Avulsion und Replantation
Synonyme: Replantation · Zahnverlust durch Unfall · Exartikulation
Als Avulsion bezeichnet man den vollständigen Verlust eines Zahns aus seiner Alveole. Die Prognose der Replantation hängt fast ausschließlich davon ab, wie lange und in welchem Medium die desmodontalen Zellen auf der Wurzeloberfläche überleben. Bereits eine Trockenzeit von 30 bis 60 Minuten führt zum irreversiblen Zelltod und damit regelhaft zur Ersatzresorption.
- Avulsierte Milchzähne werden grundsätzlich nicht replantiert, um den Keim nicht zu gefährden.
- Geeignete Transportmedien sind Zahnrettungsbox, kalte H-Milch und isotone Kochsalzlösung.
- Nach mehr als 60 Minuten Trockenzeit gilt das Desmodont als avital; die Ersatzresorption ist dann zu erwarten.
- Die Schienung erfolgt flexibel für etwa zwei Wochen, um die parodontale Heilung nicht zu behindern.
- Kritische Trockenzeit
- ca. 30–60 Minuten
- Dauer der flexiblen Schienung
- ca. 2 Wochen
- Beginn der Wurzelkanalbehandlung bei geschlossenem Apex
- nach ca. 7–10 Tagen
Der Zahn wird ausschließlich an der Krone angefasst, grobe Verschmutzung wird kurz mit Kochsalzlösung abgespült, keinesfalls wird die Wurzeloberfläche abgewischt oder geschrubbt. Ideale Transportmedien sind die Zahnrettungsbox, kalte H-Milch oder isotone Kochsalzlösung; Wasser ist wegen seiner Hypotonie ungeeignet. Nach Replantation folgt eine flexible Schienung und die Prüfung des Tetanusschutzes.
- Luxation
Zahn ist verlagert, aber noch in der Alveole – kein vollständiger Verlust.
- Zahntransplantation
Geplante Verpflanzung eines eigenen Zahns an eine andere Stelle, kein Unfallgeschehen.
- Reinigen oder Abwischen der Wurzeloberfläche – dabei werden die entscheidenden Desmodontalzellen zerstört.
- Lagerung in Leitungswasser, das die Zellen osmotisch zerstört.
- Replantation eines avulsierten Milchzahns.
Nur an der Krone anfassen, nie die Wurzel abwischen – und Wasser ist das schlechteste Transportmedium.
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Milchzahntrauma und Folgen für den bleibenden Nachfolger.