Artikulator
Synonyme: Kieferbewegungssimulator
Ein Artikulator ist ein mechatronisches Simulationsgerät zur Nachbildung der Kiefergelenksbewegungen und der Zuordnung von Ober- und Unterkiefermodellen. Er wird in der Prothetik und Funktionstherapie eingesetzt, um okklusale Kontakte und Exkursionsbewegungen patientenanalog zu analysieren und zu gestalten. Man unterscheidet Non-Arcon- und Arcon-Geräte sowie den Justierungsgrad (mittelwertig, teil- oder volljustierbar).
- Bei Arcon-Artikulatoren befindet sich die Kondylenkugel im Unterkieferteil und die Fossa im Oberkieferteil, was der menschlichen Anatomie entspricht.
- Non-Arcon-Artikulatoren kehren die Anatomie um, wodurch sich der effektive Kondylenbahnwinkel bei Veränderung der Bisshöhe fälschlicherweise verändert.
- Mittelwertige Artikulatoren arbeiten mit fest vorgegebenen Werten wie einer sagittalen Kondylenbahnneigung von 30 Grad und einem Bennett-Winkel von 15 Grad.
- Der Gesichtsbogen ermöglicht den scharnierachsbezogenen und schädelbezüglichen Einbau des Oberkiefermodells in den Artikulator.
- Teiljustierbare Artikulatoren werden meist über Check-bites (Protrusionsregistrate) eingestellt, während volljustierbare Geräte eine Axiografie erfordern.
- Mittelwertige Sagittale Kondylenbahnneigung (SKN)
- 30°
- Mittelwertiger Bennett-Winkel
- 15°
- Bonwill-Dreieck Seitenlänge
- 110 mm
- Balkwill-Winkel
- 20° - 25°
Der Artikulator ermöglicht die Analyse von Statik und Dynamik der Okklusion außerhalb des Mundes sowie die passgenaue Anfertigung von Zahnersatz. Zur präzisen Programmierung scharnierachsbezogener Werte wird der Oberkiefer mittels Gesichtsbogen und der Unterkiefer über ein Zentrikregistrat übertragen. Fehljustierungen im Artikulator führen direkt zu Okklusionsstörungen und erhöhtem Einschleifaufwand am Patienten.
- Okkludator
Ein Okkludator gestattet ausschließlich eine einfache Scharnierbewegung ohne Simulation von Lateral- und Protrusionsbewegungen.
- Virtueller Artikulator
Ein virtueller Artikulator ist eine CAD-Softwarekomponente, die Kieferbewegungen anhand digitaler Datensätze simuliert, anstatt physische Gipsobjekte zu bewegen.
- Verwechslung der Bauarten: Beim Arcon-Gerät ist das Gelenkgehäuse oben und die Kugel unten, beim Non-Arcon-Gerät umgekehrt.
- Sperrung der Bisshöhe im Artikulator ohne scharnierachsbezogene Übertragung mittels Gesichtsbogen führt zu Frühkontakten im Mund des Patienten.
- Annahme, dass ein Zentrikregistrat zur Einstellung der Kondylenbahnneigung ausreicht; hierfür ist zwingend ein Protrusionsregistrat nötig.
Arcon ahmt die Anatomie nach: Kugel unten, Pfanne oben.
Medien werden gesucht …
- VoraussetzungGesichtsbogen
Der Gesichtsbogen liefert die notwendigen Raumkoordinaten für den schädel- und scharnierachsbezogenen Einbau des Oberkiefermodells.
- VoraussetzungScharnierachse
Die Rotationsachse der Kondylen muss im Artikulator exakt nachgebildet werden, um Bisserhöhungen ohne Geometriefehler durchzuführen.
- DiagnostikBissregistrierung
Zentrik- und Exkursionsregistrate dienen der korrekten Zuordnung der Modelle und der Programmierung der Gelenkbahnparameter im Artikulator.
- TherapieTotalprothese
Die Anfertigung von Totalprothesen erfordert die präzise Artikulatorsimulation, um eine sequenziell geführte oder balancierte Okklusion frei von Störkontakten einzustellen.
Kieferrelation, Artikulator und funktionelle Analyse.