ZahnLexikon
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Physiologie & Biochemie
geprüft
Hämostase und Blutgerinnung

Blutgerinnung Grundlagen

Synonyme: Hämostase · Gerinnungskaskade · Sekundäre Hämostase

Definition

Die Hämostase gliedert sich in die primäre (thrombozytäre) und die sekundäre (plasmatische) Blutgerinnung sowie das auflösende Fibrinolysesystem. Die primäre Hämostase führt durch Adhäsion, Aktivierung und Aggregation der Thrombozyten zur Bildung eines provisorischen Thrombozytenpfropfs (Weißer Thrombus). Die sekundäre Hämostase verknüpft das intrinsische und extrinsische System über eine Proteasekaskade zur Aktivierung von Thrombin (Faktor IIa), das Fibrinogen zu Fibrin polymerisiert (Roter Thrombus). Vitamin K ist essenziell für die gamma-Glutamylcarboxylierung der Faktoren II, VII, IX und X.

Prüfungsfokus
  • Extrinsisches System wird durch Tissue Factor (Faktor III) und Faktor VIIa gestartet.
  • Intrinsisches System beginnt mit Faktor XII, XI, IX und VIII.
  • Faktor Xa führt in der gemeinsamen Endstrecke zur Umwandlung von Prothrombin in Thrombin.
  • Thrombozytenaggregationshemmung (z. B. ASS) hemmt irreversibel die Cyclooxygenase-1.
Zahlen & Werte
Normwert Thrombozytenzahl
150.000 - 400.000 /µl
Normaler INR-Wert
0,9 - 1,15
Blutungszeit (nach Duke)
2 - 5 Minuten
Klinische Relevanz

In der Zahnmedizin sind chirurgische Eingriffe bei Patienten unter Antikoagulation (z. B. Marcumar, DOAK) oder Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. ASS) mit Nachblutungsrisiken verbunden. Lokale Hämostyptika (wie Gelatineschwämme oder Tranexamsäure) wirken primär lokal auf der Gerinnungskaskade.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Verwechslung der Quick-Wert/INR-Bestimmung (extrinsisches System, Faktor VII) mit der aPTT (intrinsisches System).
  • Verwechslung von Thrombozytenaggregationshemmern mit sekundären Antikoagulanzien.
Merksatz

1972: Faktoren X, IX, VII und II brauchen Vitamin K zum Gelingen.

Bilder & Videos

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