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Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
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Praxis & Abrechnung
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Zement und Wurzelhaut
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Zement und Wurzelhaut bilden zusammen mit dem Alveolarknochen und der Gingiva den Zahnhalteapparat. Das Zement bedeckt als mineralisiertes Gewebe die Wurzeloberflaeche und dient der Verankerung der Sharpey-Fasern des Desmodonts. Die Wurzelhaut ist ein bindegewebiger Spaltraum, der den Zahn elastisch im Alveolarknochen aufhaengt.
Befestigungszemente
Propädeutik
Prüfungsfokus
Befestigungsmaterialien verbinden indirekte Restaurationen mit der Zahnhartsubstanz. Konventionelle Zemente wie Zinkphosphat- und Glasionomerzement wirken überwiegend mechanisch retentiv. Adhäsive Kompositzemente erzeugen einen chemisch-mikromechanischen Verbund und sind bei retentionsschwachen Präparationen erforderlich.
Glasionomerzement
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Glasionomerzement (GIZ) ist ein mineralischer Werkstoff, der durch eine Säure-Basen-Reaktion zwischen einem Fluoroaluminosilikat-Glas und einer Polyalkensäure aushärtet. Er zeichnet sich durch eine chemische Adhäsion am Dentin und Schmelz sowie eine kontinuierliche Fluoridfreisetzung aus. Seine mechanische Belastbarkeit und Abrasionsstabilität sind im Vergleich zu Kompositen geringer.
Suprakonstruktion: verschraubt oder zementiert
Implantologie
Prüfungsfokus
Implantatgetragene Kronen und Brücken werden entweder okklusal verschraubt oder auf einem Abutment zementiert. Verschraubte Versorgungen sind jederzeit abnehmbar und kommen ohne Zement aus; zementierte Versorgungen erlauben passive Passung und günstigere Ästhetik, bergen aber das Risiko subgingivaler Zementreste. Zwischen beiden steht die verschraubte Klebekrone auf einer Titanbasis.
Blutungsmanagement bei Antikoagulation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.
Hygienemanagement in der Praxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Hygienemanagement organisiert alle Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionsübertragungen in der Praxis. Grundlage ist ein schriftlicher Hygieneplan, der Zuständigkeiten, Verfahren, Mittel und Intervalle festlegt. Er stützt sich auf die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.
Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Qualitätsmanagement umfasst die systematische Beschreibung, Überprüfung und Verbesserung von Praxisabläufen. Es ist für vertragszahnärztliche Praxen verpflichtend und stützt sich auf Instrumente wie Prozessbeschreibungen, Checklisten, Fehlermanagement und Fortbildungsplanung. Leitgedanke ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
Provisorium
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Provisorium ist ein temporärer Zahnersatz, der für die Übergangszeit zwischen der Zahnpräparation und dem Eingliedern der definitiven Restauration eingesetzt wird. Es dient dem Schutz der Pulpa, der Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion sowie der Stabilisierung der Zahnposition.
Recall und Terminmanagement
Praxis & Abrechnung
Prüfungsfokus
Das Recall-System ist die strukturierte Wiedereinbestellung von Patienten in risikoabhängigen Intervallen. Es überführt die Nachsorge von der Eigeninitiative des Patienten in einen organisierten Praxisablauf und ist damit die organisatorische Grundlage jeder langfristigen Prävention – insbesondere in der unterstützenden Parodontal- und Implantattherapie.
Sealer
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Sealer ist der pastöse Anteil der Wurzelfüllung, der die Unebenheiten zwischen Guttaperchastift und Kanalwand sowie akzessorische Kanäle ausfüllt. Guttapercha allein haftet nicht an Dentin und kann den Kanal nicht dicht verschließen; erst der Sealer stellt den bakteriendichten Abschluss her. Gebräuchlich sind Zinkoxid-Eugenol-, Epoxidharz-, Calciumhydroxid- und Calciumsilikat-Sealer.
Weichgewebsmanagement am Implantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das periimplantäre Weichgewebe bildet mit einem zirkulären Faserring und einem epithelialen Attachment eine biologische Barriere gegen die Mundhöhle. Anders als am Zahn strahlen die Kollagenfasern nicht in die Implantatoberfläche ein, sondern verlaufen parallel dazu. Diese schwächere Abdichtung macht das Weichgewebsmanagement für die Langzeitstabilität besonders wichtig.
Klammer
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Klammer ist ein mechanisches Halte- und Stützelement für herausnehmbaren Zahnersatz, das an natürlichen Zähnen oder Kronen verankert wird. Sie besteht typischerweise aus einem retentionierenden Klammerarm (unterhalb des Inflektionspunktes), einem reziproken Arm sowie einer Auflage zur axialen Belastungseinleitung. Man unterscheidet gebogene Drahtklammern von gegossenen Modellgussklammern.
Orthodontische Zahnbewegung und Biologie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die orthodontische Zahnbewegung beruht auf einem enzymatisch vermittelten Gewebeumbau des Desmodonts und des angrenzenden Alveolarknochens als Reaktion auf mechanische Krafteinwirkung. Auf der Druckseite führt die Verminderung des Blutflusses zur Differenzierung von Osteoklasten und zum Knochenabbau. Auf der Zugseite stimulieren Dehnungsreize die Osteoblasten zur Bildung von neuem Osteoid und nachfolgender Mineralisation.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Sofort- und Spätimplantation
Implantologie
Prüfungsfokus
Der Implantationszeitpunkt beschreibt das zeitliche Verhältnis zwischen Zahnextraktion und Implantatinsertion. Die Sofortimplantation erfolgt in derselben Sitzung wie die Extraktion, die verzögerte Sofortimplantation nach Weichgewebsheilung, die Spätimplantation nach knöcherner Ausheilung. Die Wahl beeinflusst Behandlungsdauer, Ästhetik und Risikoprofil.
Taschenrevision
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenrevision ist das erneute instrumentelle Bearbeiten (Debridement) spezifischer Parodontaltaschen, die in der Re-Evaluation nach primärer antiinfektiöser Therapie weiterhin Entzündungszeichen oder pathologische Sondierungstiefen aufweisen. Sie ist Bestandteil der nachfolgenden Therapiephasen sowie der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT).
Verhaltensführung beim Kind
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Verhaltensführung umfasst kommunikative und psychologische Techniken, mit denen Kinder an die zahnärztliche Behandlung herangeführt werden. Bewährte Verfahren sind Tell-Show-Do, positive Verstärkung, Ablenkung und altersgerechte Sprache. Ziel ist eine kooperative Behandlung ohne Entstehung dauerhafter Behandlungsangst.
Abutment
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Abutment ist das präparierte oder vorgefertigte Verbindungsstück (Implantatpfeiler), das auf einem Zahnimplantat fixiert wird. Es durchdringt die Periimplantärschleimhaut und dient als Verankerungselement für Kronen, Brücken oder Prothesenanker. Abutments bestehen meist aus Titan, Zirkonoxid oder individuellen Hybridmaterialien.
Abutment und Emergenzprofil
Implantologie
Prüfungsfokus
Das Abutment ist das Verbindungsstück zwischen Implantatkörper und Suprakonstruktion und durchtritt dabei das periimplantäre Weichgewebe. Seine Form im Durchtrittsbereich – das Emergenzprofil – bestimmt, wie sich Mukosa und Papillen um die spätere Krone legen. Abutments gibt es konfektioniert oder individuell aus Titan beziehungsweise Zirkondioxid gefertigt.
Adhäsivbrücke
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Adhäsivbrücke ist eine minimalinvasive festsitzende Brücke zur Schließung von Einzelzahnlücken, die mittels Säure-Ätz-Technik an den Nachbarzähnen verklebt wird. Sie kommt vor allem im Frontzahnbereich bei kariesfreien Pfeilerzähnen zum Einsatz.
Aktinomyces naeslundii
Parodontologie
Prüfungsfokus
Actinomyces naeslundii ist ein grampositives, fakultativ anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium der oralen Mikroflora. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der initialen Plaquebildung und der Adhäsion an den Schmelzpellet. Zudem ist es häufig an der Entstehung von Wurzelkaries beteiligt.
Alveolarfortsatz
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Alveolarfortsatz ist der zahntragende Anteil von Maxilla und Mandibula und besteht aus Kompakta, Spongiosa und der Lamina dura als Alveolenwand. Er entsteht mit dem Zahndurchbruch und bildet sich nach Zahnverlust wieder zurück. Über die Sharpey-Fasern des Parodontalligaments ist er funktionell mit dem Zahn verbunden.
Amalgam
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Amalgam ist ein plastisches Füllungsmaterial, das aus einer Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen wie Silber, Zinn und Kupfer besteht. Es härtet durch eine Kristallisationsreaktion aus und zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit aus. Historisch gehört es zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der konservierenden Zahnheilkunde.
Ankylose
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Ankylose bezeichnet die knöcherne Fusion zwischen Zahnwurzel (Zement/Dentim) und Alveolarknochen unter Verlust des Parodontalligaments. Sie entsteht häufig nach Traumata, Replantationen oder schweren entzündlichen Prozessen. Der betroffene Zahn verliert seine physiologische Eigenbeweglichkeit.
Atraumatische Restaurationstechnik
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Atraumatische Restaurationstechnik (ART) ist ein präventives und restauratives Behandlungskonzept zur Ausräumung kariesbedingter Defekte ausschließlich mit Handinstrumenten. Anschließend werden die Kavitäten und angrenzenden Fissuren mit einem adhäsiven Werkstoff, meist Glasionomerzement, versiegelt. Ziel ist der Zahnerhalt bei maximaler Gewebeschonung ohne Schmerzerzeugung durch Bohrer oder Anästhesie.
Belastungsprotokolle
Implantologie
Prüfungsfokus
Belastungsprotokolle regeln, wann ein Implantat prothetisch belastet wird. Nach der gebräuchlichen Einteilung spricht man von Sofortbelastung innerhalb einer Woche, von Frühbelastung zwischen einer Woche und zwei Monaten und von konventioneller Spätbelastung nach mehr als zwei Monaten. Davon zu trennen ist die Sofortversorgung ohne okklusalen Kontakt.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
CAD/CAM
Prothetik
Prüfungsfokus
CAD/CAM bezeichnet die computergestützte Konstruktion und Fertigung von dentalem Zahnersatz. Mithilfe digitaler Abformung und Fräs- bzw. 3D-Druckverfahren werden Inlays, Kronen, Brücken und Implantatversorgungen hochpräzise hergestellt.
Cire-Krone
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Cire-Krone ist eine gegossene Vollmetallkrone, die im Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) hergestellt wird. Sie dient der vollständigen Fassung eines stark geschädigten Zahnes zur Wiederherstellung von Form und Funktion.
Dentalkeramiken
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentalkeramiken werden nach ihrer Zusammensetzung in Silikatkeramiken und Oxidkeramiken eingeteilt. Silikatkeramiken wie Feldspat- und Lithiumdisilikatkeramik sind ätzbar und ästhetisch hochwertig. Oxidkeramiken wie Zirkondioxid sind deutlich fester, lassen sich aber nicht mit Flusssäure konditionieren.
Dentallegierungen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentallegierungen werden nach ihrem Edelmetallgehalt in hochgoldhaltige, goldreduzierte und Nichtedelmetalllegierungen eingeteilt. Sie kommen für Kronen, Brücken, Gerüste und Modellgussprothesen zum Einsatz. Wesentliche Eigenschaften sind Korrosionsbeständigkeit, Elastizitätsmodul und die Eignung zur Keramikverblendung.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
Ersatzmaterial
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Als Ersatzmaterial werden in der Zahnerhaltung direkt oder indirekt eingebrachte Werkstoffe bezeichnet, die verloren gegangene Zahnsubstanz funktionell und ästhetisch rekonstruieren. Zu den gebräuchlichsten Direktmaterialien zählen Komposite, Glasionomerzemente und Amalgam, während Keramiken und Goldlegierungen für indirekte Restaurationen genutzt werden. Sie müssen biokompatibel, mechanisch stabil und randschlussdicht sein.
Ferrule-Effekt
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Ferrule-Effekt beschreibt den stützenden Fassreifeneffekt einer Krone, die die verbliebene gesunde Zahnsubstanz zirkulär umfasst. Er erfordert eine koronal der Präparationsgrenze liegende Dentinhöhe von mindestens 1,5 bis 2 mm.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Freilegungsoperation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Freilegungsoperation ist ein oralchirurgischer Eingriff zur Exposition der Krone eines retinierten oder impaktierten Zahnes. Ziel ist es, den Zahn für eine anschließende kieferorthopädische Einordnung mittels Attachments zugänglich zu machen. Die Schnittführung erfolgt je nach Lage des Zahnes palatinal oder vestibulär.
Füllungstherapie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Restaurationen an Milchzähnen müssen die verbleibende Standzeit bis zum physiologischen Zahnwechsel überbrücken, nicht Jahrzehnte. Anatomische Besonderheiten – dünner Schmelz und dünnes Dentin, ausladende Pulpahörner, breite Approximalkontakte – beeinflussen Präparation und Materialwahl. Glasionomerzement, Kompomer und Komposit sind die gebräuchlichen Materialien.
Gingivarezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Unter einer Gingivarezession versteht man den parodontitisunabhängigen oder -bedingten Rückgang des marginalen Parodonts mit Freilegung der Schmelz-Zement-Grenze. Sie entsteht primär durch mechanische Traumata wie falsche Putztechnik, anatomische Prädispositionen oder als Folge entzündlichen Attachementverlusts.
Hall-Technik
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Bei der Hall-Technik wird eine konfektionierte Stahlkrone ohne Präparation und ohne Exkavation über den kariösen Milchmolaren zementiert. Die Karies wird dadurch vollständig vom oralen Milieu abgeschlossen; ohne Substratzufuhr kommt der Prozess zum Stillstand. Voraussetzung ist ein vitaler Zahn ohne Zeichen irreversibler Pulpitis oder apikaler Beteiligung.
Hydroxylapatit Chemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Hydroxylapatit mit der Summenformel Ca10(PO4)6(OH)2 ist das primäre anorganische Mineral in Zahnschmelz, Dentin, Zement und Knochen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und Substitutionen im Gitter verändern seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Der Einbau von Carbonat erhöht die Säurelöslichkeit, während die Substitution der Hydroxid-Ionen durch Fluorid zu stabilerem Fluorapatit führt. Im Zahnschmelz liegt Hydroxylapatit zu etwa 95 Gewichtsprozent vor.
Implantatprothetik
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Implantatprothetik umfasst die Versorgung von Lücken oder zahnlosen Kiefern mit festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz auf osseointegrierten Implantaten. Sie nutzt Abutments als Verbindungselemente zwischen Implantat und Suprakonstruktion.
Internes Bleaching
Ästhetik
Prüfungsfokus
Das interne Bleaching hellt einen wurzelkanalbehandelten, dunkel verfärbten Zahn von der Pulpakammer aus auf. Nach Entfernung des Wurzelfüllmaterials bis unterhalb der Schmelz-Zement-Grenze wird ein zervikaler Verschluss gelegt und das Bleichmittel eingebracht. Bei der Walking-Bleach-Technik verbleibt das Mittel über mehrere Tage im Zahn.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Keramik
Prothetik
Prüfungsfokus
Keramik ist ein anorganischer, nichtmetallischer Werkstoff, der in der Zahnmedizin aufgrund seiner exzellenten Biokompatibilität und Ästhetik weit verbreitet ist. Das Material imitiert die optischen Eigenschaften der natürlichen Zahnsubstanz wie Transluzenz und Opaleszenz nahezu perfekt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Silikatkeramiken, Oxidkeramiken und Harz-Matrix-Keramiken.
Klinischer Attachmentverlust
Parodontologie
Prüfungsfokus
Der klinische Attachmentverlust bezeichnet den Streckenabstand von der Schmelz-Zement-Grenze bis zum Grund der sondierbaren Tasche. Er stellt das Goldstandard-Maß für den kumulativen, irreversiblen Gewebeverlust des Parodonts dar. Der CAL berechnet sich aus der Summe von Sondierungstiefe und Gingivarezession.
Knochenabbau im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Röntgenbild zeigt beim parodontalen Befund die Höhe und Form des Alveolarknochens sowie den Verlauf der Lamina dura. Unterschieden werden der horizontale Abbau mit gleichmäßig reduziertem Knochenniveau und der vertikale Abbau mit trichterförmigen Einbrüchen entlang einer Wurzel. Bei mehrwurzeligen Zähnen ist zusätzlich die Furkation zu beurteilen.
Kollagenbiochemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Kollagen ist das häufigste Strukturprotein des menschlichen Körpers und bildet die organische Matrix von Dentin, Zement, Parodontalligament und Knochen. Die Grundbausteine sind Tropokollagen-Moleküle, die aus einer Tripelhelix von drei Alpha-Ketten bestehen mit der charakteristischen Aminosäuresequenz Glycin-X-Y. Vitamin C ist als Kofaktor der Prolyl- und Lysylhydroxylase essenziell für die Hydroxylierung und damit für die thermische Stabilität der Helix. Die kovalente Quervernetzung im Extrazellularraum erfolgt durch die Lysyloxidase.
Kunststoffe und Polymerisation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Zahnärztliche Kunststoffe entstehen durch Polymerisation von Monomeren zu langkettigen Polymeren. Die Reaktion kann chemisch, durch Licht oder dual initiiert werden. Kompositwerkstoffe bestehen aus organischer Matrix, anorganischen Füllkörpern und einer Silanschicht als Verbundvermittler.
Milchzahnpulpotomie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
Mineral Trioxid Aggregat
Endodontie
Prüfungsfokus
Mineral Trioxid Aggregat ist ein bioaktiver hydraulischer Zement, der in Anwesenheit von Feuchtigkeit aushärtet. Das Material weist hervorragende Biokompatibilität, Randschlussfähigkeit und die Fähigkeit zur Induktion von Hartgewebe auf.
Mundschleimhaut Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.
Parodontale Regeneration
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
Parodontales Ligament Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das parodontale Ligament ist das straffe, zell- und gefaessreiche Bindegewebe im Spaltraum zwischen Wurzelzement und Alveolarknochen. Es besteht hauptsaechlich aus kollagenen Faserbuendeln, Fibroblasten, Gefaessen, Nerven sowie Malassez-Epithelresten. Seine Hauptfunktion ist die dynamische Verankerung des Zahnes sowie die sensorische Rueckmeldung ueber Mechanorezeptoren.
Parodontitis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche, multifaktorielle Erkrankung des Zahnhalteapparates, die durch einen dysbiotischen Biofilm ausgelöst wird. Sie führt zur irreversiblen Destruktion des alveolären Knochens, des Desmodonts und des Wurzelzementes. Die aktuelle Klassifikation teilt die Parodontitis nach Stadiierung (Schweregrad) und Gradierung (Progressionsrisiko) ein.
Periimplantäre Erhaltungstherapie
Implantologie
Prüfungsfokus
Die periimplantäre Erhaltungstherapie ist das strukturierte Nachsorgeprogramm nach Implantatversorgung. Sie umfasst die Erhebung von Sondierungstiefen, Blutung und Suppuration, die Reinigung der Implantatoberflächen sowie die Kontrolle der Suprakonstruktion. Sie ist das wirksamste Instrument, um aus einer reversiblen Mukositis keine Periimplantitis werden zu lassen.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Provisorien
Propädeutik
Prüfungsfokus
Provisorien schützen präparierte Zähne bis zur Eingliederung der definitiven Restauration. Sie sichern Pulpaschutz, Kaufunktion, Ästhetik und die Position von Nachbar- und Antagonistenzähnen. Zudem stabilisieren sie das Weichgewebe und formen bei Bedarf das Emergenzprofil.
Pseudotasche
Parodontologie
Prüfungsfokus
Eine Pseudotasche bezeichnet eine Vertiefung des Gingivalsulcus ohne klinischen Attachmentverlust oder Destruktion des alveolären Knochens. Sie entsteht durch eine Koronalwanderung der Margo gingivalis infolge von Gingivahyperplasien oder entzündlichen Gewebsschwellungen.
Randschluss
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Randschluss beschreibt den stufenlosen und dichten Übergang zwischen dem Rand einer zahnärztlichen Restauration und der präparierten Zahnsubstanz. Ein optimaler Randschluss ist entscheidend zur Verhinderung von Mikroleckagen, Sekundärkaries und Gingivitis.
Retrograde Wurzelfüllung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die retrograde Wurzelfüllung bezeichnet den chirurgischen Verschluss des apikalen Wurzelkanalsystems von der Wurzelspitze her im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion. Sie wird indiziert, wenn ein orthograder Zugang unmöglich, blockiert oder trotz Revisionsversuch gescheitert ist. Als Goldstandard für das Füllmaterial gelten biologisch aktive Zemente wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Endodontic Repair Materials.
Rezession
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Rezession bezeichnet den apikalen Rückgang des parodontalen Weichgewebes (Gingiva) unter die Schmelz-Zement-Grenze ohne primäre Entzündung der parodontalen Tasche. Ursächlich sind meist mechanische Traumata (z. B. falsche Putztechnik), ein dünner parodontaler Phänotyp oder kieferorthopädische Zahnbewegungen.
Rotierende Instrumente und Präparation
Propädeutik
Prüfungsfokus
Rotierende Instrumente sind mechanische Werkzeuge zur Bearbeitung von Zahnhartsubstanz, Rekonstruktionswerkstoffen und Knochen, die über Winkelstücke oder Turbinen angetrieben werden. Sie gliedern sich vor allem in spanabhebende Hartmetallbohrer und schleifende Diamantinstrumente. Die Präparationsformen richten sich streng nach werkstoffkundlichen Erfordernissen und biologischen Grenzen der Pulpaschädigung. Eine ständige Wasserkühlung ist obligat, um thermische Pulpanekrosen zu verhindern.
Stahlkronen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Stahlkronen sind vorgefertigte Metallkronen, die nach geringer Präparation auf zerstörte Milchmolaren zementiert werden. Sie umfassen den Zahn zirkulär und bieten dadurch einen bakteriendichten Verschluss, der plastischen Füllungen bei ausgedehnten Defekten deutlich überlegen ist. Eine kunststoffverblendete Variante steht für den Frontzahnbereich zur Verfügung.
Stiftaufbau
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Stiftaufbau dient der Verankerung einer Stumpfaufbauplastik bei stark zerstörten, endodontisch behandelten Zähnen. Er überträgt auftretende Kaukräfte tief in die Wurzelstruktur.
Subgingivale Instrumentierung
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die subgingivale Instrumentierung ist die nicht-chirurgische Entfernung von subgingivaler Plaque, Konkrementen und Endotoxinen von den Wurzeloberflächen. Ziel ist die Ausheilung der entzündlichen Taschengewebe durch Reduktion der bakteriellen Last. Sie wird mithilfe von Handinstrumenten (Küretten) oder maschinellen Ultraschall- beziehungsweise Schallscalern durchgeführt.
Suprakonstruktion
Prothetik
Prüfungsfokus
Als Suprakonstruktion bezeichnet man den auf einem Zahnimplantat oder einem Implantat-Abutment verankerten Zahnersatz. Sie bildet den funktionellen und ästhetischen Teil der implantatgetragenen Versorgung. Je nach Indikation kann sie feststehend oder herausnehmbar gestaltet sein.
Teleskopkronen
Prothetik
Prüfungsfokus
Teleskopkronen sind doppelkronige Verbindungselemente in der kombiniert feststehend-herausnehmbaren Prothetik. Sie bestehen aus einer inneren Primärkrone (Matrize) und einer genau darüberpassenden äußeren Sekundärkrone (Patrize). Die Haftung erfolgt primär durch Reibung (Friktion) zwischen den parallelen Außenflächen.
Teleskopprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Teleskopprothese ist ein kombinierter Zahnersatz, der über doppelkronige Verankerungselemente auf Restzähnen befestigt wird. Sie besteht aus einer fest einzementierten Primärkrone und einer in den abnehmbaren Zahnersatz integrierten Sekundärkrone.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Vollkeramik
Prothetik
Prüfungsfokus
Vollkeramik bezeichnet metallfreien Zahnersatz, der ausschließlich aus anorganischen, nichtmetallischen Werkstoffen gefertigt wird. Man unterscheidet im Wesentlichen Silikatkeramiken (z. B. Feldspat- oder Lithiumdisilikatkeramik) von Oxidkeramiken (z. B. Zirkonoxid). Sie zeichnet sich durch hohe Biokompatibilität und exzellente Ästhetik aus.
Wurzelkaries
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Wurzelkaries entsteht an freiliegenden Wurzeloberflächen nach Gingivarezession oder parodontaler Therapie. Da Wurzeldentin und Zement einen geringeren Mineralgehalt als Schmelz besitzen, beginnt die Demineralisation bereits bei einem höheren pH-Wert. Die Läsionen breiten sich typischerweise flächig entlang der Schmelz-Zement-Grenze aus.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zahnhartsubstanz
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Zahnhartsubstanz ist der Sammelbegriff für die mineralisierten Gewebe des Zahnes, welche Schmelz, Dentin und Zement umfassen. Sie bilden das strukturelle Fundament des Zahnes und umschließen das koronal-radikuläre Pulpagewebe. Der Mineralisationsgrad variiert zwischen den einzelnen Geweben, wobei Schmelz den höchsten und Zement den niedrigsten Anorganikanteil aufweist.
Zirkonoxid
Prothetik
Prüfungsfokus
Zirkonoxid (Y-TZP) ist eine hochfeste Oxidkeramik, die durch den Zusatz von Yttriumoxid in einer tetragonalen Kristallphase stabilisiert wird. Das Material weist eine extrem hohe Biegefestigkeit und Bruchzähigkeit auf, besitzt jedoch eine geringere Transparenz als Silikatkeramiken. Es wird vor allem mittels CAD/CAM-Technologie verarbeitet.
Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.