Präzisionsabformung
Synonyme: Korrekturabformung · Feinabformung · Intraoralscan
Die Präzisionsabformung ist ein zahnmedizinisches Verfahren zur exakten zweidimensionalen und dreidimensionalen Wiedergabe der oralen Strukturen und Präparationsgrenzen. Sie erfolgt meist mit elastischen Abformmaterialien wie Additionssilikonen oder Polyethern sowie zunehmend mittels Intraoralscanner.
- Additionssilikone weisen die höchste Dimensionstreue sowie eine nahezu vollständige elastische Rückstellung auf.
- Polyether sind aufgrund ihrer Molekülstruktur hydrophil, weshalb sie vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden müssen.
- Eine effektive absolute oder relative Trockenlegung des Sulcus ist zwingend erforderlich, um Hydrophobie-bedingte Abformfehler an der Präparationsgrenze zu vermeiden.
- Zweizeitige Korrekturabformungen erfordern das Abflachen von Unter- und Überpressungen in der Erstabformung zur Vermeidung von Kompressionsfahnen.
- Die digitale Präzisionsabformung mittels Intraoralscanner erfordert dieselbe gründliche Freilegung der Präparationsgrenze wie die konventionelle Abformung.
- Elastische Rückstellung von Additionssilikonen
- > 99,8 %
- Maximale Lagerzeit vor dem Ausgießen bei K-Silikonen
- < 2 Stunden
- Empfohlene Liegezeit von Retraktionsfäden
- 5 - 10 Minuten
- Maximale Lagerzeit vor dem Ausgießen bei A-Silikonen
- 14 Tage
Vor der Abformung ist ein adäquates Weichteilmanagement nötig, beispielsweise durch das Legen von Retraktionsfäden zur Freilegung der Präparationsgrenze. Abformfehler führen unweigerlich zu Passungenauigkeiten des finalen Zahnersatzes und erfordern eine Wiederholung der Abformung.
- Situationsabformung
Dient der übersichtsweisen Erfassung der oralen Verhältnisse meist mittels Alginat zur Modellherstellung für Diagnostik und Planung, ohne Anspruch auf exakte Randzeichnung.
- Funktionsabformung
Zielt auf die dynamische Abformung der beweglichen Schleimhautränder im zahnlosen Kiefer zur Retention von Totalprothesen ab.
- Korrekturabformung
Beschreibt eine spezifische zweizeitige Technik der Präzisionsabformung unter Verwendung von zwei unterschiedlich viskosen Materialien.
- Verwechslung von K-Silikonen und A-Silikonen: K-Silikone spalten bei der Vernetzung Ethanol ab und erfordern wegen Schrumpfung ein schnelles Ausgießen innerhalb von zwei Stunden.
- Zu frühes Entformen vor Ablauf der herstellerspezifischen Abbindezeit führt zu bleibenden plastischen Verformungen des Abformmaterials.
- Belassen von Blut oder Sulkusflüssigkeit in der Präparationsrinne verhindert das vollständige Ausfließen des dünnfließenden Abformmaterials.
Trocken legen, Faden legen, Präzision im Abdruck pflegen.
Medien werden gesucht …
- VoraussetzungPräparationsgrenze
Eine exakt dargestellte Präparationsgrenze bildet das primäre Ziel jeder Präzisionsabformung.
- VerwandtAbformmaterial
Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der eingesetzten Abformmaterialien bestimmen maßgeblich die Genauigkeit der Abformung.
- FolgeRandschluss
Nur eine präzise Abformung ermöglicht die spannungsfreie Passung und einen dichten Randschluss der prothetischen Versorgung.
- TherapieCAD/CAM
Die Präzisionsabformung kann digital mittels Intraoralscan erfolgen oder analog abgeformt und anschließend für CAD/CAM-Prozesse digitalisiert werden.
Abformmaterialien, Techniken und digitale Erfassung.