Osseointegration
Synonyme: Knöcherne Einheilung · Funktionelle Ankylose
Osseointegration bezeichnet den direkten strukturellen und funktionellen Verbund zwischen lebendem Knochen und der Oberfläche eines belasteten Implantats, ohne zwischengelagertes Bindegewebe. Sie ist die biologische Grundlage jeder Implantatversorgung und unterscheidet das Implantat fundamental vom natürlichen Zahn. Der Prozess durchläuft Wundheilung, Geflechtknochenbildung und Umbau zu lamellärem Knochen.
- Dem Implantat fehlt das Parodontalligament, wodurch Eigenbeweglichkeit, Propriozeption und die Pufferfunktion entfallen.
- Kritische Temperaturschwelle bei der Bohrung ist etwa 47 °C über eine Minute; darüber droht Knochennekrose.
- Primärstabilität ist mechanisch durch Verankerung bedingt, Sekundärstabilität biologisch durch knöchernen Umbau.
- Zwischen Primär- und Sekundärstabilität liegt eine Stabilitätssenke, in der das Implantat besonders empfindlich auf Überlastung reagiert.
- Kritische Bohrtemperatur
- ca. 47 °C über 1 Minute
- Typische Einheilzeit Unterkiefer
- ca. 6–8 Wochen bis 3 Monate, protokollabhängig
- Typische Einheilzeit Oberkiefer
- ca. 3–6 Monate, protokollabhängig
Voraussetzung sind atraumatische Insertion mit ausreichender Kühlung sowie eine ausreichende Primärstabilität. Eine Überhitzung des Knochens bei der Bohrung führt zu Nekrose und bindegewebiger Einscheidung statt knöcherner Einheilung.
- Bindegewebige Einheilung
Fibröse Kapsel um das Implantat mit Beweglichkeit – gilt als Misserfolg der Osseointegration.
- Parodontale Verankerung
Der natürliche Zahn ist über Sharpey-Fasern federnd aufgehängt, das Implantat starr verankert.
- Verwechslung von Primär- und Sekundärstabilität: Hohe Primärstabilität garantiert keine erfolgreiche Osseointegration.
- Bohren ohne ausreichende Kühlung, was thermische Knochenschädigung und bindegewebige Einheilung verursacht.
- Übertragung parodontaler Denkmodelle auf das Implantat, obwohl kein Ligament und keine Propriozeption vorhanden sind.
Das Implantat hat kein Parodontalligament – es ist funktionell ankylosiert und besitzt daher weder Eigenbeweglichkeit noch Propriozeption wie ein Zahn.
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Osseointegration und Eigenschaften der Implantatoberfläche.