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Osteoporose und antiresorptive Therapie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Osteoporose wird im Alter häufig mit antiresorptiven Substanzen behandelt, vor allem Bisphosphonaten und dem RANKL-Antikörper Denosumab. Beide hemmen die Osteoklastenaktivität und damit den Knochenumbau. Für die Zahnmedizin ist das relevant, weil der Kieferknochen bei chirurgischen Eingriffen dann verzögert oder unzureichend heilt und eine Kiefernekrose entstehen kann.
Bisphosphonate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
Corticosteroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Corticosteroide sind steroidale Entzündungshemmer, die sich von den Hormonen der Nebennierenrinde ableiten. Sie wirken immunsuppressiv, antientzündlich und antiallergisch durch Unterdrückung der Phospholipase A2. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen gehemmt.
Denosumab
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Denosumab ist ein humaner Monoklonaler Antikörper, der gezielt an RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor-kappaB Ligand) bindet. Er hemmt die Ausreifung, Funktion und das Überleben von Osteoklasten und reduziert dadurch den Knochenabbau stark. Hauptindikationen sind Osteoporose und Knochenmetastasen.
Knochenstoffwechsel und RANKL
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Der Knochenstoffwechsel ist ein dynamischer Prozess aus Knochenaufbau durch Osteoblasten und Knochenabbau durch Osteoklasten. Das Signalweg-Trio RANKL, RANK und Osteoprotegerin (OPG) reguliert maßgeblich die Osteoklastendifferenzierung. RANKL wird von Osteoblasten und Osteozyten exprimiert, bindet an den RANK-Rezeptor auf Osteoklastenvorläuferzellen und induziert deren Fusion und Aktivierung. OPG fungiert als löslicher Decoy-Rezeptor, der RANKL bindet und somit den Knochenabbau hemmt.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Osteonekrose des Kiefers (MRONJ)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die Medikamenten-assoziierte Osteonekrose des Kiefers (MRONJ) ist eine schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkung von Antiresorptiva (z. B. Bisphosphonate, Denosumab) und Antiangiogenese-Hemmern. Sie ist charakterisiert durch freiliegenden Knochen oder über eine Fistel sondierbaren Knochen im Maxillofazialbereich, der länger als 8 Wochen besteht. Voraussetzung für die Diagnose ist das Fehlen einer vorherigen Strahlentherapie im Kieferbereich.