassen nach Black
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Kavitätenklassen nach Greene Vardiman Black sind eine topographische Einteilung von Kariesläsionen und den dazugehörigen Kavitätenpräparationen an Zähnen. Die ursprünglichen Klassen I bis V basieren auf der Lokalisation der Primärkaries und bestimmen die Prinzipien der mechanischen Verankerung. Sie bilden bis heute das weltweite Standardfundament für Dokumentation, Befundung und Behandlungsplanung in der Zahnerhaltung. Eine spätere Ergänzung stellt die Klasse VI dar.
Klammer
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Klammer ist ein mechanisches Halte- und Stützelement für herausnehmbaren Zahnersatz, das an natürlichen Zähnen oder Kronen verankert wird. Sie besteht typischerweise aus einem retentionierenden Klammerarm (unterhalb des Inflektionspunktes), einem reziproken Arm sowie einer Auflage zur axialen Belastungseinleitung. Man unterscheidet gebogene Drahtklammern von gegossenen Modellgussklammern.
Knochenersatzmaterial
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Knochenersatzmaterialien (KEM) sind autologe, allogene, xenogene oder synthesebasierte Werkstoffe zur Rekonstruktion und Augmentation von Knochendefekten. Sie dienen als Leitschiene für die vaskuläre und osteogene Regeneration des ortsständigen Knochens. Die Auswahl richtet sich nach Biodegradation, mechanischer Stabilität und Indikation.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Luxation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter Luxation versteht man die vollständige oder unvollständige Ausrenkung eines Gelenks bzw. die Dislokation eines Zahnes aus seiner Alveole. In der Zahnmedizin bezeichnet der Begriff sowohl das pathologische Zahn- oder Kiefergelenktrauma als auch den gezielten chirurgischen Schritt zur Zahnlockerung bei der Extraktion.
Metronidazol
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Metronidazol ist ein synthethisches Nitroimidazol-Antibiotikum mit gezielter Wirkung gegen obligat anaerobe Bakterien und Protozoen. Es führt nach intrazellulärer Reduktion zu DNA-Strangbrüchen und damit zum Zelltod der Erreger. In der Zahnmedizin ist es ein wichtiges Adjuvans bei aggressiven parodontalen Infektionen.
Mundschleimhaut Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.
Mundschleimhautveränderungen im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut wird im Alter dünner, weniger elastisch und empfindlicher gegenüber mechanischen Reizen. Zusätzlich treten prothesenbedingte, medikamentenassoziierte und potenziell maligne Veränderungen häufiger auf. Die systematische Schleimhautinspektion ist deshalb fester Bestandteil jeder Untersuchung.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
Natriumhypochlorit
Endodontie
Prüfungsfokus
Natriumhypochlorit ist die primäre Spüllösung in der Endodontie mit stark gewebeauflösender und breiter antimikrobieller Wirkung. Es wirkt effektiv gegen Planktonbakterien sowie Biofilme und löst organische Bestandteile auf. Die üblicherweise genutzten Konzentrationen liegen zwischen 1 und 5,25 Prozent.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
Nervus alveolaris inferior
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Nervus alveolaris inferior ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis (V3 des Nervus trigeminus), der durch den Canalis mandibulae verläuft. Er innerviert die Zähne und das Parodontium des Unterkiefers sensibel und tritt am Foramen mentale als Nervus mentalis aus.
Orthodontische Zahnbewegung und Biologie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die orthodontische Zahnbewegung beruht auf einem enzymatisch vermittelten Gewebeumbau des Desmodonts und des angrenzenden Alveolarknochens als Reaktion auf mechanische Krafteinwirkung. Auf der Druckseite führt die Verminderung des Blutflusses zur Differenzierung von Osteoklasten und zum Knochenabbau. Auf der Zugseite stimulieren Dehnungsreize die Osteoblasten zur Bildung von neuem Osteoid und nachfolgender Mineralisation.
Osteosynthese
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Osteosynthese bezeichnet die operative Verbindung und Fixierung von zwei oder mehr Knochenfragmenten nach einer Fraktur oder Osteotomie. Sie erfolgt in der Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiegend mittels Mini- oder Mikroplatten und Schrauben aus Titan.
Parodontalabszess
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der Parodontalabszess ist eine umschriebene Eiteransammlung im parodontalen Gewebe, meist ausgehend von einer bestehenden Tasche. Auslöser sind eine Behinderung des Sekretabflusses, eingepresste Fremdkörper oder eine unvollständige subgingivale Instrumentierung. Klinisch imponiert eine prall-elastische, druckschmerzhafte Schwellung mit Pusaustritt aus dem Sulkus.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Porphyromonas gingivalis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Porphyromonas gingivalis ist ein gramnegatives, anaerobes Bakterium, das als Leitorganismus des roten Komplexes nach Socransky gilt. Es produziert Virulenzfaktoren wie Gingipaine und Lipopolysaccharide, welche die Wirtsabwehr modulieren und Gewebe abbauen. P. gingivalis übernimmt eine Schlüsselrolle als Keystone-Pathogen bei der Entstehung dysbiotischer Parodontitiden.
Primärstabilität
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Primärstabilität beschreibt die mechanische Verankerung des Implantats im Knochen unmittelbar nach dem Einbringen, noch bevor biologische Umbauvorgänge einsetzen. Sie entsteht durch das Verklemmen der Implantatgewinde im ortsständigen Knochen und ist damit rein mechanischer Natur. Erst im Verlauf der Einheilung wird sie durch die biologische Sekundärstabilität der Osseointegration abgelöst.
Prothesenpflege und Prothesenhygiene
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Prothesenpflege umfasst die mechanische Reinigung nach jeder Mahlzeit, die tägliche gründliche Reinigung mit Bürste und geeignetem Reinigungsmittel sowie die nächtliche Entnahme. Auf dem Prothesenkunststoff bildet sich innerhalb weniger Stunden ein Biofilm, der neben Bakterien vor allem Candida-Spezies beherbergt und die Grundlage der Prothesenstomatitis bildet.
Pulpanekrose
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpanekrose ist der irreversible, avaskuläre Untergang des Zahnmarkgewebes infolge von bakteriellen Toxinen, Trauma oder chemisch-physikalischen Reizen. Sie stellt das Endstadium einer nicht behandelten, schweren Pulpitis dar und führt zum vollständigen Verlust der Sensibilität des Zahnes. Durch das Einwandern anaerober Bakterien entwickelt sich häufig eine infizierte Pulpanekrose mit periapikaler Parodontitis.
Pulpitis irreversibilis
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Pulpitis irreversibilis ist eine irreversible Entzündung der Pulpa, bei der keine selbstständige Ausheilung des Gewebes mehr möglich ist. Sie entsteht meist durch das Voranschreiten bakterieller Toxine oder Bakterien selbst bis in die unmittelbare Nähe des Pulpakavums. Ohne therapeutisches Eingreifen führt sie zur Pulpanekrose.
Randschluss
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Randschluss beschreibt den stufenlosen und dichten Übergang zwischen dem Rand einer zahnärztlichen Restauration und der präparierten Zahnsubstanz. Ein optimaler Randschluss ist entscheidend zur Verhinderung von Mikroleckagen, Sekundärkaries und Gingivitis.
Rechtwinkeltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Rechtwinkeltechnik ist eine intraorale Aufnahmetechnik, bei der der Röntgenfilm parallel zur Zahnlängsachse ausgerichtet und der Zentralstrahl rechtwinklig auf den Film gerichtet wird. Hierfür werden spezielle Filmhalter mit Zielvorrichtung verwendet.
Rezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Rezession bezeichnet den apikalen Rückgang des parodontalen Weichgewebes (Gingiva) unter die Schmelz-Zement-Grenze ohne primäre Entzündung der parodontalen Tasche. Ursächlich sind meist mechanische Traumata (z. B. falsche Putztechnik), ein dünner parodontaler Phänotyp oder kieferorthopädische Zahnbewegungen.
Rotierende Instrumente und Präparation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Rotierende Instrumente sind mechanische Werkzeuge zur Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, Rekonstruktionswerkstoffen und Knochen, die über Winkelstücke oder Turbinen angetrieben werden. Sie gliedern sich vor allem in spanabhebende Hartmetallbohrer und schleifende Diamantinstrumente. Die Präparationsformen richten sich streng nach werkstoffkundlichen Erfordernissen und biologischen Grenzen der Pulpaschädigung. Eine ständige Wasserkühlung ist obligat, um thermische Pulpanekrosen zu verhindern.
Säure-Ätz-Technik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Säure-Ätz-Technik ist ein Konditionierungsverfahren des Zahnschmelzes mittels Phosphorsäure zur Erzeugung eines mikromechanischen Retentionsmusters. Durch das Anätzen werden anorganische Schmelzkristalle partiell herausgelöst, wodurch eine vergrößerte und benetzbare Oberfläche entsteht. Dies ermöglicht die Mikroverankerung von adhäsiven Kunststoffen am Zahnschmelz.
Scharnierachse
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Scharnierachse ist die gedachte Verbindungslinie durch die beiden Kondylen, um die der Unterkiefer eine reine Rotationsbewegung ausführt. Sie bildet den zentralen Bezugspunkt für die artikulatoreigene Drehachse.
Schmelz
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Zahnschmelz ist das azelluläre, hochmineralisierte Hartgewebe, das die Zahnkrone bedeckt. Er besteht zu ca. 95 Gew.-% aus anorganischem Hydroxylapatit sowie zu geringen Anteilen aus Wasser und organischer Matrix. Mazerierter Schmelz weist eine charakteristische Prismenstruktur auf, die von Ameloblasten während der Amelogenese gebildet wird.
Smear Layer
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Smear Layer ist eine mikroskopisch dünne Schicht aus anorganischen und organischen Geweberesten sowie Bakterien. Er entsteht während der Instrumentierung an den Kanalwänden und verstopft die Dentintubuli.
Socransky-Komplexe
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Socransky-Komplexe klassifizieren subgingivale Bakterienarten der plaqueassoziierten Parodontitis anhand ihrer Vergesellschaftung und Virulenz in Farbgruppen. Der rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola, Tannerella forsythia) repräsentiert dabei die späte, hochvirulente Besiedlungsphase und steht in engem Zusammenhang mit der Gewebedestruktion. Früh- und Zwischenstadien werden durch den gelben, grünen, lila und orangen Komplex abgebildet.
Stiftaufbau
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Stiftaufbau dient der Verankerung einer Stumpfaufbauplastik bei stark zerstörten, endodontisch behandelten Zähnen. Er überträgt auftretende Kaukräfte tief in die Wurzelstruktur.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Suprakonstruktion
Prothetik
Prüfungsfokus
Als Suprakonstruktion bezeichnet man den auf einem Zahnimplantat oder einem Implantat-Abutment verankerten Zahnersatz. Sie bildet den funktionellen und ästhetischen Teil der implantatgetragenen Versorgung. Je nach Indikation kann sie feststehend oder herausnehmbar gestaltet sein.
Taschenausspülung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenausspülung (subgingivale Lavage) beschreibt das Ausspülen einer vertieften Parodontaltasche mit antiseptischen Lösungen wie Chlorhexidin (CHX) oder Wasserstoffperoxid. Ziel ist die mechanische Entfernung von Detritus sowie die chemische Reduktion der subgingivalen Mikroflora.
Trepanation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.
Ultraschallaktivierung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Ultraschallaktivierung ist ein Spülverfahren in der Endodontie, bei dem Spülflüssigkeiten im Wurzelkanal durch hochfrequente Schwingungen in akustische Kavitation versetzt werden. Dies steigert die Gewebelösungskapazität und die antibakterielle Wirksamkeit der Spüllösung erheblich. Zudem wird der Smear Layer in anatomisch komplexen Arealen effektiver entfernt als bei rein manueller Nadelspülung.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.
Vollkeramik
Prothetik
Prüfungsfokus
Vollkeramik bezeichnet metallfreien Zahnersatz, der ausschließlich aus anorganischen, nichtmetallischen Werkstoffen gefertigt wird. Man unterscheidet im Wesentlichen Silikatkeramiken (z. B. Feldspat- oder Lithiumdisilikatkeramik) von Oxidkeramiken (z. B. Zirkonoxid). Sie zeichnet sich durch hohe Biokompatibilität und exzellente Ästhetik aus.
Wurzelkanalfüllung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Wurzelkanalfüllung ist der vollständige, fluid-dichte Verschluss des aufbereiteten und desinfizierten Wurzelkanalsystems. Sie soll die Rekontamination des Kanals durch Bakterien verhindern und verbliebene Mikroorganismen im Kanal einschließen. Standardmaterial ist Guttapercha in Kombination mit einem versiegelnden Sealer.
Wurzelkanalpräparation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Wurzelkanalpräparation umfasst die mechanische Reinigung und Formgebung des Wurzelkanalsystems mittels manueller oder maschineller Instrumente. Ziel ist die vollständige Entfernung von infiziertem Pulpagewebe, Bakterien und Dentinspänen sowie die Erstellung einer gleichmäßigen Konizität für die spätere Obturation. Sie bildet die Grundlage für eine effektive chemische Desinfektion des Kanals.
Zahnfleischrückgang
Parodontologie
Prüfungsfokus
Zahnfleischrückgang bezeichnet die freiliegende Wurzeloberfläche durch einen koronalen Verlust des marginalen Parodonts ohne entzündliche Knochentaschenbildung. Er wird primär durch falsche Putztechniken (Trauma), occlusales Trauma, orthodontische Zahnbewegungen oder nach Ausheilung einer Parodontitis verursacht. Die resultierende Exposition des Dentins führt häufig zu hypersensiblen Zahnhälsen und ästhetischen Beeinträchtigungen.
Zahnhartsubstanz
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Zahnhartsubstanz ist der Sammelbegriff für die mineralisierten Gewebe des Zahnes, welche Schmelz, Dentin und Zement umfassen. Sie bilden das strukturelle Fundament des Zahnes und umschließen das koronal-radikuläre Pulpagewebe. Der Mineralisationsgrad variiert zwischen den einzelnen Geweben, wobei Schmelz den höchsten und Zement den niedrigsten Anorganikanteil aufweist.