Kiefergelenk Anatomie
Synonyme: Articulatio temporomandibularis · ATM
Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) ist ein echtes, inkongruentes Doppelgelenk, das die Mandibel beweglich mit dem Os temporale verbindet. Die Gelenkflächen werden durch die Fossa mandibularis, das Tuberculum articulare und das Caput mandibulae gebildet. Ein biconcaver Discus articularis aus dichtem faserigen Bindegewebe unterteilt die Gelenkhöhle vollständig in eine diskotemporale und eine diskomandibuläre Kammer. Der Überzug der Gelenkflächen besteht im Gegensatz zu den meisten anderen echten Gelenken aus Faserknorpel.
- Die Gelenkflächen sind mit Faserknorpel statt Hyalinknorpel überzogen.
- Der M. pterygoideus lateralis setzt mit seinem Caput superius direkt an Discus und Gelenkkapsel an.
- Die obere diskotemporale Kammer ist ein Schiebegelenk (Translation), die untere diskomandibuläre ein Scharniergelenk (Rotation).
- Die sensiblen Fasern der Kapselinnervation stammen hauptsächlich aus dem N. auriculotemporalis (V3).
- Maximale Mundöffnung (Inzisalkantenabstand)
- 40-50 mm
- Reine Rotationsbewegung bis
- 15-20 mm Öffnung
Diskusdislozierungen führen zu Knacken oder Klemmen bei der Mundöffnung und stellen zentrale Symptome der Kraniomandibulären Dysfunktion (CMD) dar. Bei einer Kieferluxation gleitet das Caput mandibulae nach ventral über das Tuberculum articulare hinaus und muss manuell mittels Hippokrates-Handgriff reponiert werden.
- Symptomatische CMD
Schmerzhafte Funktionseinschränkung der Muskulatur oder des Diskus ohne primär destruktive Knochenveränderungen.
- Kiefergelenksarthrose
Radiologisch nachweisbare degenerative Umbauprozesse des Knochens mit Reibegeräuschen (Krepitation).
- Irrtümliche Annahme, dass die Gelenkflächen von Hyalinknorpel überzogen sind.
- Verwechslung der Bewegungsarten: Translation findet im oberen, Rotation im unteren Gelenkspalt statt.
Protrasion gleitet oben, Rotation dreht unten.
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Gesichtsschädel, Kieferhöhle und Kiefergelenk.