ZahnLexikon
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Chirurgie – Spezialfälle
geprüft
Perioperatives Management und Komplikationen

Blutungsmanagement bei Antikoagulation

Synonyme: Antikoagulation · Thromboembolie · Hämostasemanagement · Zahnärztliche Chirurgie unter Antikoagulation · DOAK-Management

Definition

Das Blutungsmanagement bei antikoagulierten Patienten umfasst prä-, intra- und postoperative Maßnahmen zur Vermeidung und Beherrschung von Nachblutungen bei chirurgischen Eingriffen. Unter modernen Thrombozytenaggregationshemmern, Cumarinen (Marcumar) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) sollen operative Eingriffe in der Regel ohne Absetzen der Medikation unter lokaler Hämostase durchgeführt werden. Ein eigenmächtiges Absetzen birgt das Risiko lebensbedrohlicher thromboembolischer Ereignisse.

Prüfungsfokus
  • Cumarine (Phenprocoumon): Chirurgische Eingriffe sicher möglich bis zu einem INR-Wert von 3,5.
  • DOAK (Dabigatran, Apixaban, Rivaroxaban): Eingriffe bevorzugt am Ende des Dosierungsintervalls durchführen.
  • ASA (Acetylsalicylsäure): Kein Absetzen für dentoalveoläre Eingriffe erforderlich.
  • Lokalmaßnahmen: Kollagenschwamm, Umschlagnaht, Druckverband mit 5% Tranexamsäure.
Zahlen & Werte
Maximaler INR für Eingriffe
< 3,5
Tranexamsäure-Konzentration
5% Lösung zur lokalen Mundspülung
Klinische Relevanz

Die lokale Hämostase erfolgt mittels Nahtverschluss, Wundkompressen, Gelatineschwämmen, Tranexamsäure-Spülungen und Fibrinkleber. Der INR-Wert bei Marcumar-Patienten sollte am Behandlungstag überprüft werden und < 3,5 liegen.

Abgrenzung
Typische Fallstricke
  • Eigenmächtiges Absetzen von Marcumar oder DOAK ohne Rücksprache mit dem Kardiologen/Internisten.
  • Unterschätzung der Nachblutungsgefahr bei unzureichender lokaler Wundversorgung.
Merksatz

Lokale Hämostase geht vor Absetzen – Embolierisiko nicht unterschätzen!

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Perioperatives Management und Komplikationen

Risikopatienten, Blutung und gestörte Wundheilung.