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Kieferhöhle
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Kieferhöhle ist die größte Nasennebenhöhle und liegt im Körper der Maxilla. Sie ist mit respiratorischem Flimmerepithel ausgekleidet und mündet über das Ostium im mittleren Nasengang. Ihr Boden steht in enger Beziehung zu den Wurzelspitzen der oberen Prämolaren und Molaren.
Biopsie in der Mundhöhle
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die Biopsie ist die Entnahme von Gewebe zur histopathologischen Untersuchung und dient der Sicherung einer Diagnose. Bei der Inzisionsbiopsie wird nur ein repräsentativer Teil entnommen, bei der Exzisionsbiopsie die gesamte Läsion. Die Wahl richtet sich nach Größe, Lage und Verdachtsdiagnose.
Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Mikrobiom der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Das Mikrobiom der Mundhöhle umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren), die die verschiedenen oralen Habitate besiedeln. Über 700 Bakterienarten leben im komplexen Gleichgewicht eines Biofilms, wobei Streptococcus-Arten oft den Pionieraufwuchs auf dem Zahnschmelz bilden. Eine ökologische Verschiebung dieser Mikrobiota (Dysbiose) durch Milieuänderungen führt zur Selektion pathogener Keime. So begünstigt ein azides Milieu azidogene Säurebildner wie Streptococcus mutans (Karies), während ein anaerobes, proteinreiches Milieu Porphyromonas gingivalis (Parodontitis) fördert.
Abszess
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Abszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebeeinschmelzung in einer nicht vorgebildeten Gewebehöhle, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Im Kiefer-Gesichts-Bereich entsteht er häufig als Folge einer odontogenen Infektion, ausgehend von periapikalen oder parodontalen Läsionen. Diagnostisch zeichnet er sich durch die klassischen Entzündungszeichen sowie Fluktuation aus.
Odontogene Sinusitis maxillaris
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Ein relevanter Anteil aller Kieferhöhlenentzündungen ist zahnbedingt. Ursachen sind apikale Parodontitiden der Oberkiefer-Prämolaren und -Molaren, Wurzelreste, Fremdkörper wie überpresstes Wurzelfüllmaterial sowie Mund-Antrum-Verbindungen nach Extraktion. Die anatomische Grundlage ist die enge Lagebeziehung der Wurzelspitzen zum Kieferhöhlenboden.
Schneidersche Membran
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Schneidersche Membran ist die respiratorische Schleimhaut (Tunica mucosa), welche die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) von innen auskleidet. Sie besteht aus einem zweireihigen Flimmerepithel mit Becherzellen und einer Eigenschicht (Lamina propria). Im Rahmen von oralchirurgischen Eingriffen im Seitenzahnbereich des Oberkievers besitzt sie zentrale Bedeutung.
Sinuslift und Augmentation
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Erhöhung des Knochenangebots im lateralen Oberkiefer durch Anheben der Schneider-Membran (Kieferhöhlenschleimhaut) und Einbringen von Knochenersatzmaterial oder autologem Knochen. Es wird zwischen dem internen Sinuslift (krestaler Zugang) und dem externen Sinuslift (lateraler Zugang über ein Knochenfenster) unterschieden. Ziel ist die Schaffung eines ausreichend dimensionierten Knochenlagers für eine endosseöse Implantation.
Aktinomyces naeslundii
Parodontologie
Prüfungsfokus
Actinomyces naeslundii ist ein grampositives, fakultativ anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium der oralen Mikroflora. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der initialen Plaquebildung und der Adhäsion an den Schmelzpellet. Zudem ist es häufig an der Entstehung von Wurzelkaries beteiligt.
Amoxicillin
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Amoxicillin ist ein aminopenicillinbasiertes Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Bakterienwandsynthese bakterizid wirkt. Es weist eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit auf und erfasst ein breites Spektrum grampositiver sowie mancher gramnegativer Erreger der Mundhöhle. Es stellt das First-Line-Antibiotikum bei schweren odontogenen Infektionen dar.
Bakterielle Infektion
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Eine bakterielle Infektion ist das invasive Eindringen, Vermehren und Verbleiben von pathogenen oder fakultativ pathogenen Bakterien in einem Wirtsorganismus mit nachfolgender Gewebeschädigung und Immunreaktion. Im orofazialen Bereich entstehen sie meist durch die Translokation von endogenen Plaquebakterien in tiefere Gewebeschichten. Typische Manifestationen sind Pulpitiden, Parodontitiden und Abszesse.
Biofilm
Parodontologie
Prüfungsfokus
Ein Biofilm ist eine strukturierte Gemeinschaft von Mikroorganismen, die in einer selbstproduzierten Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS) eingebettet ist und an einer Oberfläche haftet. In der Mundhöhle bildet er die Grundlage für Karies, Gingivitis und Parodontitis. Die Matrix schützt die enthaltenen Bakterien vor äußeren Einflüssen und dem Immunsystem des Wirts.
Biofilmbildung und Plaquereifung
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Plaquebildung beginnt mit dem Pellikel, einer azellulären Proteinschicht aus Speichelbestandteilen auf der Zahnoberfläche. Darauf lagern sich zunächst grampositive Primärbesiedler an, gefolgt von einer zunehmend anaeroben und gramnegativen Sekundärflora. Die Reifung verläuft über Koaggregation und Bildung einer schützenden extrazellulären Matrix.
Bisphosphonate
Pharmakologie
Prüfungsfokus
Bisphosphonate sind pyrophosphatanaloge Arzneistoffe, die sich selektiv im Knochen anreichern und die Osteoklastenaktivität hemmend beeinflussen. Sie werden therapeutisch bei Osteoporose, Morbus Paget und zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Knochenmetastasen eingesetzt. Ihre lange Verweilzeit im Knochengewebe prägt das pharmakologische Profil über Jahre.
Bohrerschnitt
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Bohrerschneide ist die keilförmig zugespitzte Funktionskante eines rotierenden Schneidwerkzeugs in der Zahnmedizin. Sie dient dem Spanabtrag von Schmelz, Dentin, Pulpa oder Restaurationstexturen durch mechanische Scherkräfte. Ihre Geometrie variiert je nach Verwendungszweck zwischen Schleif- und Schneidinstrumenten.
Chirurgische Extraktion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die chirurgische Extraktion bezeichnet die operative Entfernung eines Zahnes oder Wurzelrestes durch Eröffnung des Mucoperiostlappens und gezielte Abtragung von Alveolarknochen (Osteotomie). Sie kommt zur Anwendung, wenn eine konventionelle Zahnentfernung mittels Zange und Hebel nicht möglich oder gescheitert ist. Dieser Eingriff erfordert eine präzise präoperative radiologische Diagnostik zur Beurteilung der anatomischen Nachbarstrukturen.
Cone Beam CT
Radiologie
Prüfungsfokus
Cone Beam CT (CBCT), im deutschsprachigen Raum als Digitale Volumentomographie (DVT) bezeichnet, ist ein dreidimensionales bildgebendes Verfahren. Mittels eines kegelförmigen Röntgenstrahls und eines Flachdetektors wird ein definiertes Volumensegment des Kieferbereichs mit hoher räumlicher Auflösung erfasst.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
Dentin und Odontoblasten
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Dentin ist ein mineralisiertes, avaskulaeres Gewebe, das den Hauptteil des Zahnes bildet und die Pulpahoehle umschliesst. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten synthetisiert, deren Zellkoerper am Rande der Pulpa liegen und ihre Fortsaetze in die Dentinkanaelchen entsenden. Der anorganische Anteil liegt bei ca. 70 Gew.-% Hydroxylapatit, der organische Anteil besteht ueberwiegend aus Typ-I-Kollagen.
Exodontie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Exodontie umfasst die Lehre und Praxis der Entfernung von Zähnen aus dem Alveolarknochen mittels geschlossener (konservativer) Techniken. Sie stellt einen der grundlegendsten oralchirurgischen Eingriffe dar und wird bei nicht erhaltungswürdigen Zähnen, Platzmangel oder fokalen Infektionsquellen durchgeführt. Das Hauptziel ist die vollständige und möglichst gewebeschonende Zahnentfernung unter Erhalt des umgebenden Alveolarknochens.
Frenulum
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Ein Frenulum ist eine Schleimhautfalte in der Mundhöhle, die Lippe, Wange oder Zunge am Alveolarfortsatz bzw. Mundboden fixiert. Es enthält Bindegewebe, elastische Fasern und vereinzelt Muskelfasern. Morphologische Varianten können die Funktion oder Parodontalgesundheit beeinträchtigen.
Gaumen
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Gaumen trennt Mund- und Nasenhöhle und gliedert sich in den knöchernen harten Gaumen und den muskulären weichen Gaumen. Der harte Gaumen wird von Processus palatinus der Maxilla und Lamina horizontalis des Os palatinum gebildet. Der weiche Gaumen verschließt beim Schlucken den Nasenrachenraum.
Herausnehmbarer Zahnersatz
Prothetik
Prüfungsfokus
Herausnehmbarer Zahnersatz umfasst alle prothetischen Versorgungen, die vom Patienten selbst zur Reinigung und Pflege aus der Mundhöhle entfernt werden können. Dazu gehören Teilprothesen (z. B. Modellgussprothesen, Teleskopprothesen) sowie Totalprothesen beim vollständig zahnlosen Kiefer. Sie dienen der Wiederherstellung der Kaugewebe-, Ästhetik- und Phonetikfunktionen.
Hormonelle Einflüsse auf das Parodont
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Sexualhormone beeinflussen die Gefäßpermeabilität und die Zusammensetzung der subgingivalen Flora. Erhöhte Östrogen- und Progesteronspiegel verstärken die Entzündungsreaktion des Zahnfleischs auf vorhandene Plaque. Der Biofilm bleibt jedoch die notwendige Voraussetzung, die Hormone wirken lediglich modulierend.
Implantatplanung
Implantologie
Prüfungsfokus
Die Implantatplanung leitet die Implantatposition aus der geplanten prothetischen Versorgung ab und nicht aus dem verfügbaren Knochenangebot. Dieses Prinzip wird als Backward Planning bezeichnet. Digitale Verfahren kombinieren DVT-Daten mit einem Oberflächenscan und erzeugen eine Bohrschablone zur Übertragung der Planung.
Intraoralaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Intraoralaufnahme ist ein röntgenologisches Bildgebungsverfahren, bei dem sich der Bildempfänger innerhalb der Mundhöhle befindet. Sie bietet die höchste Ortsauflösung in der zahnärztlichen Radiologie und erlaubt eine detailreiche Beurteilung hartgeweblicher Strukturen. Typische Varianten sind Zahnfilm-, Rechtwinkel- und Haltertechniken sowie Aufbissaufnahmen.
Kiefergelenk Anatomie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) ist ein echtes, inkongruentes Doppelgelenk, das die Mandibel beweglich mit dem Os temporale verbindet. Die Gelenkflächen werden durch die Fossa mandibularis, das Tuberculum articulare und das Caput mandibulae gebildet. Ein biconcaver Discus articularis aus dichtem faserigen Bindegewebe unterteilt die Gelenkhöhle vollständig in eine diskotemporale und eine diskomandibuläre Kammer. Der Überzug der Gelenkflächen besteht im Gegensatz zu den meisten anderen echten Gelenken aus Faserknorpel.
Knochenersatzmaterial
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Knochenersatzmaterialien (KEM) sind autologe, allogene, xenogene oder synthesebasierte Werkstoffe zur Rekonstruktion und Augmentation von Knochendefekten. Sie dienen als Leitschiene für die vaskuläre und osteogene Regeneration des ortsständigen Knochens. Die Auswahl richtet sich nach Biodegradation, mechanischer Stabilität und Indikation.
Kofferdam
Endodontie
Prüfungsfokus
Der Kofferdam ist ein elastisches Gummi- oder Kunststofftuch, das zur isolierenden Trockenlegung eines oder mehrerer Zähne in der Mundhöhle angewendet wird. Er trennt das Behandlungsfeld vollständig von Speichel, Blutung und der feuchten Mundhöhlenatmosphäre ab. Durch den Einschliff von Lochungen und die Fixierung mittels spezieller Kofferdamklammern wird eine aseptische Arbeitsumgebung geschaffen.
Lymphabfluss der Kopf-Hals-Region
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Lymphabfluss der Mundhöhle erfolgt über regionäre Lymphknotengruppen, insbesondere submentale, submandibuläre und zervikale Stationen. Von dort gelangt die Lymphe in den Truncus jugularis und schließlich in den Venenwinkel. Die Kenntnis der Abflusswege ist für Entzündungs- und Tumordiagnostik gleichermaßen wichtig.
Maxilla
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Maxilla bezeichnet den paarigen Oberkieferknochen, der den zentralen Teil des Viszerokraniums bildet. Sie enthält die Sinus maxillares (Kieferhöhlen) und begrenzt die Mundhöhle, die Nasenhöhle sowie die Augenhöhlen.
Mund-Antrum-Verbindung
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine Mund-Antrum-Verbindung bezeichnet eine iatrogene oder traumatische Eröffnung der Kieferhöhle zur Mundhöhle, häufig im Rahmen der Extraktion oberer Molaren. Unbehandelt führt diese offene Verbindung durch aufsteigende Mundhöhlenbakterien zur chronischen Sinusitis maxillaris.
Mundboden
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Mundboden wird muskulär vom Musculus mylohyoideus gebildet, der als Diaphragma oris zwischen den Unterkieferhälften ausgespannt ist. Darüber liegen die Glandula sublingualis, der Ausführungsgang der Glandula submandibularis und der Nervus lingualis. Die Ansatzlinie des Muskels an der Linea mylohyoidea trennt topografisch bedeutsame Räume.
Mundschleimhaut Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.
Nervus trigeminus Verlauf
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Nervus trigeminus ist der V. Hirnnerv und führt gemischt-sensible sowie motorische Fasern für die Versorgung des Gesichts, der Mundhöhle und der Kaumuskulatur. Nach dem Austritt der Radix sensoria und Radix motoria aus dem Pons zieht er zum Ganglion trigeminale (Gasseri) in der Impressio trigemini der Felsenbeinpyramide. Dort teilt er sich in seine drei Hauptäste: Nervus ophthalmicus (V1), Nervus maxillaris (V2) und Nervus mandibularis (V3). Die motorischen Fasern schließen sich dabei ausschließlich dem V3 an.
Operative Weisheitszahnentfernung
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Die operative Weisheitszahnentfernung ist die chirurgische Entfernung der Dritten Molaren im Ober- und Unterkiefer nach Bildung eines Mukoperiostlappens und ggf. knöcherner Freilegung (Osteotomie). Die Indikation ergibt sich aus prophylaktischen oder therapeutischen Gründen wie rezidivierender Perikoronitis, Zystenbildung oder Resorptionen. Der Eingriff erfordert die Schonung anatomischer Nachbarstrukturen wie des N. alveolaris inferior, N. lingualis und der Kieferhöhle.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Radiologische Normalanatomie
Radiologie
Prüfungsfokus
Die sichere Befundung setzt voraus, Normalstrukturen von pathologischen Veränderungen unterscheiden zu können. Im Oberkiefer projizieren sich Foramen incisivum, Sinus maxillaris, Nasenboden, Jochbein und Processus zygomaticus in den Zahnbereich. Im Unterkiefer sind Canalis mandibulae, Foramen mentale, Linea mylohyoidea und Fossa submandibularis regelmäßig darstellbar.
Resorbierbare Membran
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Eine resorbierbare Membran ist eine biologische oder synthetische Barriere (z. B. aus kollagenem oder polymerem Material), die durch körpereigene Enzyme oder Hydrolyse abgebaut wird. Sie dient der temporären Separierung von rasch nachwachsendem Weichgewebe und langsam regenerierendem Knochengewebe. Nach Erfüllung ihrer Barrierefunktion löst sie sich rückstandsfrei auf.
Schmerzphysiologie der Pulpa
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Schmerzphysiologie der Pulpa basiert auf der Innervation durch myelinisierte A-Delta-Fasern und unmyelinisierte C-Fasern. Reize auf das Dentin führen nach der hydrodynamischen Theorie von Brännström zu Flüssigkeitsverschiebungen in den Dentintubuli, welche die Nervenfasern im Plexus von Raschkow mechanisch erregen. Während A-Delta-Fasern für den hellen, lokalisierten Erstschmerz verantwortlich sind, vermitteln C-Fasern den dumpfen, ausstrahlenden Spätschmerz bei fortgeschrittener Entzündung. Die hohe Gewebedruckentwicklung in der starren Pulpahöhle verstärkt das Schmerzgeschehen bei einer Pulpitis exponentiell.
Sinubodenelevation
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Sinusbodenelevation ist ein chirurgisches Augmentationsverfahren zur Erhöhung des knöchernen Kieferhöhlenbodens im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich. Ziel ist die Schaffung eines ausreichenden Knochenvolumens für die sichere Verankerung von Zahnimplantaten. Man unterscheidet methodisch zwischen dem internen (direkten) und dem externen (indirekten) Sinuslift.
Sinuslift
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren zur Augmentation des vertikalen Knochenangebots im atrophischen posterioren Maxillabereich. Hierbei wird die Schneidersche Membran von der Kieferhöhlenbasis abgehoben und der entstehende Hohlraum mit Knochenaufbaumaterial gefüllt.
Speichel: Zusammensetzung und Funktion
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Speichel ist ein exokrines Sekret, das von den großen und kleinen Speicheldrüsen der Mundhöhle gebildet wird und zu etwa 99 % aus Wasser besteht. Zu den organischen Bestandteilen gehören Proteine wie Alpha-Amylase, Muzine, Immunglobulin A (IgA), Lysozym und Lactoferrin. Die anorganischen Bestandteile umfassen Bicarbonat, Phosphat, Calcium, Fluorid sowie Natrium- und Kaliumionen, die als Puffer und zur Remineralisation dienen. Die primäre Sekretion im Azinus ist isoton und wird im Ausführungsgangsystem durch Reabsorption von Na+ und Cl- hypoton modifiziert.
Stützhülsen
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Stützhülsen sind zylinderförmige Führungselemente aus Metall oder Kunststoff, die in computergestützte Bohrschablonen (Surgiguides) eingegliedert werden. Sie dienen der präzisen Führung von Bohlern und Insertern während der geführten Implantatpräparation (Guided Surgery). Dadurch wird eine exakte Ausrichtung bezüglich Winkel, Tiefe und Position der Implantate sichergestellt.
Vitamin C und Kollagensynthese
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Vitamin C ist Kofaktor der Prolyl- und Lysylhydroxylasen, die Prolin und Lysin im Kollagenmolekül hydroxylieren. Diese Hydroxylierung ist Voraussetzung für die Stabilität der Kollagentripelhelix. Bei Mangel entsteht instabiles Kollagen, was sich klinisch als Skorbut manifestiert.
Weichgewebsmanagement am Implantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das periimplantäre Weichgewebe bildet mit einem zirkulären Faserring und einem epithelialen Attachment eine biologische Barriere gegen die Mundhöhle. Anders als am Zahn strahlen die Kollagenfasern nicht in die Implantatoberfläche ein, sondern verlaufen parallel dazu. Diese schwächere Abdichtung macht das Weichgewebsmanagement für die Langzeitstabilität besonders wichtig.
Wurzelspitzenresektion
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Wurzelspitzenresektion ist die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze eines Zahnes zusammen mit dem umliegenden entzündlich veränderten Gewebe. Sie indiziert sich bei persistierenden periapikalen Prozessen nach erfolgloser endodontischer Behandlung oder unzugänglichem Wurzelkanalsystem. Ziel ist der langfristige Erhalt des Zahnes durch einen dichten apikalen Verschluss.
Zunge: Muskulatur und Innervation
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Zunge besteht aus einer Binnenmuskulatur, die ihre Form verändert, und einer Außenmuskulatur, die sie im Raum bewegt. Die motorische Versorgung erfolgt überwiegend über den Nervus hypoglossus. Sensibilität und Geschmack sind auf mehrere Hirnnerven verteilt, was die Zunge diagnostisch besonders informativ macht.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.
Zystenoperation (Zystektomie/Zystostomie)
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Zystenoperationen umfassen die chirurgischen Verfahren zur Behandlung kieferchirurgischer Zysten im Kopf-Hals-Bereich. Die Zystektomie (Operation nach Partsch II) bezeichnet die vollständige Enukleation des Zystenbalgs mit primärem Wundverschluss. Die Zystostomie (Operation nach Partsch I) ist die Eröffnung und Fensterung der Zyste zur Mundhöhle oder Kieferhöhle unter Entlastung des Binnendrucks, um ein passives Schrumpfen des Hohlraums zu ermöglichen.
Zystostomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystostomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entlastung einer Zyste durch Eröffnung und Umwandlung des Zystenhohlraums in eine Nebenhöhle der Mundhöhle. Durch die Eröffnung bricht der innere Fluiddruck zusammen, was zu einer Druckentlastung und einer nachfolgenden Verkleinerung des Knochendefekts führt. Der Zystenbalg verbleibt dabei weitgehend in situ.