ZahnLexikon
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Physiologie & Biochemie
geprüft
Muskel- und Kaufunktion

Kaufunktion und Kaukraft

Synonyme: Mastikation · Kaudynamik · Okklusalkraft

Definition

Die Kaufunktion beschreibt das kraniofaziale Zusammenspiel von Kaumuskulatur, Kiefergelenk, Zähnen und Zunge zur Zerkleinerung der Nahrung. Die Kaukraft wird durch die Kontraktion der Kauschließer (M. masseter, M. temporalis, M. pterygoideus medialis) erzeugt und über den Zahnhalteapparat retrograd in den Knochen abgeleitet. Die Steuerung erfolgt neurophysiologisch über das kraniale Kauzentrum in der Formatio reticularis unter Einbindung des N. trigeminus. Desmodontale Mechanorezeptoren ermöglichen eine feine Feedback-Steuerung zur Adaptation der Muskelkraft.

Prüfungsfokus
  • Maximale Kaukraft im Molarenbereich beträgt 400-800 N.
  • Physiologische Kaukraft beim normalen Kauen liegt bei 50-150 N.
  • Desmodontale Mechanorezeptoren regeln den Schutzreflex bei Überlastung.
  • Der M. pterygoideus lateralis ist der primäre Kieferöffner und Diskus-Protrusor.
Zahlen & Werte
Maximale Kaukraft Molaren
400 - 800 N
Maximale Kaukraft Inzisiven
100 - 200 N
Physiologische Kaukraft beim Kauen
50 - 150 N
Klinische Relevanz

Eine reduzierte Kaukraft tritt bei Zahnverlust oder Parodontopathien auf und beeinträchtigt die bolusbezogene Verdauungseffizienz. Hyperfunktionen wie Bruxismus können zu Zahnhartsubstanzverlust, Kiefergelenksbeschwerden und Muskelhypertrophie führen.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Verwechslung des M. pterygoideus medialis (Schließer) mit dem M. pterygoideus lateralis (Öffner/Protrusor).
  • Annahme, dass Kaukraft an Inzisiven und Molaren identisch ist.
Merksatz

Schließen macht die Dreierkette: Masseter, Temporalis und Pterygoideus medialis.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Muskel- und Kaufunktion

Muskelkontraktion, Kaukraft und Steuerung der Kaufunktion.