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Zahnung und Durchbruchsstörungen
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Der Durchbruch der Milchzähne beginnt in der Regel um den sechsten bis achten Lebensmonat mit den unteren mittleren Schneidezähnen und ist mit etwa 30 Monaten abgeschlossen. Begleitend treten häufig lokale Beschwerden auf: gerötete, geschwollene Schleimhaut, vermehrter Speichelfluss und Unruhe. Abzugrenzen sind echte Durchbruchsstörungen wie Durchbruchszysten oder ausbleibender Durchbruch.
Zahnwechsel und Gebissentwicklung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gebissentwicklung beschreibt den physiologischen Prozess von der Entstehung der Milchdentition über das Wechselgebiss bis hin zum vollständigen bleibenden Gebiss. Der Zahnwechsel gliedert sich in die erste Wechselgebissperiode mit Durchbruch der ersten Molaren und Inzisiven sowie die zweite Wechselgebissperiode mit Wechsel der Stützzone. Das zeitlich und räumlich koordinierte Eruptionsmuster ist entscheidend für das Erreichen einer eugnathen Okklusion.
Gummy Smile
Ästhetik
Prüfungsfokus
Als Gummy Smile bezeichnet man eine übermäßige Sichtbarkeit der Gingiva beim Lachen. Ursächlich können ein hypermobiles Oberlippenbändchen, eine kurze Oberlippe, ein altersunabhängig verzögerter passiver Durchbruch oder ein vertikaler Überschuss des Oberkiefers sein. Die Therapie richtet sich zwingend nach der zugrunde liegenden Ursache.
Ultraschallaktivierung
Endodontie
Prüfungsfokus
Die Ultraschallaktivierung ist ein Spülverfahren in der Endodontie, bei dem Spülflüssigkeiten im Wurzelkanal durch hochfrequente Schwingungen in akustische Kavitation versetzt werden. Dies steigert die Gewebelösungskapazität und die antibakterielle Wirksamkeit der Spüllösung erheblich. Zudem wird der Smear Layer in anatomisch komplexen Arealen effektiver entfernt als bei rein manueller Nadelspülung.
Alveolarfortsatz
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Alveolarfortsatz ist der zahntragende Anteil von Maxilla und Mandibula und besteht aus Kompakta, Spongiosa und der Lamina dura als Alveolenwand. Er entsteht mit dem Zahndurchbruch und bildet sich nach Zahnverlust wieder zurück. Über die Sharpey-Fasern des Parodontalligaments ist er funktionell mit dem Zahn verbunden.
Fissurenversiegelung
Zahnerhaltung
Prüfungsfokus
Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.
Lateralisation
Endodontie
Prüfungsfokus
Als Lateralisation bezeichnet man in der Endodontie das ungewollte Abweichen von der ursprünglichen Anatomie des Wurzelkanals während der instrumentellen Aufbereitung. Hierbei wird der Wurzelkanal durch ungleichmäßige Instrumentenführung unphysiologisch zur Seite hin erweitert oder verlagert. Dies führt häufig zu einer unvollständigen Reinigung und Desinfektion des verbleibenden apikalen Kanalabschnitts.
Lückenhalter
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Ein Lückenhalter sichert nach vorzeitigem Milchzahnverlust den Platz für den bleibenden Nachfolger. Ohne Platzsicherung wandern Nachbarzähne in die Lücke, wodurch der Nachfolger später keinen ausreichenden Durchbruchsraum findet. Es existieren festsitzende Varianten wie Band-Loop und Lingualbogen sowie herausnehmbare Platten.
Milchgebiss
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, je Quadrant zwei Inzisivi, einen Caninus und zwei Molaren. Es unterscheidet sich vom bleibenden Gebiss durch bläulich-weiße Zahnfarbe, dünnere Hartsubstanzschichten, ausgeprägte Zervikalwülste und stark divergierende Wurzeln. Physiologische Lücken und Abrasionen sind Ausdruck normaler Entwicklung und kein Behandlungsbedarf.
Milchzahnextraktion
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Entfernung eines Milchzahns folgt anderen Regeln als beim bleibenden Zahn, weil unmittelbar unter der Wurzel der Keim des Nachfolgers liegt. Die divergierenden, den Keim umfassenden Wurzeln der Milchmolaren können beim Luxieren brechen oder den Keim mitluxieren. Indikationen sind nicht erhaltungswürdige Zerstörung, Abszedierung, Trauma sowie kieferorthopädische Gründe.
Milchzahntrauma
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Traumata im Milchgebiss betreffen überwiegend die Oberkieferfront von Kleinkindern in der Lauflernphase. Wegen des elastischen Knochens dominieren Dislokationsverletzungen wie Intrusion, Extrusion und Luxation gegenüber Kronenfrakturen. Die zentrale Frage ist stets die Lagebeziehung zum Keim des bleibenden Nachfolgers.
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die MIH ist eine systemisch bedingte Strukturstörung des Schmelzes, die mindestens einen der vier ersten bleibenden Molaren betrifft und häufig zusätzlich die bleibenden Inzisivi einbezieht. Der Schmelz ist normal dick gebildet, aber mangelhaft mineralisiert, wodurch er porös und mechanisch instabil ist. Die Ätiologie gilt als multifaktoriell und ist nicht abschließend geklärt.
Odontom
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Odontom ist eine gutartige odontogene Fehlbildung (Hamartom), die aus differenzierten dentalen Hart- und Weichgeweben besteht. Es wird klinisch in ein komplexe Gewebemassen bildendes und ein aus mehreren Zahnähnlichen Gebilden bestehendes Verbund-Odontom unterteilt.
Schmelz Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Zahnschmelz ist das haerteste Gewebe des menschlichen Koerpers und ueberzieht als avaskulaere, zellfreie Schicht die Zahnkrone. Er besteht zu ca. 95 Gew.-% aus anorganischem Hydroxylapatit sowie zu 5 Gew.-% aus Wasser und organischer Matrix. Die grundlegende strukturelle Einheit bilden die Schmelzprismen, welche von Sekretionsfortsaetzen der Ameloblasten gebildet werden.
Suprakonstruktion
Prothetik
Prüfungsfokus
Als Suprakonstruktion bezeichnet man den auf einem Zahnimplantat oder einem Implantat-Abutment verankerten Zahnersatz. Sie bildet den funktionellen und ästhetischen Teil der implantatgetragenen Versorgung. Je nach Indikation kann sie feststehend oder herausnehmbar gestaltet sein.
Verlagerte und retinierte Zähne
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Als retiniert gilt ein Zahn, der nach Abschluss des normalen Wurzelwachstums seine physiologische Eruptionsposition in der Zahnreihe nicht erreicht hat. Von einer Verlagerung spricht man, wenn die Keimabweichung oder die Durchbruchsrichtung von der normalen Achse abweicht. Häufigste Ursachen sind Platzmangel, vorzeitiger Milchzahnverlust, persistierende Milchzähne oder mechanische Hindernisse wie Odontome.