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Kreuzbiss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der Kreuzbiss ist eine transversale Okklusionsstörung, bei der die bukkalen Höcker der seitlichen Oberkieferzähne lingual oder palatinal der bukkalen Höcker der Unterkieferzähne beissen. Er kann einseitig oder beidseitig sowie als koronaler Einzelzahnkreuzbiss oder skelettaler Kreuzbiss auftreten. Ursächlich sind meist ein zu schmaler Oberkiefer, eine zu breite Mandibel oder funktionelle Zwangsführungen.
Gaumennahterweiterung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gaumennahterweiterung verbreitert den Oberkiefer durch Öffnung der Sutura palatina mediana. Sie ist indiziert bei skelettal bedingter transversaler Enge, häufig mit beidseitigem Kreuzbiss. Da die Sutur mit zunehmendem Alter verknöchert, ist der Erfolg altersabhängig.
Ameloblastom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Ameloblastom ist ein gutartiger, jedoch lokal aggressiv und destruktiv wachsender odontogener Tumor, der vom Schmelzorgan ausgeht. Er tritt am häufigsten im mandibulären Molaren- und Astbereich auf und verläuft lange Zeit symptomlos. Histologisch lassen sich verschiedene Muster wie das follikuläre oder plexiforme Ameloblastom unterscheiden.
Angle-Klassifikation
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Angle-Klassifikation ist eine phänomenologische Einteilung von Malokklusionen in der Sagittalebene basierend auf der Relation der ersten permanenten Molaren. Sie unterscheidet die neutrale Okklusion (Klasse I), die distale Okklusion (Klasse II mit den Subdivisionen 1 und 2) sowie die mesiale Okklusion (Klasse III). Als morphologisches Referenzsystem dient die Beziehungsbeurteilung des mesiobukkalen Höckers des oberen ersten Molaren zur mesiobukkalen Fissur des unteren ersten Molaren.
Approximalkaries im Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Bissflügelaufnahme ist das Standardverfahren zur Erkennung approximaler Karies, weil diese Flächen klinisch nicht einsehbar sind. Beurteilt wird die Ausdehnung der Aufhellung von der Schmelzoberfläche in Richtung Pulpa. Gebräuchlich ist eine vierstufige Einteilung von der auf den äußeren Schmelz begrenzten Läsion bis zur Ausdehnung ins pulpanahe Dentin.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
Dentallegierungen
Propädeutik
Prüfungsfokus
Dentallegierungen werden nach ihrem Edelmetallgehalt in hochgoldhaltige, goldreduzierte und Nichtedelmetalllegierungen eingeteilt. Sie kommen für Kronen, Brücken, Gerüste und Modellgussprothesen zum Einsatz. Wesentliche Eigenschaften sind Korrosionsbeständigkeit, Elastizitätsmodul und die Eignung zur Keramikverblendung.
Engstand
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Engstand bezeichnet ein Missverhältnis zwischen der Summe der Zahnbreiten und der verfügbaren Kieferbogenlänge. Man unterscheidet primären Engstand durch zu große Zähne oder zu kleinen Kiefer, sekundären Engstand nach vorzeitigem Zahnverlust und tertiären Engstand im späten Jugend- und Erwachsenenalter. Die Einteilung bestimmt die Therapiestrategie.
Freiendprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Eine Freiendprothese ist ein partieller Zahnersatz zur Versorgung von verkürzten Zahnreihen ohne distalen Pfeilerzahn. Die Abstützung erfolgt teils periodontal über die Restzähne und teils gingival über die Schleimhaut des Kieferkamms.
Habits
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Habits sind wiederkehrende orale Angewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Zungenpressen oder habituelle Mundatmung. Sie wirken über längere Zeiträume als schwache Dauerkräfte auf Zähne und Kiefer und können Anomalien verursachen. Ausmaß und Dauer bestimmen die Auswirkung stärker als die Kraftintensität.
Herausnehmbare Apparaturen
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Herausnehmbare Apparaturen sind vom Patienten eigenständig einsetzbare und herausnehmbare kieferorthopädische Behandlungsgeräte zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Basis aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat), Halte- und Führungselementen aus Edelstahl sowie aktiven Elementen wie Federn oder Schrauben. Ihre Wirkung beruht überwiegend auf der Ausübung von Druckkräften, die zu kippenden Zahnbewegungen führen.
Orthodontische Zahnbewegung und Biologie
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die orthodontische Zahnbewegung beruht auf einem enzymatisch vermittelten Gewebeumbau des Desmodonts und des angrenzenden Alveolarknochens als Reaktion auf mechanische Krafteinwirkung. Auf der Druckseite führt die Verminderung des Blutflusses zur Differenzierung von Osteoklasten und zum Knochenabbau. Auf der Zugseite stimulieren Dehnungsreize die Osteoblasten zur Bildung von neuem Osteoid und nachfolgender Mineralisation.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Physiotherapie und Eigenübungen bei CMD
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Physiotherapie und angeleitete Eigenübungen sind fester Bestandteil der Behandlung myogener Funktionsstörungen. Dazu gehören manuelle Techniken an Muskulatur und Gelenk, Dehnung, Koordinations- und Bewegungsübungen sowie Haltungsschulung. Ergänzend steht das Selbstmanagement: Aufklärung, Wärmeanwendung, weiche Kost und das bewusste Vermeiden von Parafunktionen.
Radikuläre Zyste
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die radikuläre Zyste ist die häufigste odontogene Zyste des Kiefers und entsteht als Folge einer chronischen apikalen Parodontitis an der Wurzelspitze eines avitalen Zahnes. Sie zeichnet sich durch einen epithelial ausgetapezierten Hohlraum aus, der durch osmotischen Druck langsam expandiert.
Retrograde Wurzelfüllung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die retrograde Wurzelfüllung bezeichnet den chirurgischen Verschluss des apikalen Wurzelkanalsystems von der Wurzelspitze her im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion. Sie wird indiziert, wenn ein orthograder Zugang unmöglich, blockiert oder trotz Revisionsversuch gescheitert ist. Als Goldstandard für das Füllmaterial gelten biologisch aktive Zemente wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Endodontic Repair Materials.
Zirkonoxid
Prothetik
Prüfungsfokus
Zirkonoxid (Y-TZP) ist eine hochfeste Oxidkeramik, die durch den Zusatz von Yttriumoxid in einer tetragonalen Kristallphase stabilisiert wird. Das Material weist eine extrem hohe Biegefestigkeit und Bruchzähigkeit auf, besitzt jedoch eine geringere Transparenz als Silikatkeramiken. Es wird vor allem mittels CAD/CAM-Technologie verarbeitet.
Zystektomie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Zystektomie bezeichnet die vollständige chirurgische Entfernung (Enukleation) eines Zystenbalgs im Kiefer- oder Weichgewebe in einem Stück. Der entstehende Hohlraum wird primär verschlossen und heilt durch die Organisation des Blutkoagulums knöchern aus. Sie ermöglicht eine abschließende pathohistologische Untersuchung des gesamten Befundes.