ZahnLexikon
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Zahnerhaltung
geprüft
Prävention und Fluoridierung

Fissurenversiegelung

Synonyme: Präventive Versiegelung · Sealing

Definition

Die Fissurenversiegelung ist eine präventive Maßnahme, bei der morphologisch tiefe Fissuren und Grübchen mit dünnflüssigen Kunststoffen oder Glasionomerzementen verschlossen werden. Dadurch wird die Ansammlung von Plaque verhindert und der Zugang für Speichel sowie Zahnbürste vereinfacht. Sie dient der primären Kariesprophylaxe bei Risikopatienten.

Prüfungsfokus
  • Hauptindikation sind kariesfreie, tief zerklüftete Fissuren und Grübchen bei Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko sowie Initialkaries (ICDAS 1 und 2).
  • Eine absolute Trockenlegung mittels Kofferdam ist der entscheidende klinische Parameter für den langfristigen Retentionserfolg.
  • Die Säure-Ätz-Technik mit 35–37%iger Phosphorsäure am unpräparierten Schmelz erfordert eine Konditionierungszeit von mindestens 30 bis 60 Sekunden.
  • Bei einer erweiterten Fissurenversiegelung wird eine punktuelle Dentinkaries exkaviert und restauriert, bevor das restliche Fissurensystem versiegelt wird.
  • Glasionomerzemente dienen als temporäre Versiegelung bei noch nicht vollständig durchgebrochenen Zähnen, wenn Kofferdam nicht anlegbar ist.
Zahlen & Werte
Phosphorsäure-Konzentration
35–37 %
Ätzzeit unpräparierter Schmelz
30–60 s
Kritischer Zeitrahmen nach Durchbruch
2–4 Jahre
Klinische Relevanz

Die Hauptindikation besteht bei kariesfreien oder initial demineralisierten Fissuren kurz nach dem Zahndurchbruch. Absolute Trockenlegung mittels Kofferdam und exakte Konditionierung per Säure-Ätz-Technik sind kritisch für den Langzeiterfolg.

Abgrenzung
  • Erweiterte Fissurenversiegelung

    Erfordert im Gegensatz zur reinen Versiegelung eine punktuelle mikroinvasive Kariesexkavation und Füllung mit Komposit, bevor die verbleibende Fissur abgedeckt wird.

  • Prophylaktische Odontotomie

    Ein historisches, obsoletes Verfahren, bei dem kariesfreie Fissuren invasive präpariert und mit Amalgam gefüllt wurden.

  • Glattflächenfluoridierung

    Fördert die Remineralisation freier Schmelzflächen, bietet jedoch keinen mechanischen Schutz für tief zerklüftete Fissuren.

Typische Fallstricke
  • Übersehen einer progredienten Dentinkaries vor der Versiegelung, was zu einem unbemerkten Fortschreiten der Läsion unter dem Versiegler führt.
  • Speichelkontamination des konditionierten Schmelzes vor der Applikation, welche das mikromechanische Retentionsmuster vollständig zerstört.
  • Fehlende Okklusionskontrolle, wodurch Frühkontakte auf dem gehärteten Versiegler zu funktionellen Beschwerden führen können.
Merksatz

Trockenlegen, ätzen, versiegeln schützt tiefe Fissuren vor Karies.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Prävention und Fluoridierung

Fluoride, Versiegelung und Individualprophylaxe.