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Liste
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Offener Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der offene Biss ist eine vertikale Malokklusion, bei der in zentrischer Okklusion kein vertikaler Kontakt zwischen den Zahnkronen von Ober- und Unterkiefer in einem oder mehreren Segmenten besteht. Man unterscheidet den frontal offenen Biss vom seitlich offenen Biss sowie habituelle von skelettalen Formen. Skelettal offene Bisse sind durch ein hyperdivergentes Wachstumsmuster mit vergrößertem Unterkieferplanumswinkel gekennzeichnet.
Bissflügelaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist eine intraorale Röntgenaufnahme zur Darstellung der Zahnkronen und des koronalen Alveolarknochens von Ober- und Unterkiefer im Seitenzahnbereich. Der Film oder Sensor wird durch Aufbeißen des Patienten auf eine Halterungslasche fixiert.
Bissregistrierung
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Bissregistrierung umfasst alle Verfahren zur Fixierung der räumlichen Zuordnung von Ober- zu Unterkiefer. Sie ist die Voraussetzung für die lagerichtige Montage von Gipsmodellen im Artikulator.
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
Füllungstherapie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Restaurationen an Milchzähnen müssen die verbleibende Standzeit bis zum physiologischen Zahnwechsel überbrücken, nicht Jahrzehnte. Anatomische Besonderheiten – dünner Schmelz und dünnes Dentin, ausladende Pulpahörner, breite Approximalkontakte – beeinflussen Präparation und Materialwahl. Glasionomerzement, Kompomer und Komposit sind die gebräuchlichen Materialien.
Zahnwechsel und Gebissentwicklung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gebissentwicklung beschreibt den physiologischen Prozess von der Entstehung der Milchdentition über das Wechselgebiss bis hin zum vollständigen bleibenden Gebiss. Der Zahnwechsel gliedert sich in die erste Wechselgebissperiode mit Durchbruch der ersten Molaren und Inzisiven sowie die zweite Wechselgebissperiode mit Wechsel der Stützzone. Das zeitlich und räumlich koordinierte Eruptionsmuster ist entscheidend für das Erreichen einer eugnathen Okklusion.
Kreuzbiss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der Kreuzbiss ist eine transversale Okklusionsstörung, bei der die bukkalen Höcker der seitlichen Oberkieferzähne lingual oder palatinal der bukkalen Höcker der Unterkieferzähne beissen. Er kann einseitig oder beidseitig sowie als koronaler Einzelzahnkreuzbiss oder skelettaler Kreuzbiss auftreten. Ursächlich sind meist ein zu schmaler Oberkiefer, eine zu breite Mandibel oder funktionelle Zwangsführungen.
Kephalometrie (FRS-Analyse)
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Kephalometrie ist ein standardisiertes röntgenologisches Messverfahren zur Beurteilung der kraniofazialen Strukturen im Fernröntgenseitenbild (FRS). Sie erlaubt die differenzierte Analyse von skelettalen, dentalen und weichgewebigen Strukturen in der Sagittal- und Vertikalebene. Durch die Verknüpfung von definierten Messpunkten, Bezugslinien und Winkeln werden Abweichungen von der Norm quantifiziert.
Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, je Quadrant zwei Inzisivi, einen Caninus und zwei Molaren. Es unterscheidet sich vom bleibenden Gebiss durch bläulich-weiße Zahnfarbe, dünnere Hartsubstanzschichten, ausgeprägte Zervikalwülste und stark divergierende Wurzeln. Physiologische Lücken und Abrasionen sind Ausdruck normaler Entwicklung und kein Behandlungsbedarf.
Progenie und Klasse-III-Anomalie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Bei der Klasse-III-Anomalie steht der Unterkiefer relativ zum Oberkiefer zu weit vorn. Ursache kann ein zu großer Unterkiefer, ein zu kleiner oder retrognather Oberkiefer oder eine Kombination sein. Davon abzugrenzen ist der Pseudoprogenie genannte Zwangsbiss, bei dem eine Frontzahnstufe den Unterkiefer nach vorn führt.
Pulpektomie im Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpektomie ist die vollständige Entfernung von Kronen- und Wurzelpulpa eines Milchzahns mit anschließender Wurzelfüllung. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Entzündung über die Kronenpulpa hinausreicht oder bereits eine Nekrose vorliegt, der Zahn aber als Platzhalter erhalten werden soll. Voraussetzung ist ein noch ausreichend erhaltener Wurzelanteil ohne fortgeschrittene Resorption.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Kaufunktion und Ernährung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion hängt wesentlich von der Anzahl und Verteilung okkludierender Zahnpaare ab. Ein reduziertes Restgebiss verringert die Zerkleinerungsleistung und verändert die Nahrungsauswahl hin zu weicheren, oft weniger nährstoffreichen Speisen. Dies kann zu Mangelernährung und Gewichtsverlust beitragen.
Milchzahnextraktion
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Entfernung eines Milchzahns folgt anderen Regeln als beim bleibenden Zahn, weil unmittelbar unter der Wurzel der Keim des Nachfolgers liegt. Die divergierenden, den Keim umfassenden Wurzeln der Milchmolaren können beim Luxieren brechen oder den Keim mitluxieren. Indikationen sind nicht erhaltungswürdige Zerstörung, Abszedierung, Trauma sowie kieferorthopädische Gründe.
Milchzahntrauma
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Traumata im Milchgebiss betreffen überwiegend die Oberkieferfront von Kleinkindern in der Lauflernphase. Wegen des elastischen Knochens dominieren Dislokationsverletzungen wie Intrusion, Extrusion und Luxation gegenüber Kronenfrakturen. Die zentrale Frage ist stets die Lagebeziehung zum Keim des bleibenden Nachfolgers.
Okklusionsschiene
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die Okklusionsschiene ist eine herausnehmbare, meist im Oberkiefer getragene Kunststoffschiene mit definierter Okklusionsgestaltung. Sie schützt die Zahnhartsubstanz vor Attrition, entlastet Muskulatur und Gelenke und stabilisiert die Unterkieferposition. Als reversible Maßnahme steht sie am Anfang der CMD-Therapie.
Schienenarten und ihre Indikationen
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Okklusionsschienen unterscheiden sich nach Ziel und Gestaltung. Die Stabilisierungs- oder Michigan-Schiene ist adjustiert, deckt die gesamte Zahnreihe ab und dient der muskulären Entspannung und dem Schutz vor Bruxismusfolgen. Repositionsschienen führen den Unterkiefer in eine veränderte Position, etwa bei reponierbarer Diskusverlagerung, und greifen damit stärker in die Kieferrelation ein.
Verankerung in der Kieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Verankerung beschreibt den Widerstand gegen unerwünschte Gegenbewegungen, die durch das Wirkungsprinzip von Kraft und Gegenkraft entstehen. Jede kieferorthopädische Kraft wirkt auf beide Seiten der Apparatur, weshalb festgelegt werden muss, welche Zähne sich bewegen sollen. Skelettale Verankerung über Miniimplantate erzeugt einen nahezu absoluten Widerstand.
Schwarze Dreiecke und Papillenverlust
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als schwarze Dreiecke bezeichnet man offene Interdentalräume unterhalb des Kontaktpunktes, wenn die Papille den Raum nicht vollständig ausfüllt. Ursächlich sind parodontaler Attachmentverlust, dreieckige Zahnformen mit weit inzisal liegendem Kontaktpunkt, divergierende Wurzeln oder Rezessionen nach Therapie. Entscheidend für die Papillenfüllung ist der Abstand zwischen Kontaktpunkt und Knochenkamm.
Angle-Klassifikation
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Angle-Klassifikation ist eine phänomenologische Einteilung von Malokklusionen in der Sagittalebene basierend auf der Relation der ersten permanenten Molaren. Sie unterscheidet die neutrale Okklusion (Klasse I), die distale Okklusion (Klasse II mit den Subdivisionen 1 und 2) sowie die mesiale Okklusion (Klasse III). Als morphologisches Referenzsystem dient die Beziehungsbeurteilung des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur mesiobukkalen Fissur des unteren ersten Molaren.
Frühbehandlung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Frühbehandlung greift bereits im Milch- oder frühen Wechselgebiss ein, um sich verschlechternde Befunde abzufangen. Typische Indikationen sind ausgeprägte Kreuzbisse mit Zwangsführung, Habits und schwere skelettale Abweichungen. Ziel ist die Verhinderung einer Verschlimmerung, nicht die abschließende Korrektur.
Funktionskieferorthopädie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Funktionskieferorthopädie (FKO) ist ein Behandlungskonzept, das die körpereigene Muskelaktivität des Orofazialsystems nutzt, um das Wachstum und die Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer therapeutisch zu beeinflussen. FKO-Geräte liegen meist lose im Mund und wirken druck- und zugübertragend ohne eigene mechanische Aktoren wie Schrauben oder Federn auf das Kausystem. Hauptindikation ist die Umstellung von Bisslagen während der präpubertären und pubertären Wachstumsphase, insbesondere bei Angle-Klasse II/1.
Gaumennahterweiterung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gaumennahterweiterung verbreitert den Oberkiefer durch Öffnung der Sutura palatina mediana. Sie ist indiziert bei skelettal bedingter transversaler Enge, häufig mit beidseitigem Kreuzbiss. Da die Sutur mit zunehmendem Alter verknöchert, ist der Erfolg altersabhängig.
Habits
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Habits sind wiederkehrende orale Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Zungenpressen oder habituelle Mundatmung. Sie wirken über längere Zeiträume als schwache Dauerkräfte auf Zähne und Kiefer und können Anomalien verursachen. Ausmaß und Dauer bestimmen die Auswirkung stärker als die Kraftintensität.
ALADA
Radiologie
Prüfungsfokus
ALADA steht für 'As Low As Diagnostically Acceptable' und ist das weiterentwickelte Dosisoptimierungsprinzip in der zahnärztlichen Radiologie. Es besagt, dass die Strahlendosis so gering wie möglich sein soll, aber nur so hoch wie für eine diagnostisch verwertbare Bildqualität notwendig. Im Vergleich zu ALARA betont ALADA die diagnostische Mindestqualität als primäres Ziel.
Amelogenesis imperfecta
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Amelogenesis imperfecta ist eine genetisch bedingte Störung der Schmelzbildung, die beide Dentitionen generalisiert betrifft. Nach der betroffenen Bildungsphase unterscheidet man hypoplastische, hypomaturierte und hypokalzifizierte Formen sowie Mischtypen. Ursächlich sind Mutationen in Genen der Schmelzmatrix und ihrer Prozessierung, etwa AMELX, ENAM oder MMP20.
Artikulator
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Artikulator ist ein mechatronisches Simulationsgerät zur Nachbildung der Kiefergelenksbewegungen und der Zuordnung von Ober- und Unterkiefermodellen. Er wird in der Prothetik und Funktionstherapie eingesetzt, um okklusale Kontakte und Exkursionsbewegungen patientenanalog zu analysieren und zu gestalten. Man unterscheidet Non-Arcon- und Arcon-Geräte sowie den Justierungsgrad (mittelwertig, teil- oder volljustierbar).
Artikulator und Gesichtsbogen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Ein Artikulator ist ein mechanisches Gerät zur Simulation der Unterkieferbewegungen und Nachbildung der Kiefergelenke außerhalb des Mundes. Der Gesichtsbogen dient der schädel- bzw. gelenkbezüglichen Übertragung der Oberkieferposition des Patienten in den Artikulator. Dadurch wird die Drehachse der Kondylen exakt reproduziert, um Okklusionsfehler bei prothetischen Rekonstruktionen zu minimieren.
Blutstillung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
CAD/CAM
Prothetik
Prüfungsfokus
CAD/CAM bezeichnet die computergestützte Konstruktion und Fertigung von dentalem Zahnersatz. Mithilfe digitaler Abformung und Fräs- bzw. 3D-Druckverfahren werden Inlays, Kronen, Brücken und Implantatversorgungen hochpräzise hergestellt.
Cire-Krone
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Cire-Krone ist eine gegossene Vollmetallkrone, die im Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) hergestellt wird. Sie dient der vollständigen Fassung eines stark geschädigten Zahnes zur Wiederherstellung von Form und Funktion.
Denosumab
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Denosumab ist ein humaner Monoklonaler Antikörper, der gezielt an RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor-kappaB Ligand) bindet. Er hemmt die Ausreifung, Funktion und das Überleben von Osteoklasten und reduziert dadurch den Knochenabbau stark. Hauptindikationen sind Osteoporose und Knochenmetastasen.
Dentinogenesis imperfecta
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Dentinogenesis imperfecta ist eine erbliche Störung der Dentinbildung mit typisch opaleszierend bernstein- bis graublauen Zähnen. Der Schmelz ist normal gebildet, haftet aber auf dem defekten Dentin schlecht und platzt ab, worauf die Zähne rasch abradieren. Röntgenologisch fallen bauchige Kronen, eingeschnürte Wurzeln und obliterierte Pulpakammern auf.
Fernröntgenseitenaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Fernröntgenseitenaufnahme ist eine extraorale Standardaufnahme des Schädels aus seitlicher Perspektive mit großem Fokus-Film-Abstand. Dieser Abstand minimiert die geometrische Vergrößerung und erlaubt verzerrungsfreie kephalometrische Analysen.
Festsitzende Multibandapparatur
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die festsitzende Multibandapparatur ist ein kieferorthopädisches Behandlungssystem, bei dem Brackets auf die Zahnkronen geklebt und Bänder auf den Molaren zementiert werden, um geführte Bogenmaterialien aufzunehmen. Durch die formschlüssige Verbindung zwischen Bogen und Bracketschlitz (Slot) können Kräftekombinationen und Drehmomente zielgerichtet auf das Wurzelsystem übertragen werden. Dies ermöglicht präzise dreidimensionale, körperliche Zahnbewegungen einschließlich Derotationen, Intrusionen und Extrusionen.
Filmhalter
Radiologie
Prüfungsfokus
Ein Filmhalter ist ein Positionierungssystem zur exakten Ausrichtung von Röntgenfilm oder digitalem Sensor im Patientenmund relativ zum Tubus. Er ermöglicht die Anwendung der Rechtwinkel- bzw. Paralleltechnik und gewährleistet reproduzierbare Aufnahmen.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Frühkindliche Karies (ECC)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Als frühkindliche Karies bezeichnet man das Auftreten kariöser Läsionen an Milchzähnen bei Kindern unter sechs Jahren. Charakteristisch ist ein Befallsmuster, das an den Oberkiefer-Frontzähnen beginnt und die Unterkiefer-Frontzähne wegen des Schutzes durch Zunge und Speichel lange ausspart. Ursächlich ist ein häufiger, langdauernder Kontakt der Zähne mit zuckerhaltigen Getränken, meist aus der Nuckelflasche.
Gesichtsbogen
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Gesichtsbogen ist ein diagnostisches Hilfsmittel zur Übertragung der Lage des Oberkiefers bezüglich der Scharnierachse und der Bezugsebenen des Schädels in einen Artikulator. Er ermöglicht die schädelbezügliche Zuordnung von Oberkiefermodellen im Zahntechniklabor.
Gingiva-Antagonist-Registrierung
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Gingiva-Antagonist-Registrierung (GAR) ist ein klinisches Verfahren zur Bestimmung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Sie wird angewendet, wenn im Gegenkiefer zwar Zähne vorhanden sind, im zu versorgenden Kiefer jedoch die zahngetragene Abstützung fehlt. Dabei wird der Kontakt zwischen den vorhandenen Antagonisten und der zahnlosen Schleimhaut bzw. einem Schleimhaut-getragenen Registrierbehelf erfasst.
Gummy Smile
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als Gummy Smile bezeichnet man eine übermäßige Sichtbarkeit der Gingiva beim Lachen. Ursächlich können ein hypermobiles Oberlippenbändchen, eine kurze Oberlippe, ein altersunabhängig verzögerter passiver Durchbruch oder ein vertikaler Überschuss des Oberkiefers sein. Die Therapie richtet sich zwingend nach der zugrunde liegenden Ursache.
Hall-Technik
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Bei der Hall-Technik wird eine konfektionierte Stahlkrone ohne Präparation und ohne Exkavation über den kariösen Milchmolaren zementiert. Die Karies wird dadurch vollständig vom oralen Milieu abgeschlossen; ohne Substratzufuhr kommt der Prozess zum Stillstand. Voraussetzung ist ein vitaler Zahn ohne Zeichen irreversibler Pulpitis oder apikaler Beteiligung.
Haltertechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Haltertechnik bezeichnet die intraorale Radiographie unter Verwendung mechanischer Positionierungssysteme für Bildempfänger und Tubus. Sie stellt sicher, dass Film/Sensor und Tubus in einer festen, geometrisch korrekt definierten Relation zueinander stehen.
Herausnehmbare Apparaturen
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Herausnehmbare Apparaturen sind vom Patienten eigenständig einsetzbare und herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsgeräte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Basis aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat), Halte- und Führungselementen aus Edelstahl sowie aktiven Elementen wie Federn oder Schrauben. Ihre Wirkung beruht überwiegend auf der Ausübung von Druckkräften, die zu kippenden Zahnbewegungen führen.
Herausnehmbarer Zahnersatz
Prothetik
Prüfungsfokus
Herausnehmbarer Zahnersatz umfasst alle prothetischen Versorgungen, die vom Patienten selbst zur Reinigung und Pflege aus der Mundhöhle entfernt werden können. Dazu gehören Teilprothesen (z. B. Modellgussprothesen, Teleskopprothesen) sowie Totalprothesen beim vollständig zahnlosen Kiefer. Sie dienen der Wiederherstellung der Kaugewebe-, Ästhetik- und Phonetikfunktionen.
Hybridprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Hybridprothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der sowohl schleimhautgetragen als auch auf verbliebenen Restzähnen oder Implantaten abgestützt wird. Als Verankerungselemente dienen meist Locatoren, Kugelknöpfe oder Stege.
Implantatfreilegung und Einheilung
Implantologie
Prüfungsfokus
Bei gedeckter Einheilung liegt das Implantat während der Einheilphase vollständig unter der Schleimhaut und wird in einem Zweiteingriff freigelegt. Dabei wird die Verschlussschraube gegen einen Gingivaformer getauscht, der das periimplantäre Weichgewebe ausformt. Bei offener Einheilung entfällt dieser Zweiteingriff, weil bereits primär ein Gingivaformer eingesetzt wird.
Instrumentelle Funktionsanalyse
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Die instrumentelle Funktionsanalyse registriert Unterkieferbewegungen apparativ und überträgt sie auf einen Artikulator. Verfahren wie Axiographie und Kondylographie zeichnen die Bewegungsbahnen der Kondylen auf. Ziel ist die individuelle Programmierung des Artikulators und die Beurteilung der Gelenkbahnen.
Intraoralaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Intraoralaufnahme ist ein röntgenologisches Bildgebungsverfahren, bei dem sich der Bildempfänger innerhalb der Mundhöhle befindet. Sie bietet die höchste Ortsauflösung in der zahnärztlichen Radiologie und erlaubt eine detailreiche Beurteilung hartgeweblicher Strukturen. Typische Varianten sind Zahnfilm-, Rechtwinkel- und Haltertechniken sowie Aufbissaufnahmen.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Kariesrisiko
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Das Kariesrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Individuums, in einem definierten Zeitraum neue Kariesläsionen zu entwickeln oder ein Fortschreiten bestehender Läsionen zu erfahren. Es wird durch ein Zusammenspiel von biologischen, Verhaltens- und sozioökonomischen Faktoren bestimmt. Die Einschätzung dient der Zuordnung zu Risikogruppen und der Steuerung präventiver Maßnahmen.
Lückenhalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Ein Lückenhalter sichert nach vorzeitigem Milchzahnverlust den Platz für den bleibenden Nachfolger. Ohne Platzsicherung wandern Nachbarzähne in die Lücke, wodurch der Nachfolger später keinen ausreichenden Durchbruchsraum findet. Es existieren festsitzende Varianten wie Band-Loop und Lingualbogen sowie herausnehmbare Platten.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Milchzahnpulpotomie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Pulpotomie ist die Entfernung der entzündeten Kronenpulpa unter Erhalt der vitalen Wurzelpulpa am Milchzahn. Die Amputationswunde wird mit einem Medikament abgedeckt, das die verbleibende Pulpa erhält oder fixiert. Ziel ist der Erhalt des Milchzahns als Platzhalter bis zum physiologischen Zahnwechsel.
Modellanalyse
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Modellanalyse vermisst Zahnbreiten, Zahnbogenform und Okklusionsbeziehungen an Situationsmodellen oder digitalen Scans. Sie liefert die Platzbilanz sowie Aussagen zur Symmetrie und zum Verhältnis der Zahnbreiten beider Kiefer. Die Bolton-Analyse prüft, ob die Zahnbreiten von Ober- und Unterkiefer zueinander passen.
Modellguss
Prothetik
Prüfungsfokus
Der Modellguss bezeichnet die Herstellung einer herausnehmbaren Teilprothese mit einem gegossenen Metallgerüst, meist aus einer Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierung. Er dient dem Ersatz mehrerer fehlender Zähne und überträgt die Kaukräfte teils parodontal über Halte- und Stützelemente sowie teils gingival.
Orthognathe Chirurgie
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die orthognathe Chirurgie korrigiert skelettale Kieferfehlstellungen durch operative Verlagerung von Ober- und Unterkiefer. Etablierte Verfahren sind die sagittale Spaltung des Unterkiefers und die Le-Fort-I-Osteotomie des Oberkiefers. Sie wird stets mit kieferorthopädischer Vor- und Nachbehandlung kombiniert.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Periimplantitis
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Periimplantitis ist eine plaqueinduzierte, progressive Entzündung des implantatumgebenden Gewebes mit irreversiblem Verlust des osseointegrierten Stützknochens. Sie stellt das implantologische Äquivalent zur Parodontitis am natürlichen Zahn dar.
Platzanalyse nach Moyers
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Platzanalyse nach Moyers ist ein vorhersagendes Verfahren im Wechselgebiss zur Ermittlung des Platzbedarfs für die noch nicht durchgebrochenen Eckzähne und Prämolaren. Sie nutzt die Summe der mesiodistalen Kronenbreiten der bereits durchgebrochenen untersten vier Schneidezähne als Referenzwert. Über standardisierte Wahrscheinlichkeitstabellen wird die voraussichtliche Breite der Stützzone im Ober- und Unterkiefer bestimmt.
Provisorium
Prothetik
Prüfungsfokus
Ein Provisorium ist ein temporärer Zahnersatz, der für die Übergangszeit zwischen der Zahnpräparation und dem Eingliedern der definitiven Restauration eingesetzt wird. Es dient dem Schutz der Pulpa, der Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion sowie der Stabilisierung der Zahnposition.
Radioluzenz
Radiologie
Prüfungsfokus
Radioluzenz beschreibt die Eigenschaft von Geweben oder Materialien, Röntgenstrahlung kaum zu schwächen, wodurch sie auf dem Röntgenbild dunkel bis schwarz erscheinen. Sie tritt auf, wenn ein Objekt eine geringe Dichte oder Ordnungszahl aufweist.
Rechtwinkeltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Rechtwinkeltechnik ist eine intraorale Aufnahmetechnik, bei der der Röntgenfilm parallel zur Zahnlängsachse ausgerichtet und der Zentralstrahl rechtwinklig auf den Film gerichtet wird. Hierfür werden spezielle Filmhalter mit Zielvorrichtung verwendet.
Röntgenkontrast
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Röntgenkontrast bezeichnet den Dichte- bzw. Helligkeitsunterschied zwischen zwei benachbarten Bereichen auf einem Röntgenbild. Er entsteht durch die unterschiedliche Schwächung der Röntgenstrahlung beim Durchgang durch Gewebe verschiedener Dichte und Ordnungszahl. Ein ausgewogener Kontrast ist Voraussetzung für die Differenzierung von Hart- und Weichgeweben sowie pathologischen Veränderungen.
Scharnierachse
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Scharnierachse ist die gedachte Verbindungslinie durch die beiden Kondylen, um die der Unterkiefer eine reine Rotationsbewegung ausführt. Sie bildet den zentralen Bezugspunkt für die artikulatoreigene Drehachse.
Stahlkronen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Stahlkronen sind vorgefertigte Metallkronen, die nach geringer Präparation auf zerstörte Milchmolaren zementiert werden. Sie umfassen den Zahn zirkulär und bieten dadurch einen bakteriendichten Verschluss, der plastischen Füllungen bei ausgedehnten Defekten deutlich überlegen ist. Eine kunststoffverblendete Variante steht für den Frontzahnbereich zur Verfügung.
Teleskopprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Teleskopprothese ist ein kombinierter Zahnersatz, der über doppelkronige Verankerungselemente auf Restzähnen befestigt wird. Sie besteht aus einer fest einzementierten Primärkrone und einer in den abnehmbaren Zahnersatz integrierten Sekundärkrone.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Zahnfilm
Radiologie
Prüfungsfokus
Der Zahnfilm ist eine intraorale Röntgenaufnahme, die einen umschriebenen Kieferbereich mit wenigen Zähnen vollständig inklusive Krone und Wurzelspitze abbildet. Der Begriff bezeichnet historisch das Filmmaterial, wird heute aber analog für digitale Speicherfolien und Festhaltesensoren verwendet.
Zahnmorphologie der Frontzähne
Propädeutik
Prüfungsfokus
Die Zahnmorphologie der Frontzähne umfasst die charakteristische Anatomie der Schneidezähne (Incisivi) und Eckzähne (Canini) im Ober- und Unterkiefer. Wichtige morphologische Formmerkmale wie das Wurzelmerkmal, Kronenflucht, Krümmungsmerkmal und Eckzahnmerkmal dienen der Seitenbestimmung. Die Palatinalflächen der Oberkieferfrontzähne weisen spezifische Tuberculi und Randleisten auf, während Unterkieferfrontzähne schmaler und meißelförmig aufgebaut sind.
Zahnmorphologie der Prämolaren
Propädeutik
Prüfungsfokus
Prämolaren stehen zwischen Eckzähnen und Molaren und besitzen in der Regel zwei Höcker, einen bukkalen und einen palatinalen beziehungsweise lingualen. Sie treten nur im bleibenden Gebiss auf und ersetzen die Milchmolaren. Die Wurzelverhältnisse variieren, wobei der obere erste Prämolar häufig zwei Wurzeln aufweist.
Zahnschema FDI
Propädeutik
Prüfungsfokus
Das FDI-Zahnschema ist ein international standardisiertes System zur eindeutigen Benennung von Zähnen mittels zweier Ziffern. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten (1–4 für das bleibende Gebiss, 5–8 für das Milchgebiss), während die zweite Ziffer die Zahnposition von der Mitte nach distal (1–8 bzw. 1–5) angibt. Es ermöglicht eine zweifelsfreie Befunderhebung und Dokumentation ohne Verwechslungsgefahr.
Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.