Fluoridierung im Kindesalter
Synonyme: Fluoridprophylaxe · Kariesprophylaxe mit Fluorid
Die Fluoridierung nutzt Fluoride zur Hemmung der Demineralisation und Förderung der Remineralisation des Schmelzes. Man unterscheidet die lokale Anwendung über Zahnpasta, Gele und Lacke von der systemischen Zufuhr über Tabletten oder fluoridiertes Speisesalz. Der kariesprotektive Effekt beruht heute überwiegend auf der lokalen Wirkung an der Zahnoberfläche.
- Der protektive Effekt beruht primär auf lokaler Wirkung, weshalb die Zahnpasta die wichtigste Fluoridquelle ist.
- Fluorid fördert die Bildung von Fluorapatit, das gegenüber Säureangriffen widerstandsfähiger ist als Hydroxylapatit.
- Systemische und lokale Quellen dürfen nicht unkontrolliert kombiniert werden, um eine Dentalfluorose zu vermeiden.
- Fluoridlack wird zur Behandlung initialer White-Spot-Läsionen bei erhöhtem Kariesrisiko eingesetzt.
- Kritische Phase für Fluorose
- während der Schmelzmineralisation, ca. bis 6. Lebensjahr
- Wirkprinzip
- Bildung von Fluorapatit mit niedrigerem Löslichkeitsprodukt
Die Dosierung richtet sich nach Alter, Kariesrisiko und bereits bestehenden Fluoridquellen, um eine Überdosierung zu vermeiden. Eine sorgfältige Fluoridanamnese ist deshalb Voraussetzung jeder Empfehlung.
- Fissurenversiegelung
Mechanische Barriere in der Fissur statt chemischer Beeinflussung des Mineralgleichgewichts.
- Chlorhexidin
Wirkt antibakteriell auf den Biofilm, beeinflusst aber nicht direkt die Remineralisation.
- Gleichzeitige Gabe von Fluoridtabletten und fluoridiertem Speisesalz sowie fluoridhaltiger Zahnpasta ohne Anamnese.
- Verwechslung der Fluorose-Ursache: Relevant ist die Zufuhr während der Schmelzbildung, nicht nach Zahndurchbruch.
- Zu große Zahnpastamenge bei Kleinkindern, die einen erheblichen Teil verschlucken.
Fluorid wirkt hauptsächlich lokal an der Zahnoberfläche, nicht durch Einbau während der Zahnentwicklung.
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Frühkindliche Karies, Fluoride und Ernährungsberatung.