Retention und Rezidiv
Synonyme: KFO-Retention · Kieferorthopädisches Rezidiv · Stabilisierungsphase
Retention bezeichnet die therapeutische Maßnahme zur Stabilisierung des erreichten kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses, um unerwünschten Zahnwanderungen vorzubeugen. Unter einem Rezidiv versteht man das teilweise oder vollständige Zurückwandern der Zähne in ihre ursprüngliche Fehlstellung oder in eine neue Dysgnathie nach Beendigung der aktiven Behandlung. Ursachen für Rezidive sind die biologische Elastizität der supraalveolären Fasern, persistierendes Kieferwachstum sowie funktionelle Dyskinesien.
- Supraalveoläre Faserstrukturen (transseptale Fasern) benötigen bis zu 12 Monate für die Gewebereorganisation.
- Der Unterkiefer-Frontzahnkreis ist der am stärksten rezidivgefährdete Bereich.
- Ein Tertiärer Engstand der Unterkieferfront kann auch unabhängig vom Weisheitszahn durch spätzirkuläres Wachstum entstehen.
- Retention sollte bei hohem Rezidivrisiko dauerhaft (Lifelong Retention) erfolgen.
- Umfassende Faserreorganisation
- 8 - 12 Monate
- Empfohlene Tragedauer Lingualretainer
- Dauerhaft (Jahre bis lebenslang)
Da die supraalveolären gingivalen Faserstrukturen bis zu einem Jahr für die Reorganisation benötigen, ist eine unmittelbare und ausreichend lange Retentionsphase obligat. Häufig kommen festsitzende Retainer im Unterkiefer sowie herausnehmbare Retentionsschienen oder Hawley-Retainer zum Einsatz.
- Tertiärer Engstand
Später Engstand der Unterkieferfrontzähne durch spätzirkuläres Unterkieferwachstum, unabhängig von Vorbehandlung.
- Relapse (Rezidiv)
Rückkehr zur ursprünglichen Fehlstellung aufgrund fehlender Faserumlagerung oder Muskelkräften.
- Verwechslung von funktionellem Rezidiv mit physiologischem tertiären Engstand.
- Annahme, dass nach Abschluss des Höhenwachstums kein Rezidivrisiko mehr besteht.
Ohne Halten kein Erhalten – Fasern ziehen rasch zurück.
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