Orthodontische Zahnbewegung und Biologie
Synonyme: Biologie der Zahnbewegung · Gewebeumbau bei Zahnbewegung · Orthodontic Tooth Movement
Die orthodontische Zahnbewegung beruht auf einem enzymatisch vermittelten Gewebeumbau des Desmodonts und des angrenzenden Alveolarknochens als Reaktion auf mechanische Krafteinwirkung. Auf der Druckseite führt die Verminderung des Blutflusses zur Differenzierung von Osteoklasten und zum Knochenabbau. Auf der Zugseite stimulieren Dehnungsreize die Osteoblasten zur Bildung von neuem Osteoid und nachfolgender Mineralisation.
- Druckseite: Osteoklasten führen zum Knochenabbau (Resorption).
- Zugseite: Osteoblasten führen zur Knochenneubildung (Apposition).
- Zu hohe Kräfte führen zur Ischämie, Hyalinisierung und verzögerten direkten Knochenresorption.
- Unphysiologisch hohe Kräfte begünstigen die Entstehung von apikalen Wurzelresorptionen.
- Kapillärer Blutdruck im Desmodont
- 20 - 26 g/cm² (ca. 0,02 - 0,026 N/cm²)
- Latenzphase bei Hyalinisierung
- 2 - 4 Wochen
Eine optimale Kraftdosierung ist essenziell, um Hyalinisierungszonen durch aseptische Nekrosen und nachfolgende Wurzelresorptionen zu vermeiden. Optimal sind leichte, kontinuierliche Kräfte im Bereich des kapillären Blutdrucks.
- Physiologische Zahnwanderung
Langsame, lebenslange Drift der Zähne nach mesial ohne therapeutische Krafteinwirkung.
- Ankylose
Fusionsbedingte Aufhebung des Desmodontalspalts, macht orthodontische Zahnbewegung unmöglich.
- Verwechslung der Vorgänge auf Druck- (Abbau) und Zugseite (Aufbau).
- Annahme, dass größere Kräfte immer zu schnellerer Zahnbewegung führen.
Druck baut ab, Zug baut auf, zu viel Kraft hält den Umbau auf.
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Zahnbewegung im Knochen, Kräfte, Verankerung und Risiken.