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Prophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Prophylaxe bezeichnet in der zahnärztlichen Pharmakologie die präventive Verabreichung von Arzneimitteln zur Verhinderung von Erkrankungen oder Komplikationen. Dazu zählen die kalkulierte präoperative Antibiotikagabe sowie die Anwendung von Fluoriden oder Antiseptika. Ziel ist die Expositionsprophylaxe und das Verhindern einer Erregerinvalidation.
Endokarditisprophylaxe
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die Endokarditisprophylaxe beschreibt die gezielte einmalige Verabreichung eines Antibiotikums vor dentoalveolären Eingriffen zur Verhinderung einer infektiösen Endokarditis. Sie ist nach aktuellen Leitlinien streng auf Hochrisikopatienten mit spezifischen kardialen Vorerkrankungen beschränkt. Der Eingriff muss mit einer Bakteriämie-Wahrscheinlichkeit durch Manipulation an Gingiva oder Periapikalregion einhergehen.
Fluoridierung im Kindesalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung nutzt Fluoride zur Hemmung der Demineralisation und Förderung der Remineralisation des Schmelzes. Man unterscheidet die lokale Anwendung über Zahnpasta, Gele und Lacke von der systemischen Zufuhr über Tabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Der kariesprotektive Effekt beruht heute überwiegend auf der lokalen Wirkung an der Zahnoberfläche.
Prävention bei Pflegebedürftigen
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Bei pflegebedürftigen Menschen verschiebt sich die Prävention von der Eigenverantwortung zur angeleiteten und übernommenen Mundpflege. Grundlage ist ein individueller Mundpflegeplan, der festlegt, wer welche Maßnahme in welchem Intervall durchführt. Hinzu kommen hochdosierte Fluoridpräparate, Hilfsmittel zur Kompensation motorischer Defizite und die Schulung des Pflegepersonals.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Amoxicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Amoxicillin ist ein aminopenicillinbasiertes Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Bakterienwandsynthese bakterizid wirkt. Es weist eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit auf und erfasst ein breites Spektrum grampositiver sowie mancher gramnegativer Erreger der Mundhöhle. Es stellt das First-Line-Antibiotikum bei schweren odontogenen Infektionen dar.
Antibiotika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antibiotika sind niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen oder synthetisch hergestellte Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Sie wirken selektiv gegen prokaryotische Strukturen und Prozesse, ohne den makroorganismischen Wirt direkt zu schädigen. Der Einsatz erfolgt gezielt nach Erreger- und Resistenztestung oder kalkuliert als Breitbandtherapie.
Bisphosphonate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
Clindamycin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Clindamycin ist ein Lincosamid-Antibiotikum, das die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Ribosomenuntereinheit hemmt und vorwiegend bakteriostatisch wirkt. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Gewebe- und Knochengängigkeit im Kieferbereich aus. In der Zahnmedizin dient es als wichtigstes Ausweichantibiotikum bei einer bestehenden Penicillinallergie.
Corticosteroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Corticosteroide sind steroidale Entzündungshemmer, die sich von den Hormonen der Nebennierenrinde ableiten. Sie wirken immunsuppressiv, antientzündlich und antiallergisch durch Unterdrückung der Phospholipase A2. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen gehemmt.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Fluoridierung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fluoridierung bezeichnet die gezielte Zufuhr von Fluoriden zur Kariesprävention und Remineralisation von Schmelz und Dentin. Fluoride hemmen die Demineralisation, fördern den Einbau von Kalzium und Phosphat in Form von Fluorapatit und hemmen den Bakterienstoffwechsel im Plaquebiofilm. Sie stellt eine der wirksamsten evidenzbasierten Maßnahmen in der präventiven Zahnheilkunde dar.
Hydroxylapatit Chemie
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Hydroxylapatit mit der Summenformel Ca10(PO4)6(OH)2 ist das primäre anorganische Mineral in Zahnschmelz, Dentin, Zement und Knochen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und Substitutionen im Gitter verändern seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Der Einbau von Carbonat erhöht die Säurelöslichkeit, während die Substitution der Hydroxid-Ionen durch Fluorid zu stabilerem Fluorapatit führt. Im Zahnschmelz liegt Hydroxylapatit zu etwa 95 Gewichtsprozent vor.
Lückenhalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Ein Lückenhalter sichert nach vorzeitigem Milchzahnverlust den Platz für den bleibenden Nachfolger. Ohne Platzsicherung wandern Nachbarzähne in die Lücke, wodurch der Nachfolger später keinen ausreichenden Durchbruchsraum findet. Es existieren festsitzende Varianten wie Band-Loop und Lingualbogen sowie herausnehmbare Platten.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Mund-Antrum-Verbindung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
NaOCl-Unfall
Endodontie
Prüfungsfokus
Ein NaOCl-Unfall beschreibt das versehentliche Extrudieren von Natriumhypochlorit-Spüllösung über die apikale Foramenstruktur hinaus in das periapikale Gewebe. Aufgrund der starken Gewebelysis- und Zytotoxizität von NaOCl führt dies zu akuten, heftigen Schmerzen, massiven Gewebeödemen und Gewebenekrosen. Es handelt sich um eine schwerwiegende Komplikation während der endodontischen Wurzelkanalspülung.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
NSAR
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Arzneistoffe ohne steroidale Grundstruktur. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und/oder COX-2) und unterbinden dadurch die Synthese von Prostaglandinen. In der Zahnmedizin bilden sie die Basis der postoperativen Schmerztherapie.
Osteonekrose des Kiefers (MRONJ)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die Medikamenten-assoziierte Osteonekrose des Kiefers (MRONJ) ist eine schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkung von Antiresorptiva (z. B. Bisphosphonate, Denosumab) und Antiangiogenese-Hemmern. Sie ist charakterisiert durch freiliegenden Knochen oder über eine Fistel sondierbaren Knochen im Maxillofazialbereich, der länger als 8 Wochen besteht. Voraussetzung für die Diagnose ist das Fehlen einer vorherigen Strahlentherapie im Kieferbereich.
Osteoporose und antiresorptive Therapie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Osteoporose wird im Alter häufig mit antiresorptiven Substanzen behandelt, vor allem Bisphosphonaten und dem RANKL-Antikörper Denosumab. Beide hemmen die Osteoklastenaktivität und damit den Knochenumbau. Für die Zahnmedizin ist das relevant, weil der Kieferknochen bei chirurgischen Eingriffen dann verzögert oder unzureichend heilt und eine Kiefernekrose entstehen kann.
Parodontitis-Assoziation
Parodontologie
Prüfungsfokus
Parodontitis-Assoziation bezeichnet den klinisch und wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der chronisch-entzündlichen Parodontitis und verschiedenen systemischen Erkrankungen. Die Dissemination parodontopathogener Bakterien und Zytokine über den Blutweg bildet die pathophysiologische Grundlage dieser Wechselwirkungen.
Penicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Penicilline sind Beta-Laktam-Antibiotika, die durch Blockade der Transpeptidase die Bakterienwandsynthese hemmen. Sie wirken dadurch primär bacterizid auf sich teilende, grampositive sowie einige gramnegative Erreger. In der Zahnmedizin sind sie das Standardantibiotikum zur Therapie odontogener Infektionen.
Retention und Rezidiv
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
Risiken und Nebenwirkungen der Zahnaufhellung
Ästhetik
Prüfungsfokus
Die häufigste Nebenwirkung der Zahnaufhellung ist eine vorübergehende Hypersensibilität, gefolgt von Reizungen der Gingiva bei Kontakt mit dem Gel. Beide Erscheinungen sind in der Regel reversibel und klingen nach Behandlungsende innerhalb weniger Tage ab. Strukturelle Schäden am Schmelz sind bei sachgemäßer Anwendung nicht belegt, wohl aber Veränderungen an Restaurationsoberflächen.
Steroide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Steroide sind eine Klasse von Lipiden mit einem charakteristischen Cyclopentanoperhydrophenanthren-Grundgerüst. In der Pharmakologie beziehen sie sich meist auf synthetische oder körpereigene Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Sie wirken primär antiphlogistisch, immunsuppressiv und antiexsudativ durch die Inhibition der Phospholipase A2.
Taschenreduktion
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die Taschenreduktion ist das primäre Ziel der antiinfektiösen und chirurgischen Parodontitistherapie. Sie bezeichnet die physikalische Verringerung der sondierbaren Taschentiefe durch Gewebe-Reattachment, Ausbildung eines langen Saumepithels oder Gewebeschrumpfung (Rezession).
Tranexamsäure
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Tranexamsäure ist ein synthetisches Antifibrinolytikum und ein Kompetitivhemmer des Plasminogens. Sie verhindert die Bindung von Plasminogen an Fibrin sowie dessen Aktivierung zu Plasmin und stabilisiert dadurch das gebildete Fibringerinnsel. Das Medikament wird lokal oder systemisch zur Blutstillung und Fibrinolyseprophylaxe eingesetzt.
Xerostomie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Xerostomie bezeichnet das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, während Hyposalivation die objektiv messbare Verminderung der Speichelfließrate beschreibt. Häufigste Ursache ist eine medikamentöse Nebenwirkung, daneben spielen Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Der Speichelmangel beeinträchtigt Schutzfunktionen, Kauen, Schlucken und Sprechen erheblich.
Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.