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Altersveränderungen von Zahnhartsubstanz und Pulpa
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Mit zunehmendem Alter bildet sich kontinuierlich Sekundärdentin, wodurch sich das Pulpenkavum verkleinert. Dentintubuli werden durch Sklerosierung obliteriert, was die Transluzenz erhöht und die Sensibilität herabsetzt. Schmelz wird durch Abrasion und Attrition dünner, wodurch das gelblichere Dentin stärker durchscheint.
Luxation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter Luxation versteht man die vollständige oder unvollständige Ausrenkung eines Gelenks bzw. die Dislokation eines Zahnes aus seiner Alveole. In der Zahnmedizin bezeichnet der Begriff sowohl das pathologische Zahn- oder Kiefergelenktrauma als auch den gezielten chirurgischen Schritt zur Zahnlockerung bei der Extraktion.
Okklusionslehre Grundlagen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Okklusionslehre befasst sich mit den statischen und dynamischen Kontaktbeziehungen zwischen den Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Unter statischer Okklusion versteht man jeden zahnärztlichen Kontakt ohne Unterkieferbewegung, insbesondere die maximale Interkuspidation (Habituelle Okklusion). Die dynamische Okklusion beschreibt die Zahnkontakte während Unterkieferbewegungen wie Protrusion, Laterotrusion und Mediotrusion.
Aktinomyces naeslundii
Parodontologie
Prüfungsfokus
Actinomyces naeslundii ist ein grampositives, fakultativ anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium der oralen Mikroflora. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der initialen Plaquebildung und der Adhäsion an den Schmelzpellet. Zudem ist es häufig an der Entstehung von Wurzelkaries beteiligt.
Ankylose
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Ankylose bezeichnet die knöcherne Fusion zwischen Zahnwurzel (Zement/Dentim) und Alveolarknochen unter Verlust des Parodontalligaments. Sie entsteht häufig nach Traumata, Replantationen oder schweren entzündlichen Prozessen. Der betroffene Zahn verliert seine physiologische Eigenbeweglichkeit.
Apikale Stop
Endodontie
Prüfungsfokus
Der apikale Stop ist eine stufenförmige Präparation im apikalen Drittel des Wurzelkanals, die als physikalische Barriere für das Wurzelfüllmaterial dient. Er wird durch das gezielte Instrumentieren mit der ersten Feile erzeugt, die auf Arbeitslänge klemmt (Master-Apikal-Feile).
Blutstillung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
Dentinhypersensibilität
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Dentinhypersensibilität ist ein kurzer, scharfer Schmerz, der durch thermische, taktile, osmotische oder chemische Reize auf freiliegendem Dentin ausgelöst wird. Pathophysiologisch wird sie meist durch die Hydrodynamische Theorie nach Brännström erklärt, bei der Flüssigkeitsbewegungen in den Dentintubuli Nervenfasern an der Pulpa-Dentin-Grenze reizen. Mögliche Ursachen sind Gingivarezessionen, Erosionsschäden oder Abrasionen.
Diskusverlagerung
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Bei der Diskusverlagerung befindet sich der Discus articularis nicht in seiner physiologischen Position auf dem Kondylus, sondern meist nach anterior verlagert. Unterschieden wird die Verlagerung mit Reposition, bei der der Diskus während der Mundöffnung zurückspringt, von der Verlagerung ohne Reposition. Letztere führt typischerweise zu einer Bewegungseinschränkung.
Endometrie
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Endometrie ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge bis zur apikalen Konstriktion. Sie nutzt die Abnahme der elektrischen Impedanz beim Annähern des Instruments an das Foramen physiologicum. Das Verfahren ist präziser als eine rein röntgenologische Längenbestimmung.
Ergonomie am Behandlungsstuhl
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Ergonomie am Behandlungsstuhl umfasst die physiologische Gestaltung des Arbeitsplatzes, der Körperhaltung und der Arbeitsabläufe von Behandler und Assistenz. Ziel ist die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie die Optimierung der Sicht- und Zugangsverhältnisse im Patientengesteuerten Arbeitsfeld. Die Ausrichtung orientiert sich am Uhrzeigersinn-Modell rund um den Patientenkopf als 12-Uhr-Referenz. Besondere Bedeutung hat die aufrechte, dynamische Sitzhaltung mit neutraler Wirbelsäulenkrümmung.
Füllungstherapie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Restaurationen an Milchzähnen müssen die verbleibende Standzeit bis zum physiologischen Zahnwechsel überbrücken, nicht Jahrzehnte. Anatomische Besonderheiten – dünner Schmelz und dünnes Dentin, ausladende Pulpahörner, breite Approximalkontakte – beeinflussen Präparation und Materialwahl. Glasionomerzement, Kompomer und Komposit sind die gebräuchlichen Materialien.
Implantatbettaufbereitung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatbettaufbereitung ist die schrittweise Präparation des knöchernen Lagers mit aufsteigenden Bohrerdurchmessern. Ziel ist eine passgenaue Kavität, die dem Implantat Halt gibt, ohne den Knochen thermisch oder mechanisch zu schädigen. Kernproblem ist die Hitzeentwicklung: Knochen reagiert auf Überwärmung mit Nekrose.
Implantatprothetik
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Implantatprothetik umfasst die Versorgung von Lücken oder zahnlosen Kiefern mit festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz auf osseointegrierten Implantaten. Sie nutzt Abutments als Verbindungselemente zwischen Implantat und Suprakonstruktion.
Kaufunktion und Ernährung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion hängt wesentlich von der Anzahl und Verteilung okkludierender Zahnpaare ab. Ein reduziertes Restgebiss verringert die Zerkleinerungsleistung und verändert die Nahrungsauswahl hin zu weicheren, oft weniger nährstoffreichen Speisen. Dies kann zu Mangelernährung und Gewichtsverlust beitragen.
Kaufunktion und Kaukraft
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion beschreibt das kraniofaziale Zusammenspiel von Kaumuskulatur, Kiefergelenk, Zähnen und Zunge zur Zerkleinerung der Nahrung. Die Kaukraft wird durch die Kontraktion der Kauschließer (M. masseter, M. temporalis, M. pterygoideus medialis) erzeugt und über den Zahnhalteapparat retrograd in den Knochen abgeleitet. Die Steuerung erfolgt neurophysiologisch über das kraniale Kauzentrum in der Formatio reticularis unter Einbindung des N. trigeminus. Desmodontale Mechanorezeptoren ermöglichen eine feine Feedback-Steuerung zur Adaptation der Muskelkraft.
Kollagenbiochemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Kollagen ist das häufigste Strukturprotein des menschlichen Körpers und bildet die organische Matrix von Dentin, Zement, Parodontalligament und Knochen. Die Grundbausteine sind Tropokollagen-Moleküle, die aus einer Tripelhelix von drei Alpha-Ketten bestehen mit der charakteristischen Aminosäuresequenz Glycin-X-Y. Vitamin C ist als Kofaktor der Prolyl- und Lysylhydroxylase essenziell für die Hydroxylierung und damit für die thermische Stabilität der Helix. Die kovalente Quervernetzung im Extrazellularraum erfolgt durch die Lysyloxidase.
Lingualnerv
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Nervus lingualis ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis (V3 des N. trigeminus). Er innerviert sensibel die vorderen zwei Drittel der Zunge, den Mundboden und die linguale Gingiva der Mandibel. Zudem führt er sensorische Geschmacksfasern aus der Chorda tympani mit sich.
Lückenhalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Ein Lückenhalter sichert nach vorzeitigem Milchzahnverlust den Platz für den bleibenden Nachfolger. Ohne Platzsicherung wandern Nachbarzähne in die Lücke, wodurch der Nachfolger später keinen ausreichenden Durchbruchsraum findet. Es existieren festsitzende Varianten wie Band-Loop und Lingualbogen sowie herausnehmbare Platten.
Matrixmetalloproteinasen
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Matrixmetalloproteinasen sind zinkabhängige Enzyme, die Bestandteile der extrazellulären Matrix wie Kollagen abbauen. Sie sind an physiologischem Gewebeumbau ebenso beteiligt wie an pathologischer Gewebedestruktion. Ihre Aktivität wird durch Gewebeinhibitoren, die TIMPs, gegenreguliert.
Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, je Quadrant zwei Inzisivi, einen Caninus und zwei Molaren. Es unterscheidet sich vom bleibenden Gebiss durch bläulich-weiße Zahnfarbe, dünnere Hartsubstanzschichten, ausgeprägte Zervikalwülste und stark divergierende Wurzeln. Physiologische Lücken und Abrasionen sind Ausdruck normaler Entwicklung und kein Behandlungsbedarf.
Milchzahnextraktion
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Entfernung eines Milchzahns folgt anderen Regeln als beim bleibenden Zahn, weil unmittelbar unter der Wurzel der Keim des Nachfolgers liegt. Die divergierenden, den Keim umfassenden Wurzeln der Milchmolaren können beim Luxieren brechen oder den Keim mitluxieren. Indikationen sind nicht erhaltungswürdige Zerstörung, Abszedierung, Trauma sowie kieferorthopädische Gründe.
Milchzahnpulpotomie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
NaOCl-Unfall
Endodontie
Prüfungsfokus
Ein NaOCl-Unfall beschreibt das versehentliche Extrudieren von Natriumhypochlorit-Spüllösung über die apikale Foramenstruktur hinaus in das periapikale Gewebe. Aufgrund der starken Gewebelysis- und Zytotoxizität von NaOCl führt dies zu akuten, heftigen Schmerzen, massiven Gewebeödemen und Gewebenekrosen. Es handelt sich um eine schwerwiegende Komplikation während der endodontischen Wurzelkanalspülung.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Periimplantäre Mukositis
Implantologie
Prüfungsfokus
Die periimplantäre Mukositis ist eine auf das Weichgewebe begrenzte, plaqueinduzierte Entzündung um ein osseointegriertes Implantat ohne Verlust des stützenden Knochens. Sie entspricht in ihrer Rolle der Gingivitis am natürlichen Zahn und gilt als Vorstufe der Periimplantitis. Bei konsequenter Biofilmkontrolle ist sie vollständig reversibel.
Pseudotasche
Parodontologie
Prüfungsfokus
Eine Pseudotasche bezeichnet eine Vertiefung des Gingivalsulcus ohne klinischen Attachmentverlust oder Destruktion des alveolären Knochens. Sie entsteht durch eine Koronalwanderung der Margo gingivalis infolge von Gingivahyperplasien oder entzündlichen Gewebsschwellungen.
Pulpektomie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung von Kronen- und Wurzelpulpa eines Milchzahns mit anschließender Wurzelfüllung. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Entzündung über die Kronenpulpa hinausreicht oder bereits eine Nekrose vorliegt, der Zahn aber als Platzhalter erhalten werden soll. Voraussetzung ist ein noch ausreichend erhaltener Wurzelanteil ohne fortgeschrittene Resorption.
Pulpotomie
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist ein vitalerhaltendes endodontisches Verfahren, bei dem die koronal infizierte oder entzündete Pulpa chirurgisch entfernt wird, während das radikuläre Pulpagewebe erhalten bleibt. Durch das Belassen der vitalen Wurzelpulpa soll das physiologische Längenwachstum und das Dickenwachstum der Wurzel abgeschlossen werden. Sie unterscheidet sich von der Vitalextirpation, bei der das gesamte Pulpagewebe entfernt wird.
Radioluzenz
Radiologie
Prüfungsfokus
Radioluzenz beschreibt die Eigenschaft von Geweben oder Materialien, Röntgenstrahlung kaum zu schwächen, wodurch sie auf dem Röntgenbild dunkel bis schwarz erscheinen. Sie tritt auf, wenn ein Objekt eine geringe Dichte oder Ordnungszahl aufweist.
Radiopazität
Radiologie
Prüfungsfokus
Radiopazität bezeichnet die hohe Schwächung von Röntgenstrahlung durch dichtes Gewebe oder Material, was zu einer hellen bis weißen Darstellung auf dem Radiogramm führt. Je höher die Ordnungszahl und Dichte des Materials, desto ausgeprägter ist die Verschattung.
Stahlkronen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Stahlkronen sind vorgefertigte Metallkronen, die nach geringer Präparation auf zerstörte Milchmolaren zementiert werden. Sie umfassen den Zahn zirkulär und bieten dadurch einen bakteriendichten Verschluss, der plastischen Füllungen bei ausgedehnten Defekten deutlich überlegen ist. Eine kunststoffverblendete Variante steht für den Frontzahnbereich zur Verfügung.
Stegversorgung
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Stegversorgung ist ein verankernder Zahnersatz, bei dem zwei oder mehrere Zähne beziehungsweise Implantate durch einen starren Metall- oder Keramiksteg miteinander verbunden werden. Die herausnehmbare Prothese wird über eine passende Reiterkonstruktion auf dem Steg fixiert.
Suprakonstruktion
Prothetik
Prüfungsfokus
Als Suprakonstruktion bezeichnet man den auf einem Zahnimplantat oder einem Implantat-Abutment verankerten Zahnersatz. Sie bildet den funktionellen und ästhetischen Teil der implantatgetragenen Versorgung. Je nach Indikation kann sie feststehend oder herausnehmbar gestaltet sein.
Suprakonstruktion: verschraubt oder zementiert
Implantologie
Prüfungsfokus
Implantatgetragene Kronen und Brücken werden entweder okklusal verschraubt oder auf einem Abutment zementiert. Verschraubte Versorgungen sind jederzeit abnehmbar und kommen ohne Zement aus; zementierte Versorgungen erlauben passive Passung und günstigere Ästhetik, bergen aber das Risiko subgingivaler Zementreste. Zwischen beiden steht die verschraubte Klebekrone auf einer Titanbasis.
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
Trauma
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Unter einem dentalen oder maxillofazialen Trauma versteht man eine mechanisch bedingte Verletzung der Zähne, des Halteapparates, des Alveolarknochens oder der orofazialen Weichgewebe. Es entsteht meist durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung im Rahmen von Sport-, Verkehrs- oder Rohheitsdelikten. Die Klassifikation erfolgt international nach den WHO-Kriterien für Zahn- und Kieferverletzungen.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.
Wachsmodellation (Wax-up)
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das Wax-up ist das präzise Anfragen und Gestalten von Zahnformen mit Spezialschnitt- und Modellierwachsen auf einem Gipsmodell. Es dient der funktionellen und ästhetischen Vorplanung von feststehendem oder herausnehmbarem Zahnersatz. Die Wachsform wird im Verlustgussverfahren (Lost-Wax-Technik) in Metall oder Keramik umgesetzt oder als Vorlage für Mock-ups genutzt. Ziel ist die schrittweise Rekonstruktion von Kauflächen, Höckern und Randleisten nach funktionellen Gesichtspunkten.
Wundheilung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die oralchirurgische Wundheilung beschreibt die biologischen Prozesse zur Regeneration oder Reparatur geschädigten oralen Gewebes nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata. Sie läuft klassisch in drei phasenartigen Schritten ab: der exsudativen/entzündlichen Phase, der proliferativen Phase und der Regenerations- bzw. Reparaturphase. Im Kieferknochen schließt dies eine komplexe osteogene Gewebeneubildung ein.
Wundheilungsstörungen
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Wundheilungsstörungen umfassen verzögerte oder ausbleibende Heilung, Wundinfektionen und Nahtdehiszenzen. Ursächlich sind lokale Faktoren wie Spannung, Durchblutungsstörung und Infektion sowie systemische Faktoren wie Diabetes, Rauchen und Immunsuppression. Sie verlängern die Behandlung und können zu bleibenden Defekten führen.
Zahnwechsel und Gebissentwicklung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gebissentwicklung beschreibt den physiologischen Prozess von der Entstehung der Milchdentition über das Wechselgebiss bis hin zum vollständigen bleibenden Gebiss. Der Zahnwechsel gliedert sich in die erste Wechselgebissperiode mit Durchbruch der ersten Molaren und Inzisiven sowie die zweite Wechselgebissperiode mit Wechsel der Stützzone. Das zeitlich und räumlich koordinierte Eruptionsmuster ist entscheidend für das Erreichen einer eugnathen Okklusion.