ZahnLexikon
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Implantologie
KI-generiert
Biologische Grundlagen der Implantologie

Primärstabilität

Synonyme: Initialstabilität · Primärfixation

Definition

Die Primärstabilität beschreibt die mechanische Verankerung des Implantats im Knochen unmittelbar nach dem Einbringen, noch bevor biologische Umbauvorgänge einsetzen. Sie entsteht durch das Verklemmen der Implantatgewinde im ortsständigen Knochen und ist damit rein mechanischer Natur. Erst im Verlauf der Einheilung wird sie durch die biologische Sekundärstabilität der Osseointegration abgelöst.

Prüfungsfokus
  • Primärstabilität ist mechanisch bedingt, Sekundärstabilität beruht auf knöcherner Anlagerung und Umbau.
  • Übliche Messgrößen sind das Insertionsdrehmoment in Ncm und der ISQ-Wert der Resonanzfrequenzanalyse.
  • Eine Sofortbelastung setzt eine ausreichende Primärstabilität voraus; ohne sie führen Mikrobewegungen zur bindegewebigen Einscheidung.
  • Mikrobewegungen oberhalb von etwa 100–150 µm gelten als Schwelle, ab der statt Knochen Bindegewebe einwächst.
Zahlen & Werte
Eindrehmoment für Sofortbelastung
in der Regel ≥ 30–35 Ncm
ISQ-Wert als Orientierung für gute Stabilität
≥ 70
Kritische Mikrobewegung
ca. 100–150 µm
Stabilitätsminimum nach Insertion
2.–3. Woche
Klinische Relevanz

Gemessen wird sie über das Eindrehmoment oder als Resonanzfrequenzanalyse (ISQ-Wert). In der Übergangsphase um die zweite bis dritte Woche fällt die Gesamtstabilität in ein Minimum, weil die mechanische Verklemmung bereits nachlässt, die knöcherne Anbindung aber noch nicht trägt – ein kritisches Fenster für Belastungsprotokolle.

Abgrenzung
  • Osseointegration

    Beschreibt den biologischen Verbund von Knochen und Implantatoberfläche, nicht die anfängliche mechanische Klemmung.

  • Ankylose

    Knöcherne Verwachsung eines natürlichen Zahns ohne Desmodont – am Implantat gibt es von vornherein kein Desmodont.

Typische Fallstricke
  • Ein hohes Eindrehmoment wird mit guter Prognose gleichgesetzt – übermäßige Kompression kann jedoch zu Drucknekrose und krestalem Knochenabbau führen.
  • Verwechslung von Primär- und Sekundärstabilität: Ein hoher ISQ-Wert am Tag der Insertion sagt nichts über den späteren Einheilerfolg aus.
  • Unterschätzung des Stabilitätstals: Eine Belastung genau in dieser Phase gefährdet die Einheilung besonders.
Merksatz

Primärstabilität ist mechanisch, Sekundärstabilität ist biologisch – dazwischen liegt das Stabilitätstal der zweiten bis dritten Woche.

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Zusammenhänge
Teil von: Biologische Grundlagen der Implantologie

Osseointegration und Eigenschaften der Implantatoberfläche.