ZahnLexikon
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Prothetik
geprüft
Okklusion und Funktion

Gingiva-Antagonist-Registrierung

Synonyme: GAR · Schleimhaut-Antagonist-Registrierung

Definition

Die Gingiva-Antagonist-Registrierung (GAR) ist ein klinisches Verfahren zur Bestimmung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Sie wird angewendet, wenn im Gegenkiefer zwar Zähne vorhanden sind, im zu versorgenden Kiefer jedoch die zahngetragene Abstützung fehlt. Dabei wird der Kontakt zwischen den vorhandenen Antagonisten und der zahnlosen Schleimhaut bzw. einem Schleimhaut-getragenen Registrierbehelf erfasst.

Prüfungsfokus
  • Die Gingiva-Antagonist-Registrierung dient der Erfassung der Kieferrelation, wenn zahnlose Schleimhautbereiche den Antagonisten direkt gegenüberstehen.
  • Als Registrierbehelf dient in der Regel eine Schleimhaut-getragene Basis mit einem Wachswall oder einem feilbaren Kunststoffregistrat.
  • Die Nachgiebigkeit der resilienten Schleimhaut muss berücksichtigt werden, um spätere Okklusionsstörungen durch Bissanhebung zu vermeiden.
  • Das Verfahren ermöglicht die präzise Zuordnung der Arbeitsmodelle im Artikulator bei fehlender zahngetragener Abstützung.
Zahlen & Werte
Durchschnittliche Schleimhautresilienz
0,1 - 0,4 mm
Empfohlene Mindeststärke des Registrierbehelfs
2 - 3 mm
Klinische Relevanz

Die GAR kommt vor allem bei stark reduziertem Restgebiss oder zahnlosem Kiefer zum Einsatz, wenn keine eindeutige statische Okklusion vorliegt. Ein Registrierbehelf (z. B. Wachswall) stützt sich dabei auf der zahnlosen Schleimhaut ab, um die Relation zu den vorhandenen Antagonisten im Gegenkiefer präzise auf den Artikulator zu übertragen. Dies verhindert Bissanhebungssituationen und Okklusionsstörungen bei der Anfertigung von Teil- oder Vollprothesen.

Abgrenzung
  • Bissregistrierung

    Erfasst die okklusale Zuordnung zwischen vorhandenen Zahnbögen mit ausreichender zahngetragener Abstützung.

  • Stützstiftregistrierung

    Instrumentelles Verfahren zur Aufzeichnung des Pfeilwinkels zur Bestimmung der zentrischen Relation bei weitgehend oder vollständig zahnlosem Kiefer.

Typische Fallstricke
  • Übermäßige Kompression der resilienten Schleimhaut während der Registrierung führt zu einer zu geringen vertikalen Dimension im Artikulator und Okklusionsstörungen am Werkstück.
  • Verzug des verwendeten Registrierwachses durch zu frühes Entnehmen aus dem Mundraum verfälscht die zentrische Relation.
Merksatz

Schleimhaut trifft Zahn – GAR stellt die Relation an.

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Zusammenhänge
Teil von: Okklusion und Funktion

Kieferrelation, Artikulator und funktionelle Analyse.