Kephalometrie (FRS-Analyse)
Synonyme: Fernröntgenseitenbild-Analyse · FRS-Analyse · Dento-skelettale Analyse
Die Kephalometrie ist ein standardisiertes röntgenologisches Messverfahren zur Beurteilung der kraniofazialen Strukturen im Fernröntgenseitenbild (FRS). Sie erlaubt die differenzierte Analyse von skelettalen, dentalen und weichgewebigen Strukturen in der Sagittal- und Vertikalebene. Durch die Verknüpfung von definierten Messpunkten, Bezugslinien und Winkeln werden Abweichungen von der Norm quantifiziert.
- SNA-Winkel beschreibt die sagittale Lage der Maxilla zur Schädelbasis (Norm: ca. 82°).
- SNB-Winkel beschreibt die sagittale Lage der Mandibel zur Schädelbasis (Norm: ca. 80°).
- ANB-Winkel (SNA minus SNB) definiert die skelettale Klasse (Norm: ca. 2°).
- Gnathion, Menton und Pogonion sind wichtige anthropometrische Messpunkte am Kinn.
- SNA-Winkel Norm
- 82° (+/- 2°)
- SNB-Winkel Norm
- 80° (+/- 2°)
- ANB-Winkel Norm
- 2° (Skelettale Klasse I)
Sie ist essenziell für die Unterscheidung zwischen dentalen und skelettalen Dysgnathien sowie für die Wachstums- und Verlaufskontrolle. Zudem dient sie als Grundlage für die Planung kieferorthopädisch-kieferchirurgischer Kombinationsbehandlungen.
- Wits-Appraisal
Misst die okklusale Projektion der Punkte A und B unabhängig von der Schädelbasisinklination.
- Panoramaschichtaufnahme (OPG)
Dient der Übersicht über Zahnkeime und Pathologien, bietet aber keine metrische Fernröntgen-Geometrie.
- Fehlinterpretation des ANB-Winkels bei abweichender Inklination der Schädelbasis (Nasion-Sella).
- Verwechslung von röntgenologischen Durchzeichnungspunkten (z.B. Articulare vs. Basion).
SNA zeigt Maxilla, SNB die Mandibel, ANB macht die Differenz klarsichtbar.
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Zahnwechsel, Modell- und Röntgenanalysen, Klassifikation.