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Gaumen
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Der Gaumen trennt Mund- und Nasenhöhle und gliedert sich in den knöchernen harten Gaumen und den muskulären weichen Gaumen. Der harte Gaumen wird von Processus palatinus der Maxilla und Lamina horizontalis des Os palatinum gebildet. Der weiche Gaumen verschließt beim Schlucken den Nasenrachenraum.
Gaumennahterweiterung
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Die Gaumennahterweiterung verbreitert den Oberkiefer durch Öffnung der Sutura palatina mediana. Sie ist indiziert bei skelettal bedingter transversaler Enge, häufig mit beidseitigem Kreuzbiss. Da die Sutur mit zunehmendem Alter verknöchert, ist der Erfolg altersabhängig.
Parodontales Ligament Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Das parodontale Ligament ist das straffe, zell- und gefaessreiche Bindegewebe im Spaltraum zwischen Wurzelzement und Alveolarknochen. Es besteht hauptsaechlich aus kollagenen Faserbuendeln, Fibroblasten, Gefaessen, Nerven sowie Malassez-Epithelresten. Seine Hauptfunktion ist die dynamische Verankerung des Zahnes sowie die sensorische Rueckmeldung ueber Mechanorezeptoren.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Chirurgie – Spezialfälle
Prüfungsfokus
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entstehen durch ausbleibende Verschmelzung der embryonalen Gesichts- und Gaumenfortsätze. Sie zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und variieren von der isolierten Lippenspalte bis zur durchgehenden beidseitigen Spalte. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär über Jahre hinweg.
Röntgensensor und digitale Bildaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
In der digitalen intraoralen Radiographie werden zwei Systeme unterschieden. Festkörpersensoren auf CCD- oder CMOS-Basis liefern das Bild unmittelbar, sind aber starr, dick und kabelgebunden. Speicherfolien sind biegsam und in der Handhabung dem Zahnfilm ähnlich, benötigen jedoch einen Auslesevorgang in einem Scanner und sind gegenüber Licht empfindlich.
Bindegewebstransplantat
Implantologie
Prüfungsfokus
Das subepitheliale Bindegewebstransplantat ist ein aus dem Gaumen entnommenes Stück Bindegewebe, das zur Verdickung oder Deckung von Weichgewebe eingesetzt wird. Es gilt als Goldstandard der plastisch-parodontalen und periimplantären Weichgewebschirurgie. Weil es unter einem Lappen eingebettet wird, erhält es Blutversorgung von zwei Seiten und heilt farblich unauffällig ein.
Eingeschränkte Mundöffnung und Trismus
Funktionslehre & CMD
Prüfungsfokus
Eine eingeschränkte Mundöffnung liegt vor, wenn die maximale Schneidekantendistanz deutlich unter dem Normbereich von etwa 40 bis 55 mm bleibt. Unterschieden wird zwischen muskulär bedingter Kieferklemme, der Blockade durch einen anterior verlagerten Diskus ohne Reposition und knöchernen Ursachen wie einer Ankylose. Der Endanschlag beim vorsichtigen Nachfedern liefert den entscheidenden Hinweis.
Freies Schleimhauttransplantat
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Das Freie Schleimhauttransplantat ist ein autologes Weichgewebstransplantat, das meist aus dem harten Gaumen entnommen wird zur Verbreiterung der befestigten, keratinisierten Gingiva. Es wird an der Empfängerstelle ohne initiale eigene Gefäßversorgung auf ein Periostlager verpflanzt.
Kaufunktion und Ernährung im Alter
Alterszahnmedizin
Prüfungsfokus
Die Kaufunktion hängt wesentlich von der Anzahl und Verteilung okkludierender Zahnpaare ab. Ein reduziertes Restgebiss verringert die Zerkleinerungsleistung und verändert die Nahrungsauswahl hin zu weicheren, oft weniger nährstoffreichen Speisen. Dies kann zu Mangelernährung und Gewichtsverlust beitragen.
Kreuzbiss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der Kreuzbiss ist eine transversale Okklusionsstörung, bei der die bukkalen Höcker der seitlichen Oberkieferzähne lingual oder palatinal der bukkalen Höcker der Unterkieferzähne beissen. Er kann einseitig oder beidseitig sowie als koronaler Einzelzahnkreuzbiss oder skelettaler Kreuzbiss auftreten. Ursächlich sind meist ein zu schmaler Oberkiefer, eine zu breite Mandibel oder funktionelle Zwangsführungen.
Mundschleimhaut Histologie
Anatomie & Histologie
Prüfungsfokus
Die Mundschleimhaut gliedert sich histologisch in ein mehrschichtiges Plattenepithel, eine unterlagernde bindegewebige Lamina propria und stellenweise eine verschiebliche Submukosa. Je nach lokaler mechanischer Belastung unterscheidet man kaufunktionelle (verhornte/paraverhornte), auskleidende (unverhornte) und spezialisierte Mundschleimhaut (Zungenrücken). Die Verhornung kann als Orthoverhornung (ohne Zellkerne im Stratum corneum) oder Paraverhornung (mit erhaltenen pyknotischen Kerne) vorliegen.
Orthopantomogramm
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Orthopantomogramm ist eine extraorale Tomographieaufnahme, die einen zusammenhängenden Überblick über das gesamte Gebiss, die Kieferknochen und die Kieferhöhlen ermöglicht. Die Bildgebung basiert auf der synchronen Rotation von Röntgenröhre und Detektor um den Kopf des Patienten.
Panoramaschichtaufnahme
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Panoramaschichtaufnahme ist ein extraorales Tomographieverfahren zur einklappungsfreien Gesamtdarstellung des Kausystems. Sie bildet die Ober- und Unterkieferbögen einschließlich der Kiefergelenke und der Kieferhöhlen in einer vorgegebenen Schichtebene ab. Das Verfahren beruht auf der gekoppelten Gegenrotation von Röntgenröhre und Bildempfänger um den Kopf des Patienten.
Plastische Chirurgie
Oralchirurgie
Prüfungsfokus
Die Plastische Chirurgie im oralchirurgischen Kontext umfasst formverändernde und rekonstruktive Eingriffe an den Hart- und Weichgeweben der Mundhöhle. Sie dient der Wiederherstellung von Funktion, Kontur und Ästhetik nach Gewebeverlusten durch Trauma, Tumoren, Parodontopathien oder Involution. Ein zentrales Element stellen mucogingivale und osteoplastische Rekonstruktionen dar.
Rechtwinkeltechnik
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Rechtwinkeltechnik ist eine intraorale Aufnahmetechnik, bei der der Röntgenfilm parallel zur Zahnlängsachse ausgerichtet und der Zentralstrahl rechtwinklig auf den Film gerichtet wird. Hierfür werden spezielle Filmhalter mit Zielvorrichtung verwendet.
Röhrenspannung und Bildqualität
Radiologie
Prüfungsfokus
Die Röhrenspannung in Kilovolt bestimmt die Energie und damit das Durchdringungsvermögen der Röntgenstrahlung. Höhere Spannung erzeugt härtere Strahlung, die mehr Gewebe durchdringt und ein kontrastärmeres, aber detailreicheres Bild mit größerem Graustufenumfang liefert. Das Produkt aus Röhrenstrom und Belichtungszeit in Milliamperesekunden bestimmt dagegen die Menge der erzeugten Strahlung und damit die Schwärzung.
Röntgenbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Ein Röntgenbild ist die zweidimensionale Projektion eines dreidimensionalen Objekts, die durch die unterschiedliche Schwächung von Röntgenstrahlung im Gewebe entsteht. Dichte Strukturen wie Schmelz oder Dentin absorbieren mehr Strahlung und erscheinen hell (radiopak), während weichere oder resorbierten Gewebe dunkel (radioluzent) dargestellt werden. Es bildet die Grundlage der bildgebenden Diagnostik in der Zahnmedizin.
Schmelzhypoplasie
Kinderzahnheilkunde
Prüfungsfokus
Die Schmelzhypoplasie ist eine quantitative Störung der Schmelzbildung: Es wird zu wenig Matrix gebildet, sodass der Schmelz von vornherein zu dünn ist oder Gruben, Rillen und Defekte aufweist. Sie entsteht durch eine Störung während der Sekretionsphase der Ameloblasten. Davon zu unterscheiden ist die qualitative Störung, bei der normal dicker Schmelz mangelhaft mineralisiert ist.
Tiefer Biss
Kieferorthopädie
Prüfungsfokus
Der tiefe Biss bezeichnet eine vertikale Bissanomalie, bei der die Schneidezähne des Oberkiefers die Unterkieferschneidezähne in der Vertikalen um mehr als das physiologische Maß von zwei bis drei Millimetern überlappen. Man unterscheidet primär zwischen einem skelettal bedingten tiefen Biss bei hypodivergentem Wachstumsmuster und einem dentalen tiefen Biss durch Supraposition der Inzisiven oder Infraposition der Seitenzähne. Häufig geht das Krankheitsbild mit einem Einbiss der unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut sowie einer funktionellen Hemmung des Unterkieferwachstums einher.
Totalprothese
Prothetik
Prüfungsfokus
Die Totalprothese ist ein abnehmbarer Zahnersatz zur Wiederherstellung der Kausystemfunktion bei komplett zahnlosem Kiefer. Die Verankerung beruht hauptsächlich auf dem Ventileffekt, Kapillarkräften und der Adhäsion der Speichelschicht.
Überlagerungen im Panoramaschichtbild
Radiologie
Prüfungsfokus
Das Panoramaschichtbild entsteht durch eine synchrone Bewegung von Röhre und Bildempfänger um den Kopf. Strukturen außerhalb der Schichtebene werden unscharf, verzerrt oder gar nicht abgebildet. Zusätzlich entstehen Geisterbilder: Objekte zwischen Röhre und Drehzentrum werden ein zweites Mal auf der Gegenseite abgebildet, vergrößert, unscharf und nach oben versetzt.
Zahnfleischrückgang
Parodontologie
Prüfungsfokus
Zahnfleischrückgang bezeichnet die freiliegende Wurzeloberfläche durch einen koronalen Verlust des marginalen Parodonts ohne entzündliche Knochentaschenbildung. Er wird primär durch falsche Putztechniken (Trauma), occlusales Trauma, orthodontische Zahnbewegungen oder nach Ausheilung einer Parodontitis verursacht. Die resultierende Exposition des Dentins führt häufig zu hypersensiblen Zahnhälsen und ästhetischen Beeinträchtigungen.