Apexifikation
Synonyme: Apikalverschluss
Die Apexifikation ist ein Verfahren zur Induzierung eines hartgewebigen Verschlusses der offenen Wurzelspitze an nicht vitalen, immaturen Zähnen. Sie erfolgt klassischerweise durch langzeitige Einlage von Calciumhydroxid über mehrere Monate bis Jahre.
- Die Apexifikation ist indiziert bei devitalen immaturen Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und offenem Apex.
- Das Therapieziel ist die Induktion einer osteodentinalen apikalen Hartgewebsbarriere als Widerlager für die Wurzelfüllung.
- Die klassische Methode nutzt wiederholte Langzeiteinlagen mit Calciumhydroxid über einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten.
- Moderne Verfahren ersetzen die Langzeitbehandlung durch das Legen eines apikalen Plugs aus Mineral-Trioxid-Aggregat (MTA) oder Biokeramik.
- Im Gegensatz zur Apexogenese kommt es bei der Apexifikation zu keinem nennenswerten Längenwachstum oder einer Verickung der Dentinwände.
- Behandlungsdauer klassische Apexifikation (Calciumhydroxid)
- 6–18 Monate
- Empfohlene Schichtdicke des MTA-Plugs
- 3–5 mm
- Wechselintervall der Ca(OH)2-Einlage bei klassischer Technik
- 1–3 Monate
Indiziert bei unvollständigem Wurzelwachstum nach Pulpanekrose, um ein Widerlager für die Wurzelfüllung zu schaffen. Aufgrund der langen Behandlungsdauer und des Frakturrisikos des Dentins wird die Apexifikation heute zunehmend durch den apikalen Plug aus Mineral Trioxid Aggregat (MTA) ersetzt.
- Apexogenese
Die Apexogenese wird an vitalen immaturen Zähnen durchgeführt, um das physiologische Längenwachstum und die Wandverdickung der Wurzel zu erhalten.
- Revascularisation
Die Revascularisation (regenerative Endodontie) strebt bei avitalen immaturen Zähnen ein echtes Weiterwachstum der Wurzelwände durch Einwanderung stammzellreichen Gewebes an.
- Verwechslung mit der Apexogenese, welche ausschließlich an Zähnen mit vitaler Pulpa durchgeführt wird.
- Langanhaltende Calciumhydroxid-Einlagen schwächen die Proteinstruktur des Dentins und erhöhen das Risiko für spätere Zervikal- und Wurzelfrakturen.
- Zu aggressive mechanische Aufbereitung kann die ohnehin dünnen Wurzelwände immature Zähne schwächen oder perforieren.
Offener Apex, totes Mark: Calciumhydroxid schafft den Apikalverschluss stark.
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- VoraussetzungPulpanekrose
Eine Pulpanekrose am noch nicht ausgewachsenen Zahn stellt die Hauptindikation für eine Apexifikation dar.
- TherapieMineral Trioxid Aggregat
MTA wird als apikaler Plug für die moderne Einzeit-Apexifikation verwendet, um sofort eine künstliche Barriere zu schaffen.
- TherapieCalciumhydroxid
Calciumhydroxid dient in der klassischen Apexifikation als Langzeiteinlage zur Auslösung der apikalen Hartgewebsbildung.
- FolgeGuttapercha
Nach Ausbildung der apikalen Barriere oder Applikation des MTA-Plugs erfolgt die finale Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha.
Materialien und Techniken zum dichten Verschluss des Kanalsystems.