Abformmaterial
Synonyme: Abformmasse · Abdruckmaterial
Abformmaterialien sind Hilfsstoffe zur präzisen negativen Formabformung von oralen Strukturen wie Zähnen, Kieferkämmen und Schleimhäuten. Sie bilden die Grundlage für die Herstellung von Arbeitsmodellen im zahntechnischen Labor. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen starren, irreversibel-elastischen (z. B. Elastomeren, Alginat) und reversibel-elastischen Materialien.
- Polyether zeigt eine hohe Hydrophilie, besitzt jedoch eine ausgeprägte Quellungsneigung bei Wasserlagerung.
- A-Silikone (Additionssilikone) weisen die höchste Dimensionstreue auf und setzen bei der Aushärtung als Nebenprodukt Wasserstoff frei.
- C-Silikone (Kondensationssilikone) spalten bei der Vernetzung Ethanol ab, weshalb die Modellherstellung innerhalb von 30 Minuten erfolgen muss.
- Alginate sind irreversible hydrokolloide Abformmaterialien mit Synärese- und Quellungsverhalten, die vorwiegend für Situationsabformungen genutzt werden.
- Zinkoxid-Eugenol-Pasten sind starre Abformmaterialien und dürfen nur im unbezahnten Kiefer ohne unter sich gehende Stellen angewendet werden.
- Rückstellvermögen von A-Silikonen nach Deformation
- > 99,8 %
- Maximale Lagerdauer für Ausguss von C-Silikonen
- 30 Minuten
- Widerstandsfähigkeit gegen Desinfektionsmittel bei Polyether (max. Tauchdauer)
- 10 Minuten
Die Wahl des Abformmaterials richtet sich nach der geforderten Präzision und der Feuchtigkeitsempfindlichkeit des Arbeitsfeldes. Während elastomere Materialien wie Polyether oder A-Silikone für präzisionskritische Arbeiten wie Kronen, Brücken und Implantatversorgungen indiziert sind, dienen hydrokolloide Materialien vorwiegend für Situationsabformungen. Eine exakte Befolgung der Herstellerangaben zu Anmischverhältnis, Verarbeitungs- und Mundverweildauer ist essenziell zur Vermeidung von Verzerrungen.
- Hydrokolloid (Alginat)
Irreversibles, elastisches Material mit geringer Detailgenauigkeit und hoher Empfindlichkeit gegenüber Wasserverlust oder -aufnahme.
- Elastomer (Polyether / A-Silikon)
Synthetisches Präzisionsabformmaterial mit sehr hoher Detailwiedergabe und hoher Rückstellkraft für Kronen- und Brückenprothetik.
- Verwechselung von A-Silikonen und C-Silikonen bezüglich der zeitlichen Stabilität des Abformergebnisses.
- Lagerung von Polyether-Abformungen in feuchter Umgebung oder Desinfektionslösungen über das Herstellersoll hinaus.
- Verwendung elastischer Abformmaterialien ohne geeigneten Adhäsiv-Löffellack, was zu Ablösungen und Verzug führt.
A-Silikon und Polyether für die Präzision, Alginat für die Situation.
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- VoraussetzungPräzisionsabformung
Das geeignete Abformmaterial bildet die werkstoffkundliche Grundlage für eine exakte Präzisionsabformung.
- VerwandtAlginat
Alginat gehört als irreversibles Hydrokolloid zur Stoffgruppe der Abformmaterialien für Gegenkiefer- und Studienmodelle.
- TherapieModellguss
Für die Herstellung einer Modellgussarbeit wird eine präzise Abformung mit geeigneten Abformmaterialien benötigt.
- AbgrenzungCAD/CAM
Die direkte optische Digitalisierung (Intraoralscan) ersetzt zunehmend den physikalischen Einsatz von Abformmaterialien.
Abformmaterialien, Techniken und digitale Erfassung.