ZahnLexikon
← Zurück zum Lexikon
Kieferorthopädie
KI-generiert
Ätiologie und Dysgnathien

Progenie und Klasse-III-Anomalie

Synonyme: Mandibuläre Prognathie · Angle-Klasse III · Mesialbiss

Definition

Bei der Klasse-III-Anomalie steht der Unterkiefer relativ zum Oberkiefer zu weit vorn. Ursache kann ein zu großer Unterkiefer, ein zu kleiner oder retrognather Oberkiefer oder eine Kombination sein. Davon abzugrenzen ist der Pseudoprogenie genannte Zwangsbiss, bei dem eine Frontzahnstufe den Unterkiefer nach vorn führt.

Prüfungsfokus
  • Die Klasse III kann mandibulär, maxillär oder kombiniert bedingt sein.
  • Die Pseudoprogenie beruht auf einer funktionellen Zwangsführung ohne skelettale Ursache.
  • Das Unterkieferwachstum hält länger an als das Oberkieferwachstum, was die Prognose beeinflusst.
  • Die kephalometrische Analyse trennt skelettale von dentoalveolärer Ausprägung.
Zahlen & Werte
Angle-Zuordnung
Klasse III (Mesialbiss)
Diagnostisch entscheidend
Trennung skelettal vs. funktionell
Klinische Relevanz

Die Unterscheidung von echter skelettaler Klasse III und funktioneller Vorverlagerung ist therapieentscheidend. Bei ausgeprägter skelettaler Ausprägung ist nach Wachstumsabschluss häufig eine kombiniert kieferorthopädisch-chirurgische Therapie erforderlich.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Verwechslung von echter Progenie und funktionellem Zwangsbiss.
  • Abschließende chirurgische Planung vor Wachstumsabschluss.
  • Rein dentale Kompensation bei ausgeprägt skelettaler Diskrepanz.
Merksatz

Erst prüfen, ob der Unterkiefer wirklich zu groß ist oder nur nach vorn gezwungen wird – das ändert die ganze Therapie.

Bilder & Videos

Medien werden gesucht …

Zusammenhänge
Teil von: Ätiologie und Dysgnathien

Ursachen von Anomalien und die einzelnen Bissformen.