ZahnLexikon
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Pharmakologie
geprüft
Antiseptika und Lokaltherapeutika

Chlorhexidin

Synonyme: CHX · Chlorhexidindigluconat

Definition

Chlorhexidin ist ein kationisches Bisbiguanid-Antiseptikum mit breitem Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie Pilze. Durch seine hohe Substantivität haftet es lang anhaltend an oralen Oberflächen und verzögert die Plaque-Neubildung nachhaltig. Es gilt als Goldstandard in der chemischen Plaquekontrolle.

Prüfungsfokus
  • Chlorhexidin (CHX) ist ein kationisches Bisbiguanid, das durch Wechselwirkung mit der negativ geladenen Bakterienmembran wirksam ist.
  • Die hohe Effizienz beruht auf der Substantivität, wodurch der Wirkstoff an oralen Oberflächen haftet und über 8 bis 12 Stunden langsam freigesetzt wird.
  • CHX wird durch anionische Tenside in Zahnpasten wie Natriumlaurylsulfat inaktiviert, weshalb 30 Minuten Abstand beim Zähneputzen einzuhalten sind.
  • Die Hauptnebenwirkungen bei Langzeitanwendung umfassen reversible braune Verfärbungen von Zähnen und Zunge sowie Störungen des Geschmackssinns.
  • CHX gilt als zahnmedizinischer Goldstandard zur chemischen Plaquekontrolle, besitzt jedoch keine gewebelösende Eigenschaft.
Zahlen & Werte
Standardkonzentration Spüllösung
0,2 %
Empfohlene Spüldauer
60 Sekunden
Wirkdauer durch Substantivität
8–12 Stunden
Maximale Empfehlungsdauer ohne Kontrolluntersuchung
14 Tage
Klinische Relevanz

Anwendung findet meist 0,12%ige bis 0,2%ige Lösung als 60-sekündige Spülung postoperativ oder bei Gingivitis. Bei Langzeitanwendung treten reversible Nebenwirkungen wie Braunverfärbungen der Zähne und Geschmacksstörungen auf.

Abgrenzung
  • Natriumhypochlorit

    Natriumhypochlorit besitzt im Gegensatz zu Chlorhexidin eine ausgeprägte Gewebelöslichkeit und wird vorwiegend endodontisch zur Spülung eingesetzt.

  • Cetylpyridiniumchlorid

    Cetylpyridiniumchlorid zeigt eine deutlich geringere Substantivität an oralen Geweben und eine schwächere Plaquehemmung als Chlorhexidin.

  • Hydrogenperoxid

    Hydrogenperoxid wirkt durch Oxidation und Sauerstofffreisetzung gegen Anaerobier, verfügt jedoch über keine nennenswerte Depotwirkung an der Schleimhaut.

Typische Fallstricke
  • Mundspülung unmittelbar nach dem Zähneputzen führt durch Wechselwirkung mit anionischen Tensiden der Zahnpasta zum Wirkungsverlust.
  • Fehlender Hinweis auf den Eiweißfehler: Bei starker Blutung oder Proteinexsudat verringert sich die antiseptische Wirksamkeit von Chlorhexidin deutlich.
  • Kombination von CHX mit Natriumhypochlorit im Wurzelkanal führt zur Bildung des bräunlichen, potenziell zelltoxischen Präzipitats Para-Chloranilin.
Merksatz

Chlorhexidin haftet lang am Zahn, hält die Keime wirksam im Bann.

Bilder & Videos

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Zusammenhänge
Teil von: Antiseptika und Lokaltherapeutika

Chlorhexidin, Fluoride und lokale Wirkstoffträger.