Okklusionslehre Grundlagen
Synonyme: Grundbegriffe der Okklusion · Gnathologie Grundlagen · Artikulation und Okklusion
Die Okklusionslehre befasst sich mit den statischen und dynamischen Kontaktbeziehungen zwischen den Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer. Unter statischer Okklusion versteht man jeden zahnärztlichen Kontakt ohne Unterkieferbewegung, insbesondere die maximale Interkuspidation (Habituelle Okklusion). Die dynamische Okklusion beschreibt die Zahnkontakte während Unterkieferbewegungen wie Protrusion, Laterotrusion und Mediotrusion.
- Habituelle Okklusion ist die geschlossene Zahnstellung mit maximalem Vielpunktkontakt.
- Zentrische Kondylenposition (Zentrik) ist die kranioventrale, nicht-seitenverschobene Position der Kondylen bei physiologischer Diskusstellung.
- Laterotrusion bezeichnet die Bewegung der Arbeitsseite nach außen/lateral.
- Mediotrusion bezeichnet die Bewegung der Nicht-Arbeitsseite (Balanceseite) nach medial-caudal-ventral.
- Freiheitsgrad der Zentrik
- ca. 0,2 - 0,5 mm (Freedom in Centric)
- Overjet (horizontaler Überbiss)
- 2 - 3 mm (Physiologisch)
- Overbite (vertikaler Überbiss)
- 2 - 3 mm (Physiologisch)
Okklusionsstörungen wie Frühkontakte oder Hyperprämonien können zu Abrasionen, Zahnlockerungen, Myopathien und Craniomandibulären Dysfunktionen (CMD) führen. Jede prothetische und konservierende Versorgung erfordert eine präzise Kontrolle der Okklusalflächen.
- Artikulation
Bezeichnet die Zahnkontakte unter der Bewegung des Unterkiefers im Gegensatz zur statischen Okklusion.
- Ruheschwebehaltung
Zahnkontaktfreie Haltung des Unterkiefers mit 2–4 mm Interokklusalabstand.
- Gleichsetzung von Okklusion (statisch) und Artikulation (dynamisch).
- Verwechslung von Arbeitsseite (Laterotrusionsseite) und Balanceseite (Mediotrusionsseite).
Arbeitsseite = Laterotrusion, Balanceseite = Mediotrusion.
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Okklusionslehre, Gesichtsbogen und Artikulatorkunde.