ZahnLexikon
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Prothetik
geprüft
Herausnehmbarer Zahnersatz

Modellguss

Synonyme: Modellgussprothese · Einstückguss · MoGu

Definition

Der Modellguss bezeichnet die Herstellung einer herausnehmbaren Teilprothese mit einem gegossenen Metallgerüst, meist aus einer Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierung. Er dient dem Ersatz mehrerer fehlender Zähne und überträgt die Kaukräfte teils parodontal über Halte- und Stützelemente sowie teils gingival.

Prüfungsfokus
  • Die Hauptabstützung einer Modellgussprothese erfolgt parodontal über gezielt präparierte Okklusalauflagen auf den Pfeilerzähnen.
  • Als Standardwerkstoff für das gegossene Gerüst dienen Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen (CoCrMo), welche eine hohe Steifigkeit und Korrosionsbeständigkeit aufweisen.
  • Die Konstruktion unterteilt sich in große Verbinder (z. B. Transversalbügel im OK, Sublingualbügel im UK), kleine Verbinder, Prothesensättel und Halte- bzw. Stützelemente.
  • Zur Festlegung der gemeinsamen Einschubrichtung und Ermittlung der Klammerunterfahrungen wird das Gipsmodell zwingend mit einem Parallelometer vermessen.
  • Klammerarme gliedern sich in einen starren, oberhalb des Prothesenäquators liegenden Stützteil sowie einen elastischen Retentionsarm unterhalb des Äquators.
Zahlen & Werte
Mindestabstand des Sublingualbügels zum Gingivalrand im UK
4 mm
Standard-Unterfahrungstiefe (Messkopf) für CoCrMo-Gussklammern
0,25 mm
Kennedy-Klassifikation der Lückengebisse
Klassen I bis IV
Klinische Relevanz

Eine exakte Präzisionsabformung ist essenziell für die Passgenauigkeit und Langlebigkeit des Gusses. Fehler beim Abformen oder Ausgießen führen zu Abweichungen des Gerüsts, Schleimhautdruckstellen oder Überlastungen der Pfeilerzähne.

Abgrenzung
  • Teleskopprothese

    Während der Modellguss primär über Klammern an unbeharzten oder teilüberkronten Pfeilerzähnen verankert wird, nutzt die Teleskopprothese doppelkronige Verbindungselemente für eine starre oder spielfreie Reibungshaftung.

  • Totalprothese

    Eine Modellgussprothese setzt parodontale Pfeilerzähne zur Abstützung voraus, wohingegen eine Totalprothese rein gingival bzw. saugkraftgetragen bei zahnlosem Kiefer verankert wird.

Typische Fallstricke
  • Unzureichender Abstand des Sublingualbügels zum marginalen Parodont (unter 4 mm), was zu schmerzhaften Druckstellen und Gingivarezessionen führt.
  • Fehlende oder unzureichend präparierte Auflagebetten, wodurch die Krafteinleitung rein gingival statt parodontal erfolgt und Pfeilerzähne überlastet werden.
  • Verwechselung der werkstoffspezifischen Klammerunterfahrung: CoCrMo-Gussklammern benötigen geringere Unterfahrungen als gebogene Drahtklammern aus Gold oder Stahl.
Merksatz

Modellguss stützt parodontal-gingival, Gussmetall bringt die Stabilität rein.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Herausnehmbarer Zahnersatz

Total- und Teilprothesen, Halteelemente und Statik.