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Speichel: Zusammensetzung und Funktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Speichel ist ein exokrines Sekret, das von den großen und kleinen Speicheldrüsen der Mundhöhle gebildet wird und zu etwa 99 % aus Wasser besteht. Zu den organischen Bestandteilen gehören Proteine wie Alpha-Amylase, Muzine, Immunglobulin A (IgA), Lysozym und Lactoferrin. Die anorganischen Bestandteile umfassen Bicarbonat, Phosphat, Calcium, Fluorid sowie Natrium- und Kaliumionen, die als Puffer und zur Remineralisation dienen. Die primäre Sekretion im Azinus ist isoton und wird im Ausführungsgangsystem durch Reabsorption von Na+ und Cl- hypoton modifiziert.
Speicheldrüsen Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die großen paarigen Speicheldrüsen sind die Glandula parotidea, die Glandula submandibularis und die Glandula sublingualis. Sie produzieren zusammen mit den zahlreichen kleinen Speicheldrüsen der Mundschleimhaut den Speichel (Saliva) zur Nahrungsbefeuchtung und enzymatischen Initialverdauung. Histologisch unterscheiden sie sich grundlegend durch ihre azinöse Struktur in rein seröse, gemischt seromuzöse sowie vorwiegend muzöse Drüsen.
Sialolithiasis
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Bei der Sialolithiasis bilden sich Konkremente im Ausführungsgangsystem einer Speicheldrüse. Am häufigsten ist die Glandula submandibularis betroffen, da ihr Sekret muzinreicher und ihr Gang lang und aufsteigend verläuft. Der Stein behindert den Speichelabfluss und führt zu Stauung.
Röntgensensor und digitale Bildaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
In der digitalen intraoralen Radiographie werden zwei Systeme unterschieden. Festkörpersensoren auf CCD- oder CMOS-Basis liefern das Bild unmittelbar, sind aber starr, dick und kabelgebunden. Speicherfolien sind biegsam und in der Handhabung dem Zahnfilm ähnlich, benötigen jedoch einen Auslesevorgang in einem Scanner und sind gegenüber Licht empfindlich.
Alterszahnmedizin Grundlagen
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Alterszahnmedizin befasst sich mit der zahnmedizinischen Betreuung älterer und häufig multimorbider Menschen. Sie berücksichtigt altersassoziierte Veränderungen von Zähnen, Schleimhaut und Speichelfluss ebenso wie Allgemeinerkrankungen, Medikation und Pflegebedürftigkeit. Das Behandlungsziel verschiebt sich von der maximalen Rekonstruktion hin zu Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit und Lebensqualität.
Alveolarkammaugmentation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Alveolarkammaugmentation bezeichnet den chirurgischen Wiederaufbau eines atrophiierten oder defekten Alveolarfortsatzes. Ziel ist die Wiederherstellung des vertikalen und/oder horizontalen Knochenangebots für eine spätere implantologische oder prothetische Versorgung. Es kommen autologe, allogene, xenogene oder synthetische Materialien sowie Rekonstruktionstechniken zum Einsatz.
Antiseptika
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Antiseptika sind chemische Substanzen, die lokal auf lebenden Geweben wie Haut oder Schleimhaut angewendet werden, um Erreger abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen. Im Gegensatz zu Antibiotika wirken sie weitgehend unspezifisch gegen ein breites Spektrum von Mikroorganismen. In der Zahnmedizin dienen sie der Reduktion der oralen Keimzahl.
Befestigungszement
Prothetik
Prüfungsfokus
Befestigungszemente sind zahnmedizinische Werkstoffe zum dauerhaften oder temporären Eingliedern von indirekten Restaurationen (z. B. Kronen, Brücken, Inlays) auf natürlichen Zahnstümpfen oder Abutments. Sie füllen den Befestigungsspalt aus, bieten Mikroraduktion oder chemische Adhäsion und verhindern die Randspaltbesiedlung durch Bakterien. Das Spektrum reicht von konventionellen Säure-Base-Zementen bis zu adhäsiven Befestigungskompositen.
Biofilmbildung und Plaquereifung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Plaquebildung beginnt mit dem Pellikel, einer azellulären Proteinschicht aus Speichelbestandteilen auf der Zahnoberfläche. Darauf lagern sich zunächst grampositive Primärbesiedler an, gefolgt von einer zunehmend anaeroben und gramnegativen Sekundärflora. Die Reifung verläuft über Koaggregation und Bildung einer schützenden extrazellulären Matrix.
Blutstillung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Blutstillung (Hämostase) umfasst alle physiologischen Prozesse und medizinischen Maßnahmen zur Unterbrechung einer Blutgerinnung und Blutstillung im Wundgebiet. In der Oralchirurgie unterscheidet man zwischen der primären vaskulären Hämostase und der sekundären plasmatischen Blutgerinnung sowie mechanischen, chemischen oder thermischen Interventionen. Ziel ist die Vermeidung von Nachblutungen und die Sicherung einer ungestörten Wundheilung.
Blutversorgung des Gesichtsschädels
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Blutversorgung des Gesichtsschädels wird primär durch Äste der Arteria carotis externa gewährleistet, ergänzt durch kleine Endäste der Arteria carotis interna im Stirn- und Orbitabereich. Das zentrale Gefäß für die tiefen Gesichtsstrukturen, die Zähne und die Kieferknochen ist die Arteria maxillaris. Die oberflächlichen Gesichtsweichteile werden im Wesentlichen durch die Arteria facialis sowie die Arteria temporalis superficialis versorgt.
Carisolv
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Carisolv ist ein chemo-mechanisches System zur Kariesexkavation, das auf einer Mischung aus Natriumhypochlorit und Aminosäuren basiert. Das Gel löst gezielt den denaturierten Kollagenanteil cariösen Dentins auf, während gesunde Hartsubstanz unbeeinträchtigt bleibt. Das erweichte Gewebe wird anschließend manuell abgeschabt.
Composit
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Composit ist ein plastisches, zahnfarbenes Füllungsmaterial, das aus einer organischen Monomermatrix und anorganischen Füllstoffen besteht. Die Aushärtung erfolgt meist durch photopolymerisationsinduzierte Vernetzung der Monomere. Es ermöglicht eine mikromechanische und chemische Haftung am Zahnhartgewebe über Adhäsivsysteme.
Dysphagie und Aspirationspneumonie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs, die im Alter durch nachlassende Muskelkraft, Koordinationsstörungen und neurologische Erkrankungen begünstigt wird. Gelangt Material in die Atemwege, kann sich eine Aspirationspneumonie entwickeln. Deren Erregerspektrum stammt zu einem erheblichen Teil aus dem oralen Biofilm, womit die Mundhygiene unmittelbar pneumonieprophylaktisch wirkt.
Endometrie
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Endometrie ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge bis zur apikalen Konstriktion. Sie nutzt die Abnahme der elektrischen Impedanz beim Annähern des Instruments an das Foramen physiologicum. Das Verfahren ist präziser als eine rein röntgenologische Längenbestimmung.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Frühkindliche Karies (ECC)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Als frühkindliche Karies bezeichnet man das Auftreten kariöser Läsionen an Milchzähnen bei Kindern unter sechs Jahren. Charakteristisch ist ein Befallsmuster, das an den Oberkiefer-Frontzähnen beginnt und die Unterkiefer-Frontzähne wegen des Schutzes durch Zunge und Speichel lange ausspart. Ursächlich ist ein häufiger, langdauernder Kontakt der Zähne mit zuckerhaltigen Getränken, meist aus der Nuckelflasche.
Guided Bone Regeneration
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Guided Bone Regeneration ist ein chirurgisches Verfahren zum Wiederaufbau von Knochendefekten mittels physikalischer Barrieremembranen. Die Membran verhindert das schnelle Einwachsen von Bindegewebe und ermöglicht den langsamer regenerierenden osteogenen Zellen die Knochenneubildung.
Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Karies
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Karies ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Sie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen de- und remineralisierenden Prozessen infolge von organischen Säuren, die von karyogenen Bakterien im Biofilm aus kohlenhydratreicher Nahrung gebildet werden. Unbehandelt führt Karies zum irreversiblen Verlust von Gewebe und schließlich zur Pulpanekrose.
Kariesrisiko
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Das Kariesrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit eines Individuums, in einem definierten Zeitraum neue Kariesläsionen zu entwickeln oder ein Fortschreiten bestehender Läsionen zu erfahren. Es wird durch ein Zusammenspiel von biologischen, Verhaltens- und sozioökonomischen Faktoren bestimmt. Die Einschätzung dient der Zuordnung zu Risikogruppen und der Steuerung präventiver Maßnahmen.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Lymphabfluss der Kopf-Hals-Region
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Lymphabfluss der Mundhöhle erfolgt über regionäre Lymphknotengruppen, insbesondere submentale, submandibuläre und zervikale Stationen. Von dort gelangt die Lymphe in den Truncus jugularis und schließlich in den Venenwinkel. Die Kenntnis der Abflusswege ist für Entzündungs- und Tumordiagnostik gleichermaßen wichtig.
Medikamentenassoziierte Kiefernekrose
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Die medikamentenassoziierte Kiefernekrose ist eine schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver oder antiangiogenetischer Substanzen, die durch frei liegenden Knochen im Kieferbereich charakterisiert ist. Die Diagnose setzt voraus, dass der freiliegende Knochen über mehr als 8 Wochen besteht und keine Bestrahlung der Kieferregion vorlag. Typischer Auslöser ist ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff wie eine Zahnextraktion.
Morbus Parkinson in der Zahnmedizin
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Der Morbus Parkinson führt über Rigor, Tremor und Bradykinese zu erheblichen Einschränkungen der Mundhygienefähigkeit. Hinzu kommen Schluckstörungen, eine verminderte automatische Speichelclearance mit Sialorrhoe sowie eine oft ausgeprägte Xerostomie durch die anticholinerge Begleitmedikation. Die Kombination erhöht das Karies- und Parodontitisrisiko deutlich.
Mund-Antrum-Verbindung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.
Mundboden
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Mundboden wird muskulär vom Musculus mylohyoideus gebildet, der als Diaphragma oris zwischen den Unterkieferhälften ausgespannt ist. Darüber liegen die Glandula sublingualis, der Ausführungsgang der Glandula submandibularis und der Nervus lingualis. Die Ansatzlinie des Muskels an der Linea mylohyoidea trennt topografisch bedeutsame Räume.
Mundspüllösungen
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Mundspüllösungen sind flüssige Zubereitungen zur Aushülfe der Mundhygiene, die antiseptische, entzündungshemmende oder kariespräventive Wirkstoffe enthalten. Sie dienen der Reduktion der oralen Keimzahl sowie der Plaquebildung im Subgingival- und Interdentalraum. Man unterscheidet kosmetische Verwendungsformen von medizinisch indizierten Präparaten.
Nervus lingualis
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Nervus lingualis ist ein sensibler Ast des Nervus mandibularis und versorgt die vorderen zwei Drittel der Zunge, den Mundboden und die linguale Gingiva. Ihm schließen sich die Fasern der Chorda tympani an, die Geschmacksempfindung und parasympathische Innervation der Speicheldrüsen vermitteln. Er verläuft ohne knöchernen Schutz dicht unter der Schleimhaut im Bereich des dritten Molaren.
Opioide
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Opioide sind stark wirksame Analgetika, die an spezifischen Opioidrezeptoren (µ, δ, κ) im zentralen und peripheren Nervensystem binden. Sie hemmen die präsynaptische Neurotransmitterfreisetzung und hyperpolarisieren postsynaptische Neurone. Dadurch wird die Schmerzleitung und -wahrnehmung im ZNS effektiv unterdrückt.
Parodontale Regeneration
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die parodontale Regeneration umfasst chirurgische Verfahren zur Wiederherstellung des verloren gegangenen Zahnhalteapparates einschließlich Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Im Gegensatz zur Reparatur bildet sich hierbei ein funktionelles, neu organisiertes Attachement aus. Zum Einsatz kommen Schmelzmatrixproteine, Knochenersatzmaterialien und Barrieremembranen.
pH-Wert und Stephan-Kurve
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Stephan-Kurve beschreibt den zeitlichen Verlauf des pH-Werts in der dentalen Plaque nach der Zufuhr von fermentierbaren Kohlenhydraten. Nach dem Glukosekontakt fällt der Plaque-pH innerhalb von 2 bis 5 Minuten rasch unter den kritischen Wert von 5,5 ab. Ursache ist die Verstoffwechselung der Zucker durch azidogene Bakterien zu organischen Säuren wie Milchsäure. Die Erholungsphase zurück zum Ruhe-pH dauert typischerweise 30 bis 60 Minuten und wird maßgeblich von der Pufferkapazität des Speichels bestimmt.
Polypharmazie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige dauerhafte Einnahme mehrerer Medikamente, häufig ab fünf Präparaten. Sie ist bei multimorbiden älteren Menschen die Regel und für die Zahnmedizin in mehrfacher Hinsicht relevant. Nebenwirkungen und Wechselwirkungen betreffen unter anderem Speichelfluss, Blutungsneigung, Knochenstoffwechsel und Wundheilung.
Prothesenstomatitis
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Prothesenstomatitis ist eine Entzündung der Schleimhaut unter einer herausnehmbaren Prothese, meist im Oberkiefer. Sie wird überwiegend durch Candida albicans in Kombination mit mangelhafter Prothesenhygiene und durchgehendem Tragen unterhalten. Die Einteilung nach Newton unterscheidet punktförmige, diffuse und papillär-hyperplastische Formen.
Prothesenversorgung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die prothetische Versorgung älterer Patienten richtet sich weniger am technisch Machbaren aus als an dem, was der Patient noch handhaben und pflegen kann. Mit nachlassender Feinmotorik, reduzierter Sehkraft und kognitiven Einschränkungen verschiebt sich die Bewertung: Eine einfache, gut zu reinigende Lösung ist einer anspruchsvollen Konstruktion überlegen, die im Pflegealltag scheitert.
Rehrmann-Lappen
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Rehrmann-Lappen ist ein mucoperiostaler Verschiebelappen mit Periostschlitzung zur Deckung einer Mund-Antrum-Verbindung (MAV) im Oberkiefer. Durch das Einkerben des Periosts an der Lappenbasis wird die Elastizität des Gewebes erhöht, um einen spannungsfreien Wundverschluss zu ermöglichen. Er gehört zu den Standardverfahren der orofazialen Plastischen Chirurgie.
Remineralisation und Demineralisation
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Demineralisation beschreibt den Verlust von Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat aus der Zahnhartsubstanz durch säurebedingte Herauslösung von Hydroxylapatit. Remineralisation ist der umgekehrte Prozess, bei dem sich gelöste Mineralionen mithilfe von Speichel und Fluorid wieder in das Kristallgitter einlagern. Das Gleichgewicht zwischen beiden Prozessen bestimmt dynamisch die Integrität des Zahnschmelzes. Unterschreitet der pH-Wert der Plaque den kritischen Wert von ca. 5,5, überwiegt die Demineralisation.
Säure-Basen-Haushalt und Pufferung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Puffersysteme halten den pH-Wert bei Zufuhr von Säuren oder Basen weitgehend konstant. Im Speichel sind vor allem das Bikarbonat-, das Phosphat- und das Proteinpuffersystem wirksam. Die Pufferkapazität steigt mit der Speichelfließrate, weil der Bikarbonatgehalt bei stimuliertem Speichel zunimmt.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Trepanation
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Trepanation bezeichnet das Eröffnen der Pulpakammer eines Zahnes zur Vorbereitung einer endodontischen Behandlung. Ziel ist die vollständige Darstellung aller Wurzelkanaleingänge unter Schonung der zervikalen Hartsubstanz. Sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche chemo-mechanische Aufbereitung.
Überkappung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Überkappung ist ein vitalerhaltendes Verfahren der Pulpa, bei dem eine tief reichende Dentinkavität oder die punktförmig freigelegte Pulpa mit einem biokompatiblen Material abgedeckt wird. Das Ziel ist das Abheilen der entzündlichen Gewebereaktion und die Induktion von Tertiärdentin bzw. einer Dentinbrücke. Man unterscheidet die indirekte von der direkten Überkappung.
Wundheilung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die oralchirurgische Wundheilung beschreibt die biologischen Prozesse zur Regeneration oder Reparatur geschädigten oralen Gewebes nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata. Sie läuft klassisch in drei phasenartigen Schritten ab: der exsudativen/entzündlichen Phase, der proliferativen Phase und der Regenerations- bzw. Reparaturphase. Im Kieferknochen schließt dies eine komplexe osteogene Gewebeneubildung ein.
Wurzelkaries
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Wurzelkaries entsteht an freiliegenden Wurzeloberflächen nach Gingivarezession oder parodontaler Therapie. Da Wurzeldentin und Zement einen geringeren Mineralgehalt als Schmelz besitzen, beginnt die Demineralisation bereits bei einem höheren pH-Wert. Die Läsionen breiten sich typischerweise flächig entlang der Schmelz-Zement-Grenze aus.
Xerostomie
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Xerostomie bezeichnet das subjektive Gefühl der Mundtrockenheit, während Hyposalivation die objektiv messbare Verminderung der Speichelfließrate beschreibt. Häufigste Ursache ist eine medikamentöse Nebenwirkung, daneben spielen Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Der Speichelmangel beeinträchtigt Schutzfunktionen, Kauen, Schlucken und Sprechen erheblich.
Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.