Lexikon durchsuchen …
⌘K
Tooth of the Day
Wissen
452 Artikel · Begriff oder Frage eingeben
Vorklinik
Klinik
Fortbildung
Alle
Endodontie
Parodontologie
Zahnerhaltung
Prothetik
Oralchirurgie
Pharmakologie
Radiologie
Anatomie & Histologie
Physiologie & Biochemie
Propädeutik
Kieferorthopädie
Chirurgie – Spezialfälle
Kinderzahnheilkunde
Implantologie
Ästhetik
Funktionslehre & CMD
Alterszahnmedizin
Praxis & Abrechnung
Liste
Nach Cluster
Treffer (18)
Zurücksetzen
Remineralisation und Demineralisation
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Demineralisation beschreibt den Verlust von Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat aus der Zahnhartsubstanz durch säurebedingte Herauslösung von Hydroxylapatit. Remineralisation ist der umgekehrte Prozess, bei dem sich gelöste Mineralionen mithilfe von Speichel und Fluorid wieder in das Kristallgitter einlagern. Das Gleichgewicht zwischen beiden Prozessen bestimmt dynamisch die Integrität des Zahnschmelzes. Unterschreitet der pH-Wert der Plaque den kritischen Wert von ca. 5,5, überwiegt die Demineralisation.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Biofilmbildung und Plaquereifung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Plaquebildung beginnt mit dem Pellikel, einer azellulären Proteinschicht aus Speichelbestandteilen auf der Zahnoberfläche. Darauf lagern sich zunächst grampositive Primärbesiedler an, gefolgt von einer zunehmend anaeroben und gramnegativen Sekundärflora. Die Reifung verläuft über Koaggregation und Bildung einer schützenden extrazellulären Matrix.
Fluoridierung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung bezeichnet die gezielte Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprävention und Remineralisation von Schmelz und Dentin. Fluoride hemmen die Demineralisation, fördern den Einbau von Kalzium und Phosphat in Form von Fluorapatit und hemmen den Bakterienstoffwechsel im Plaquebiofilm. Sie stellt eine der wirksamsten evidenzbasierten Maßnahmen in der präventiven Zahnheilkunde dar.
Fluoridierung im Kindesalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung nutzt Fluoride zur Hemmung der Demineralisation und Förderung der Remineralisation des Schmelzes. Man unterscheidet die lokale Anwendung über Zahnpasta, Gele und Lacke von der systemischen Zufuhr über Tabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Der kariesprotektive Effekt beruht heute überwiegend auf der lokalen Wirkung an der Zahnoberfläche.
Hydroxylapatit Chemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Hydroxylapatit mit der Summenformel Ca10(PO4)6(OH)2 ist das primäre anorganische Mineral in Zahnschmelz, Dentin, Zement und Knochen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und Substitutionen im Gitter verändern seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Der Einbau von Carbonat erhöht die Säurelöslichkeit, während die Substitution der Hydroxid-Ionen durch Fluorid zu stabilerem Fluorapatit führt. Im Zahnschmelz liegt Hydroxylapatit zu etwa 95 Gewichtsprozent vor.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Kariesrisiko
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Das Kariesrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Individuums, in einem definierten Zeitraum neue Kariesläsionen zu entwickeln oder ein Fortschreiten bestehender Läsionen zu erfahren. Es wird durch ein Zusammenspiel von biologischen, Verhaltens- und sozioökonomischen Faktoren bestimmt. Die Einschätzung dient der Zuordnung zu Risikogruppen und der Steuerung präventiver Maßnahmen.
Kohlenhydrate und Kariogenität
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Kariogene Bakterien verstoffwechseln niedermolekulare Kohlenhydrate zu organischen Säuren, vor allem Milchsäure. Saccharose nimmt eine Sonderstellung ein, da sie zusätzlich als Substrat für extrazelluläre Glukane dient, die die Haftung des Biofilms verbessern. Entscheidend für das Kariesrisiko ist die Frequenz der Zufuhr, nicht allein die Gesamtmenge.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
pH-Wert und Stephan-Kurve
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Stephan-Kurve beschreibt den zeitlichen Verlauf des pH-Werts in der dentalen Plaque nach der Zufuhr von fermentierbaren Kohlenhydraten. Nach dem Glukosekontakt fällt der Plaque-pH innerhalb von 2 bis 5 Minuten rasch unter den kritischen Wert von 5,5 ab. Ursache ist die Verstoffwechselung der Zucker durch azidogene Bakterien zu organischen Säuren wie Milchsäure. Die Erholungsphase zurück zum Ruhe-pH dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten und wird maßgeblich von der Pufferkapazität des Speichels bestimmt.
Prophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Prophylaxe bezeichnet in der zahnärztlichen Pharmakologie die präventive Verabreichung von Arzneimitteln zur Verhinderung von Erkrankungen oder Komplikationen. Dazu zählen die kalkulierte präoperative Antibiotikagabe sowie die Anwendung von Fluoriden oder Antiseptika. Ziel ist die Expositionsprophylaxe und das Verhindern einer Erregerinvalidation.
Schmelz
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Zahnschmelz ist das azelluläre, hochmineralisierte Hartgewebe, das die Zahnkrone bedeckt. Er besteht zu ca. 95 Gew.-% aus anorganischem Hydroxylapatit sowie zu geringen Anteilen aus Wasser und organischer Matrix. Mazerierter Schmelz weist eine charakteristische Prismenstruktur auf, die von Ameloblasten während der Amelogenese gebildet wird.
Schmelz Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Zahnschmelz ist das haerteste Gewebe des menschlichen Koerpers und ueberzieht als avaskulaere, zellfreie Schicht die Zahnkrone. Er besteht zu ca. 95 Gew.-% aus anorganischem Hydroxylapatit sowie zu 5 Gew.-% aus Wasser und organischer Matrix. Die grundlegende strukturelle Einheit bilden die Schmelzprismen, welche von Sekretionsfortsaetzen der Ameloblasten gebildet werden.
Schmelzinfiltration und Mikroabrasion
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die Schmelzinfiltration füllt die Porositäten initialer Läsionen oder Opazitäten mit einem niedrigviskösen Kunststoff. Da dessen Brechungsindex dem des Schmelzes ähnelt, verschwindet der weißliche Aspekt optisch. Die Mikroabrasion trägt dagegen oberflächliche Verfärbungen mechanisch-chemisch minimal ab.
Speichel: Zusammensetzung und Funktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Speichel ist ein exokrines Sekret, das von den großen und kleinen Speicheldrüsen der Mundhöhle gebildet wird und zu etwa 99 % aus Wasser besteht. Zu den organischen Bestandteilen gehören Proteine wie Alpha-Amylase, Muzine, Immunglobulin A (IgA), Lysozym und Lactoferrin. Die anorganischen Bestandteile umfassen Bicarbonat, Phosphat, Calcium, Fluorid sowie Natrium- und Kaliumionen, die als Puffer und zur Remineralisation dienen. Die primäre Sekretion im Azinus ist isoton und wird im Ausführungsgangsystem durch Reabsorption von Na+ und Cl- hypoton modifiziert.
White-Spot-Läsionen nach kieferorthopädischer Behandlung
Ästhetik
Prüfungsfokus
White-Spot-Läsionen sind kreidig-weiße Initialläsionen mit intakter Oberfläche, die im Umfeld festsitzender Apparaturen entstehen. Der Bracketumfang bietet Retentionsnischen, in denen sich Biofilm über Monate ungestört anreichert. Sie zeigen sich typischerweise als halbmondförmige Areale zervikal und um die Bracketbasis herum, sobald die Apparatur entfernt wird.
Wurzelkaries
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Wurzelkaries entsteht an freiliegenden Wurzeloberflächen nach Gingivarezession oder parodontaler Therapie. Da Wurzeldentin und Zement einen geringeren Mineralgehalt als Schmelz besitzen, beginnt die Demineralisation bereits bei einem höheren pH-Wert. Die Läsionen breiten sich typischerweise flächig entlang der Schmelz-Zement-Grenze aus.