Frontzahntrauma bleibender Zähne
Synonyme: Zahnunfall · Kronenfraktur · Dentales Trauma
Verletzungen der bleibenden Frontzähne betreffen überwiegend die oberen mittleren Schneidezähne von Kindern und Jugendlichen. Eingeteilt werden sie nach der beteiligten Struktur in Schmelz-, Schmelz-Dentin- und komplizierte Kronenfrakturen mit Pulpabeteiligung sowie in Wurzelfrakturen und Dislokationsverletzungen. Bei Zähnen mit offenem Apex steht die Erhaltung der Vitalität im Vordergrund, weil nur so das Wurzelwachstum abgeschlossen werden kann.
- Am häufigsten betroffen sind die mittleren Oberkieferschneidezähne.
- Die partielle Pulpotomie nach Cvek entfernt etwa 2 mm Pulpagewebe und erhält die restliche Vitalität.
- Nachkontrollen erfolgen üblicherweise nach 2, 6 und 12 Wochen sowie nach einem Jahr.
- Ein vergrößerter Overjet und fehlender Lippenschluss erhöhen das Traumarisiko deutlich.
- Tiefe der partiellen Pulpotomie nach Cvek
- ca. 2 mm
- Kontrollintervalle
- 2, 6, 12 Wochen und 1 Jahr
- Risikofaktor Overjet
- ab ca. 3–6 mm deutlich erhöhtes Risiko
Bei komplizierter Kronenfraktur am jugendlichen Zahn ist die partielle Pulpotomie nach Cvek der Extirpation vorzuziehen. Jedes Trauma erfordert eine Sensibilitäts- und Röntgenkontrolle über mindestens ein Jahr, da Nekrosen und Resorptionen verzögert auftreten. Das abgebrochene Fragment kann nach Lagerung in feuchtem Medium wieder adhäsiv befestigt werden.
- Milchzahntrauma
Steht unter dem Leitgedanken, den darunterliegenden Keim zu schonen, nicht den Zahn zu erhalten.
- Apexifikation
Kommt erst zum Zug, wenn die Pulpa nicht mehr erhalten werden konnte.
- Verlass auf eine negative Sensibilitätsprobe direkt nach dem Unfall – der Zahn kann vorübergehend nicht reagieren.
- Verzicht auf Langzeitkontrollen, wodurch Resorptionen erst spät erkannt werden.
- Wurzelkanalbehandlung eines Zahns mit offenem Apex, obwohl Vitalerhalt möglich gewesen wäre.
Offener Apex heißt Vitalerhalt um jeden Preis – ohne lebende Pulpa wächst die Wurzel nicht fertig.
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Milchzahntrauma und Folgen für den bleibenden Nachfolger.