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Immunabwehr der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Die Mundhöhle verfügt über mechanische, humorale und zelluläre Abwehrmechanismen. Zur unspezifischen Abwehr zählen Epithelbarriere, Speichelfluss sowie antimikrobielle Proteine wie Lysozym und Laktoferrin. Die spezifische Abwehr wird vor allem durch sekretorisches Immunglobulin A und im Sulkus durch Immunzellen der Sulkusflüssigkeit getragen.
Apikale Parodontitis
Endodontie
Prüfungsfokus
Die apikale Parodontitis ist eine Entzündungsreaktion des periapikalen Gewebes, meist ausgelöst durch Infektionen des Wurzelkanalsystems. Sie kann akut mit starker Druckschmerzhaftigkeit oder chronisch als schmerzfreie Aufhellung im Röntgenbild verlaufen. Pathohistologisch finden sich meist apikale Granulome oder Radikulärzysten.
Dentin
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Dentin ist das mineralisierte, avaskuläre Hartgewebe des Zahnes, das die Pulpenhöhle umschließt und von Zahnschmelz sowie Wurzelzement bedeckt wird. Es wird zeitlebens von den Odontoblasten gebildet, deren Fortsätze in den Dentinkanälchen verlaufen. Im Vergleich zum Schmelz ist es elastischer und hat einen höheren organischen Anteil.
Diabetes mellitus und Mundgesundheit
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Diabetes mellitus und Parodontitis stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Ein schlecht eingestellter Diabetes verschlechtert die parodontale Situation über gestörte Immunabwehr, veränderte Kollagenbildung und die Wirkung fortgeschrittener Glykierungsendprodukte. Umgekehrt erschwert eine unbehandelte Parodontitis durch ihre systemische Entzündungslast die Blutzuckereinstellung.
Hormonelle Einflüsse auf das Parodont
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Sexualhormone beeinflussen die Gefäßpermeabilität und die Zusammensetzung der subgingivalen Flora. Erhöhte Östrogen- und Progesteronspiegel verstärken die Entzündungsreaktion des Zahnfleischs auf vorhandene Plaque. Der Biofilm bleibt jedoch die notwendige Voraussetzung, die Hormone wirken lediglich modulierend.
Mikrobiom der Mundhöhle
Physiologie & Biochemie
Prüfungsfokus
Das Mikrobiom der Mundhöhle umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Archaeen, Pilze, Viren), die die verschiedenen oralen Habitate besiedeln. Über 700 Bakterienarten leben im komplexen Gleichgewicht eines Biofilms, wobei Streptococcus-Arten oft den Pionieraufwuchs auf dem Zahnschmelz bilden. Eine ökologische Verschiebung dieser Mikrobiota (Dysbiose) durch Milieuänderungen führt zur Selektion pathogener Keime. So begünstigt ein azides Milieu azidogene Säurebildner wie Streptococcus mutans (Karies), während ein anaerobes, proteinreiches Milieu Porphyromonas gingivalis (Parodontitis) fördert.
Nekrotisierende Gingivitis (ANUG)
Parodontologie
Prüfungsfokus
Die nekrotisierende Gingivitis ist eine akute, schmerzhafte Entzündung mit Nekrosen der Interdentalpapillen. Charakteristisch sind kraterförmig eingeschmolzene Papillen mit grau-weißen Pseudomembranen, starke Blutungsneigung und ein typischer fötider Foetor. Sie tritt fast ausschließlich bei geschwächter Abwehr auf – bei Stress, Rauchen, Mangelernährung oder Immunsuppression.
Porphyromonas gingivalis
Parodontologie
Prüfungsfokus
Porphyromonas gingivalis ist ein gramnegatives, anaerobes Bakterium, das als Leitorganismus des roten Komplexes nach Socransky gilt. Es produziert Virulenzfaktoren wie Gingipaine und Lipopolysaccharide, welche die Wirtsabwehr modulieren und Gewebe abbauen. P. gingivalis übernimmt eine Schlüsselrolle als Keystone-Pathogen bei der Entstehung dysbiotischer Parodontitiden.